Winter, du kalter Geselle...

  Langsam geht uns dieser Winter mit seiner  Kälte wohl schon auf die Nerven, vor allem weil wir sie nicht mehr gewohnt sind. Laut Meteorologen hat uns heuer der kälteste Winter seit 1987 fest im Griff, informiert uns heute der STANDARD. Und viele mögen da schon ein wenig an den vielzitierten Klimawandel zu zweifeln beginnen. Nur dass dieser Winter noch kein Argument gegen jenen ist, da es nur eine Frage der Statistik ist, wie oft solche kalten und strengen Winter in einem Jahrzehnt vorkommen. Während also die Winter der letzten dreißig Jahre eher milder waren als eben der heurige, so haben sich Winter, wie wir ihn heuer erleben, in früheren Jahrzehnten eben viel häufiger ereignet. Soweit zur Wetterstatistik. Aber wäre alles nur Statistik, wäre es nicht weiter schlimm, wäre nicht auch das Elend von vielen Menschen, die sich in diesen kalten Zeiten im Freien herumschlage müssen. Die Notschlafstellen haben Hochbetrieb, und Menschen, die auf der Straße schlafen müssen, sollten dies wohl jetzt nicht mehr tun müssen, so ist zumindest zu Hoffen. Dass der Winter auch nicht mit Schönheit geizt, davon kann uns ein kleiner Spaziergang durch die Stadt oder auch in die ländliche Umgebung überzeugen. Seien es Schneelandschaften, oder eine Eisechse  wie hier in Mariahilf, oder auch mal eine Frucht, die wohl ungewollt in den Schnee gefallen ist oder dort abgelegt wurde. Oder eine schöne alte Villa präsentiert sich in ihrem Winterkleid udn hätte uns uns wohl viel zu erzählen von kalten und weniger kalten Wintern. Manchmal ist es vielleicht auch ein schon etwas in die Jahre gekomenes Verkehrsschild, das seine Botschaft einfach verloren...

Echte Männer singen (nicht) ?!...

Ich gestehe, ich habe ein Hobby. Ich bin leidenschaftliche Chorsängerin und es gibt in jedem gemischten Chor ein Dauerthema, das unter den Nägeln brennt. Wo sind die singenden Männer? Es grenzt schon fast an Manie, wenn die singenden Damen beinahe jedes männliche Wesen in der Umgebung auf Gesangstauglichkeit und vor allem -willigkeit prüfen. Es wird gefleht und gewinselt und ich hörte, manchmal wird Bier als Bestechungsmittel angeboten. Allein, die Herren der Schöpfung wollen nur in der Minderzahl ihre Umgebung mit ihren Stimmen erfreuen. Liebe Männer ich verrate euch ein Geheimnis. Ihr werdet wahrscheinlich in keiner anderen Gruppe so geschätzt wie in einem Chor. Die singenden Damen hegen und pflegen ihre Mitsänger. Tenöre und Bässe werden eifersüchtig bewacht, damit sie nicht von der Konkurrenz abgeworben werden. Sie werden umschwänzelt, man sorgt sich um ihr Wohlergehen und auch für die Partnerschaftsanbahnung bieten Chöre gegebenenfalls ein wunderbares Spielfeld, denn die männlichen Gegenspieler sind zahlenmäßig stark reduziert und meist schon in festen Händen. Sänger, Single, wunderbar 🙂 Männer traut euch!! Man erwartet von euch ja nicht, dass ihr á la Musical bei jeder sich bietenden Gelegenheit schmachtend in Gesang ausbrecht, ihr müsst auch nicht von Anfang an perfekt sein. Chorgesang braucht Übung, das ist klar, aber dafür gibt es auch Proben. Freude am Singen ist wichtig, der Rest kommt, wenn ihr nicht vollkommen unmusikalisch und ataktisch seid, mit der Zeit fast von allein. Kommt, singt mit, ein Chor ist sicher auch in eurer Nähe, vielleicht erschallt dann in nächster Zeit häufiger: „It’s raining men! Hallelujah!“   Alles Liebe Euer Plaudertäschchen   PS: Und gesund ist das Ganze auch noch!! https://www.medizinpopulaer.at/archiv/medizin-vorsorge/details/article/singen-ist-medizin.html Und wer auf Chorsuche ist, dem darf die Seite des Sängerbundes ans Herz gelegt werden:...

Silvester im Licht

Er fragte sich, ob es laut war und viel geknallt wurde an diesem Silvester.  Und ob er dann am besten gar nicht aus dem Haus hätte gehen sollen, um sich nicht einen Gehörschaden zu holen, wenn etwa direkt neben ihm oder vor oder hinter ihm ein Silvesterknaller losgegangen wäre. .Aber jetzt war er ja schon hier, und mit der Knallerei musste er dann klar kommen, wenn er wieder nach Hause ging.  So klappte er die Mappe auf, in der sich die Speisekarte befand. Er hörte am Nebentisch zwei Frauen sich Gespenstergeschichten erzählen. Und zwei andere am anderen Nebentisch sich gegenseitig Neujahrsvorsätze schwören. Er hätte die Kellnerin gerne zu einem Glas Champagner eingeladen, und noch lieber hätte er ihr mit seinem Kugelschreiber dabei die beiden Worte „Süße Maus“ auf ihren Arm geschrieben.  Er tat aber keines von beiden, weil die Kellnerin keine Zeit für so etwas hatte, auch keine Zeit für ein  Gespräch, welches ja erst die Voraussetzung für so etwas gewesen wäre. So war es nur bei einem unverbindlichen Gedankenspiel geblieben. Und die Frage, wie weitermachen und wie es überhaupt weiterging mit ihm, war dann doch heftiger gewesen und hatte sich über erstere Überlegung gelegt und hatte wohl noch nach weiteren Fragestellungen verlangt. Und im Übrigen wusste er auch nicht, ob nicht der schon etwas ältere Mann, der ihm schräg gegenübersaß, nicht in den nächsten Minuten durchdrehte, so ernst sah er aus, saß allein bei seinem Bier, und viel Grobkörniges mochte durch seinen Kopf gehen. So wie auch durch seinen Kopf viel Grobkörniges ging. Der Silberflitter am Kleid der jungen Frau, die ein paar Tische weiter saß. „Und gehen sie mit uns …“ hörte er am Nebentisch jemanden zu seinem Gegenüber sagen. Die Spiegelung im Fenster, die das normalerweise...

Lasst uns froho und bunter sein!...

Bundespräsidentschaftswahlqual. Es ist alles gesagt. Es ist alles gefragt. Es wurde noch nicht alles gesungen. Eine spaßige Chorprobe im wunderschönen Treibhaus-Turm. Mit Gernsingern, Falschsingern und -innen. Wir erheben unsere Stimmen zu umgetexteten Adventsweisen und Hadern aus Koschuh’scher Feder. Dem Norbert Pleifer seine Idee. Samt Hirnschmalz von Vielen. Das wird eine Gaudi, ein Spaß, ein Riesenspaß unter der musikalischen Leitung von Sigi Portugaller. Lasst uns froho und bunter sein! JEDEN SONNTAG AB 17 UHR. AUCH HEUTE. TREIBHAUS-TURM: KOMM, SING MIT. STIMMEN FÜR VAN DER...

Das 130.000-Euro-Ding

Im Stillen hätte es durchgezogen werden sollen. Das 130.000-Euro-Ding. Und irgendwann sollte es vermutlich ganz plötzlich mit großem Pomp und Trara enthüllt werden. Und jetzt, da durchgesickert ist, was da kommen soll: Niemand will es wirklich gewesen sein. Ein Künstler soll einfach so eine 2Meter70 hohe Bronzestatue angefertigt haben. Kann ja schon mal vorkommen, dass einem über Nacht so eine Statue auskommt. Aber kommen soll sie trotzdem: die Statue, die niemand braucht. Um was geht’s: Auf dem Landhausplatz soll diese Bronzestatue des ehemaligen Landeshauptmanns Eduard Wallnöfer aufgestellt werden. 130.000 Euro kostet das Ding. Bekannt geworden sind die Pläne wenige Tage nach der Ankündigung, dass sich zahlreiche Tiroler Sozialvereine auf Subventionskürzungen von 10 Prozent einstellen müssen. Der Budgetdisziplin wegen. Die schwarze Null ist und bleibt das Ziel von Landeshauptmann Platter. Doch anstatt ENDLICH das Landesbudget wirklich komplett auf den Kopf zu stellen, Veraltetes oder gar Unsinniges (das Land finanziert der Bauernkammer etwa Dutzende Posten) endlich zu hinterfragen, kommt der Budget-Rasenmäher. Und man setzt bei denen an, die es am dringendsten brauchen und die es am wenigsten brauchen können, wenn im Sozialbereich derart radikal gekürzt wird. Und nun das. Plötzlich sind 130.000 Euro da. Nein, natürlich nicht aus dem Landesbudget. Wir sind ja kreativ, und wissen aus welchem Topf man sich bedienen muss, damit das heilige Budget unangetastet bleibt. Es sollen 130.000 Euro aus der Landesgedächtnisstiftung sein. Jener Stiftung, von der Walli-Schwiegersohn Landtagspräsident Herwig van Staa der Vorsitzende ist. Jener Stiftung, die der Förderung junger Menschen, sagen wir: junger Talente aus Tirol dient. Siehe https://www.tirol.gv.at/kunst-kultur/landesgedaechtnisstiftung/ Jung ist Eduard Wallnöfer nun wirklich nicht mehr. Er ist seit mehr als 27 Jahren tot. Talent hatte Eduard Wallnöfer sicherlich. Auf der einen Seite ein politisches. Auf der anderen Seite aber auch das zweifelhafte Talent,...

Christine Oppitz-What?

                In dieser Stadt wird nicht nur digital, sondern auch analog geflüstert. Wichtige und weniger wichtige Dinge werden besprochen, hinter und vor vorgehaltener Hand. Kürzlich wurde ich Ohrenzeuge einer nur auf den ersten Blick alltäglichen Begegnung, auf den zweiten Blick aber umso interessanteren Gesprächs. Die zwei ungleichen Gesprächspartner waren ein afroamerikanischer Tourist, sportlich, Ende zwanzig, mit Turnschuhen, T-Shirt und einer gespiegelten Sonnenbrille, und ein cirka fünfzigjähriger Einheimischer, gekleidet mit grauem Pullover, gescheitelter Frisur und braunem Haar. Ich nenne die beiden, deren Namen ich nicht kenne oder kannte, Helmut und Steve. Abgespielt hat sich das Ganze im belebten Gastraum eines beliebten Altsatdtcafes. Steve: Excuse me Mister, may I take a seat? Helmut: Wie bitte? Steve: (deutet auf einen freien Sessel) Free? Helmut: Achso, ja. Setzen Sie sich. Sit down. Steve: Thank you, Mister. I appreciate that. Helmut: Danke, ich auch. (Beide bestellen. Steve ein Glas Coca Cola, Helmut eine Melange mit einem großem Glas Wasser.) Steve: Sorry, Mister. I have a question. Helmut: Was willsch? Steve: How do you call god in this city? Helmut: Wie? Steve: God. How do you call him? Helmut: Gott? Na, Gott gibt´s da keinen. Steve: I mean, how do you call the mayor? Helmut: The Mayor? Achso, der Bürgermeister. He is called Christine Oppitz-Plörer. Steve: Oppitz what? Helmut: Plörer. Steve: What´s a Plörer? Helmut: I don´t understand. Steve: What´s a Plörer? Helmut: Nein, nicht Plörer. Christine Oppitz-Plörer. Steve: Ok. So, what does this lady, Misses Oppitz-Plörer stand for? Helmut: Bei der ÖVP. Äh, nein. Bei für Innsbruck. Steve: No, no, Mister. I didn´t mean where she’s actually standing. What are her political aims? Politics? Helmut: Ja, Politik, genau. Bürgermeisterin. Steve: Ok, let´s try it another way. What...