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Für 100 000 TirolerInnen ist die Wahl schon verloren!

Es sei denn….

Es ist ja alles interessant: symbolische Ballbesuche, Wer mit wem, Schätzspiele hinsichtlich des Wahlausgangs, der Prozente, parteiinterne Streitereien, Kommentare von Außenstehenden und sarkastische Bemerkungen von Intellektuellen.
Alles interessant unter dem Motto „Hast Du schon gewußt…“? Oder „Na, so was“.

 

Was noch nicht berichtet wurde und bisher auch der Aufmerksamkeit sonst kritischer Intellektueller entgangen ist: die Wahl ist für 100. 000 TirolerInnen, die unter oder an der Armutsgrenze leben müssen, bereits verloren. Sie spielen bei den Wahlaussagen bisher höchstens eine „allgemeine Rolle“. Die Mindesteinkommen sollen erhöht,die Mieten wieder erschwinglich und die unvermeidlichen Energiekosten an die der Großkunden angepaßt werden. Alle Beispiele gutgemeint, aber ein sehr allgemein gehaltenes Mehrjahresprogramm.

 

Es fehlt, was ohne weiteres möglich wäre: konkrete Zusagen für konkrete Anträge schon bei der 1. Arbeitssitzung des neuen Landtages. Die auch Auswirkungen auf das nächste Budget hätten und für die Betroffenen eine unmittelbare Hilfe wären.

Ich möchte aus den Erfahrungen des Unterstützungsfonds der AK – Tirol nur drei, ganz dringende „Punkte“ dafür nennen:

 

1. Verdoppelung der Schulstarthilfe/Schulförderungen:
Wie soll denn die Alleinerzieherin (Frisörin) hunderte € für einen England –
aufenthalt, 150 € für einen Skikurs, weit über 1000 € für einen Laptop mit Spezialprogramm aufbringen? Ist doch kein Wunder, daß unser hochgepriesener
„Bildungsstandort“ mit angezogenen Bremsen fährt – etwa 15 Prozent der „Zukunftsgeneration“ ist in zu armen Verhältnissen, um voll am Bildungsangebot teilnehmen zu können!

 

2. MindestpensionistInnen, Mindesteinkommen:

Was die am meisten brauchen würden: überall ab Wohnungsbezug die Mietzinsbeihilfe! Eine bereits uralte Diskussion – geschehen ist da noch garnichts! Zweckwidmung der Wohnbauförder –
ung – gut, aber diesen Menschen nützt die unmittelbar garnichts!

 

3. Nochmal MindestpensionistInnen:

Alle wissen, wie knapp ihre finanziellen Verhältnisse sind. Und wie schwer sie sich tun, dem Enkel zum Geburtstag 20,30 € zu schenken – Familienland Tirol! Was aber das Ärgste ist: mit den sicher kommenden Betriebskostennachforderungen kommt die Angst! 300, 400 € – woher nehmen? Und nach der Angst kommt „das Betteln“ bei den verschiedenen Hilfs –
einrichtungen. Im selbstbewußten Land Tirol!

Gebt doch jeder und jedem aus dieser „Gruppe“ auch 400 € im Jahr als Hilfe für die besonders teure Lebenshaltung in Tirol. So wie bei der Sonderaktion für die
TILAK – und LandesmitarbeiterInnen. Beschließt auch das am Anfang der Legislaturperiode!

 

Und was das alles kostet?
Es ist sehr viel möglich – wenn man nur will und auch Einfälle hat. Daran wird es den neuen Abgeordneten hoffentlich nicht fehlen! Und die verbleibenden „alten“ wissen genau, wie es geht und stehen sicher gerne mit Ideen zur Verfügung.
Den Neuen ist sehr zu empfehlen, sich rechtzeitig und intensiv mit dem jeweiligen Budget zu befassen.

Was könnten diese drei „Beschlüsse der ersten Stunde“ kosten?
Ich habe einige fachlich qualifizierte Informationen dazu erhalten.

 

1. Verdoppelung der Schulstarthilfe: derzeit 3.350.000, neu: 6.700.000.-

2. Mietzinsbeihilfen in allen Gemeinden: Land derzeit: 20.500.000.- Das Land
müßte sicher für einige Zeit bei säumigen Gemeinden im Interesse der Mieter-
Innen in Vorlage treten und auch die Wohnqualität prüfen. Nehmen wir also
vorläufig eine Verdoppelung an! € 41.000.000.-
3.MindestpensionistInnen – Tirolzulage aufgrund der höchsten Kosten:
Mit 9.040.000.- könnten die (22600) MindestpensionistInnen von den schon
beschriebenen existentiellen Ängsten befreit werden.

 

Nach jahrzehntelanger Arbeit „in der Politik“ kann ich nur sagen: Das ist drin!
Man muß es aber rechtzeitig wollen und fordern.

Dieses Wollen und Fordern ist derzeit weder im Wahlkampf der Parteien noch bei jenen festzustellen, die eigentlich eine kritische Einstellung zur Politik haben müßten! Ein soziales Versagen der „Intellektuellen“!

 

Denken wir – noch rechtzeitig – darüber nach!

Euer Lothar Müller

Lothar Müller

8 Comments

  1. Für mich selbst habe ich schon lange vor der Wahl beschlossen, nur diejenigen zu wählen, die die wenigsten Wahlplakate aufstellen. Fällt mir jetzt nur die Liste „Fritz“ auf. Am Peinlichsten finde ich das Konterfei von dem Herrn Recheis, der mit der „Neue Landeshauptmann“ tituliert wird. Sag mal, lernen die Politiker nie dazu, das hat man ja bei Herrn Platzgummer mitbekommen, der ja lange vor der Wahl als der „Neue Bürgermeister“ herumstand und dann doch nicht gewählt wurde. Am Allererträumlichsten fände ich Plakate (einige wenige) auf denen zu lesen wäre, dass auf die Werbekosten verzichtet wird und man das Geld an eine Radfahrspur auf der Maria Theresien-Strasse verwenden würde. Ja holla, bin selbst von meinem Gedankensprung überrascht.

  2. Ich kann dem Autor eigentlich nur zustimmen. Einer der größten Skandale ist, dass in einem der reichsten Staaten der Erde die Armut immer mehr zunimmt – vor allem betroffen Kindern und Menschen, die ihr Leben lang GEARBEITET haben.

     

    Liebe PolitikerInnen: SCHENKT euch eure feschen Plakate, Luftballone und sonstigen Scheißdreck- und gebt das Geld den Benachteiligten, Entrechteten und An-den-Rand-Gedrängten zurück. Erstens gebührt es ihnen viel eher als euch – und zweitens könnt ihr damit einen Rest an Würde und Anstand behaupten … Okay, I’m a dreamer – aber wir werden (und wollen) MEHR!

     

    P.S. Von "Intellektuellen" (von der Bezeichnung und allen, die sich selbst nennen) halte ich nix. Ob jemand was im Hirn hat, wird von keinem Diplom, Abschluss oder Titel der Welt "bescheinigt".

     

     

    • Mir fällt dazu ein, dass schon letztes Jahr in der Zeitung der AK stand, dass der Bedarf die Härtefonds der AK in Bezug auf Kostenübernahme von Nachzahlungen für Strom- und Heizkosten massiv angestiegen ist, das wird dieses Jahr nicht anders sein, ich kann nur hoffen, dass die Energiepreise nicht noch teurer werden , obwohl ja von der TIWAG schon angekündigt wurde, dass die Strompreise wieder steigen werden. Hoffentlich werden weiterhin Wohnhäuser durch Förderungen in Bezug auf Dämmung etc. so gut in Schuss gebracht, dass die Kosten sinken, habe selbst eine Sanierungsmassnahme durchgeführt und 30% weniger Heizkosten. Aber eine Familie, die in einem Einfamilienhaus wohnt, kann sich nicht ohne Weiteres solche Maßnahmen leisten, denn Fenstertausch, Solaranlage, Dämmung etc. sind teuer – mit mind. 30 000 Euro ohne Förderung muss da gerechnet werden – die Förderungen sind sooo wichtig, hoffentlich gibt es da weiterhin viel Angebot – langfristig lohnt sich das, aber das Geld muss auch irgenwo herkommen und wenn es nicht da ist wird halt nicht saniert, aber die Energielosten steigen und steigen……  

      Gerade Familien mit geringem Einkommen und mehreren Kindern sind auf die Schulstarthilfe angewiesen, wenn man bedenkt dass so manche hoch qualitative Schultasche, die auch mehr als 1 Schuljahr überleben soll, bereits zwischen 200 und 300 Euro kostet und man noch die Kosten für Hefte und Stifte dazurechnet, wenn jemand 3 schulpflichtige Kindern hat im Alter von 6,8 und 11, kann man sich ausrechnen, dass man zu Schulanfang ein paar Hundert Euro, wenn nicht sogar mehr locker machen soll, das ist kein Klacks………

      danke für den Beitrag und ich bin auch für wenige Wahlplakate, vielleicht könnte man das ja mal regeln, dass jede Partei nur eine bestimmte Anzahl an Plakten aufhängen darf (egal welches Budget sie hat) man muss ja nicht ganz Tirol damit zukleistern, es ist einfach zuviel! Ich kann sie aufgrund der Menge jetzt schon nicht mehr sehen und bin froh, wenn sie wieder weg sind…. und der Müllberg, der dadurch verursacht wird und die Entsorgung – was das wieder kostet, dieses Geld könnte man wirklich sinnvoller investieren…….

       

  3. Für mich selbst habe ich schon lange vor der Wahl beschlossen, nur diejenigen zu wählen, die die wenigsten Wahlplakate aufstellen. Fällt mir jetzt nur die Liste „Fritz“ auf. Am Peinlichsten finde ich das Konterfei von dem Herrn Recheis, der mit der „Neue Landeshauptmann“ tituliert wird. Sag mal, lernen die Politiker nie dazu, das hat man ja bei Herrn Platzgummer mitbekommen, der ja lange vor der Wahl als der „Neue Bürgermeister“ herumstand und dann doch nicht gewählt wurde. Am Allererträumlichsten fände ich Plakate (einige wenige) auf denen zu lesen wäre, dass auf die Werbekosten verzichtet wird und man das Geld an eine Radfahrspur auf der Maria Theresien-Strasse verwenden würde. Ja holla, bin selbst von meinem Gedankensprung überrascht.

  4. Wenn eine Bank ein bisschen kriselt, machen sie sofort Milliarden locker. Die Parlamente dürfen das dann durchwinken und viele der Parteipappkameraden wissen wohl kaum, wofür sie ihr Händchen heben. Zahlen dürfen wir alle, vor allem auch in Form von steigenden Kosten für das Dach überm Kopf, Strom und Nahrung.

     

    In Europa stehen Millionen junger, gut ausgebildeter Menschen vor dem NICHTS, die Alten werden ausgesackelt (allein in Griechenland wurden viele Pensionen einfach halbiert), es wird gespalten, dragsaliert und gekürzt bis zum Niederkrachen. Die Politik ist nur die Ver(ge)walt(ig)ung) und dahinter steht das eine Prozent das mehr hat als 70% der Bevölkerung und gibt den Ton an.

     

    Es geht nicht um Almosen oder Goodwill, sondern einfach um das Recht zu leben wie ein menschliches Wesen!

  5. Bin ganz – und positivst – überrascht, wer alles aufgrund der provinnsveröffentlichung antwortet! Jedenfalls Gratulation!

     

    Wär ich noch in der Politik – diese MeinungsbildnerInnen möchte ich nicht verlieren. Es gibt auch schon zwei „politische Stellungnahmen“: AK – Tirol – na klar, wer so einen Unterstützungsfonds  gründet und finanziert, der denkt dabei weiter. Weiß, daß es mit einmaligen Hilfen nicht getan ist. Ich danke Erwin Zangerl und allen Mitgliedern der Vergabekommission! bisher weitere Erklärung: von „Vorwärts Tirol“. Noch immer ist mir zwar unklar, was eigentlich „bürgerlich“bedeutet – aber wenn es mit „sozial“ in Verbindung gebracht wird – Danke!

     

    Lothar Müller     

  6. Gestern hab ich ganz bewußt, sonst blende ich die Reklame im Fernsehen immer aus,darauf geachtet für was da eigentlich geworben wird. Bei einem Marienkäferl, das ja eines meiner Lieblingstiere ist, bin ich hängen geblieben. Eindeutig eine Werbung mit einem hübschen, kleinen Mädchen das für „Kinder in Not“ Spenden einfordert. Meine Frage, da ja Österreich in aller Plitikermunde als eines der reichsten Staaten der Welt gilt, haben wir tatsächlich soviele Kinder in Not? Wenn ich mich umschaue,schon. Aber warum? Kinder in Not? Und schon wieder bin ich bei der Wahlplakatenüberschwemmung. Ich nehme zu dem Radfahrweg in der Maria Theresien-Strasse noch die Kinder hinzu, fordere eine sofortige Abschaffung der sinnlosen Wahlwerbung und will, daß das Geld dorthinfließt. Hab ich denn gar kein Mitspracherecht???

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