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Projekt Rucola Pacherwiese – URBAN GARDENING polarisiert Innsbruck

Die einen fürchten sich vor Lärm-u. Geruchsbelästigung, die anderen dementieren jegliche derartige Unannehmlichkeiten. Die Anrainer der Pacherwiese sind teils erfreut („Unser ganzes Haus würde mitgärtnern!“), teils erschüttert über das Projekt „Rucola“ von Pächterin Eleonore Rangger. Noch dazu befinden wir uns im Wahlkampf, daher schrieb sich die ÖVP sofort die konservative „Wir sind Dagegen!“- Haltung auf die Fahnen.

 

Bei der letzten Zusammenkunft auf der umstrittenen Wiese wurden fleißig böse Gerüchte in die Welt gesetzt („Dort stinkts dann vom Klo!!“) und dagegen gewettert („Wir wollen unsere Gratis-Parkplätze nicht mit Gärtnern teilen!“). Dass mittlerweile die Katze aus dem Sack ist, und dank eines TT-Artikels ohnehin schon die ganze Stadt weiß dass man an der Pacherwiese gratis parkt und in der Sonne liegt, fällt den Anrainern dabei wundersamerweise gar nicht negativ auf. Auch dass der typische Gärtner eher Radfahrer oder Straßenbahn-Benutzer ist, spielt für ihre Ängste keine Rolle.

 

Ganz anders die „Hippies“ vom Urban Gardening Projekt: würden sie doch die Früchte ihrer Arbeit gern mit den Anrainern teilen („Frisches Obst und Gemüse hat noch keinem geschadet“).
Zusätzlich soll ein Kinderspielplatz errichtet werden, wobei der bereits vorhandene Basketballkorb bestehen bleibt und der Spielraum durch eine „Slackline“ oder ein Baumhaus erweitert werden soll. Es wird die Möglichkeit bestehen Vorträge bzw. Führungen für Schulklassen zu gestalten und Kindern das Züchten von Bienen näher zu bringen (man empfiehlt in diesem Zusammenhang gern die Dokumentation „More than Honey“ auf DVD).

 

Die Befürchtung es gäbe dann Geruchsbelästigung durch Bier & Schnitzel-Bratfett ist weit hergeholt, schließlich sollen frisch gepresste Obstsäfte und gesunde Jausen serviert werden. An lauen Sommerabenden wird gemeinsam musiziert, gegessen und gelacht werden, während die Blüten dem Garten ihren Duft verleihen: im Grunde eine schöne, urbane Vision.

 

Jetzt laufen zwei Unterschriftenaktionen in Innsbruck: die eine dafür, die andere dagegen. Und das obwohl der Pachtvertrag längst unterzeichnet ist, die Stadt ihre volle Unterstützung anbot und das Gärtner-Projekt bereits in der 16. Woche hätte beginnen sollen. Besonders amüsant für alle die das englische Wort „urban“ verstehen… das Kommentar eines Rucola-Gegners: „Sollen sie doch außerhalb der Stadt ihren Garten haben!“

 

Text von TANJA SARWAT

 

Foto: Ziko-C / wikipedia

 

 

12 Comments

  1. liebe alle,

     

    ich bin die letzte die gegen urban gardening etwas hat. ich finde diese idee wunderbar. nur ersten wäre es fair, das genaue konzept zu präsentieren.

    zweitens wäre es wichtig gewesen, hier eine bürger_innenbeteiligung zu machen.

    drittens wäre es fair, den kindern nicht die komplette freifläche zu nehmen.

    ich denke solche projekte gehören begleitet, anrainer_innen informiert, miteinbezogen und gut vorbereitet.

    gerade die grünen sprechen sich immer für beteiligung und direkte demokratie aus. es kann nicht sein, dass die politik allein entscheidet wer darf sich wann, wo , wozu und wie beteiligen.

    es muss ein weg gefunden werden, der für alle beteiligten gangbar ist, und ich denke diesen weg gibt es.

    es werden auch nur einseitige informationen über das genaue projekt präsentiert.

    hier kann ich sagen, dass eine schöne idee leider in den sand gesetzt wurde, und der zuständige stadtrat für alle beteiligten eine lösung finden muss.

     

  2. Dieser Artikel ist der schlimmste Bullshit den ich zu dem Thema je gelesen habe und gespickt von Unwahrheiten! Hier geht es nicht um Geruchsbelästigung sondern um eine lange Liste von Ungereimtheiten und Täuschungen. Glaubt ihr wirklich die Anrainer (und zwar nicht eine Hand voll sondern alle bis auf einen) sind zum Spaß dagegen? Die Leute werden zum Narren gehalten. Daran ist NICHTS gemeinnütziges! Wenn die werte Frau Reporterin vor Ort gewesen wäre, hätte sie das vielleicht mitbekommen. Bitte informiert euch mal und recherchiert eure Artikel in Zukunft ein bisschen besser – das ist ja wirklich zum Fremdschämen!!!

  3.  so a gsims.

    die grünen herrn magister und frau doktorinnen werden ihr karotten wohl auch woanders ziehen können.

    oder ist das projekt nur für die Kopftüchln gedacht?

     

     

  4. In Innsbruck wird alles Neue zuerst niedergemacht und lächerlich gemacht. Dann findet man tausemd Gründe dagegen, egal wie konstruiert sind … und dann kommen Herbert und seine Kameraden und verbinden ihre persönlichen Minderwertigkeitskomplexe mit dumpfen Vorurteilen.

    • Das ist wenigsten objektiv und der Wahrheit entsprechend! Da sollten sich gewisse andere ein Beispiel nehmen!

  5. Wie wäre es, wenn ihr euch mal drüber informiert, WARUM Pradl (wir haben wohl massiv viel mehr Information als ihr recherchieren konntet) dagegen ist? Wir wären froh, wenn mal jemand die wahren Gründe veröffenlichen würde! Hier geht es um Lügen, Lügen, Lügen! Die Befürworter werden genauso genäppt wie die Gegner und die Stadt! Aber das spielt ja keeeeeeeiiiiiiiiine Rolle, solange irgend ein Neuling ein paar Zeilen zusammentippen kann ohne sich anstrengen zu müssen…

  6. Dass Tanja Sarwat aka Mia Lorena banale, unqualifizierte und inkompetente Kommentare zu dem und allerlei anderen Themen abgibt, haben wir bereits alle mitbekommen! Man weiß nicht, ob man erklären oder Mitleid haben soll. Selbstinzinierung um jeden Preis? Traurig, dass jemand so etwas nötig hat! Ich kann nicht verstehen, warum jemand der so parteiisch und uninformiert ist überhaupt das Recht hat, irgendetwas zu veröffentlichen. Peinlich! Peinlich! Peinlich! Vielleicht sollte das Mädl in Zukunft über Lippenstift schreiben – da kann sie sich weniger blamieren!

  7. "Garten statt Asphalt" hat völlig recht.

    Die Gesundheit der Bevölkerung  ist unser größtes Gut und das Aufbrechen der Scholle ein wirksames Mittel zur Verteidigung des ökologischen Reichtums.

     

    Die Kritik von Faulpelzen wie Herbert ist hier völlig unangebracht. 

      

    Und liebe Frau Eberl, SPÖ:

    Der Neid ist  ein Luder; grad in Wahlkampfzeiten.

     

    Unsere allseits geschätzte Stadträtin, Frau Vizebürgemeister Mag. Sonja Patscheider  schreibt in ihrtem Blog dazu deutlich:

    "was derzeit in pradl entsteht … ist gut durchdacht und auch privat durchfinanziert. die stadt stellt nur das grundstück zur verfügung." 

     

    Ein Hoch der jungen Bauernschaft des Volkes!

     

     

     

     

  8. Dass man sich in Ibk mehr drüber aufregt, wenn irgendwo ein paar salatköpf wachsen sollen als wenn z.B. ein schule in einem einkaufszentrum eingepflanzt wird oder neben einkaufszentren, neue einkaufszentren ableger treiben… die natur ist ein mysterium.

  9. "Nein" zu Urban-Gardening-Projekt ,,Rucola" Seit dieser Woche ist klar: Das Urban-Gardening-Projekt ,,Rucola" – auf der Pacherwiese in Pradl ist vorlaeufig gestorben. Was einst als innovative Idee vom gemeinschaftlichen ,,Garteln" ihren Anfang nahm – endete vergangenen Montag in den Garagenhallen der Freiwilligen Rettung Innsbruck unter heftigsten Buergerprotesten – schneller als erwartet.

    „Nein" zu Urban-Gardening-Projekt „Rucola"

    Seit dieser Woche ist klar: Das Urban-Gardening-Projekt „Rucola" – auf der Pacherwiese in Pradl ist vorläufig gestorben. Was einst als innovative Idee vom gemeinschaftlichen „Garteln" ihren Anfang nahm – endete vergangenen Montag in den Garagenhallen der Freiwilligen Rettung Innsbruck unter heftigsten Bürgerprotesten – schneller als erwartet.

    Grün statt grau" so das Motto des Projekts. Eigentlich eine gute Sache – würde man meinen. Doch für die betroffenen Anrainer hinterließ die Idee des Projekts Rucola schon von Beginn an einen bitteren Nachgeschmack.

     

    Im Herbst 2012 beschließt der Innsbrucker Stadtrat die Pacherwiese für drei Jahre an Eleonore Rangger zu verpachten. Um nur 100 Euro Pacht pro Jahr geht die Wiese nun an die Projektgründerin.

     

    Doch bereits vor Unterzeichnung des Vertrags zwischen der Stadt und der Initiatorin – flammen erste Bürgerproteste seitens der betroffenen Anrainer auf. Darauf macht auch Gemeinderätin Marie-Luise Pokorny-Reitter am Abend der BürgerInenversammlung aufmerksam:

     

    Was mich [.] verwundert in der Darstellung [] ist, dass bereits am 6.4. in der Tiroler Tageszeitung ein Artikel gestanden ist, dass sich [.] Unmut gegen dieses Projekt Pacherwiese regt, aber offensichtlich erst am 8.4. der Pachtvertrag unterzeichnet wurde."

     

    Mangelnde Information sowie Kommunikationsdefizite zwischen Anrainern und Initatoren des Projekts sorgen bereits zu Beginn für Unmut unter den Anwohnern. Die ersten Bürger beginnen sich zu formieren – eine Umgestaltung ihrer geliebten Pacherwiese durch die urbanen Freizeitgartler soll unter allen Umständen verhindert werden!

     

    So kommt es wie es kommen muss: Anfang April demonstrieren die Anrainer zum ersten Mal gegen die Umgestaltung der Pacherwiese. Nach anhaltenden Bürgerprotesten wird endlich auch der Innsbrucker Gemeinderat auf die konfliktgeladene Situation zwischen den Parteien aufmerksam – und beschließt im Zuge dessen, eine BürgerInnenversammlung Anfang Mai einzuberufen.

     

    Bei dieser Versammlung, die Anfang der Woche abgehalten wurde, gibt es nach mehr als zwei Stunden lautstarker Diskussion, endgültig eine Entscheidung: Und zwar das "Aus" für das gemeinschaftliche „Garteln" auf der Pacherwiese.

     

    Der Pachtvertrag, der bereits zwischen der Stadt Innsbruck und Frau Eleonore Rangger Anfang April abgeschlossen wurde, soll nun – laut Stadtrat Gerhard Fritz – wieder aufgelöst und ein neuer Standort für das Projekt gefunden werden. Selbstverständlich muss auch die Pächterin in diesen Vorschlag einwilligen. Denn so einfach, wie die abschließenden versöhnlichen Worte von Gerhard Fritz an diesem Abend klingen, ist es freilich nicht:

     

    Es ist offensichtlich [] so, dass es für die Mehrheit von Ihnen nichts zu diskutieren gibt über [] Veränderungen auf der Pacherwiese. Es ist offensichtlich so, dass die Initiatorinnen auch sagen, unter solchen Vorraussetzungen hat es keinen Sinn! Darum sage ich Ihnen jetzt: ‚Ich gehe morgen zur Bürgermeisterin [] und werde ihr empfehlen, dass wir den Pachtvertrag wieder auflösen und dass die Pacherwiese eine öffentliche Grünfläche bleibt.’"

     

    Es wird sich also in den kommenden Wochen noch zeigen, ob die Anrainer der Pacherwiese ihr idyllisches Kleinod zukünftig weiterhin mit den urbanen Stadtgartlern teilen "müssen".

    Text von Chiara Schönborn 

     

     

     

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