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JE SUIS CHARLIE. Solidaritätsaktion in Innsbruck

Das feige Attentat auf die Redaktion des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo hat viele von uns fassungslos gemacht. Viele werden sich gefragt haben, wie man als EinzelneR darauf reagieren soll und kann. Die Neue demokratische Jugend hat für heute Freitag, 18 Uhr, zu einer Solidaritätskundgebung an der Innsbrucker Annasäule gerufen. Ich bin gerne dort. Denn ich will – auch als selbst Schreibender – für die in mir sitzende Wut und Trauer ein Zeichen der Solidarität mit den spitzen Federn das französischen Satiremagazins setzen.

Auch wenn es keinen einzigen von offensichtlich radikalisierten Glaubensfanatikern Getöteten wieder lebendig macht: in aller Stille will ich mich solidarisieren. Denn ich weiß: Satire soll mit Satire oder Ignoranz begegnet werden – niemals, nein niemals mit Gewalt.
Ich bitte um euer Kommen und eure Mithilfe beim sehr kurzfristigen Mobilisieren:

Je suis Charlie – Solidaritätskundgebung
Heute Freitag, 18 Uhr, Annasäule.

Je-suis-Charlie

Markus Koschuh

10 Comments

  1. mein beileid, gebet und mitgefühl ja. meine solidarität nein. es stimmt einen doch fragend, hört man in den tenor dieser ganzen solidaritätbekundungen. da wird von westlichen werten geschriehen, von der allmacht der satire, von meinungsfreiheit ja vom angriff auf die aufklärung. alles schön und gut denk ich mir, nur hat man im eifer der sündenbockpolemik auf die süßeste frucht dieser aufklärung vergessen. die würde des gegenübers. sie vollzieht sich in der achtung vor dem anderen. uneingeschränkt. das hat schon kant erkannt. ähnlich wie die pornographie verbleibt aber gerade die satire von charlie hebdo als eine kunstform, die diesem prinzip spottet. die ungestüme art und weise das recht auf freie rede gegen das vernunft-, verantwortungs- und taktgefühl auszuspielen trägt eins zum anderen. mit den ebenso ungestühmen teils medialen teils öffentlichen solidaritäsbekundungen verfährt man sich (frei nach schulz von thun) nur weiter in einer dialektik des circulus vitiosus. als ob man es hier im okzident nicht besser wüsste……

    ein christ

    • Also ich finde sehrwohl Pornographie, als auch das sich Lustigmachen über Religionen super! Demnach kann ich Ihre Kritik nicht nachvollziehen

  2. Gib doch zu, Koschuh, dass das „sehr kurzfristige Mobilsieren “ mit voller Absicht gschehen ist, damit am Ende nur die Besten der Guten ein Gesichtsbad vor der Anansäule geben können.
    Du bist ein Schnösel & Pharisäer geworden, seitdem Du mit deinem „Kleinen Kabarett“ kleinliche Erfolge in der treibhausProvinz feierst.
    Hat es Törtchen gegeben?

  3. starker Tobak, den der Maximilian da liefert 😉 nun kann ich aber nicht leugnen, dass ich durchaus ein wenig geneigt bin, ihm zuzustimmen. zuweilen kann einem die unaufhörliche Selbstdarstellung des koschuh gehörig auf den sack gehen. nun gut, die Aufmerksamkeit sei ihm gegönnt, denn die Sache, für die er sich inszeniert, ist ja zumeist ein gute. bloß diese charlie.solidaritätsbekundungen sind in meinen Augen entweder Heuchelei, oder Ignoranz gegenüber dem weltgeschehen. der terror sei verflucht und verurteilt, keine frage! er darf nicht relativiert werden und auch ist es unwürdig aus opfern Zahlenspiele zu machen. bloß frag ich mich, warum sich die Reaktionen so sehr nach Staaten, in welchen terror verübt wird, unterscheidet. warum erscheint uns der terror erschütternder, wenn er in Frankreich stattfindet? in Afrika, im mittleren Osten, in Pakistan und Afghanistan wird ausgiebig terrorisiert, auch mit französischen Waffen. warum stellt ihr euch daraufhin nicht jedes mal an die annasäule?

  4. Ich weiß nicht, wie oft ihr euch für andere eingesetzt habt oder was euch zu solchen frustrierten und verächtlichen Kommentare veranlasst. Wer Menschen, die sich für ihre Mitmenschen und friedlichen Dialog einsetzen, ernsthaft Selbstdarstellung und Heuchelei vorwirft, ist mir ehrlich gesagt kein Argument wert – auch Beschimpfungen sind fehl am Platz und würden nur euren kleinlichen Hass und fehlenden Selbstwert bestätigen.

    Ich könnte viel von Markus und seinem Engagement für Ausgegrenzte erzählen – fernab von Charity und Selbstbeweihräucherung, sondern einfach als Ergebnis seines menschlichen und solidarischen Handelns. Er ist kein „Gutmensch“ – eine rechte Beschimpfung, die alle blonßstellen soll, die sich für andere einsetzen – sondern ein Guter, der sich für andere starkmacht, ohne viel davon zu erzählen. Wahrscheinlich werdet ihr ihm seinen Charakter und seine Herzlichkeit auch noch missgönnen, darum kein weiteres Wort davon.

    Ferner wäre es leicht, eure bösartigen Kommentare einfach zu löschen – aber ich finde eure Missgunst und eure traurige Selbstgerechtigkeit richten sich ohnehin nur selbst. Sitzt nur weiter in weichen Kissen und richtet über die, die es sich nicht so leicht machen. Ihr seid mir keine negative Emotion wert, nur so viel: Man kann auch an der eigenen Kälte erfrieren – zieht euch also besser warm an.

    • Etwas wehleidig, Andreas.
      Die Kritik von Maximilian scheint i.Ü.nicht ganz falsch gewesen zu sein: schließlich organisiert Koschuh gemeinsam mit dem Grünen Onay eine zweite „Gedenkkundgebung für Alle“, heute Sonntag um 18 Uhr vor dem Goldenen Dachl mit van Staa und anderen Promis.
      Ich persönlich empfinde eure Haltung zu dieser Tragödie als anmaßend und heuchlerisch!

      • wer stellt sich nicht selbst gerne dar??
        irgendwie jeder von uns. diese kritik müsste auch dann für „kapazunder“ wie elisabeth orth und andere „doyens“ des
        wiener burgtheaters gelten, die am vergangenen sonntag in wien aufgetreten sind.

  5. Ich finde solche Kommentare eben scheinheilig – anonym über jemanden herzuziehen, der sich für vieles einsetzt, ohne damit Ego-PR zu betreiben.

    Die Gedenkkundgebung steht allen offen und es geht eben darum, das Gedenken nicht politisch zu instrumentalisieren: Was würdest du denn vorschlagen – alle Politiker(innen) von der Kundgebung ausschließen? Als Privatpersonen können sie wie alle Anderen teilnehmen – politische Vereinnahmung ist sicher fehl am Platz. Anmaßend und heuchlerisch finde ich es, wenn man jedes Engagement von vornherein schlechtmacht.

  6. Es wird einem ja ein gewisses Misstrauen gegenüber Politikern angelernt, aber die Veranstalter und Besucher solcher Veranstaltungen erfüllen, denke ich, doch einen wichtigen Zweck.

    Indem friedlich demonstriert wird, wird meiner Meinung nach folgender Wille ausgedrückt:

    * Die Presse soll ohne Angst ihre Arbeit machen können und sich nicht zensieren lassen, egal von wem.
    * Menschen die ihre Lebenseinstellung friedlich ausleben wollen, sind willkommen das zu tun, und müssen sich nicht fürchten.

    > Rachid: bloß frag ich mich, warum sich die Reaktionen so sehr nach Staaten, in welchen terror verübt wird, unterscheidet. warum erscheint uns der terror erschütternder, wenn er in Frankreich stattfindet? in Afrika, im mittleren Osten, in Pakistan und Afghanistan wird ausgiebig terrorisiert, auch mit französischen Waffen.

    Dazu denke ich, dass der Mensch als Individuum gar nicht an dem Leid ferner Menschen teil haben kann (sollte?). Deshalb müssen Institutionen (UNO?) dafür sorgen, dass solches Leid verhindert wird. Leider funktioniert das ja nicht besonders gut…

    Wir werden sowieso ständig durch die Medien von schrecklichen Katastrophen weltweit eingedeckt, da wundert es einen kaum, dass man umgekehrt lokal am Leid eines anderen nicht mehr Teil nimmt.

    Und weil hier die Verbindung über die Presse einerseits und lokal lebende Moslems andererseits besteht, glaube ich, dass es deshalb bei diesem Thema leichter zu Betroffenheit kommt.

    Aber das sind jetzt nur meine Überlegungen.

    Im Großen und Ganzen glaube ich, dass es mit der Menschheit stark aufwärts geht. Da hat es vor nichtmal 100 Jahren in vielen Themen viel schlimmer ausgesehen. Soviel dazu, um das alles ein wenig zu relativieren.

    > Hans: die würde des gegenübers.

    man kanns auch übertreiben. Wir sind alle nur sprechende Affen. Wie sich manche Personen (hauptsächlich Politiker) aufspielen, ist zum lachen und weinen zugleich.

    > Hans: ein christ

    ein Informatiker

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