Lokalcheck: Tiroler Volkskunstmuseum

Kultur? Der Lokalchecker stand vor einem Problem. Woher jetzt schnell Kultur „hernehmen“ – es ist Wochenende, Vormittag und Lokalcheckers bessere Hälfte will Unterhaltung – gehobener Natur. Also, dann wirds wohl nix mit dem Bergisel. Ein Moment der Verzweiflung, dann eine großartige Idee: Wieso nicht ins Volkskunstmuseum!

 

Da hat es der Lokalchecker dann nicht mehr weit zu den Strudeln von Kröll. Und überhaupt: Die Erinnerung an den letzten Besuch ist vollständig gelöscht – das war wohl etwa zu der Zeit der großen Gesangsplagiatoren.

Dass sich wohl Einiges in der Zwischenzeit geändert hat, davon ist nach dem Umbau 2008/2009 auszugehen. Und in der Tat: Luzifer begrüßt den Besucher in einer modernen, schön dunklen und stimmungsvollen Szenerie. Einen Gespenster-Geschichten-Gestärkten kann das aber nicht schrecken. Dennoch: Da wurde ganze Arbeit geleistet – dieser Eindruck lässt sich auch später noch erhalten: Es werden Geschichten erzählt, die Ausstellung ist lebendig gestaltet und die Spannung bleibt erhalten. Sei es, dass man sich als Figur in einem Krippenspiel wiederfindet, sei es dass man in den begehbaren Tiroler Stuben in die Vergangenheit schnuppern kann – oder in die Gegenwart: In den rauchigen und dunklen Stuben fühlt sich der Lokalchecker verständlicher Weise zuhause.

 

Für ernsthaftere Naturen mag darüber hinaus auch die Studiensammlung interessant sein. Hier wurde freilich nicht umgebaut: Aber immerhin, natürliches Schulflair kommt auf. Weitere Ausstellungsbereiche, das „Pralle Jahr“, das „Prekäre Leben“ und „Schein und Sein“ können auch atmosphärisch und inhaltlich überzeugen – man lasse sich überraschen.

 

Fazit: Volkskunst auf modern ohne Substanzverlust – Spagat gelungen.

P.S.: Das Kröll war natürlich gesteckt voll.

 

http://www.tiroler-volkskunstmuseum.at/html.php/de/volkskunstmuseum/das_volkskunstmuseum

 

 

 




Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.