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Music and the city Vol. 52: Candy Dulfer (16.05., Imst)

Lust auf Sax? Hervorragend! Denn Candy Dulfer spielt am 16.05. im Rahmen des TschirgArt Jazzfestivals in Imst. Prince höchstpersönlich hat eigentlich schon alles über die Musik von Candy Dulfer gesagt. Sein Spruch „When I want SAX, I call Candy“ ist eindeutig zweideutig und bringt auch schon das Problem mit der Musik von Candy Dulfer auf den Punkt. Ihr wisst schon: Kippmoment. Die Vorzüge der Musik von Candy Dulfer sind auch zugleich schon die in dieser implizit vorhandenen schlechten Eigenschaften.

Sieht nicht übel aus und kann auch noch spielen: Candy Dulfer.

Sieht nicht übel aus und kann auch noch spielen: Candy Dulfer.

Denn: Die Musik von Candy Dulfer ist definitiv sexy (vielleicht auch saxy?), sinnlich, funky und kann zweifellos in gewissen Situationen als Funktionsmusik und Hintergrundbeschallung eingesetzt werden. Die Musik funktioniert auch live sehr gut und, das ist eine der absoluten Konstanten ihrer Musik, Candy macht live auch noch schöne Posen dazu, die das Gespielte noch unterstreichen und hervor streichen sollen. Das funktioniert. Mal besser, mal schlechter.

Eines ist jedenfalls keine Frage. Candy hat etwas für die Verbreitung und die Akzeptanz des Saxophons im Mainstream getan. Aber wie es sich mit dem Mainstream nunmal verhält war das nicht nur positiv. Eine ganz Heerschar von Leuten, die sich nicht wirklich mit diesem Instrument beschäftigt, assoziiert spätestens seit „Saxuality“, ihrem legendären Album, das Saxophon mit dem Sound von Candy Dulfer und beschreibt das Saxophon als sinnliches, erotisches Instrument, zumal wenn es von einer Frau gespielt wird.

Candy Dulfer ist demnächst live im zu sehen und zu hören.

Candy Dulfer ist demnächst live im zu sehen und zu hören.

Ob damit dem Saxophon und den vielen großartigen Musikerinnen im erweiterten Jazz-Bereich geholfen ist, darf bezweifelt werden. Doch was kann die Candy denn dafür dass sie so schön und talentiert ist und den Funk quasi im Blut hat? Und eben genau diese Art von etwas anzüglichem Funk mit einer Brise Jazz spielt, den die Massen gerne hören wollen? Immerhin hat sie sich durchgesetzt und wurde von der Saxophonistin von Prince zu einer „Marke“, die (fast) jeder kennt. Auch Van Morrison und Beyoncé haben mittlerweile schon auf ihre Dienste zurück gegriffen. Ihr Saxophon-Sound hat Wiedererkennungswert und live kann man sich zu ihrer Musik auch noch gut bewegen. Party ist ja keine Sünde.

Innovation und Neuerung in Sachen Aufbau und Funktion von Musik hört sich zwar anders an. Aber Candy Dulfer hat ihren Sound mit der Zeit immer weiter perfektioniert mit einem guten Ohr dafür, was gar nicht mehr perfektioniert werden muss. Ein wenig langweilig kann es einem dann schon beim Zuhören schon werden. Vorausgesetzt man hat das analytische Ohr mitgebracht. Dieses sollte beim Konzert von Candy Dulfer tunlichst zuhause gelassen werden. Candy erfreut Augen und Ohren der nicht (allzu) kritischen ZuhörerInnen. Ein bisschen Spaß muss sein!

Mein Bezug zur Musik von Candy Dulfer ist also, wie man zwischen oder auch auf den Zeilen herauslesen kann, ein wenig ambivalent. Ich werde jedenfalls vom Konzert  berichten. Vielleicht kehre ich zurück als Bekehrter und Begeisterter und von ihrer Musik Erleuchteter. Vielleicht aber auch als jemand, der um die Musik von Candy Dulfer in Zukunft einen noch größeren Bogen macht als bisher schon. Mal schaun.

Markus Stegmayr

4 Comments

  1. …Durfte die Dame schon mehrmals bewundern – eine Augen- und Ohrenweide…..Sie schafft es auch Uninteressierte mitzunehmen ohne musikalische Perfektion – Denn: seeehhr tanzbar 😉 – get funky! 😉

  2. Nie einen sinnloseren Kommentar gelesen. Nur weil sie aussieht, wie sie aussieht, darf wohl noch ihre Musik ernst genommen und respektiert werden? Kaum eine Musikerin bringt es so auf den Punkt wie sie und groovt mehr… Es kommt immer darauf an, ob der Zuhörer ihr 120 Minuten auf die langen Beine schaut oder sich einfach der Musik hingibt.

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