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InnsbRADL: Radfahrverbot in der MaThesi?

Schon mehrmals wurde auf provInnsbruck die Situation der RadfahrerInnen thematisiert: Innsbruck ist ja angeblich Österreichs „Fahrradhauptstadt“, weil mehr als ein Viertel der BewohnerInnen täglich in die Pedale tritt. Das bewahrt uns vor noch schlechteren Schadstoffwerten, schont den Geldbeutel, ist gesund – und ist in Innsbruck weder ungefährlich noch besonders gern gesehen.

 

Das Radwegenetz ist gelinde gesagt ergänzungsbedürftigt und auf einigen Straßen wird Radlfahren zum Nervenspiel: Die Autos düsen haarscharf vorbei und als Draufgabe darf ein feinstaubiger CO2-Cocktail eingeatmet werden.

 

Jetzt haben sich einige Gemeideratsabgeordnete noch eine besonders nette Idee einfallen lassen: Die Maria-Theresien-Straße soll für RadlerInnen gesperrt werden, zumindest steht es so in einem Antrag zum morgigen Gemeinderat. Unterstützt wird dieser Antrag von verschiedenen MandatarInnen der ÖVP, der FPÖ und der SPÖ; ebenso mit dabei sind der Pirat Alex Ofer und Helmut Kritzinger vom Tiroler Seniorbund.

 

Die AntragstellerInnen wollen damit die FußgängerInnen schützen, die „ständig Gefahren durch RadfahrerInnnen und anderen Fahrzeugen (sic!) ausgesetzt sind“. Neben dieser schrägen „Argumentation“ ist interessant, dass sich noch im letzten August 62 Prozent der BürgerInnen in einer Online-Umfrage gegen ein Fahrradabstellverbot in der MaThesi ausgesprochen haben.

 

Ich hoffe sehr, dass dieser Antrag scheitert und sich die Stadt Innsbruck entscheidet, ihrer RadlerInnen zu unterstützen und sie nicht noch weiter einschränkt. Jede/r einzelne/r vermeidet Lärm und Luftgift.

 

Gegen das Fahrradverbot in der MaThesi hat sich auch eine Facebook-Gruppe formiert – den Link dazu findet ihr hier.

Andreas Wiesinger

9 Comments

  1.  also ich sehe die maria-theresienstrasse per definition als FUSSGÄNGERzone, da haben meinem verständnis nach radfahrer so wenig zu suchen wie autos auf einem radweg! ein bisschen schwanger geht halt nicht! die 50m strasse sollten für jeden umfahr- bzw. durchschiebbar sein!

    •  per definitione sehe ich die "nördliche" maria-theresien-strasse, die immer noch, obwohl ewig her, als "Prachtstraße" bezeichnet wird, (im frühling, sommer und herbst) als schanigarten und (im winter) als open-air-glühwein-sauerkraut-fettkiachl-stehrestaurant. die spaßgesellschaft  dort hat sich gestern im gemeinderat durchgesetzt.

  2.  Das war schon in den Wahlprogrammen von Für Innsbruck, ÖVP und SPÖ – jetzt wollen sies’s machen. Überraschung! Ob sich die Grünen als einzige derwehren..?

    • Im Wahlprogramm der SPÖ? Das zeigst mir bitte

      Des weiteren bitte nicht in Panik geraten und kühlen Kopf bewahren (Dann erkennt man, dass es 2 von 6 SP-GemeinderätInnen sind)

  3. Radln raus aus der MariaTheresienstraße, am besten überhaupt aus IBK. Radeln eh nur Rowdys, Ökos und Spinner … ein ordentlicher Mensch fahrt mit dem Auto. Und dafür verbauen wir gerne am Südring: Eine Untertunnelung bringt weniger Verkehr, das ist doch klar!

    Im Gemeinderat gibts jedenfalls eine Mehrheit für ein Radlverbot in der MaThesi – gute Nacht, liebes Innsbruck!

  4. Radfahren ist in einer Fussgängerzone verboten. Dazu gehört einmal die Altstadt und die Maria-Theresien-Straße.

    Als Radfahrer komme ich mir immer blöd vor, wenn ich mich an die Vorschriften halte, mein Rad schiebe und von anderen Radlern und Radlerinnen überholt werden, die munter an mir vorbeifahren.

    Rücksichtnahme auf alle wäre eigentlich gewünscht, aber in unserer Ego-Gesellschaft zählt sowieso nur das eigene Individuum.

     

  5. Bisher war das Radfahren in der Maria-Theresien-Straße eben nicht verboten (ist auch noch nicht, da die Verordnung erst diskutiert wird). Es gibt in vielen Städten ähnliche Zonen, wo FußgängerInnen und RadlerInnen friedlich koexistieren. Sicher ist es auch nicht okay, wenn einzelne mit hohem Tempo durchbrettern – das ist aber eine verschwindend geringe Minderheit, die sich auch um ein Verbot nicht scheren wird.

     

    Für mich geht es um gegenseitige Rücksichtnahme und Dialog: Wie können wir die zentrale Straße für beide Gruppen, PassantInnen und RadlerInnen, einladend und sicher gestalten? Vor einiger Zeit waren zwei Radstreifen im Gespräch; diese Idee wurde aber leider nicht weiterverfolgt. Ein Verbot ohne vorherigen Dialog ist sicher die schlechteste Alternative.

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