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In der Flugschneise

Am vergangenen Wochenende war es wieder einmal ebenso unüberhörbar wie unübersehbar: Tausende fliegen Tag für Tag auf Innsbruck – oder besser gesagt: darüber hinweg.

Die Wintersaison ist in vollem Gange und daher donnern bis spätabends mehrmals stündlich Flugzeuge über die Stadt. Wer durch die Innenstadt spaziert, entdeckt immer wieder TouristInnen, die ihre schreckensgeweiteten Augen gen Himmel richten. Es wird doch nicht …

 

Gebürtige InnsbruckerInnen sind es längst gewohnt, dass sich die Riesenkübel mit lautem Gedonner über die Häuser der Stadt schieben. Schrecksekunden gibt es immer wieder, oft sieht man genau, dass es da oben haarscharf zugeht. Wer mir nicht glaubt, soll einfach mal eine Stunde der Flugbobachtung am Vorplatz der GEIWi widmen.

 

Natürlich braucht eine Tourismusstadt auch einen Flughafen, allerdings liegt der von Innsbruck denkbar ungünstig: Nahezu das gesamte Stadtgebiet liegt in der Flugschneise, zu den schon erwähnten Schockmomenten kommt auch eine erhebliche Lärmbelästigung, da die umgebenden Berge die Schallwellen reflektieren.

 

Muss das so sein? Ursprünglich war der Innsbrucker Flughafen jedenfalls in der Reichenau, also im Osten Innsbrucks, angesiedelt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der heutige Standort in Kranebitten eröffnet. Heute wären wir froh, könnten Quasi-Kamikaze und Fluglärm verhindert bzw. eingedämmt werden. Ein Innsbruck außerhalb der Flugschneise wäre jedenfalls sicherer und lebenswerter für uns alle.

 

Fotos: Rschider (wikipedia) und Manni Schneiderbauer


Andreas Wiesinger

7 Comments

  1.   Geteiltes Flugschneisenleid: Bei mit brettern die Flieger gefüllt mit allen möglichen Touris ständig drüber, besonders gegen Abend nochmal – irgendwann krachen zwei zusammen und landen bei mir auf der Terrasse……. da müssen die Piloten voll aufpassen, aber Scherz beiseite – natürlich ist die Lärmbelästigung ein Problem – habe früher in Berlin gewohnt und da gab es Stadtflughafen Tempelhof, Stadtflughafen Tegel und außerhalb der Stadt Berlin – Schönefeld und mitten in der Flugschneisen Tegel hab ich mal gewohnt – da lief bei mit daheim ständig Musik nebenher oder halt Ohrenstöpsel zum Schlafen – mittlerweile sind Tempelhof und Tegel zu, aber das hat JAHRE gedauert das zu organisieren und eine Unmenge Kohle – also ich denke es bleibt bei einem Traum eines Flughafens außerhalb der Stadt……  und vor allem gibt es auch flächenmäßig ein Problem sind ja überall die Berge im Weg……wie wärs mit Flughafen Mieminger Plateau und dann Shuttlebus in die Stadt : )?  

  2. Weltstadt oder bergdorfidylle… Bitte waehlen.

    Jede medaille hat zwei seiten, und jeder flughafen in dicht besiedeltem gebiet hat anrainerlaermbelastung.

    Natuerlich wuerde man sich als hoettinger schon freuen, wenn in zukunft die reichenauer und odorfler den laerm abhaetten.

    Die innenstadt waer laermbefreit und der garten auch ruhig… 🙂

  3. Wenn’s nicht um Notfälle geht, sollten wir das Fliegen wohl lieber lassen. Ist halt mal meine Meinung. 

  4. Zum einen ist die Schneise über Innsbruck schon auch was, das irgentwi dazu gehört. Wenn man die Touris in der Stadt beobachtet wie sie ihre Hälse recken wenn da ein Brummer drüber donnert und sich die faszination in ihren Augen spiegelt, weil man den Passagieren im Flieger zusehen kann, wie sie sich beim landeanflug einpinkeln.

     

    Zum anderen wohn ich selbst in der Einflugschneise (beim West) und bekomm jeden der Flieger mit. Jedoch gewöhnt man sich nach mehr als 20 jahren hier schon an die meisten. Nur hin und wieder, wenn mal was großes oder besonders lautes startet werd ich drauf aufmerksam.

    Mehr aufgefallen ist mir der Fluglärm jedoch am Unigelände, wenn man so nichts ahnend im Geiwi-Turm sitzt und man plötzlich das Gefühl hat, der Flieger rauscht zwischen (gott bewahre, in) den Türmen vorbei.

     

    Im Platz seh ich da leider auch das große Problem. Aber wir könnten ja mal unseren Koschuh bei den tiroler Bauern vorstellig werden lassen, damit wir ein Feld bekommen, auf dem der neue Flughafen dann Platz hat. 😀

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