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Baumschlachten auf der Innpromenade

In diesen Tagen bietet die Franz-Gschnitzer-Promenade ein trauriges Bild und daran ist nicht der Novembernebel schuld: Reiheweise werden Bäume für den Kanalbau gefällt und die Grünen, die noch vor der letzten Gemeinderatswahl lautstark dagegen protestiert haben, sind plötzlich ganz leise.

Stefan schreibt in Facebook dazu: Vor der Gemeinderatswahl 2012 wurde auf diesen Bäumen, je ein Grün-Wahlkampfplakat mit dem Slogan "Dieser Baum bleibt" befestigt.
Wieso wurden sie nun dennoch gefällt? 

[video:http://youtu.be/Lgh27FteXKo]





18 Comments

  1. die grünen fallen doch genauso um, wie die gefällten bäume! wer sie weiterwählt, ist selber schuld!

    • komisch – wenn man etwas nicht zu 100% durchsetzt hat man verloren oder ist umgefallen?
      wieviel % haben die grünen bei der gemeinderatswahl gemacht?   eben
      weniger als 51% der mandate
      und ALLE!!!! anderen parteien im gemeinderat haben für die variante innpromenade/fällt die bäume gestimmt.
      es wäre ja zu schlimm wenn die autofahrer am marktplatz etwas beeinträchtigt würden um die bäume am inn zu retten

      das ist demokratie – in der regel entscheidet die mehrheit
      politik ist auch das handwerk des möglichen
      wenn die grünen es schaffen im rahmen der gemeinderatsbeschlüsse (also kanalbau am innufer unter opferung der bäume) soviel grün zu retten wie möglich ist das ihr job den sie gut gemacht haben
      glücklich bin ich nicht dass das so kommt (und ich denke die grünen gemeinderätInnen sind das auch nicht)  aber die schuld der grünen ist es auch nicht (die verantwortung dafür übernehmen freiwillig övp, spö, fi und fpö die diese vorgehensweise für richtig erachten)

      • Bitte versteht doch endlich einmal, dass die "Grünen" den Umweltschutz, den sie – aus welchen Gründen auch immer – seit den frühen Neunzigern als Image erhalten konnten, ihre Prinzipien schon ewig nicht mehr leben. Ich kennen keine Partei, die ihre Grundsätze derart verrät und so viel miese Machenschaften gegen den Bürger fabriziert wie diese Partei! Wer setzt sich massiv ein, unter Naturschutz stehende Bäume in Pradl zu fällen – gegen den Willen der anderen Parteien? Na, ratet mal! Wer kommt jetzt mit dem Bienen Thema daher, das für sie vor ein paar Jahren absolut uninteressant war? Hmmmmmm? Denkt mal um, beobachtet ein bisschen genauer und ihr werdet feststellen, was Heuchlerei ist!!!!

  2. und der grüne wachhund ist schon da! es wird sich wohl niemand trauen, die grünen zu kritisieren?!?

    Es wurden genau die bäume gefällt, bei denen die grünen ladys sagten, dass sie stehen bleiben! Das war eine lüge und dazu sollten die grünen einfach mal stehen!

  3. Ich finde es ja skurril, wenn wir uns extra dafür einsetzen, dass möglichst wenig Bäume beeinträchtigt werden und dann trotzdem gegen uns gebasht wird.
    Ja, es stimmt, der Kanal wird nicht unter der Straße gebaut – aber nein, es stimmt nicht, dass jetzt alle Bäume geopfert werden.

    Hier noch ein Zitat für alle, die die folgende Information nicht gelesen haben:

    "Der für Stadtentwicklung und Grünanlagen zuständige Stadtrat Mag. Gerhard Fritz achtet vor allem darauf, dass der Baumbestand entlang der Projektstrecke maximal geschont wird.
    Ab 18. November beginnen die Arbeiten am ersten Abschnitt, der entlang der Franz-Gschnitzer-Promenade von der Rechengasse bis zur Universitätsbrücke reicht. Die IKB setzt dabei auf das Rohrvortriebsverfahren, bei dem sich die Vortriebsmaschine wie ein Maulwurf durch den Untergrund vorarbeitet.
    […]
    Beim grabenlosen Rohrvortrieb muss kein durchgehender Rohrgraben ausgehoben werden. Es sind nur eine Start- und eine Zielgrube erforderlich.
    […]
    Bei dieser Technik wird sichergestellt, dass der Großteil der Bäume vom Bau nicht beeinträchtigt wird. Die Wurzeln der Bäume reichen nicht so tief wie der Rohrvortrieb und bleiben daher weitgehend unversehrt."

  4. Ich war auch sehr überrascht, als ich letzte Woche gesehen habe, dass an der Promenade Bäume gefällt werden………..wo doch speziell die Grünen dafür eingetreten sind, dass das so nicht kommt.
    Ein bißchen enttäuscht bin ich schon insgesamt, da mir vorkommt, das über alles was vorher so wichtig war, nun einfach nict mehr gesprochen wird….

  5. Ich wiederum finde es skurril, dass sich die Grünen sich über bashing aufregen, wenn man vorher sagt "wir machen das am Innrain, da hamma genug Platz" und "wir kämpfen dafür, dass man den Kanal zu Lasten des Individualverkehrs und nicht zu Lasten dieses Erholungsraumes, i moan…"
    Der Rohrvortrieb bietet außerdem laut innsbruck-informiert eine deutlich verkürzte Bauzeit bei geringeren Kosten. Das heißt wohl auch, dass es sowieso auf diese Weise gemacht worden wäre – auch ganz ohne grünen Einsatz für die Bäume.
    Wenn jetzt also die grünen Plakatständerplatanen gefällt werden, darf man sich als Grünwähler sehr wohl aufregen.
    Wenn also mit den Grünen in Innsbruck und im Land gleich viel betoniert, gleich viele Bäume abgeschnitten werden, der öffentliche Verkehr gleich teuer bleibt, gleich viele Skilifte gebaut und die einzige spürbare Veränderung sein wird, dass man fürs Parken jetzt mehr zahlt, wird sich das bei den nächsten Wahlen bemerkbar machen.
    Auch wenn die Grünen unter stärkerer Beobachtung stehen als andere Parteien und bei ihnen die moralische Messlatte höher angesetzt wird, sollte sie das nicht zu Reaktionen im Sinne von "da hamma eh a bissl was bewirkt, was wollt’s denn no alles" veranlassen. Und sie sollten ihre Wahlversprechen nicht umkehren und als Erfolg darstellen.

  6. Hallo,
    an meinen damaligen Aussagen hat sich nix geändert – uns wäre es bis heute am liebsten gewesen, wenn die Grabungen nicht im Promenadenbereich erfolgen hätten müssen. Allerdings haben wir damals in der Opposition und jetzt in der Regierung schon einiges bewirkt:
    Die Grabungen wurden gegen die Grünen im Stadtsenat beschlossen, aber durch enge Abstimmung zwischen IKB und Amt für Grünplanung wurde die schonendste Variante gewählt.

    Gebaut wird mit "Maulwurf", die Trasse wurde in minutiöser Kleinarbeit zwischen IBK-Kanal und Grünanlagen ausgehandelt, es wurde eine Reihe von Schutzmaßnahmen für Bestandsbäume (Wurzelvorhänge, Einzäunung des Wurzelbereichs zur Vorbeugung gegen fahrlässige Beschädigungen) vereinbart.

    Start- und Zielgrube für den Maulwurf sind so situiert, dass die Promenade während der ganzen Bauzeit benützbar sein wird. Der Bereich hinter der Uni, der für die Naherholung so wichtig ist, wird die ganze Zeit als Grünanlage zur Verfügung stehen. Von den 59 Bäumen zwischen Rechengasse und Unibrücke werden 9 entfernt werden müssen (wesentlich weniger als in den ersten Planungen), alle anderen werden erhalten. Auch die charakteristische Weide an der Unibrücke bleibt stehen. 4 Bäume werden neu gepflanzt. Für die 9 zu entfernenden Bäume zahlt die IKB als ‚Verursacher nach der "Methode Koch" (Wert = Anschaffungskosten plus Pflegekosten über die gesamt Lebenszeit)

    Alles in allem:
    Ja leider, es wird hier gebaut, aber so schonend wie möglich, mit einer ökologischen ‚Bauaufsicht, die unabhängig und streng ist, und die IKB hat sich sehr weit bewegt, weil Grünanlagen hier ganz hart verhandelt hat. Wir haben nicht alles erreicht, aber so viel wie möglich und jedenfalls viel mehr, als es wohl andere Grünreferenten je hätten.

  7. Ich war auch kurz versucht, jetzt die Grünen zu kritisieren. Doch ich fände es zu kurz gegriffen – es wäre nichts anderes als die Projektion eines Widerspruchs, der eigentlich in mir selbst steckt.

    Wir müssen endlich der Illusion des "Grün seins" und "Grüne Politik machens" ins Auge schauen. Wir glauben, dass wir ein Smartphone haben können, ohne den Planeten zu schrotten. Wir glauben, dass wir verdienterweise davon leben können, den ganzen Tag irrelevantes Zeug in irgend ein Keybord zu klopfen, ohne Massentierhaltung und industrielle Landwirtschaft zu begünstigen. Wir glauben, dass wir progressiv und urban sein können, ohne moderne Sklaverei zu fördern.

    Die Grünen haben gerade genau jenen Widerspruch öffentlich auszubaden, der uns (besorgte) Menschen quält. Wir glauben im Kollektiv – und die meisten von uns auch individuell – dass es eine Lösung für oben genannte Probleme gibt, wenn wir sie nur lange genug bekämpfen. Kämpfen gegen Baumfällen, kämpfen gegen das Rauchen, kämpfen gegen den eigenen Appetetit. Als Lösung für Probleme, die auf einem Zuviel an Kontrolle begründet sind, rufen wir nach noch mehr Kontrolle. Leider zeigt diese Maßnahme, die kennzeichnend für unser Zeitalter ist, so gut wie nie Wirkung – weder individuell noch kollektiv.

    Was ich damit sagen will? Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass es innerhalb des industriellen Kapitalismus keinen Ausweg gibt – egal, ob man ihn Nachhaltigkeit, Recycling oder Green Whatever nennt. Bäume werden fallen müssen, Tiere schreien und Menschen leiden, solange wir unser Leben von einem unsichtbaren Monster steuern lassen und unser natürliches Selbst einsperren und unterdrückt halten. Genausowenig können wir uns selbst transformieren, solange wir nur die oberflächlichen Ausprägungen unseres verletzten, abgeschnittenen Egos bekämpfen.

    Was nun? Ich schlage vor, dass wir an einer neuen Wahrnehmung des Selbst arbeiten und unserem bescheidenen Auftritt auf diesem Planeten einen neuen Plot verpassen. Der Zeigefinger macht derweilen Pause, wir tauschen uns authentisch und ehrlich aus und versuchen, nicht urteilend gemeinsam konstruktive Wege zu einem Ort zu finden, an dem wir uns alle wohl fühlen.

  8. Ich denke auch, dass der Schaden sich da sehr in Grenzen halten wird, Bäume können schließlich wieder nachgepflanzt werden. Schlimmer finde ich es, wenn Straßen gebaut oder erweitert werden, wo dann keine Bäume mehr gepflanzt werden. Jeden Baum wird man nicht retten können, manche fallen auch hie und da von selbst um, und wir sind froh, wenn sie niemanden dabei verletzen.

  9. die lösung an der innpromenade per maulwurftechnik zu bauen ist ein kompromiss. wahrscheinlich der bestmögliche kompromiss, wenn man schon unbedingt hier den kanal verlegen will.
    was mir aber sauer aufstösst, ist die tatsache, dass man vor der wahl im grün-lager z.bsp. behauptete, es wäre um ein vielfaches teurer an der innpromenade zu bauen. nun wird genau das gegenteil behauptet. wie zuletzt auf landtagsebene dreht man sich scheinbar nach wahlen im grünen lager um 180 grad. man hat offenbar vor der wahl nicht an nach der wahl gedacht.
    "dieser baum bleibt" und genau dieser baum ist nun in einer nacht und nebelaktion gefällt worden.
    die grünen waren vor den gemeinderats- bzw landtagswahlen ganz und gar nicht zimperlich mit kritik bzw bashing. nun sind auf einmal genau diese grünen extremst dünnhäutig was kritik an ihren nicht eingelösten wahlversprechen angeht.

    dass es nun heißt: "die grünen haben alle zur verfügung stehenden kanäle genutzt um darüber zu informieren" kann man so nicht stehen lassen.
    seit den wahlen 2012 versuchte ich mich regelmäßig über diese causa zu informieren. ich fand nichts! erst am 8. november wurde ein artikel, mit vollendeten tatsachen online gestellt. und die bäume waren weg.

    genau wegen dieser art von politik gehen die menschen nicht mehr wählen.

  10. Sehr bezeichnend, dass den Ideologen der GRÜNEN Bäume immer noch wichtiger sind als Menschen!
    Höchste Zeit, über die braune Seite der GRÜNEN zu diskutieren!
    (aber da endet vermutlich der Freigeist in der digitalen Provinz).

    Maximilian

  11. liebe grüne,
    nochmal. ja, ich bin davon überzeugt, ihr habt das maximum herausgeholt und den schaden minimiert. dafür bin ich dankbar, und ich weiß auch, dass ihr nach bestem wissen und gewissen handelt. ja, ich weiß auch dass opposition was anderes ist als (mit)regieren.

    trotzdem: ihr müsst das dann anders kommunizieren. wenn ihr das als erfolg hinstellt, wenn ihr jetzt nur 9 bäume fällt, statt gar keinen wie versprochen, vergrault ihr stammwählerinnen. garantiert. ich will, das was ihr hier schreibt und richig erklärt auch in innsbruck informiert lesen. ehrlich. nicht überschwänglich freudetaumelnd wie super alles ist.

    ich glaub ihr macht schwerwiegende strategische fehler. auch die parkgebührerweiterungerhöhung ist sicher richtig und wichtig. aber das ist sicher nichts zum groß grün draufschreiben. die leute werden sich bei der nächsten wahl nicht erinnern: aaaah die grünen haben das parken teurer gemacht! DIE wähl ich jetzt. ihr müsst vorher etwas bewirken, was die leute positiv spüren. macht die öffis billiger. auch für pendler aus dem umland. macht ein paar ampeln weg. und begegnungszonen wie in holland. erst dann die parkzettel. sonst schaut es so aus, als ob ihr einfach mal macht was schnell und billig geht. traut euch an die dinge ran, für die euch die leute gewählt haben!

  12. Schreib doch einen Artikel dazu, Maximilian – wir sind ein Mitmachmedium und freuen uns über Freigeister und ihre Beiträge!

  13. Warum ist das so, das uns Politiker immer für dumm verkaufen? Ihre Versprechen sind nur Schall und Rauch.Die Grünen sind doch so für die Umwelt (das find ich sehr gut), da  dürften doch gesunde Bäume nicht gefällt werden, besonders in einer Naherholung.Es wird dann immer so hingestellt, das wir die Aktion noch positiv sehen müßten-es sind ja nur " 9 BÄUME" könnten ja auch 20 sein.Leider ist das jetzt so, aber  In Zukunft würde ich mir wünschen, das die Stadt nicht zugepflastert wird und mit unsrer Umwelt sensibel umgegangen wird.Unsre Nachkommen sollen auch noch ein grünes, schönes Innsbruck vorfinden!

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