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Sommer_Zeit: Hör doch endlich auf zu schneien!

In manchen Innsbrucker Lokalen schneit es mehr als auf den heißgeliebten Bergen.

Die Sonne scheint auf die blanke Haut, die Grillsaison ist eröffnet und das erste Bier wurde eh schon längst getrunken. Der Serotoninspiegel ist endlich wieder erhöht und die Laune dementsprechend euphorisch. Wirft man jedoch einen Blick in die Innsbrucker Nachtszene, so ist da nichts von Sonne und gut gelaunten Menschen zu spüren. Ganz im Gegenteil, da liegt sogar überall noch Schnee. Woher kommt denn der jetzt wieder?
In gewissen Innsbrucker Lokalen stellt es keine Ausnahme, sondern eher die Norm dar, Weed zu riechen, Menschen dabei zu beobachten, in Grüppchen im Klo zu verschwinden und vor allem, K.O. Tropfen anderen ins Getränk zu kippen.
Nicht nur Jungs, sondern vor allem Mädels scheinen sich diesem „Trend“ hinzugeben und auch noch ziemlich stolz darauf zu sein. Klar, vielleicht hat der Eine oder die Andere dadurch mehr Energie zum Tanzen, kann besser auf andere Leute zu gehen oder macht sich einen Spaß daraus andere unwissentlich in einen betäubten und willenlosen Zustand zu bringen; aber sollte man sich nicht die Frage stellen: Habe ich das wirklich nötig?
Dieser Text soll sicherlich kein Plädoyer dafür werden, keine Drogen zu konsumieren. Dazu ist so ein Schreiben nicht in der Lage und wir wissen alle, dass es die Leute trotzdem nehmen. Jeder sollte auf sich selbst achten und Herr des eigenen Lebens sein, für sich entscheiden, was richtig und was falsch ist. [An dieser Stelle auch gesagt, dass die Diskussion über „richtig“ und „falsch“ immer eine ethische und moralische Einstellung ist und nicht verallgemeinert werden kann. Erst recht nicht in unserer Gesellschaft, wo Individualität im Vordergrund steht und Werte irgendwo ganz tief ins Klo gespült wurden.]
Doch kommen mir, wenn ich in gewissen Lokalen meine nächtliche Wochenendrunde drehe, Gedanken in den Sinn, wie: Gibt es denn noch „normale“ Menschen, die mit ihren Freunden Spaß haben wollen, tanzen, lachen, die Welt vergessen und das OHNE irgendwelche Aufputschmittel? Ich will ja wirklich nicht belehrend werden. Und wir wissen alle, einschließlich mir, dass unsere legale Droge, Alkohol, sehr gut dazu dient den ganzen Alltagstrott hinter sich zu lassen. Es gibt aber Nächte, und ich glaub so geht es nicht nur mir, da geht man auch aus um neue Menschen zu treffen und sich mit denen „nett“ zu unterhalten- auch wenn nur oberflächlich. Oder vielleicht um auch mal tiefer zu gehen? Klammer auf Nein, die Rede ist nicht von Körperflüssigkeiten austauschen Klammer zu. Aber wie soll man mit jemanden reden der gerade so einen Energieschub hat, dass er nicht mehr klar denken kann und nur so vor sich hin zappelt, oder mit jemanden, der nicht mehr gerade stehen kann und in einer Welt hinterm Wald, vermutlich bei den sieben Zwergen, grad ums Feuer herumtanzt. Wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß.
Ich kann mir schon denken, jetzt kommen wieder Kommentare alla: Wenn du dich unterhalten willst, dann brauchst du nicht auszugehen, denn dort gelten andere Prioritäten. Auch könnte sich so mancher die Frage stellen, warum man sich dann in solchen Lokalitäten aufhält. Das Angebot in Innsbruck ist nun mal nicht das weit gefächertste und wenn man auf einen gewissen Musikstil steht, bleibt einem nicht viel anderes übrig als dorthin zu gehen oder sich daheim einzusperren (oder in Lokale gehen wo einem die Musik so gar nicht gefällt oder, oder oder,….).
Auf was ich aber eigentlich schon die ganze Zeit hinaus will: natürlich ist es jedem selbst überlassen was er mit sich und seinem Körper anstellt, aber es ist anscheinend wirklich Gang und Gebe geworden K.O. Tropfen anderen Menschen ins Getränk zu werfen. Da bleibt mir doch glatt das Ecstasy im Hals stecken. Wenn man schon davon überzeugt ist, sich mit Drogen vollzupumpen, dann macht das doch weiter, aber nehmt diese Entscheidung nicht anderen Leuten ab. Versucht nicht „Gott“ zu spielen und der Welt zu zeigen, dass ihr sie fickt und nicht sie euch. Irgendwann schlägt das Karma zurück, und das kennt keine Magenauspump- Vorrichtung. Und übrigens: eure Probleme werden auch nicht weniger, erst recht nicht, wenn die Sonne den ganzen Schnee weggeschmolzen hat.
Text: Cornelia Pichler
Foto: Manni Schneiderbauer

3 Comments

  1. An die Gehörnte. Was gehtn bei dir? Du kannst ja gut, gerne und zu Recht (die Verwendung von) K.O. Tropfen dissen, aber lass doch die Marihuanaliebhaber in Ruhe paffen! Falls das ein allgemeiner Appell gegen die synonyme Verwendung von Feiern und Vollrausch sein sollte, ist das gänzlich misslungen. peace.

    Ein kurzer Anspieltipp:
    http://www.youtube.com/watch?v=TZ6RqlAZQ5s

    • der text soll doch nicht gegen ausgehen und feiern sein, das mach ich ja auch gern und das kann man glaub ich auch zwischen den zeilen lesen. gerade weil ich gern unter menschen bin, stört es mich, dass teilweise nur noch zugedröhnte menschen rum laufen. das vermittelt mir halt keine gute stimmung, sondern eher unverständnis. dass man mal was ausprobiert gehört wahrscheinlich zum leben dazu, aber ich bin gegen regelmäßigen drogenkonsum.

      wenn man schon meint, dann kann man sich das zeug ja daheim reinziehen. ich finds krass, dass das so "offen" in manchen lokalen zelebriert wird, als ob es das normalste auf der welt wäre. was es mittlerweile anscheinend ja auch ist. früher wurde man rausgeschmissen, wenn man was in einem lokal genommen hat und jetzt? wo soll denn das hinführen? ich steh zu diesem thema sehr kritisch! aber gut, unsere gesellschaft ist eh schon am ende und das ist wohl der ausdruck dafür. und ehrlich gesagt tun mir die leute leid, die sich mit drogen voll pumpen!

      im text ging es mir aber eigentlich hauptsächlich drum, dass man nicht andere dazu bringen soll drogen zu nehmen, und erst recht nicht, wenn man nichts davon weiss (K.O. Tropfen).

      aber du scheinst wohl ein marihuana-liebhaber zu sein, oder warum stört dich mein text? 🙂 

  2. diese tatsachenfeststellung beschränkt sich leider sicher nicht nur auf innsbruck.

    ich bin der meinung, dass keine droge einem menschen etwas geben kann was nicht bereits in ihm angelegt ist. es gibt ein menschliches bedürfnis nach rauscherfahrung. das verhältnis von rausch und realität sollte aber nicht verloren gehen. nach dem rausch muss die realität wieder kommen u.a. um den rausch auch genießen zu können.

    in diesem sinne: nicht zu viele drogen an diesem wochenende konsumieren um dann am wahltag nicht das falsche kreuzchen zu setzen 😉

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