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Die Saunadamen der SPÖ Innsbruck

Was haben Saunen und Wahlkämpfe gemeinsam? In beiden geht es vor allem darum, heiße Luft zu produzieren.

 

Wohl auch ziemlich heiß gelaufen sind die SPÖ-Frauen, als sie erfuhren, dass der „Frauen-Freitag“ in den Innsbrucker Saunen schon mit 1. Jänner 2012 gestrichen wurde.

 

An sich stehen Saunen und Dampfbädern ja beiden Geschlechtern offen, allerdings gibt es auch Tage, an den Frauen oder Männer unter sich sind. Angeblich soll es bei der SPÖ Beschwerden gegeben haben, weil der Frauentag am Freitag entfallen ist.

 

Dieser frauenfeindliche Skandal wurde von den SPÖ-Frauen umgehend für eine eindrucksvolle Demonstration genutzt: Neben Nationalrätin Gisela Wurm und Bürgermeisterkandidatin Marie-Luise Pokorny-Reitter fanden sich auch mehrere Gemeinderätinnen zum medial inszenierten Aufguss ein.

Eine Recherche bei den Innsbrucker Kommunalbetrieben ergibt eine handfeste Überraschung: Das Verhältnis von Frauentagen zu Männertagen beträgt 5:1 – an fünf Wochentagen können Frauen exklusiv saunieren, die Männer haben nur am Montag in der Amraser Straße Gelegenheit dazu.

 

Es ist schon okay, wenn sich die Politik auch und gerade um die kleinen Alltagsprobleme kümmert. Eine solche Aktion wirkt aber sogar in Wahlkampfzeiten nur inszeniert, um nicht zu sagen lächerlich. Und das gerade, weil es immer noch viele echte Benachteiligungen von Frauen gibt. Das beginnt bei der Kinderbetreuung und endet bei der ungleichen Bezahlung noch lange nicht – bleibt zu hoffen, dass die roten Damen da auch kräftig Dampf machen.

Zusatz
Ich möchte wetten, dass dies nicht die letzte skurrile Aktion sein wird, die wir in nächster Zeit erleben werden. In wenigen Wochen wählt Innsbruck den neuen Gemeinderat und das Bürgermeisteramt. Und da ist den PolitikerInnen aller Couleurs bekanntlich kaum eine Aktion zu plakativ, um es in die Medien zu schaffen.

Andreas Wiesinger

5 Comments

  1. Finde es ja auch ziemlich unsinnig einen Freitag, Samstag oder Sonntag zum Damentag zu machen, denn das sind die am besten besuchten Tage in den Saunen, wo sehr viele Leute beider Geschlechter endlich mal wohlverdiente Freizeit genießen können. Und (aus eigener Erfahrung) weiß ich, daß die Damentage nicht unbedingt für eine volle Sauna sorgen…

  2. Na, die Damen wissen ja, wofür sich die Revolution lohnt. Immer voll dran an den schweißtreibenden Themen der Gesellschaft. Und wenns jetzt noch an Walzer mit am Faymann tanzen und auf a Glaserl mit am Gusi gehn, dann befinden sie sich in bester Gesellschaft. Es lebe die Sauna-Revolution in der solidarischen Hochleistungsgesellschaft. Und ich … geh jetzt speiben. WÜÜÜRRRGGGG

  3. Dem Morgenrock entgegen, Ihr Saunasozis all, bald schwitzt Ihr euretwegen, bald brechen Wählerinnen all, mit Aufguss tretet ab, nehmt die Genossen mit, Saunajugend? Wer folgt auf Schritt und Tritt? Wir sind die Lifestyle-Garde für niemand und für nichts.

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