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Showdown bei den Grünen

Die Tiroler Grünen entscheiden morgen, wer sie als Spitzenkandidat/in in die nächste Landtagswahl führt. Mit Ingrid Felipe, Gebi Mair und Christine Baur tritt ein ungleiches Trio das Match um die Macht an.

 

Natürlich darf kein/e Grüne/r das zugeben: „Führung“ und „Macht“ sind Begriffe, die im Wortschatz der BessermenschInnen nicht vorkommen dürfen. Nach außen haben sich alle total lieb, schätzen sich menschlich und können miteinander. Nachdem Georg Willi die Partei unglaubliche 18 Jahre als Klubobmann eher moderiert als wirklich geprägt hat – der Grund für sein langes politisches Leben – rittern jetzt drei recht unterschiedliche Persönlichkeiten um sein Erbe.

 

Ingrid Felipe ist eine begnadete Netzwerkerin und kann mit den unterschiedlichen Flügeln, Federn und Einen-Vogelhabenden in der Partei hervorragend. Sie ist sympathisch, eine waschechte Grüne und steht parteipolitisch ziemlich exakt in der Mitte zwischen den Bio-Bobos und der ReligionslehrerInnenfraktion, die gerade einen Antrag für einen Sitzkreis ausarbeitet.


Gebi Mair braucht man niemandem vorzustellen: Der Shootingstar ist bundesweit bekannt – wohl spätestens seit ihn der inzwischen aus der FPÖ ausgeschlossene Werner Königshofer als „Landtagsschwuchtel“ tituliert hat. Er sieht immer aus, er wäre er gerade vom Surfbrett gestiegen und beweist sein Image als Revoluzzer und Aufdecker. Die Grünen wissen zwar genau, was sie an „ihrem Gebi“ haben – für die bürgerlichen Tiroler Grünen dürfte er aber ein bisschen zu links sein.

 

Christine Baur könnte die Mama von Ingrid und Gebi sein: Eine Intellektuelle, die sich bienenfleißig in jede Materie einarbeitet. Baur ist eine Feministin wie aus dem Alice-Schwarzer-Gedächtnisband und wird parteiintern vor allem für ihre Sachkenntnis geschätzt. Als Mediatorin wäre sie die logische Nachfolgerin des „Moderators“ Georg Willi – ob sie als Spitzenkandidatin eine Idealbesetzung darstellt, ist allerdings fraglich.

 

Das Rennen ist völlig offen und gilt als wegweisend für die Landtagswahl. Möglich wäre ein grünes Spitzenduo Felipe/Mair unter der Parteipatronanz Baurs – die Jungen hauen sich in die Wahlkampfschlacht und sie gibt im Landtag den Ton an. Bis morgen wird jedenfalls eifrig an Netzwerken gestrickt und um gendergerechte Sitzkreisverteilungsmandate gefeilscht.

 

Einen Einblick in die Grüne Parteitagsregie gibt unser kleiner, grüner Koschuh.

 

 

 

 

Andreas Wiesinger

7 Comments

  1. na okay, die Welt dreht sich weiter: Ich habe gerade erfahren, dass Gebi Mair sich nun doch nur um den zweiten Listenplatz bewirbt und die beiden Damen sich um den Spitzenplatz matchen werden. Das erhöht die Chancen für ein junges Duo: Ingrid als Spitzkandidatin, Gebi als Klubobmann darf die ÖVP weiter ärgern …

  2. Schade um Gebi und eher schockierend, wie die Grünen sich selbst schaden. Wenn sich Frau Felipe jetzt schon für eine Koaltion mit den Schwarzen ausspricht, ist schon offensichtlich wie machtgeil sie drauf sind. Dieses Video zeigt wie nichtssagend und selbstverliebt die Tiroler Grünen geworden sind: http://www.youtube.com/watch – null Inhalte und bombastisches Inszenierung.

    • …naja, auch wenn ich die Grünen nicht so mag, geht es ja in diesem Video auch nicht um Inhalte, sondern darum, wie sie ihren Saal aufbauen… bombastisch? Das seh ich bei Gott nicht aus ´raus…

  3.  Mit bombastisch ist auch eher die musikalische Untermalung gemeint … und der lächerliche Selbstapplaus gleich zu Beginn des Videos.

  4. Die Grünen werden einfach nicht gscheider, und sie sind gespaltener denn je..

    Das geht zumindest für mich aus den aktuellen Ergebnissen hervor. Wie schon oben angeführt ist das Grüne Abstimmungsergebnis nämlich alles andere als publikumswirksam. Christine Bauer hat ausgedient, es braucht ein dynamisches Duo; und damit meine ich nicht immer nur zwei "starke" Frauen, denn von denen habe auch ich langsam die Nase voll. 

    Gebi Mair und Ingrid Felipe an der Spitze zu sehen hätte Tirol um einiges bereichtert. Doch langsam wird es unheimlich. Werden starke Männer bei den Grünen etwa diskrimiert?

  5. Wenn ich an eine grün-schwarze, also bürgerlich-konservativ bürgerliche Koalition denke, kommt mir das Grausen. Schade, dass es der Gebi nicht geschafft hat!

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