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Veranstaltungsreihe: Uranmunition – Atommüll als Waffe

Seit den Golfkriegen in den 1970er Jahren wird abgereichertes Uran als Überbleibsel der Atomwaffenproduktion von den USA und ihren Verbündeten als militärische Waffe genutzt. Der Vorteil von Uranmunition ist ihre hohe Dichte und die damit verbundene enorme Durchschlagkraft – sie gilt als panzerbrechend.

 

Für die Einwohner_innen beschossener Gebiete wie dem Irak oder Bosnien endet die tragische Geschichte mit der Uranmunition jedoch nicht mit dem Stopp des Beschusses: Aufgrund ihrer Radioaktivität sowie ihrer chemischen Giftigkeit hat die Verwendung von Uranmunition verheerende Auswirkungen für die Bewohner_innen der betroffenen Gebiete – Generationen übergreifend.

 

Der durch den Beschuss mit Uranmunition entstehende Feinstaub wird auch als Todesstaub bezeichnet. Wie Gas schwebt er in der Luft und kann jederzeit vom Menschen über Einatmung, Nahrung und die Haut aufgenommen werden. Auswirkungen sind die langfristige Schädigung von Körperzellen und deren genetischen Materials.

Mehr Information und tiefere Einblicke in die Thematik des Atommülls Uran geben Anti-Atomaktivist_innen der Arbeitsgemeinschaft für eine Atomkraftfreie Zukunft (afaz) im Rahmen des Friedensforums Innsbruck. In zwei Abenden werden sie das Thema mit Vorträgen und Filmbeiträgen angehen.

Der erste Veranstaltungsabend wird die Frage behandeln, was Uranmunition ist. Hier wird ein Einblick in die Auswirkungen der Verwendung von Uranmunition in den Golfkriegen und dem Balkankrieg (Irak, Serbien/Bosnien) gegeben. Während des zweiten Themenabends wird die Problematik des Todesstaubes vertieft und seine Bedeutung für die Stadt Fallujah im Irak thematisiert.

 

Das Friedensforum Innsbruck lädt alle Interessierten zum Informieren und Diskutieren ein!

13.02.2013 „Was ist Uranmunition? Blick auf Golfkriege und Balkankrieg“
20.02.2013 „Eine verlorene Generation – der Fall Fallujah“

 

Beginn ist jeweils um 20 Uhr im Kulturverein Evrensel (Schöpfstraße 9, Ibk, 1. Stock)

 

Text: Claudia Schütz

2 Comments

  1. wer einen angriffskrieg beginnt muss halt damit rechnen dass er noch jahre danach leiden muss. so iss krieg.

     

    außerdem find ich uranmuniton sehr spannend. immerhin ermöglicht das selbst kleinkaliberwaffen munition zu verschießen die hoch panzerbrechend ist. und den atommüll wird man auch los.

     

    win-win für alle 

    • Wer einen Angriffskrieg führt, kämpft selten im eigenen Land, lässt also andere leiden. Mal abgesehen, davon, daß selbst die erkrankten Soldaten wohl kaum als schuldige Verursacher gesehen werden können.

      Der Wahnsinn in einem städtischen Kampfgebiet, in dem man kaum schwergepanzerte Ziele erwartet mit panzerbrechenden Waffensystemen zu operieren, die für zivile Bevölkerung und Combatanten gesundheitlich unzumutbar sind, ist wohl an Sinnlosigkeit nur schwer zu überbieten. Es handelt sich dabei weniger um „kleinkalibrige“ Waffen sondern vor Allem um schwereres Gerät, da die Wucht des Aufpralls einen Teil des radioaktiven Materials verdampfen lässt und als Aerosol gleichmäßig überall verteilt.

      Es gibt bei panzerbrechender Munition teurere Alternativen (Wolframcarbidlegierung, auch im Verdacht karzinogen zu wirken). Ironischerweise werden sie von den USA aber nur bei der schiffsgestützten Flugabwehrkanone Phalanx eingesetzt, gegen leicht gepanzerte Ziele, also in einem Bereich, wo Uranmunition noch den geringsten biogenen Schaden anrichten würde, während Panzer, Truppentransporter und Gunships scheinbar ohne Rücksicht auf Einsatzgebiet und Kollateralschäden mit Uranmunition betrieben werden.

      Das traurigste daran ist, daß wir, Unsinnigkeit dieses Kriegs an sich mal außen vor gelassen, hier nicht über eine technische Notwendigkeit, sondern über eine administrative/policy Nachlässigkeit sprechen, die zu vermeiden nur ein wenig guten Willen erfordert hätte (im Falle von Falludja). In der militärisch politischen Logik, die unseren Militärstrategien zugrunde liegt, sind Opfer auf deren Seite aber nicht weiter schlimm und langfristige Folgeschäden auf unserer Seite auch öffentlichkeitswirksam verschmerzbar, da wir eine rellativ kurze mediale Aufmerksamkeitsspanne haben. Und mich nennt man zynisch…

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