Radln bei Schneefall in Innsbruck – der neueste Trend, oder sind die „plemplem“?...

Am Montag war es wieder soweit. Schnee wohin das Auge reicht. Auf den Straßen der Landeshauptstadt bewegte sich der zähe Morgenverkehr auf Grund der eisigen Temperaturen und der schneebedeckten Straßen noch zäher als üblich. Die Fahrbahn wechselte ab zwischen schneeweiß oder matschig braun – daran war erkennbar, wo in der letzten Stunde ein Schneeräumungsfahrzeug gefahren ist. Hohe Schneeberge, vom Schneepflug beiseite geräumt, trennten den Gehsteig von der Fahrbahn. Die Bodenmarkierungen waren nicht zu erkennen und ich war trotz Schneefalles froh, mit zu Fuß vom Bahnhof ins Büro zu gehen. Inmitten des frühmorgendlichen Schneechaos fielen mir aber dann einige Personen auf, welche sich auf ihrem Fahrrad zwischen Bussen, LKW’s und Autos auf schneebedeckter Straße ihren Weg durch die Stadt bahnten. Auch auf dem Gehsteig waren vereinzelte Radfahrer unterwegs – denen war die Straße wohl doch etwas zu gefährlich. Auf der einen Seite war ich fasziniert von der Körperbeherrschung, welche die lebensmüden und meist helmlosen „Snowbiker“ an den Tag legten. Auf der anderen Seite hatte ich große Lust, jeden Einzelnen davon vom Rad zu hauen – denn ich kann es einfach nicht begreifen: Wie kann man sich und alle anderen Verkehrsteilnehmer nur solchen Gefahren aussetzen? Dass der Straßenverkehr gefährlich ist, wird von der Anzahl der Unfalltoten im Straßenverkehr jährlich dokumentiert und ist traurig genug. Wie kann es dann sein, dass es so viele hirnlose und rücksichtslose Personen gibt, die meinen das Schicksal herausfordern zu müssen? Es ist für mich unbegreiflich. Vor allem waren nicht nur junge Studenten unter den Bikern, sondern auch ältere Damen und Herren stürzten sich mit dem Fahrrad ins Schneegestöber. Ich bog an der Triumpfpforte ab, Richtung Bergisel. Auf Höhe des Wettercafes erblickte ich ein Polizeiauto, welches im Stau stand. Mindestens 2 Radfahrer überholten die Beamten auf der...

Die FPÖ will das Singen verbieten. Jetzt erst recht! Aufruf zum Flashmob...

Kaum zu fassen ist die Reaktion der Tiroler FPÖ auf das Singen des Chors für Alexander Van der Bellen vergangenen Sonntag vor dem Innsbrucker Stadtturm und vor dem Goldenen Dachl. Mittels Presseaussendung „Skandalwahlkampf der Grünen – Innsbrucker Christkindlmarkt wird für Van der Bellens Wahlwerbung missbraucht“ wird ein Skandal geortet, wo keiner ist. Und sogar eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft wird angekündigt (siehe screenshot). Zum Drüberstreuen strotzt die Aussendung auch vor Falschinformation: Der „Stimmen für Van der Bellen“-Chor war und ist nämlich keine Aktion der Grünen – nein, er wird von „Tirol, es bleibt dabei“ getragen – eine Initiative, die überparteilicher und bunter ist als es der FPÖ lieb sein kann: Von Österreichs erfolgreichstem Skisprungtrainer Alexander Pointner, Ex-EU-Kommissar Franz Fischler oder Ex-Landeshauptmannstellvertreterin Elisabeth Zanon über die mehrfache Boulder-Welmeisterin Anna Stöhr bis zu vielen WIRKLICH besorgten BürgerInnen aus allen Regionen Tirols, ob jung oder alt. Für „Tirol, es bleibt dabei“, bleibt’s dabei: Wir erheben unsere Stimme, ganz egal ob Gern- oder FalschsängerInnen. Wir lassen uns unsere Meinung nicht verbieten und das Singen schon gar nicht! Deshalb laden wir zu einem „Flashmob“ morgen Mittwoch, 30. November, ab 17 Uhr, Annsäule Innsbruck. Gesungen werden unter anderen (die Liedertexte gibt’s vor Ort): „Lasst uns froho und bunter sein!“, „“Es hat sich halt eröffnet, das Briefwahlkuvert“, „Koan Burschengschaftler mog i ned (Koa Hiatamadl mog i ned), … “ Hier für Interessierte die Presseaussendung zur „Skandal!Skandal“ Presseaussendung der FPÖ: Will die FPÖ nun das Singen verbieten? Gelungene Aktion überparteilicher Initiative sorgt offenbar für Nervosität „Nervosität ist ein schlechter Ratgeber“, reagiert die überparteiliche Initiative „Tirol, es bleibt dabei“ auf die heutige Aussendung der FPÖ Tirol „Skandalwahlkampf der Grünen – Innsbrucker Christkindlmarkt wird für Van der Bellens Wahlwerbung missbraucht!“. Denn anders als von FPÖ-Landesparteiobmann Abwerzger behauptet war das...

Die aufgeräumte Stadt

Die aufgeräumte Stadt Innsbruck hat kein Problem mit Alkohol. Innsbruck hat ja ein Alkoholverbot. Innsbruck hat keine Radunfälle. Innsbruck hat ja ein Radfahrverbot. Innsbruck hat keine Bettler. Innsbruck hat ja ein Bettelverbot. Innsbruck hat keine Obdachlosen. Innsbruck hat ja bald ein Im-Freien-Schlafverbot. Innsbruck. Verbote OFF. Verstand...

So schön um den See

Nun scheinen die Würfel gefallen zu sein: Der Naturschutzbescheid für das umstrittenen Hotelprojekt am Obernberger See ist in den letzten Wochen von der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck als zuständige Behörde an die Projektgruppe Natur Refugia ergangen. Ein wunderschönes Naturjuwel in mittelbarer Nähe Innsbrucks, wird hier dem wahrscheinlich kurzfristigen Profitinteresse einer kleinen Gruppe cooler Touristiker geopfert. Der Ort Obernberg scheint gespalten zu sein, die Gemeindeführung spricht sich dafür aus, da man sich wohl eine Zunahme des Tourismus und damit auch von Arbeitsplätzen erwartet. Das Gasthaus, das schon seit längerem geschlossen ist, und das den heutigen Anforderungen eines Gastbetriebes nicht mehr entspricht, soll daher abgerissen werden, obwohl es sich sehr gut in die Naturlandschaft einfügt, während der projektierte Neubau nach der Meinung vieler – nicht zuletzt einer Reihe von dem Modernen und Neuen durchaus aufgeschlossenen Architekt/Innen, aber vor allem auch von Naturliebhaber/innen und nicht zuletzt einer rührigen Bürger/inneninitiative, die fleißig Unterschriften gegen das Projekt gesammelt hat – nicht in die Landschaft passt. Wobei in der ganzen Debatte von den Gegner/innen auch immer wieder die Zweitwohnsitzfrage ins Spiel gebracht wurde. Wie auch immer: so wie es jetzt aussieht, wird es nachher sicher nicht mehr aussehen. Das projektierte Hotel das auch mit in den Boden eingelassenen Containern zusätzliches Bettenpotential lukriert, würde in dieser naturbelassenen Landschaft wohl wie ein Fremdkörper wirken Die ergänzend eingeholten Gutachten zum Landschaftsschutz wurden alle negativ beschieden, obwohl das Gebiet um den Obernberger See schon seit 1935 unter Naturschutz gestellt worden war. Und was hier eine größere Baustelle anrichtet, die zur Einrichtung der Hotelanlage nötig sein wird, kann sich wohl jeder vorstellen, der diese wunderschöne Gegend kennt. Auch die Gefahr eines Versiegens des Sees durch für den Bau der Hotelanlage notwendigen Sprengungen wurde von den Gegner/innen immer wieder ins Spiel gebracht. Allerdings...

Das 130.000-Euro-Ding

Im Stillen hätte es durchgezogen werden sollen. Das 130.000-Euro-Ding. Und irgendwann sollte es vermutlich ganz plötzlich mit großem Pomp und Trara enthüllt werden. Und jetzt, da durchgesickert ist, was da kommen soll: Niemand will es wirklich gewesen sein. Ein Künstler soll einfach so eine 2Meter70 hohe Bronzestatue angefertigt haben. Kann ja schon mal vorkommen, dass einem über Nacht so eine Statue auskommt. Aber kommen soll sie trotzdem: die Statue, die niemand braucht. Um was geht’s: Auf dem Landhausplatz soll diese Bronzestatue des ehemaligen Landeshauptmanns Eduard Wallnöfer aufgestellt werden. 130.000 Euro kostet das Ding. Bekannt geworden sind die Pläne wenige Tage nach der Ankündigung, dass sich zahlreiche Tiroler Sozialvereine auf Subventionskürzungen von 10 Prozent einstellen müssen. Der Budgetdisziplin wegen. Die schwarze Null ist und bleibt das Ziel von Landeshauptmann Platter. Doch anstatt ENDLICH das Landesbudget wirklich komplett auf den Kopf zu stellen, Veraltetes oder gar Unsinniges (das Land finanziert der Bauernkammer etwa Dutzende Posten) endlich zu hinterfragen, kommt der Budget-Rasenmäher. Und man setzt bei denen an, die es am dringendsten brauchen und die es am wenigsten brauchen können, wenn im Sozialbereich derart radikal gekürzt wird. Und nun das. Plötzlich sind 130.000 Euro da. Nein, natürlich nicht aus dem Landesbudget. Wir sind ja kreativ, und wissen aus welchem Topf man sich bedienen muss, damit das heilige Budget unangetastet bleibt. Es sollen 130.000 Euro aus der Landesgedächtnisstiftung sein. Jener Stiftung, von der Walli-Schwiegersohn Landtagspräsident Herwig van Staa der Vorsitzende ist. Jener Stiftung, die der Förderung junger Menschen, sagen wir: junger Talente aus Tirol dient. Siehe https://www.tirol.gv.at/kunst-kultur/landesgedaechtnisstiftung/ Jung ist Eduard Wallnöfer nun wirklich nicht mehr. Er ist seit mehr als 27 Jahren tot. Talent hatte Eduard Wallnöfer sicherlich. Auf der einen Seite ein politisches. Auf der anderen Seite aber auch das zweifelhafte Talent,...

Am Markt. Eine Platzbeschimpfung...

            Sie werden kein Konzert hören. Ihre Neugier wird nicht befriedigt werden. Sie werden nichts hören. Kein Schauspiel. Es wird nicht gespielt. Hier wird nur gelesen. Marktplatz. Wie satt ich Dich habe! Deine Asphaltwüste, Deine unansehnlichen Kamine aus rostfreiem Edelstahl und all die öde Trostlosigkeit. Kalt, leblos und leer. Einst, vor meiner Zeit, warst Du Treffpunkt, Handelsplatz und Nahversorger, Geburtsstätte von interessanten Gesprächen und lebenslangen Liebesbeziehungen. Die jungen Mädchen sind hin- und hergelaufen auf Deinem Areal, die Buben haben fremden Müttern so tief in die Taschen gelangt, dass die Münzen nur so geklimpert haben. Obst- und Gemüsekörbe, prall gefüllt mit allem, was uns die Natur bietet, haben Dein Geviert koloriert. Das leise Rauschen des Inns und der freundliche Gruß der Häuserzeilen gegenüber haben Dich erst zu jenem Kleinod gemacht, das jeder, der Dich betrat, zu schätzen wusste. Eine Schlüsselfigur warst Du und vielbesuchter, frequentierter Schauplatz des Geschehens inmitten unserer Stadt. Welch traurige Gestalt gibst Du heute ab? Schau an, was aus Dir geworden ist, was sie aus Dir gemacht haben, die Bürger und die Verwaltung dieser Stadt. Du bist nichts als ein Dachdeckel, eine in ihrer Bedeutung entwertete Zufahrtsrampe einer Garage, austauschbare Bühne für beliebige Ereignisse und touristische Belustigung, nur noch ein Schatten Deiner selbst. Nur still kannst Du ertragen, wenn sie jetzt wieder mit Baumaschinen über Dich hinwegfegen und in Deinen Eingeweiden wühlen. Leicht machst Du es uns allen damit nicht, schließlich müssen wir Deinen Anblick und Deine schweigsame Traurigkeit ebenso ertragen. Tag für Tag, wenn wir an Dir vorüberziehen. Was könntest Du nicht alles sein, voll Anmut und Grazie? Aber nein, Du wolltest es anders, wolltest etwas Neues sein, etwas, das den politisch vorgezeichneten Abgesang nicht erkannt, sondern ihm widerstandslos zugestimmt hat....