Boombox Mai15

    JUCE sind ein ganz neues frisches Trio aus London. Sie leben den 90s Spirit, treten als eine punk-funkige Version der Spice Girls auf. Zu ihren Vorbildern gehören No Doubt und Erykah Badu. Georgie, Chalin und Cherish lernten sich beim Tanzen zu “If you want me to stay“ von Sly Stone auf einer Party kennen. Neben ihrem poppigem Punksound teilen sie auch die Liebe für tanzbare Choreografien. Wären sie die Choreografinnen würde ich an einem Musikvideoclipdancing-Kurs mitmachen. Etwa die Moves zu dem Track “(H)ours“ sind einfach nur kultig, anschauen, einstudieren und aufführen! Das Debütalbum – JUCE ist bei dem Major Label Island (eröffneten etwa schon für Basement Jaxx) unter Vertrag – ist noch nicht auf dem Markt, allerdings stellten sie eine EP mit dem Titel “Taste the Juce“ zum Download zur Verfügung. Ihr Album soll laut Gerüchten “Babeology“ heissen, eine Studie des “Babes“ darstellen. Als deklarierte Feministinnen, ja sie haben trotzdem kindischen Spass, wollen sie durch ihre Musik Girl Power vermitteln.     TOCOTRONIC sind wieder da, waren aber eh nie richtig weg, sind ein Stück Vergangenheit, das noch Gegenwart ist und über die Zukunft singt, wie etwa in dem neuen Song „Die Erwachsenen“. Sind sie schon erwachsen, wollen sie nicht doch lieber so wie die Kids in ihrem Larry Clark-sen Video zum Song sein? Im Herzen bleiben sie wohl für immer die Pop-Boys unserer zeitlosen Jugend. Das elfte Album trägt keinen Titel, man spricht aber von dem roten Album. Zeit für Liebe, Leidenschaft, Wut und Aggression? Alles lebenswichtige Emotionen. Und auch wenn unsere Haare und Hosen schütter werden, wie sie so in etwa singen, wir haben immer noch die Leidenschaft für rhythmische Melodien und pop-punkige Diskurstexte gepachtet. Forever Young and sexy sag ich da nur!...

Boombox April15

Kendrick Lamar: “To Pimp A Butterfly“ West Coast USA. Mit seinem 2012er Debütalbum “good kid mAAd city“ krönte sich Kendrick Lamar, groß geworden im Comptoner Ghetto, zum König des Westküsten-HipHop. Sein Debüt überzeugte durch erfischende Authentizität. Erzählte Lamar doch die Story eines jungen Dudes im Klinsch mit sich und seiner Hood. Auf dem Nachfolgerwerk “To Pimp A Butterfly“ thematisiert Lamar die immer noch viel zu ungerechte Welt, in der AfroamerikanerInnen leben müssen. Diese toughe Realität zieht sich durch das gesamte Album, wie etwa auf dem Opener-Track “Wesley’s Theory“, wo das 27jährige Ausnahmetalent die durch die Musikindustrie verzerrte Darstellung des Ghettolebens kritisiert, oder wo Lamar auf “The Blacker The Berry“ voller Zorn auf das durch Rassismus bedingte Nichtgehörtwerden aufmerksam macht: It’s evident that I’m irrelevant to society. Die Platte strotzt vor verschiedensten Musikeinflüssen, dem derzeitigen Zeitgeist des Genremixens wird Leben eingehaucht. Jazz trifft auf gesprochene Wortlyrik, G-Funk auf klassische Klaviertöne. Lasst Euch diesen realen Soundmix nicht entgehen, ballt beim Anhören die Fäuste und bewegt eure Hintern, sexy Rebellion braucht die Welt, wieder mehr als je zuvor!   Marina and the Diamonds: “Froot“ Das dritte Album der walisisch-griechischen Sängerin präsentiert wieder einmal in den hier fruchtigen Popmantel gehüllte Wahrheiten. Marina Diamandis eröffnet das Album mit “Happy“, ein Track, der anfangs Depression thematisiert, dann aber durch emanzipatorische Selbstbestimmung in ein Glücksgefühl umschlägt. Der Kaugummi-Elektropop, dem man Oberflächlichkeit vorwerfen könnte, vermischt sich stimmig mit R’n’B-Ästhetik und einem atmosphärischem Echosound, wodurch die Songs zum Tiefgang ansetzen. Und bei mir kommen sie auch unten an, durchströmen Körper und Geist. Vor allem die Amygdala wird durch folgende selbstbestimmte Aussagen in den Gefühlen ‚positive Wut‘ und ‚erfrischendes Kampfglück‘ angekurbelt: In “Blue“ beklagt Marina sich zuerst über eine Trennung, will sie doch noch mal eine Nacht mit ihm, aber im Grunde will sie...

Nicht’bruck: 14

Was Nicht’bruck ist, steht in Nicht’bruck: 1. Ort 14 Seit fast zehn Jahren schon will ich an diesen Ort. Immer war ich in der Nähe, doch nie ergab sich die Gelegenheit. Jetzt aber sind wir da. Wie in einem Timelapse-Film ziehen Wolkenfetzen knapp über unsere Köpfe hinweg. Die Lichtverhältnisse wechseln alle paar Minuten. Wir sind nur gut tausend Meter über der glühenden Hitze der Insel, doch es weht ein eisig kalter Wind. Schnell taucht die Sonne in Richtung Meer, durch den Dunst glitzert es weit unten in ihrem sterbenden Licht. Innerhalb weniger Minuten wird fahles Gelb zu blutigem Rot. Ich mache das Foto. 36°12’36.2″N...

Love, Love, Love and Rock’n’Roll...

Wo sich die Liebe mit der Leidenschaft verabredet, werden Kräfte freigesetzt, die den Schmerz des Lebens besiegen … und wunderbar expressiven Rock’n’Roll hervorbringen. Das niegelnagelneu formierte Band-Trio „LoveLoveLove“ aus dem Raum Wattens präsentiert am kommenden SAMSTAG, 28. März, ab 21.00 Uhr sein Albumdebüt „Love.“ im Kulturlabor STROMBOLI in Hall und freut sich über jede/n, die/der mit ihnen zusammen die Energie, die uns alle zusammenhält, spürt und feiert. Infos zur Band auf www.lovelovelove.at...

FebPic aus London: Britta Burger stellt aus!...

Britta Burger – „Fashion and Photography“ Exhibition continues until 2 April 2015 Austrian Cultural Forum London – www.acflondon.org www.brittaburger.co.uk   from the exhibition’s accompanying leaflet: „Born in Innsbruck, Austria, Britta has lived in London since 2002. She completed her MA of Literature at the University of Innsbruck and a Master of Arts:Fashion – Culture and Communication at the University of the Arts London (LCF). She began her career in fashion in 2003 working as a journalist, producer, art director and stylist before getting behind the camera. She has since worked as a professional photographer shooting for leading magazines, online platforms and ad campaigns.“ on the flyer it says: „Her fashion stories – all produced with a certain pressure to sell a magazine, product, or lifestyle – are shown alongside her documentary photography about people on the fringes of style, fashion and society. Sometimes the only difference is the context.“  ...

Nicht’bruck: 13

Was Nicht’bruck ist, steht in Nicht’bruck: 1. Ort 13 Es surrt und zirpt und krabbelt überall. Die Hitze ist enorm. Hundert fiese kleine Kletten unbekannter Herkunft nutzen meine Schuhbänder als Taxi.  Klatschnaß vom Schweiß mein Rücken. Herrlich! Die mächtigen Hallen der stillgelegten Chemiefabrik mit ihrem riesigen Wasserturm erheben sich in der Ferne. Ein paar mal am Tag wird die Fabrik noch von einer Straßenbahn bedient. Sie rollt auf Schienen, so zugewuchert wie die ganze Gegend. Ich war noch nie hier, aber die Straßenbahn, die hab‘ ich schon mal gesehen. Ich mache das Foto. 46°09’26.1″N...