… und raus bist du!

Daria Sprenger ist nicht mehr Mitglied des Innsbrucker Gemeinderats. Ich kenne Daria schon seit Jahren und auch wenn ich mit ihrer Partei (der ÖVP) nix am Hut habe, schätze ich sie persönlich und die Gespräche mit ihr. Eigentlich finde ich es sogar spannender, politisch zu diskutieren, wenn man nicht derselben Meinung ist.

Warum muss Daria gehen?
Sie gilt als fleißig und beliebt und arbeitet gerne im Gemeinderat. Gehen muss sie deshalb, weil der Vorzugsstimmenwahlkampf, mit dem die ÖVP 2012 in die Gemeinderatswahl zog, sich als Luftblase entpuppte. Die ÖVP hatte entschieden, dass jene Personen in den Gemeinderat einziehen, welche die meisten Vorzugstimmen auf sich vereinen. Schon damals haben JuristInnen die Volkspartei darauf hingewiesen, dass diese Entscheidung vermutlich nicht halten wird.

Statt Daria Sprenger nimmt jetzt Christian Kogler ihren Platz ein. Bei der vorletzten Gemeinderatswahl ist Kogler noch für Rudi Federspiel angetreten, hat sich dann als Liberaler bezeichnet, um anschließend mit dem BZÖ zu kokettieren. Die ÖVP hat Kogler wohl deshalb an Bord geholt, weil sie die bürgerlichen Stimmen auf sich vereinen wollte.

Christian Kogler hat zwar deutlich als Daria weniger Vorzugsstimmen ergattert, war aber auf der ursprünglichen Liste vor ihr gereiht. Wahrscheinlich sind jetzt einige FreundInnen von Daria ziemlich sauer, die die ÖVP vielleicht nur deshalb gewählt haben, um sie zu unterstützen. Neben der persönlichen Enttäuschung verschlechtert sich auch die Frauenquote im Gemeinderat.

12 Antworten : “… und raus bist du!”

  1. Lucas Krackl sagt:

    Finde den Artikel sehr treffend. Habe Daria immer als korrekte Kollegin im Gemeimderat und auch in Ausschüssen erlebt. Speziell im Bau-Ausschuss fand ich ihr vorzeitiges Ausscheiden vor ein paar Monaten schade…. Das ist also das Ergebnis des tollen Vorzugsstimmenmodells….

  2. Sophia Reisecker sagt:

    Sehr schade. Mir erschien sie immer als fleißig und informiert.
    aber so rächt sich dieses Vorzugsstimmenmodell der ÖVP. Tragisch finde ich auch, dass jetzt nur mehr eine (in Zahlen: 1) Frau für die ÖVP im GR sitzt. Vielleicht sollte die ÖVP ihren "Demokratisierungsschub" nochmal überdenken. Eine Partei, deren Mandate stetig schrumpfen, ist nämlich leider auch kein verlässlicher Koalitionsparter…
    Jedenfalls: Ich finde es wirklich schade, dass Daria nicht mehr im GR vertreten sein wird!

  3. Daria Sprenger sagt:

    Liebe Freunde und Freundinnen!
    Vielen Dank für die wertschätzenden Worte, welche mich persönlich besonders freuen. Aber keine Sorge, die Meldung in der Tiroler Tageszeitung ist unrichtig. Ich verbleibe jedenfalls als Platz 7 (sowohl nach Vorzugsstimmen als auch aufgrund der aktuellen gesetzlichen Reihung) im Gemeinderat und werde mich weiter in bekannter Art und Weise einbringen.
    Herzliche Grüße
    eure Daria

  4. Politbeobachter sagt:

     Ja so ist das mit der Verfassung und dem freien Mandat! Es funktioniert halt nicht eine zivilrechtliche Vereinbarung gegen geltendes Recht abzuschließen, Moral hin oder her… Möge es sich die ÖVP das nächste mal vorher überlegen… 

  5. Andreas Wiesinger sagt:

    Das freut mich wirklich bärig, liebe Daria – ich habe mich auf die TT bezogen, aber die wird den Fehler wohl bald berichtigen. Die Kommentare hier zeigen, dass du über die Fraktionsgrenzen (FI, SPÖ usw.) wirklich geschätzt wirst. Persönlich würde mich interessieren, ob Kogler jetzt weiterhin "beurlaubt" bleibt – aber darüber wird man ja bald Genaueres hören. Jedenfalls super, dass du "drin" bleibst und alles Gute!

  6. Markus Manuél Emberger sagt:

    Wenn es nach ÖVP gegangen wäre, wäre sie auch geblieben, ich finde es recht unehrenhaft, das der ÖVP anzuhängen; die hat einen mutigen Schritt in Richtung mehr Demokratie gesetzt – wenn nun ein Herr Kogler nicht hinter seinem Wort steht und sich eine Frau Bürgermeisterin sicher darüber freut, dann sollte man auch bei der Beurteilung der Situation etwas differenzieren und nicht schon wieder blind gegen die ÖVP schießen, was ja gerade in Mode zu sein scheint, zumindest von Anhängern anderer Parteien …

  7. Andreas Wiesinger sagt:

    Wie im Artikel steht, wurde die ÖVP schon im Wahlkampf mehrfach darauf hingewiesen, dass diese Regelung nicht halten wird, daher wird ihr auch nix "angehängt". Trotzdem freut es mich, wenn es eine Einigung gibt und Daria Gemeinderätin bleibt! 

  8. wie wärs damit, den artikel zu editieren, anstatt weiter falschmeldungen zu verbreiten? in zukunft bitte erst recherchieren, dann schreiben. 😉

  9. Wiese sagt:

    Nö, schaun wir mal, was die TT schreibt – die hat die Meldung ursprünglich verbreitet und auch noch nicht richtiggestellt. Wir werden ja sehen, was rauskommt  … liegt in der Natur der Sache, das sich Dinge ändern, also nicht wegen Recherche rummosern 😉

  10. feminist sagt:

    Hat der Wiese der Daria ihre Stiefel lecken dürfen?

  11. Thomas Carli sagt:

    Daria dementiert, dass sie sich aus dem Gemeinderat verabschieden muss. Mich würde es freuen, wenn das wirklich so ist. Das aus zwei Gründen – einerseits habe ich Daria als engagierte Gemeinderätin erlebt, auch wenn wir oft unterschiedlicher Meinung sind. Ausserdem wäre es sehr schade, wenn die ÖVP bei einem eventuellen Abgang von Daria nur mehr mit einer Frau (von dann 7 GemeinderätInnen) vertreten wäre. Eine Auswirkung einer seltsamen Form des Vorzugsstimmenmodelles.

  12. suzy sagt:

    uups.
    da gibts ja a seltsame schwarz-rot-grüne verschwesterung.
    wollts alle ins Granny-TV?
    oder gehts wirklich nur mehr darum, für das kleinere übel zu rittern.
    liebste daria.
    böser christian.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.