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Die Unibibliotheks-Lerntypen

 Prüfungszeit bedeutet für viele BIBzeit* und BIBzeit bedeutet, dass Studierende aller Fachrichtungen zusammenzukommen, um gemeinsam statt einsam in den Lernkrieg zu ziehen.

                                                                                                                                                      

Ein großer Vorteil, den das Lernen in der BIB dabei mit sich bringt, ist der, dass man nicht anfängt zu putzen, wenn man mal mit Konzentrations- und Aufmerksamkeitsproblemen zu kämpfen hat. Das Einzige, was hier ablenken kann, sind die anderen Studis. Man fängt an, sie zu beobachten, manchmal auch zu kategorisieren und stellt dann womöglich fest, dass man es meist mit „denselben“ SitznachbarInnen zu tun hat. In der Regel hat man nämlich neben einem der fünf am häufigsten vorkommenden Spezies Platz genommen.

 

1. Apathische KnochenzählerInnen: haben häufig schon seit Wochen kein Tageslicht mehr gesehen. Sie sind daran leicht zu erkennen, dass sie oft schon beim harmlosesten Stuhlrücken ängstlich zusammenzucken und leise vor sich hinhauchen: „Das Studium ist mein Freund, es wird mir nicht wehtun.“
 
 
2. Polo-Ralph-Lauren-Träger: Ihr wichtigstes Merkmal ist die penibel nach hinten geschniegelte Gelfrisur. Häufig sind sie nur im Hofgarten anzutreffen. Also dem Ort, wo sie am liebsten ihrem High-Quality-Life und dem Exzess frönen. In der BIB versuchen sie dann (dem Papi zuliebe) mit den verbliebenen zwei Gehirnzellen tausende von Paragraphen auswendig zu lernen. Dabei fällt ihnen in ihrer Panik gar nicht auf, dass oft sehr große Mengen ihres Haarstylingproduktes auf den Boden tropfen, was wiederum sehr laut sein kann, wenn ansonsten Totenstille herrscht.
 
 
 3. The Mamas und the Papas: Männer und Frauen im fortgeschrittenen Alter und gefühlten 37sten Semester. Sie rücken mit einem Schubkarren voller Bücher an und nehmen deshalb oft gleich vier Sitzplätze in Anspruch. Kein Problem, die anderen warten halt ein paar Stunden, bis woanders was frei wird.
 
 
4. Eignenartige Aussteigertypen: Dudes mit Dreadlocks und unreiner haut, deren bloße Anwesenheit die THC-Werte im Blut ihrer SitznachbarInnen ins Unermessliche ansteigen lassen.
and last but not least:
 
5. Death Metal Fans: Meist Germanisten, die sich keine Kopfhörer, sondern kleine Hochleistungs-Bass -Boxen in die Ohren stopfen und somit Suicide nicht nur für sie selbst, sondern auch für 15 weitere Menschen in ihrer unmittelbaren Sitzumgebung zu einer considerable option machen. und all das, dieser Welthass, nur wegen ein paar Anglizismen in der geliebten deutschen Sprache.
 

* BIB steht für Universitäts- und landesbibliothek Tirol.

17 Comments

  1. amüsant und lustig !

    Wer das ernsthaft liest, dem sei besser mal ne gute Kapsel "Humor" verordnet. Lachen ist bekanntlich die beste Medizin, den zwei Vorpostern verordne ich das jedenfalls dringend, nicht dass sie selbst noch als grimmiger Graukäse enden ^^

  2.  über den text kann man ja geteilter meinung sein, aber kritik wie "debiler käse" dequalifiziert  sich von selbst. gerade für humor gilt: was die einen zu lachstürmen reizt, finden andere nur peinlich oder überflüssig. wenns euch also nicht gefällt, macht es besser & macht es selbst.

  3.  es gibt da aber noch einige typen mehr.

    z.b. (polemisch formuliert)

    -die facebooker/youtuber/willhaben.at-ebayler an den computerplätzen das ganze internet von partyfotos bis gebrauchtwagen durchforsten
    -die älteren herren zeitungsleser, die den ganzen tag wie Jungendgangs Fussballplätze die FAZ "besetzen"

    -die jungen studentinnen, meist mit ABG-Kodex, die direkt nach dem gym mit ihrer besten freundin zu studieren begonnen haben und jetzt 50% der zeit mit ihr per hin- und hergeschobenem handgeschriebenem zettel "schwätzen" (oder: chatten?) oder jede für sich auf dem smartphone herumtippt.

    -die schläfer zzzZZZZzzzzzZZzzz

    -die, die für freunde mit einem a4-blatt und einem kuli einen platz besetzen und sich dann am strand über deutsche miturlauber aufregen, wenn diese die gleiche verhaltenspraxis mit handtuch und liegestuhl an den tag legen.
     

    -und die schlimmsten von allen: die nicht nur geistig, sondern auch physisch abwesenden, die stundenlang – manche stimmen sprechen gar von wochen – plätze mit irgendwelchen ausgebreiteten zetteln besetzen; manchmal sieht man sie kurz vor "ladenschluss", mit milchschaumresten der nachtmittäglichen cappuccinoorgie verklebten mundwinkeln ihr hab und gut wieder aufsammeln.

    etc. etc.

  4. …ich finds lustig. Und so einen Text als debilen Käse zu betiteln finde ich auch lustig. Nur dass ich bei Zweiterem nicht mit, sondern über den Autor lache 🙂

  5. jetzt schon sommerloch, liebe redaktion?  finde, dass solche witzig gemeinten texte (noch dazu ohne autorinnenangabe) eurem format eher schaden als nützen und interessierte leserInnen abschrecken.

  6.  meine güte so viele frust-postings, da fallen mir die Fraggles ein: Und hat’s dir nicht gefallen, dann bohr dir doch ein Loch ins Knie! Übrigens geniale Ergänzung, Tom!

  7. Lieber Typ 1 bis 5 als ein Mensch, der einfach nix besseres zu tun hat als au der Unibib einen Platz zu besetzen und seine "Lernzeit" dazu zu benutzen, über andere zu urteilen und das auch noch lustig zu finden. Klingt eher nach einem typischen Minderwertigkeitskomplex des Autors/der Autorin aber wenn so etwas auch noch publiziert wird, dann ist das fast schon Mobbing. Ab sofort sollten Mediziner&Co wohl zu Hause lernen…aber dann gäbe es für den Typ 6, den Unibib-Stalker, wohl nicht mehr viel zu sehen.

  8. das ganze ist natürlich keineswegs ernst gemeint, der beitrag sollte schlicht und einfach witzig sein. jedoch ist humor bekanntlich geschmackssache.  und ich sehe zwar absolut keinen grund mich für irgendetwas zu entschuldigen, doch trotzdem möchte ich klarstellen, dass es nie meine absicht war hier  jemanden zu beleidigen oder gar zu mobben. bestimmt nicht!

    das hier nun so kontrovers diskutiert wird, sagt mir sogar zu. erwartet hätte ich es mir nicht, aber es freut mich. also vielen dank für das postive feedback, wie auch für die frust-postings!

     

    lg, die autorin

  9.  das kann jeder sagen – wir werden dich finden, du hexe!!! und dann gnade dir gott, du bibliotheksstalkerin :-ß So und jetzt muss ich weiterlernen 

  10. laaaaaaaaaangweiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiilig!!!

     

    ….besonders, weil die "chicago-typewritter-stöckelschuhinnen" vergessen wurden!

  11. ich finds lustig! kann schon sein, dass dem einen oder der anderen vor dem computer das gesicht einschläft, aber das könnte nicht zuletzt auch was mit dem pseudo-intellektuellen hang zu existentialistischem ausdruck zu tun haben.

    mir gehen die leute schon sowas auf die nerven, die zum lachen in den keller gehen müssen, sich filme ausschließlich im leokino anschauen (metropol wäre ja zu banal), aperol-spritzer trinken, obwohl der eigene kühlschrank nur bier beheimatet oder sogar im eigenen bekanntenkreis ausschließlich auf hochkultur machen, damit eben auf hochkultur gemacht ist.

    • derartigen schrott auf dem niveau einer zweitklassigen schülerzeitschrift als unnötigen und (wenn man eben stereotypen und der vereinfachende einteilung der menschen in klassen: "ausländer", "proleten", "blondinen", "drogensüchtige" etc – nicht viel lustiges abgewinnen kann) eben auch unlustigen spam in diesem blog zu empfinden, hat nichts mit humorlosigkeit und von dir unterstellter arroganz von "pseudo-intellektuellen" zu tun.

      glaube nicht, dass es nur spassverderberei oder klugscheisserei ist, solche texte in diesem kontext einfach unnötig zu finden. 

       

  12. hm. über den inhalt einer nachricht entscheiden immer die empfänger_innen. mehr gibt es dazu jetzt wohl nicht mehr zu sagen/schreiben. mir persönlich tun vergleiche mit der unipress, bzw. mit dem was daraus geworden ist, weh. daran wird gearbeitet!

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