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Lebensschutz? Und wer schätzt die Frau?

Vieles bringt mich ja wirklich nicht mehr zum Staunen, aber als mich gestern die Information ereilte, dass sich sich das ,Netzwerk Lebensschutz Tirol‘, eine christliche Initiative gegen Abtreibung, für eine geschmacklose Aktion in der Maria-Theresien- Straße versammelt, wurde aus Staunen schlichtweg Wut.
 Dass wir alle individuelle Menschen sind und damit verschiedene Standpunkte zu dem Thema Abtreibung haben ist klar. Was mir allerdings nicht klar war, ist, dass es in Innsbruck möglich ist, dezidiert Lügen und falsche Bilder zu plakatieren.
So besagte ein Plakat unter anderem: ,Die LÜGE der Fristenlösung und der Zwang der Gesellschaft (!) haben mich zerrissen!‘
Zur Aufklärung: Die Fristenlösung (=Schwangerschaftsabbruch) ist bis zur 12. Schwangerschaftswoche straffrei und wurde durch die Frauenbewegung schwer erkämpft. Jene als ,Lüge‘ öffentlich auf einem Plakat zu bezeichnen, widerspricht erstens den gesetzlichen Bestimmungen und zweitens einem der 10 Gebote ,Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.‘, wo wir gerade bei christlichen Grundwerten sind.
Drittens ist es primär das Recht der Frau, was sie mit ihren Körper macht. Viel zu lange wurden (und werden immer noch!) Frauen von einem patriarchalen System unterdrückt, dieses Recht musste erkämpft werden und das lassen wir uns nicht mehr nehmen!
Aus diesem Grund organisierten sich innerhalb kürzester Zeit feministische und emanzipierte Aktivist_innen, um gegen diese frauenfeindliche Aktion zu protestieren.
Nach einem Anruf bei der Behördenstelle der Bundespolizeidirektion und das Auftreten der Polizei, musste der Lebensschutz Tirol die Plakate abhängen und aufhören christliche Lieder über ein Mikrofon zu singen.
Die Reaktion der Passant_innen sprach für sich selbst: Viele blieben stehen, schüttelten den Kopf und wunderten sich über die fundamentalistische Einstellung dieser Christ_innen. Die Aktion des ,Lebensschutz Tirol‘ hat ihnen am Ende scheinbar mehr selbst geschadet als geholfen.
Autorin: Viktoria Spielmann

12 Comments

  1. tja, das liebe christentum…

    jeder verantwortunsvolle mensch sollte mal auf diese seite gehen & das volksbegehren unterstützen: www.kirchen-privilegien.at

     

    • Ein Recht auf Abtreibung sollte es nicht geben, aber Abtreibung für Notfälle zulassen ist gerecht und da bin ich befürwörter.

      Es ist leicht, für , oder gegen Abtreibung zu sein, wenn man nicht betroffen ist. Es ist ein sensibles Thema, keine Frage. Ich bin der Meinung dass niemand einer ungewollt schwangeren Frau die Entscheidung abnehmen, ob sie ihr Baby bekommen sollte. Egal wie die Frau entscheidet – wichtig ist, dass sie zu ihrer Handlung steht. Je mehr sie in dieser Konfliktsituation auf sich selbst hört, umso weniger wird sie ihren Entschluss später bereuen. Meine Freundin, 19, ist ungewollt schwanger. Da sie weder Unterstützung von ihren Eltern noch vom Vater des Kindes bekommt, würde sie am liebsten abtreiben. Ich will das zwar nicht, kann sie aber verstehen, und will sie unterstützen in ihrer Entscheidung, egal wie es lautet. Jetzt ist sie auf der Suche nach eine Klinik wo man das Verfahren vornehmen kann. Sie war zum Besuch beim Abtreibungsarzt  und wird wahrscheinlich dort das durchmachen.   

       

       

       

  2. Natürlich ist die Aussage ,Die LÜGE der Fristenlösung und der Zwang der Gesellschaft (!) haben mich zerrissen!‘ unglücklich formuliert, wie soll den auch eine gesetzliche Regelung eine Lüge darstellen.
    Da braucht es schon etwas guten Willen, um die Intention dieser Aussage zu verstehen.

    Darüber könnte man einen differenzierten Artikel schreiben, aber leider wurde dies nur genutzt, um mit fadenscheinigen Vorwürfen zur Falschaussage und Gesetzesübertretung gegen Abtreibungsgegner zu polemisieren und diese als frauenfeindlich bzw. als Fundamentalisten zu stigmatisieren. Insgesamt sehr tendenziös formuliert, schade!  Das Thema hätte, egal welche Meinung man dazu hat, eine sachlichere Auseinandersetzung vertragen.

    Vielleicht sollte die Schreiberin ihre Wut ein bisschen abkühlen, bevor sie das nächste Mal einen Artikel schreibt.

     

  3.  Lieber Paul!

    Ich habe glaub ich ganz klar forumliert, dass ich sicher nicht gegen meinungsfreiheit bin, aber diese Darstellung war einfach unfassbar!

    Natürlich bin ich wütend, wenn ich so was sehe und wie gesagt: den passant_innen drum herum ist es nicht anders gegangen.
    Sorgen müsst ich mir eher machen, wenn es mich nicht berühren würde…

  4. @ paul:

    1. wo wurde in dem artikel bitte zu gesetzesübertretungen polemisiert? es hat eine aktion der lebensschützer_innen gegeben (deren demokratisches grundrecht), eine andere gruppe hat ihren missmut über die transportierten inhalte und die art der darstellung geäußerst (auch grundrecht). da wurde nicht wirklich irgendwo ein gesetz übertreten.

    2. das zitat der autorin war nur eines von vielen grausligen dingen, die bei diesem stand zu finden waren. die bilder waren vollkommen unzumutbar – zwischen 14 – 19 uhr sind in der maria-theresien straße genug kinder unterwegs, denen das unter keinen umständen zugemutet werden konnte.
    die lebensschützer_innen haben sich als absolute fundamentalist_innen präsentiert, warum sollte man sie als etwas anderes darstellen?

    3. die darstellung der föti und die zeitangaben der schwangerschaftswochen waren dermaßen falsch, dass man den lebensschützer_innen höchstens mit viel gutem willen einen fehler unterstellen würde, viel eher wirkt es wie gezielte desinformation.

    4. ich kann gut verstehen, dass die autorin wütend war und ich finds vollkommen in ordnung dieser wut in form eines artikels luft zu verschaffen!

    • @David:

      Ich war nicht dort und kann und will auch nichts rechtfertigen. Schade ich hätte mir gern meine eigene Meinung gebildet. Wenn du das sagst, dass die Informationen teilweise komplett falsch waren, dann glaub ich dir das jetzt einfach, auch wenn es zu diesem Thema auch unterschiedliche Perspektiven gibt. Insofern ist die Wut auch verständlich. Abgesehen davon ist es durchaus in Ordnung das zu schreiben, klar. Aber wenn man anderen Übertreibung und Unsachlichkeit vorwirft, muss man solcherlei Kritik auchbei sich selber gelten lassen 🙂

      Zur Polemisierung und Pauschalisierung:

      • Abtreibungskritiker werden generell als frauenfeindlich dargestellt.  ("um gegen diese frauenfeindliche Aktion zu protestieren")
      • Zuerst wird anfangs tolerant gemeint, dass man ja verschiedene Standpunkte zum Thema Abtreibung haben kann, am Ende ist ein Kritiker der Fristenlösung ein Fundamentalist.
      • Folgender Satz ist nonsens: "Jene als ,Lüge‘ öffentlich auf einem Plakat zu bezeichnen, widerspricht erstens den gesetzlichen Bestimmungen". In Kombination mit dem Satz "Nach einem Anruf bei der Behördenstelle der Bundespolizeidirektion und das Auftreten der Polizei, musste der Lebensschutz Tirol die Plakate abhängen und aufhören christliche Lieder über ein Mikrofon zu singen." wird dem Leser glaubhaft gemacht, dass die Polizei gekommen ist, weil der Lebenschutz Tirol eben gegen diese gesetzlichen Bestimmungen betreffend Fristenlösung verstoßen hat. Soweit ich weiß, darf man in Österreich (mit einigen Außnahmen) ganz legal unterschiedliche Meinungen präsentieren und auch Lieder singen (auch wenn diese vl. sogar falsch sind). Die Polizei ist deshalb gekommen, weil ein Konflikt zwischen zwei Parteien und öffentlichs Ärgernis entstanden ist.
      • Es werden Behauptungen aufgestellt und diese als allgemeiner geschellschaftlicher Konsens dargestellt. "Drittens ist es primär das Recht der Frau, was sie mit ihren Körper macht."
      • Es wird klassische Kampfrhetorik verwendet. "das lassen wir uns nicht mehr nehmen"

      Bitte nicht persönlich nehmen, So ein Blog ist ja sicher auch dazu da, um über Dinge, die einen nicht passen, durchaus wütend zu informieren. Aber unkommentiert wollte ich das einfach nicht stehen lassen, weil mir in diesem Eintrag die Kombination verschiedenster negativer Konnotationen und einem manchmal doch etwas gehässigen Duktus bezugnehmend auf ein sehr sensibles Thema aufgestoßen ist.

       

  5. @Paul ; Ich lasse mich ausnahmsweise nicht auf dein Niveau herunter und versuche auch nicht, meine Ansichten hinter rhetorischen Wortklauberein zu verstecken die mich im Auge des geistig minderbemittelten Betrachters dann vielleicht sogar noch wie den heimlichen und ach so intellektuellen Sieger der Diskussion aussehen lassen.

     

    Paul:
    >will auch nichts rechtfertige
    >Ich war nicht dort

     

    Gut, als vollkommen Unbeteiligten wiederhole ich vielelicht nochmal mal kurz, um was es hier geht (du bist ja hoffentlich vollkommen unbeteiligt, oder haben dir deine Eltern gegen den guten Geschmack einen männlichen Vornamen verpasst, obwohl’s biologisch korrekt eigentlich Paulina heißen müsste?

     

    Damit wir uns also verstehen, wir sprechen hier über Folgendes :
    Ich zitiere den "Lebensschutz" ( http://tirolerjournal.wordpress.com/2012/06/01/toleranz-und-solidaritat-fur-das-ungeborene-leben-gefordert/ )
     "Eine Gesellschaft, die sich auf der einen Seite für den Tier- und Umweltschutz einbringt, gleichzeitig aber aus verschiedenen Gründen, sich das Recht herausnimmt, über Leben und Tod eines ungeborenen Menschen zu entscheiden, muss sich auch die Frage stellen lassen, wie dies humanistisch zu beantworten und zu rechtfertigen ist."

     

    Bevor man sich die Frage stellt, wie ein selbstbestimmter Schwangerschaftsabbruch zu rechtfertigen ist, schauen wir uns den Fragesteller selbst an, den christlich Gläubigen:

     

    Glaube ist die Domäne der Einhörner und Kobolde. Niemand wird die Rechte des (christlich) Gläubigen in absehbarer Zeit in Mitteleuropa beschneiden. Doch das ist das, was der christlich Gläubige mit allen anderen versucht, denn natürlich gehört in letzter Konsequenz verboten, was dem christlichen Gläubigen nicht passt. Siehe z.B. Gleichstellung von hetero- und homosexuellen Lebensgemeinschaften, "PFUI DEIBLl!!!" sagt da der gute Christ und spricht von den moralischen Abgründen die sich in der Politik auftun.
    Alle wissen, wie lächerlich seine Vorhaben sind und genau darum werden wir uns weiterhin über den mittelalterlichen Märchenglauben lustig machen. Sprechende Schlangen und sprechende Büsche? Känguruhs, Pinguine und Polarbären migrieren quer über den Erdball um auf Noahs Arche zu kommen? Really??
     

     
    Abschließend empfehle ich Paul und seinen Gesinnungsgenossen, mal bei bei einer der republikanischen Frauengruppen anzurufen. Die möchten nämlich auch lieber die Regierung ihre Vagina verwalten lassen

    http://tinyurl.com/72suhe4

    just my 2 Zents
     

    • Richtig. Ich weigere mich zu verstehen, wie man mit blutigen Föten Propaganda machen oder Mittelaltermärchen als Religion verkaufen kann.

       

      IMHO Unwissenschaftlicher Bullshit in den sich verlorene Lämmchen stürzen anstelle einer ordentlichen Psychotherapie Früher hörten die Leute die Stimme Gottes und wurden Heilige, heute sind das ganz normale Patienten in Hall.

  6. Schwangerschaftsabbruch wird wohl immer ein heiß diskutiertes Thema bleiben – schlussendlich bleibt es die Entscheidung der Schwangeren, selbst über ihren EIGENEN Körper zu bestimmen. Und ich bin mir sicher, dass keine Frau sich diese Entscheidung leicht macht auch ohne Moralkeule und Angstmache!

  7. Ich gebe euch vollkommen recht, es ist das Recht der Frau zu entscheiden, was mit ihrem Körper geschieht! Aber es geht in diesem Fall eben nicht nur um die Frau und ihren Körper sondern um das Leben eines Ungeborenen Kindes!!!

    Man sollte zumindest darüber diskutieren dürfen, wann und unter welchen Umständen eine Abtreibung gerechtfertigt ist!

  8. ja klar, aber ich denke eine abtreibung macht frau nicht aus spaß-gaudi weils grad so lustig ist. sondern überlegt sich das wirklich schwer und gut gehts einer damit dann sicher auch nicht. sicher nicht. dann brauchts wirklich nicht auch noch klugscheisser (sorry die saloppe ausdrucksweise aber is so) die einer dann noch im nacken hocken, sie bedrängen, etc.

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