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Look inn from the outside

Den Bensh habe ich über einen Innsbrucker Ort kennen gelernt, also eigentlich übers Internet in Bezug auf einen Innsbrucker Ort. Jetzt schon vor ein paar Monaten war ich bei der Eröffnung des neuen Kulturortes „Die Bäckerei“. Begeistert von dem squattigen Touch der Lokalität – neben der Jukebox und dem eklektischen Möbelmix genoss ich es im zum Stuhl umgewandelten Einkaufswagen abzuhängen – addete ich „die Bäckerei“ als Friend auf Facebook.

Und dann schickte mir Bensh, der auch im Dunstkreis der Bäckerei verkehrt und als Musiker kunstschafft, einen Friend Request.

Dann hatte ich eines Tages eine Bensh-CD im Postkasten, die Bensh, ein klassischer Vagabund, auf der Durchreise, in Berlin aufgegeben hatte. Für meinen Homebaseblog, der, zu meiner Wanderlustpersönlichkeit passend, auch überall auf der Welt stattfindet, www.stylishkidsinriot.com, habe ich auf English über Bensh berichtet.

Here a little taste: „Musician Benjamin Zombori was born in Innsbruck, Tyrol, Austria, within majestic mountains and soundcapes clashing between rocks. He decided to travel the world. He studied composition in the UK, he then went on a cultural exchange to Osaka, Japan. Now he is about to release his debut album “Clues”, which was recorded in the following parts of the world: in the UK, Japan, Iceland and Austria. (…)Traditional alpine sound meets shoegaze-rock meets catchy pop sounds that make you want to dance. The first single “Doubt” tells a tale of a boy wandering and doubting life. It is a delicately sounding song revolving around love and despair.”

Zurück zur Gegenwart, hier ein paar Gedanken, die sich Bensh von außen (derzeit Wien) über Innsbruck gemacht hat:

Christina Burger: Wie erscheint dir Innsbruck von außen?
Bensh: Als kleine Stadt, viel kleiner als die Menschen die dort leben oft meinen, kleiner als sie mir damals erschienen ist. Ich finde die Stadt gibt sehr viel her für eine Kleinstadt, aber man darf sich nicht zuviel davon erwarten. Sehr viel ist im kulturellen Stadtleben gehoben, bieder, mittelmässig. Das heißt gleichzeitig aber immer wieder auch echt gemütlich, angenehm.

CB: Was vermisst du?
Bensh: Das Treibhaus. One of the best places in the entire world. Und, manchmaldie Berge. Weirdest thing, I hardly ever noticed them while growing upthere.

CB: Hat dich, und wenn ja, wie hat dich Innsbruck geprägt?
Bensh: Seit ich klein bin hab ich immer von großen Städten, den Möglichkeiten und Abenteuern geträumt, kann sein, dass das mit dem Kleinstadtmilieu von Innsbruck zu tun hat. Ich habe in Innsbruck oft eine gewisse Urbanität vermisst, für die die Stadt halt einfach zu klein und vielleicht auch zu bequem ist. Gleichzeitig gibt es natürlich auch vieles das Innsbruckenehm zum Leben acht und das ich auch schätze… für einen Künstler mit Ambitionen ist der Mix aber insgesamt nicht besonders förderlich.

CB: Was sind deine Lieblingsorte in IBK?
Bensh: Treibhaus und PMK, I’d say. Ganz klar, ganz klassisch.

CB: Was würdest du an Innsbruck ändern?
Bensh: Ändern würde ich einiges. Ich habe in Reykjavik, das vom Stadtkern her noch viel kleiner ist als Innsbruck, gesehen wie offen eine kleine Gemeinde für die Einflüsse der Welt sein kann. Reykjavik begreift sich als besonderer, internationaler Schauplatz. Das hat natürlich mit der Geographie zu tun, also nicht zuletzt mit der Lage der Insel zwischen Amerika und UK/Europa. Sowohl Europa als auch Amerika sind wichtige Faktoren in der Musik- und Kunstszene Islands.

Der große Unterschied zu Innsbruck ist das kreative Selbstverständnis der Isländer. Die Menschen dort sind sehr offen für die Strömungen aus Europa und Amerika und gehen total aktiv mit den Einflüssen um. Die vielen, weltweit erfolgreichen isländischen Künstler sind ein deutliches Zeichen dafür. Im Vergleich wirkt Innsbruck extrem behäbig, lahm und eng. Natürlich ist in Reykjavik auch nicht alles eitel Wonne, aber das kulturelle Klima ist spürbar innovativ und stark international ausgerichtet. Die liberale, grundsätzlich recht offene Politik unterstützt das.

In Innsbruck wäre mit ein wenig pragmatischer Offenheit auch ganz leicht ganz viel zu machen, aber dazu braucht es einen ziemlich weiten Horizont und auch ein Gefühl dafür, dass Kunst und Kultur mehr sind als nur ein Ziermäntelchen für die Wirtschaft. Wer bringt diesen Horizont mit und wer bringt sich damit ein?

CB: Wie siehst du die Musik- und Kulturszene in Innsbruck?
Bensh: Das Treibhaus, das möchte ich sagen, hat absolut Weltformat. Auch die PMK finde ich wirklich großartig. Der Laden ist ja auch vom Programm her
eine echte Anomalie in Innsbruck.

CB: Wo bist du im Moment?
Bensh: Ich bin gerade von Berlin nach Wien gezogen und bleibe erstmal bis Sommer hier. Im Mai erscheint mein Debut “Clues“ in Österreich, damit sind wir gerade voll beschäftigt! Außerdem spielen wir schon jetzt immer wieder Konzerte, im
Sommer gibt’s dann auch einige Österreich Termine, natürlich auch in Innsbruck! ‘Clues’ ist ja an all diesen verschiedenen Orten entstanden, bis ins letzte Jahr war Bensh ein reines Soloprojekt. Nach den Shows der letzten Wochen und Monate und der gemeinsamen Vision sind Sionski (Sion Trefor) und mein Bruder Sevo fixe Bestandteile des Projektes. Wir arbeiten momentan hauptsächlich in Cardiff (Sionski’s Heimatstadt) und Wien.

Fotos von Bensh

Bensh = Benjamin-Zsolt Zombori
web:
http://www.benshmusic.com
http://www.soundcloud.com/bensh
http://www.facebook.com/benshmusic
http://www.last.fm/music/bensh
live:
Feb 8, Berlin, White Trash (w / The Airborne Toxic Event)
May 6, Vienna, Popfest
To be continued!

Christina Burger

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