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Offener Brief: Nicht vermieten wenn schon nicht verbieten

Werte Bürgermeisterin, werte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte der Stadt Innsbruck, werter CMI-Geschäftsführer Christian Mayerhofer!

 

Die Stadt Innsbruck kann die so harmlos klingende „Verbandstagung Deutscher Burschenschaften“ am 29./30. November behördlich also nicht verbieten. Es sind Entscheidungen wie diese, die man nicht verstehen mag – sind die Veranstalter doch just jene strammen Herren der über die Grenzen des deutschen Volkstums hinaus als rechtsextrem bekannten Burschenschaft Brixia, ihres Zeichens ihr headquarter, oder: Kopfviertel (?) in Innsbruck habend.

 

Es ist wohl nicht nur mir wurscht, WIE dieses Treffen von Deutschen Burschenschaften, und zwar des rechtsrechten Randes der Deutschen Burschenschaften, in der Tiroler Landeshauptstadt verunmöglicht wird. Ein Treffen von im besten Fall „Verwirrten“, die vor zwei Jahren doch tatsächlich über die Einführung eines „Arierparagrafen“ diskutierten. Ein Treffen von im besten Fall als „Musterbeispiel für das Versagen des Systems Schule“ Tauglichen, die im Geschichteunterricht vermutlich die fehlenden Stunden Schlaf des vergangenen Wochenendes nachholten.

 

Es ist eine Schande, dass Innsbruck, das sich seit langem ehrlich darum bemüht eine Stadt des Miteinanders zu sein, wieder als Treffpunkt ewig Vorgestriger auserkoren wurde. Die viel größere Schande aber ist, dass es ausgerechnet eine Congress und Messegesellschaft, eine GmbH im Besitz der Stadt Innsbruck ist, die die Räumlichkeiten für dieses Treffen vermietet. Geht es der CMI wirklich so schlecht, dass sie auf solches Geld nicht verzichten kann?

 

Man müsste dieses Treffen Ende November schlicht ignorieren. Geht aber nicht. Die Burschenschafter freuten sich den Ast einer deutschen Eiche ab, wenn sie endlich wieder ohne öffentlichen Aufruhr zusammenkommen könnten.

Klar: sie freuen sich zumindest einen halben Ast ab, DASS es öffentlichen Aufruhr gibt und sie wahrgenommen werden.

Als vernunftbegabter Mensch muss man jedoch gegen ein Denken, wie es von den teilnehmenden Burschenschaften zum überwiegenden Teil vertreten wird, auftreten. Mir, und mit mir vielen anderen in Innsbruck Wohnenden oder Innsbruck gern Habenden, ist dieses Zeichen wichtig: Innsbruck ist kein Hort eurer rechtsrechten Ideologie, kein Hort und kein Ort der Diskussion über „Arierparagrafen“ und Ähnliches.

Wir brauchen euch nicht. Wir wollen euch nicht. Ganz sicher nicht.

 

Wenn nun über Begleitkosten einer Demonstration der Zivilgesellschaft orakelt wird, kann man dem nur entgegen halten:

Ohne das Treffen der Deutschen Burschenschaften gäbe es erst gar keinen Protest.

Die eigentlichen Verursacher der Kosten sind also nicht diejenigen, die aufstehen und ihre Stimme erheben und so Innsbruck nicht unwidersprochen in einem Atemzug mit Rechtsextremismus genannt haben wollen.

Die eigentlichen Verursacher der Kosten sind die sich treffenden, recht extremen Burschenschafter. Und sie kosten uns alle noch viel mehr: Innsbrucks Ruf.

 

Werte Verantwortliche der Congress und Messe GmbH!

Kündigen Sie den Vertrag, mit den Veranstaltern dieses Treffens deutsch(national)er Burschenschaften und zeigen Sie damit, dass es keine direkte oder indirekte Unterstützung der öffentlichen Hand für dieses Treffen gibt. Eine allfällige Pönale kann a) nie so viel kosten wie die Begleitmaßnahmen einer so wichtigen Protestveranstaltungen und wäre b) vermutlich die bestinvestierte Pönale seit langem: denn sie stellte Innsbrucks durch die öffentliche Diskussion schon angekratzten Ruf als Stadt des Miteinanders wieder her.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Markus Koschuh

Markus Koschuh

17 Comments

  1. Burschenschafter träumen von Großdeutschland und ihre Tradition bestehen darin, mit Säbeln aufeinander los zu gehen und Nazimördern feierlich zu gedenken. Danke für Ihre offenen Worte, Herr Kozuh!

  2. Es stellt sich auch die Frage, wieso immer in Innsbruck??

    Wieso suchen sich deiese Herren, nicht Regionen (z.b. Ried/Innkreis, Braunau, Gurk, Seeboden, etc.) die in ihrem Geiste wählen

    • Innsbruck haben bei den letzten Nationalratswahlen 64.000 Menschen im "Geiste der deutschen Burschenschaften" gewählt, in Ried warens 1200 …. Prozentuell auf die Wähler gerechnet sinds in Ried 4% mehr …. 
      Daher find ich es nicht ok meiner schönen kleinen Heimatstadt zu unterstellen wir wären so viel schlimmer …. 
      Wir wollen sie genau so wenig bei uns haben wie hier in Innsbruck

      Nur als kleiner Denkanstoß 

      • ich wolte hier niemanden diskreditieren.

        über  den "geist" der in manchen regionen österreichs weht, liest man tagtäglich in den medien.

        und hier ist als absolutes negativbeispiel die staatsanwaltschaft wels, die verfahren, die den

        rechten rand betreffen, jahrelang verzögert (siehe KURIER vomm 20.November 2013) bzw. erst

        nach medialer alarmierung bei politik und oberer justiz (z.b. bei "BLOCK21") sich "herablässt" die

        sache zu verfolgen.

  3.  Wenn ich mich recht erinnere hat doch "die Messe" vor kurzem einem Verein von tiroler Autohändlern einfach mal nichts vermietet, "weil man nicht wollte"… Das sollte doch auch in diesem Fall funktionieren? 

    • Genau, das habe ich auch gemeint, als ich hörte, dass die Messegesellschaft diese Veranstaltung nicht absagen ‚kann‘.

      Eigentlich eine Schande für Innsbruck, wo es doch bei uns diese mörderische Progromnacht gab !!!!!!!
      Anna

      • Die Progromnacht hat mit der Veranstaltung der Burschenschaft aber rein gar nichts zu tun. Der Totschläger und Mörder Lausegger war zwar Burschenschafter, die Progromnacht war aber trotzdem eine nationalsozialistische und keine burschenschaftliche Missetat. In jedem Fall kann man aber die heutigen Teilnehmer an dem Burschschaftertreffen nicht dafür verantwortlich machen.

  4. Warum wird eigentlich allerorts davon ausgegangen, dass die Messe-Betreiber derartige Veranstaltungen nicht haben wollen können?
    Das Gegenteil ist offensichtlich der Fall. Zumindest scheint es ihnen tatsächlich wurscht zu sein. Om Gegensatz zum Herrn Kozuh und mir – und ganz im Stile des typisch österreichischen stinkfaulen Verharmlosungsgehabes.

  5. Der Unsinn den Sie als Kaberettist verzapfen ist zumindest lustig, Ihre Gedankengänge zum Burschenschaftertreffen sind dagegen zumindest aus demokratischer und rechtsstaatlicher Sicht einfach nur abwegig.  Wie groß ist denn die intellektuelle Hürde zu verstehen, dass sich gesetzlich erlaubte Organisationen und Vereine zu gesetzlch erlaubten Zwecken wann immer sie wollen an geeigneten Orten versammeln dürfen. Dass Burschenschaften zugelassene Vereine sind ist Fakt und das werden Sie wohl akzeptieren müssen, und ich hoffe auch, dass die Versammlungsfreiheit, die ja insbesondere die Grünen und deren Anhang selber bis an die Grenze der Bürgerbelästigung ausnutzen, für Sie kein moralisches Problem oder gar unmittelbar abzuschaffendes Rechtsgut darstellt. Genau in diese undemokratische Kerbe schlagen nämlich auch die Versuche, Druck auf die Quartiergeber auszuüben die Vereinbarung mit den Burschenschaften nicht einzuhalten bzw. in Zukunft keine mehr abzuschließen. Wenn das irgendein primitiver vermummter Antifa-Demonstrant möchte ist das eine Sache, wenn so etwas seitens der Stadtführung angestrebt wird, erfüllt das neben der moralischen Bankrotterklärung  den Tatbestand der Diskrimminierung so in wirtschaftlicher Hinsicht Untreue. Jüngst wurden -wahrscheinlich zu Freude der Grünen- sogar private Lokalbesitzer dafür verurteilt, weil Sie eine diskrimminierende Selektion der Gäste betrieben haben sollen. Natürlich können Sie in einer Demokratie auch gegen Burschenschaften Propaganda machen, aufmarschieren, kabarettisieren, was immer Sie möchten. Die Gesellschaft bezahlt halt die Begleitkosten für die Sicherstellung  eines halbwegs geordneten Ablaufes einer größeren Demonstration, aber bitte seien Sie so gut und lassen Sie das Verursacherprinzip, auf das die Grünen sonst so gerne Bezug nehmen, auch hier gelten.

    •  verursacherprinzip? bittegerne: erst durch das treffen von leuten, die in deutschland unter beobachtung des verfassungsschutzes stehen und nach österreich ausweichen (siehe entsprechender artikel in der aktuellen ZEIT online), erst durch das treffen von leuten, die in burschenschaften sind, die vom DÖW als rechtsextrem eingestuft werden, erst durch das treffen von leuten, von denen manche vor zwei jahren einen als "arierparagrafen" bekannt gewordenen passus in ihren reihen einführen wollten, wird, ja IST ein starkes zeichen der zivilgesellschaft ein gebot der stunde – die demonstrantinnen und demonstranten sind also nicht die wahren verursacherinnen und verursacher der begleitkosten sondern die veranstalter, die einem vernünftigen und weltoffenen menschen gar keine andere möglichkeit lassen, als mit allen legitimen mitteln ein zeichen gegen diesen rechten rand der burschenschaften zu setzen. 

      • Verursacherprinzip: Der deutsche Verfassungschutz "beobachtet" nicht nur die Burschenschaften sondern auch die meisten linken und Ausländer-bewegungen die zur Demo angereist kommen und nebenbei gemeinsam mit dem NSA die halbe übrige Bevölkerung. Das DÖW ist ein kommunistisch unterwanderter privater ideologischer "Kampfverein", der Geld und Legitimation wegen seines Einsatzes gegen die FPÖ von den Regierenden zugestanden bekommt. Beim Beobachten durch den deutschen und allenfalls den österreichischen Verfassungsschutz ist jedenfalls bei den Burschenschaften nichts herausgekommen, was straf- oder verbotswürdig wäre. Dass die Burschenschaften seit Jahr und Tag grundsätzlich nur Männer deutscher Volkszugehörigkeit aufnehmen (Sie sagen "Arierparagraph" dazu) mag vielen zwar nicht schmecken, einen Neuigkeitswert hat das ganze aber nicht. Es gibt in Österreich einige andere Vereine die nur Leute einer bestimten Volksgruppe aufnehmen, etwa der logenähnliche Verband B’nai B’rith des Herrn Ariel Muzikant, einen Protest des Herrn Kozuh dagegen ist mir nicht bekannt. Ich  denke einem vernünftigen und weltoffenen Menschen bleiben also viele andere Möglichkeiten als gegen das Burschenschaftertreffen zu demonstrieren. Sonst müssten ja nicht 2000 "vernünftige und weltoffene Menschen" aus allen Regionen nach Innsbruck herangekarrt werden um diese Demo zu füllen, wenn die vielen tatsächlich vernünftigen und weltoffenen Menschen nicht den Kopf über diese engstirnigen und teilweise gewaltbereiten Pöbeldemonstranten schütteln würden.

  6. Wenn die Burschenschafter angeblich "rein gar nichts" mit dem Novemberpogrom zu tun haben, warum wird der Mörder Lausegger bis heute von der schlagenden Burschenschaft Suevia feierlich geehrt? http://www.tt.com/panorama/gesellschaft/7416819-91/der-mörder-soll-beim-namen-genannt-werden.csp – zur abscheulichen Abrundung noch dazu in direkter Nähe seiner ehemaligen Opfer?

    Die deutschen Burschenschaften möchten einen ARIER-Nachweis einführen – an welche Zeit erinnert Sie das, Herr Steininger?

    • Antwort an bunt-statt-braun:
      Meines Wissens wird hier nicht speziell des Mörders Lausegger gedacht, sondern es handelt sich um einen Gedenkstein in welchem alle Toten der Verbindung eingetragen sind. Und Lausegger war eben Mitglied dieser Verbindung, er ist jedenfalls schon seit 1966 tot, ich weiß nicht ob er dann gleich auf diesen Stein gekommen ist oder nicht, jedenfalls haben die heutigen Burschenschafter an seinen Taten keine Schuld. Ich hielte es auch für besser, wenn die Verbindung selber  irgend etwas tut, weil diese Irritationen wegen einem "blöden" Gedenkstein hauptsächlich jene trifft, die weder direkt noch "im Geiste" an den Vorgängen beteiligt waren. Grundsätzlich ist es für mich aber in Ordnung dass es auch Gräber und Grabsteine für Leute die gemordet haben, gibt. Bei einiger Suche würde man vermutlich in den vielen Dörfern, wo sich Erinnerungsdenkmäler an die Gefallenen befinden, auch Namen von Nazis und Kriegsverbrechern finden. Wenn dann einmal im Jahr die Schützen aufmarschieren, gehe ich nicht davon aus, dass gerade dieser Leute speziell gedacht wird.

  7. Offener Brief gegen den „Verbandstagung Deutscher Burschenschaften“ am 29./30. November

    Widerstand!!!

    Die höflichen Anreden bleiben bei mir aus. Es reicht.
    Es überwältigt mich das Gefühl, in einer Stadt zu leben, die wegschaut, die sich hinter beschränkten Handlungsspielräumen versteckt – Innsbruck es ist Zeit Courage und Geschichtsbewusstsein zu zeigen! Ein Schleier an Scheinheiligkeit liegt schon über der Stadt. Ich frage mich, wie kann es sein, dass es nicht in der Entscheidung unserer Stadtregierung liegt, eine Kultfeier zu verbieten, bei der in quasi sakraler Atmosphäre zig Burschenschafter in einen heiligen Zauber versetzt werden? Der Ästhetik des Bösen wird Raum gegeben. Ein ziemlich großer Raum sogar. Das Kongresshaus. Wenn man bedenkt das wir ein Gedenkjahr halten, wird’s absurd. Erinnert ihr euch noch? Gedenken an die Pogromnacht 1938. Vor 75 Jahren. War erst letzte Woche. Noch nicht so lang her. Mir pocht das Herz bis zum Hals.

    Warum all das Bemühen? Warum Bildung, Bücher, Gedenkjahre, Interviews, Zeitzeugengespräche, Anti-Rassismus-Aktionen und Theaterstücke, wenn in der gleichen Stadt die Brixia hochoffiziell Arierparagraphen diskutieren darf? Was ist das für eine grausige Doppelmoral? Warum fahre ich jedes Wochenende viele Stunden in meine Heimatstadt um auf der Theaterbühne Menschen eine Stimme zu geben, die aufgrund von rechtem Gedankengut deportiert und schlimmstenfalls umgebracht wurden, wenn ich in der selben Stadt am gleichen Tag zu einer Demo gehen muss, die einem symbolisch konstruierten Treffen von deutsch(nation)alen Burschenschaften Raum gibt? Also da versteht man doch die Welt nicht mehr. Man kann sich selbst trösten und sich einreden: „Is eh lei a wilde Sauferei von an Haufn Deppn, die deppat ausschaun und wieder gehen.“ Die Geschichte lehrt uns, dass es leider nicht harmlos ist.

    Das Theaterstück Alte Heimat/Schnitt/Neue Heimat erzählt die Geschichte von Innsbrucks Vertriebenen – vertrieben durch nationalsozialistische Gewalt – die Stadtregierung sitzt in der ersten Reihe, manche schon zum zweiten Mal, verteilt Ehrenkreuze an die Opfer – aber kann nicht verhindern, dass Rechtsextreme wieder in Innsbruck tagen? Was sollen wir Erich Weinreb (Abraham Gafni) sagen, wenn er an diesem Wochenende aus Tel Aviv nach Innsbruck reist, um seine Lebensgeschichte auf der Bühne zu sehen und auf dem Weg dorthin Burschenschafter feierlich ins Kongresshaus ziehen sieht? Was ist das für eine Schmach.

    Innsbruck scheint sein Gedächtnis verloren zu haben, noch dazu zu einem Zeitpunkt wo es immer wichtiger wird, das Generationengedächtnis und das Geschichtsbewusstsein in eine aufrechte Haltung zu bringen. Nicht außer Acht zu lassen ist natürlich die symbolische Funktion des Treffens und das Ritual, die Innsbruck mit einer symbolischen Aura belegt. Brixia ist sich dessen bewusst, Innsbruck wie es scheint nicht.

    Aber liebe Verantwortliche legt euch weiterhin in euer Wachkoma und macht euch keine Sorgen, bei euch wird niemand um Mitternacht wie wild an der Tür klopfen und euch aus dem Haus jagen, eure Kinder im Bett verprügeln, oder euch den Schädel einschlagen. Das ist schon 75 Jahre her.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Sandra Köhle

  8. Danke Markus Koschuh, ausserdem bwundere ich immer die doch feine Klinge in Deinem Programm bzw. in Deinen Kommentaren. Leider kann ich heuer nicht bei dieses Gegendemo dabeisein, ich muß arbeiten. Mir ist nur die letzte Antikundgebung in Erinnerung, neben mir ging eine junge Polizistin und mir schien, daß sie kurz vor dem Zusammenbrechen war. Ich ging einen Schritt auf sie zu, sofort war ihre Abwehrhaltung erkennbar, aber auf meine freundliche Frage ob ihr nicht gut sei, erklärte sie mir, dass sie mit einer schweren Schutzweste ausgestattet sei. Ich finde es furchtbar, dass wegen den Burschenschaftigen so ein Aufwand betrieben werden muß. Und selbst das Vorhandensein der andren den Zug begleiteten Polizisten war für mich ein grausiges Erlebnis. Bitte laßt uns doch mit solchen Kundgebungen des braunen Pöbels in Ruhe. Und Ihr, die Ihr protestiert, bitte gebt diesem Gesocks keine Plattform und seid friedlich.

  9. Ihre Argumente überzeugen mich nicht, Herr Steininger. Das es noch zahlreiche weitere Kriegsdenkmäler gibt, mit denen Mörder gedacht wird, macht die Sache doch keinesfalls besser. Der schlamperte Umgang mit der Geschichte ist hierzulande sprichwörtlich: Nicht umsonst war/ist es jahrzehntelange Staatsdokrin Österreich als "erstes Opfer des Nazifaschismus" zu bezeichen – und viele alte Nazis fanden sich schon wenige Jahre nach 45 in höchsten Positionen wieder.

    Wer das martialische Denkmal der Suevia am Westfriedhof betrachtet, wird optisch wohl kaum einen Unterschied zu anderen Nazidenkmälern erkennen können. Nein, es ist kein Zufall, dass hier ein Mörder geehrt wird und niemals eine Distanzierung seitens der Burschenschafter stattfand. Eine Vereinigung, der 2013 offen einen "Ariarnachweis" einführen möchte, zeigt damit, welches Weltbild sie vertritt: Nationalismus, Rassenwahn und Ausgrenzung.

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