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Und schon wieder …

… wird was abgerissen. Ein zumindest von seiner Fassade her – die erst vor wenigen Jahren erneuert  worden sein dürfte – noch intakt und bewohnbar scheinendes  Haus fällt dem Abrissbagger anheim.

 

Kürzlich erst wurde in diesem Forum über das Problem des Bauschutts und seiner Endlagerung debattiert. Klar,wohin mit all dem Bauschutt, man kann ihn nicht einfach in Luft auflösen. Und wer A sagt, muss eben auch B sagen. Soweit, so klar. Die Frage ist daher eben auch dieselbe, die sich jeder von uns stellen muss: Muss ich mir alle paar Jahre einen neuen Computer kaufen, ein neues Auto, eine neue Stereoanlage, ein neues Handy oder eben ein neues Haus bauen?

 

Wobei jetzt nichts gegen städtebauliche Veränderung gesagt sein soll, und mir im konkreten Fall des Abrisses des Hauses in der Erlerstraße auch die informellen Hintergründe fehlen. Aber irritierend ist es doch, wie da ein nicht gerade als abstoßende Bauruine in der Gegend stehendes Haus, mit noch ziemlich neuer Fassade einfach abgerissen wird. Hoffen wir wenigstens, auf einen neuen schönen Bau in dieser städtebaulichen  Kampfzone.

 

Helmut Schiestl

9 Comments

  1. Problem des Bauschutts…wenn du die Ferrariwiese ansprichst: die wollten da offiziell "Bodenaushub" deponieren.

    In meinen Augen eine Verarsche, da die die Ferrariwiese bereits 2008 als mögliche Lagerstätte für Tunnelausbruch geprüft hatten, siehe S.14: http://www.bmvit.gv.at/verkehr/eisenbahn/verfahren/bbt/uvp/uvg7.pdf
    Sobald es Updates gibt, werd ich auf jeden Fall wieder dazu bloggen.

    http://piratenparteitirol.blogspot.co.at/2012/07/licht-in-die-causa-ferrariwiesendeponie.html

    Innsbruck ist Dauerbaustelle. Seit gut 3 Jahren (seit das EKZ West in Bau ging) wird die Höttinger Au nonstop umgebaut. Aber auch der Rest von Innsbruck verändert sich drastisch.

    In wenigen Jahren wird Innsbruck ein komplett anderes Gesicht haben…wie nennt man das: Facelifting? Ich komm da nicht mehr ganz mit und glaube, daß es halt primär eine Geldmaschinerie ist, diese Baubranche.

    LG

  2. Wenn wo eine alte Hütte wegkommt, heisst das nicht zwangsläufig immer dass auch wieder eine neue hinkommt 🙂
    Der Abbruch dieses Gebäudes ermöglicht die Erweiterung der FußgängerInnenzone Sparkassenplatz – Stadtforum nach Süden bis zur Meinhardstraße, und auch die RadlfahrerInnen haben dann eine Alternative zu den oft überfüllten Radstreifen in der Museumstraße.
    Das war schon lange geplant. Also, ich persönlich find‘ das gut!
    Weiß jetzt allerdings nicht wann auch das Pendant in der Meinhardstraße abgebrochen wird.
     

  3. Deinen Optimismus in allen Ehren, lieber Manni, aber an eine Erweiterung der FuZo genau hier – das ist schwer zu glauben. Wahrscheinlich wirds ein sauteures Hotel oder irgendeine andere Luxusimmobilie. Innsbruck ist eben mitten in einem Prozess, den schon viele Städte durchmachen: Die Innenstadt wird umstrukturiert, es gilt wieder als schick im Zentrum zu wohnen, die Investoren können gar nicht genug hochziehen – was allerdings Mieten und Preise enorm verteuert. Innsbruck ist ohnehin schon ein sehr teures Pflaster und wenn nicht endlich mehr sozialer Wohnbau betrieben wird, können es sich bald nur noch die Reichen leisten, in der Stadt zu wohnen – vgl. beispielsweise die neue entstehenden Luxuswohnungen hinterm Sillpark.

    • Ja, immerhin ist das mal eine Gelegenheit, das Internetportal der Stadt Innsbruck abzufragen, was da gebaut wird. Da sind ja auch alle Innsbruck-Informiert Ausgaben online verfügbar, Nur leider ohne Erfolg. Konnte auch mit Volltextsuche in der Online-Amtstafel, wo man eigentlich alle Bauvorhaben der Stadt abfragen könnte, unter Eingabe der betreffenden Straßen kein Ergebnis erzielen. Außerdem finde ich die dort gelb unterlegte Schrift nich tbesonders benutzerfreundlich.

      Vielleicht hat ein anderer mehr Glück.

    • @Andreas: die Stadt hatte hier schon seit 2005 vor, die FuZo Richtung Süden zu verlängern, das wurde gleichzeitig mit der FuZo Gilmstraße beschlossen. Entweder das Gebäude wurde nun von der Stadt gekauft, dann geschieht das auch, oder man hat das einem privaten Investor überlassen, dann kann man aber immer noch in der Baugenehmigung die Auflage erteilen, eine öffentliche Passage zu integrieren oder nur einen Teil des Grundstücks zu bebauen. Es würde mich schon schwer wundern, wenn man das in der Stadtplanung einfach "vergessen" hätte – kann ich mir nicht vorstellen. Dafür gibt es ja das ÖROKO und die Stadtplanung, sonst könnte ja jeder Investor jedes Grundstück nach eigenem Gutdünken zupflastern und die Stadtentwicklung verliefe völlig unkontrolliert.
      Ich erkundige mich gerade, was dort nun wirklich passiert.

  4. Es stimmt leider, das ist seitens der Stadt in Vergessenheit geraten. Das haben die Verantwortlichen der letzten Legislaturperiode leider verschwitzt. 🙁

    U.a. hier wird es erwähnt, Protokoll der GR-Sitzung vom 14. Juli 2005:
    http://bit.ly/MBzBFh
    Seite 1128, Präambel Punkt 2

    Kann man nichts machen. Da kommt jetzt wohl ein weiteres Glitzergebäude hin. Was ich aber grundsätzlich auch nicht schlecht finde, denn der Nachkriegsbau, der jetzt dort steht, war nicht für die Ewigkeit geplant und schaut auch nicht so aus. Ein bisschen Erneuerung auch in dieser Ecke tut sicher gut.

    • Und was wird jetzt wirklich dort gebaut? Das Protokoll sagt ja nur etwas über den geplanten Ankauf dieser Häuser in der Gilmstraße aus und dass es hier mal eine Art  Duchstich – Passage oder was auch immer – hin zur Meinhardstraße geben soll. Es gibt aber keinen Bebauungsplan darüber, habe dazu extra die letzten Hefte von Innsbruck informiert durchgeschaut, aber nichts darüber gefunden.

  5. So, wieder ein bisschen mehr in Erfahrung gebracht: es wird ein Bürogebäude. Die Politik musste damit nicht befasst werden, da alles im Rahmen der bestehenden Widmung und Bauvorschriften bleibt, deshalb findet man auch nichts darüber auf innsbruck.gv.at.
    Die FußgängerInnenpassage wird es aber geben, sie wird wettergeschützt durch das Gebäude und durch den ganzen Block verlaufen. Das halte ich schon für einen guten öffentlichen Mehrwert im Vergleich zum derzeitigen Zustand.
    Ob diese Passage auch mit dem Rad befahrbar sein wird und wie die Gestaltung im Detail aussieht, ist mir noch nicht bekannt. Aber für Zufußgehende wird dieser Teil der Innenstadt damit auf jeden Fall wieder ein wenig besser erschlossen.

  6. Ein Neubau lässt sich eben doch besser in teure Ladenflächen und noch teurere Penthouse-Wohnungen umgestalten. Wie war das noch? Seit wie vielen Jahren setzt sich unsere Landesregierung angeblich für leistbares Wohnen ein…???

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