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Die Tage der Gärtner

Menschen in der Stadt und am Land spüren eine neue Lust auf die Natur. Manche holen sich den Garten in die Wohnung. Andere nutzen ihn, um sich mit Obst und Gemüse selbst zu versorgen. Die Motivation der Gärtner ist so unterschiedlich wie die Projekte in denen sie werken. Der Verein Gartenpolylog bietet jetzt eine Möglichkeit sich zu vernetzen.

 

Sie tauschen Samen, wühlen in der Erde und verkochen Zucchini zu Chutney. Die Tiroler entdecken die Lust auf das Garteln, wer keinen eigenen Garten besitzt holt sich das Grün auf die Fensterbank oder schreibt sich in eine der Wartelisten für Schrebergärten und Selbsterntegärten ein, die immer länger werden.

 

Es ist salonfähig geworden von Komposthaufen und Regenwürmern zu sprechen – wer mit anderen Menschen gartelt lässt sich auch auf ein soziales Experiment ein. „Wir wissen nicht wer wir sind bis wir wissen wer die anderen sind“, sagt Oscar Thomas-Olalde zur Eröffnung der Netzwerktagung „Zusammen Lernen – Zusammen Wachsen“ in einem Impulsvortrag. Olalde gartelt im Interkulturellen Garten im Stadtteil Wilten, eines von mehreren  Gemeinschaftsgartenprojekten in Tirol.

 

Der Garten als Oase, als letztes Paradies. Was die Gärtner am Pflanzen und Ernten fasziniert, ist unterschiedlich. Manche suchen die Begegnung mit Menschen einer anderen Generation oder Kultur, andere sehen den Umgang mit Gießkanne und Spaten als politische Arbeit oder als Beitrag zum Schutz bedrohter Pflanzen und Lebewesen. Die Bandbreite des Gärtners hat sich vergrößert. Vor allem im städtischen Raum. Neben der Kleingartenparzelle gibt es gemeinschaftlich organisierte Gärten interkulturelle oder Generationen übergreifende Begegnungen.

 

Im Sog des Trends urban gardening sind auch Weiterentwicklungen der Schrebergartenkolonie entstanden, der klassischen Form städtischer Kleinstlandwirtschaft: wer Vereinsleben scheut und sich nicht über Jahre an ein Stück Erde binden will kann sich für eine Saison in Selbsterntegärten einmieten. „Es ist nicht so wichtig was wir mit dem Garten machen, sondern was der Garten mit uns macht“, stellte ein Gärtner aus dem Kapuzinergarten in Innsbruck fest. Sich vernetzen und unterstützen diese Möglichkeit bietet der Verein Gartenpolylog jetzt bestehenden Gartenprojekten und Menschen, die sich für das Wühlen in der Erde interessieren.

 

 

Einige aktuelle Projekte in Innsbruck und Umgebung:

PermakulturKapuzinerGarten, Innsbruck Interkultureller Gemeinschaftsgarten, Innsbruck Feldfreu(n)de, Arzl Garten für Junges Klanggemüse, Schulgarten in Schwaz Mundegarten, Telfs

 

Foto von www.facebook.com/InterkulturellerGarten.ibk

Jane Kathrein

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