Erste Innsbrucker Songwerkstatt – Eindrücke...

Schön und gut besucht war er, der erste Termin der Innsbrucker Songwerkstatt im Wonnemonat Mai, so schön, dass ich dorthin eingeladen wurde, ein paar Fotos zu machen und Thomas Riesner plant, sie auf 10 Termine zu erweitern. Einige Grundlagen des Songwritings wurden vermittelt (z.B. Bridge, Refrain, Chorus, Silbenspiel, Hook) und es konnten mitgebrachte eigene Songs vorgetragen werden – in einem von Thomas Riesner humorvoll und offen gestalteten Ambiente. Nachdem ein Song präsentiert wurde, gab es eine Feedback Runde, was ja bei künstlerischem Schaffen extrem wichtig ist, damit die Wirkung des Kreierten ausgetestet werden kann. Thomas nannte den anschließenden Programmpunkt die „Schlaumeier Runde“, also so quasi: Ich bin jetzt schlau und sage dir, was an deinem Song noch verbessert werden könnte. Interessant die Eindrücke der Anderen zu hören und neuen Input zu bekommen, was ja beim Schreiben im stillen Kämmerlein zu kurz kommen kann. Zudem wurde ein von einer großen Plattenfirma abgelehnter Song einem angenommenen Song gegenübergestellt – jeweils von der gleichen Band. Zum Schluss ein Spruch von Thomas, der mich schmunzeln ließ: Intelligente Menschen vergessen viel (etwa ihre eigenen Songtexte oder sonstige Sachen, berühmtes Beispiel Sängerin und Songwriterin Sia). Songwriting Workshop Termine: 11. Juni, 9. Juli, 6. August, 10. September um 14 Uhr im Spielraum für Alle Innsbruck. Intensivkurs an der Landesmusikschule Mittleres Oberinntal im Schuljahr 2017/18, wöchentlich Mittwoch abends in Stams. Info und Anmeldung auf www.song-werkstatt.at...

Innsbrucks moderne Kirchenbauten … Theresienkirche auf der Hungerburg...

Der erst im beginnenden Zwanzigsten Jahrhundert besiedelte Innsbrucker Stadtteil Hungerburg, auch „Hoch-Innsbruck“ genannt, besitzt neben schönen alten und auch modernen Villen, dem ehemaligen Hotel Mariabrunn von Siegfried Mazzagg, der Talstation der Nordkettenbahn von Franz Baumann auch die „älteste“ der modernen Innsbrucker Sakralbauten:  die Pfarr- und Wallfahrtskirche Zur Heiligen Theresia vom Kinde Jesu. Ein schlichter und sich gut in die Landschaft und Siedlung einfügender Bau, durch seine quaderartigen Form ein klein wenig an eine Burg erinnernd, vor allem aber durch seine Fresken von Max Weiler bekannt geworden.  . Die Gegend der Hungerburg war früher ein Waldgebiet und wurde dann von wohlhabenden Innsbrucker Bürgern mit Villen besiedelt, wohl nicht zuletzt des beeindruckenden Panoramas wegen. Bereits um 1840 erwarb ein Andreas von Attlmayr ein Stück der Gramartwaldung und erbaute sich darauf in Sommerhaus, dem er den Namen „Neuhof Mariabrunn“ gab, in dem auch Wanderer verpflegt wurden. Dabei soll der Tiroler Dichter Adolf Pichler eine so karge Mahlzeit bekommen haben, dass er den Ort als „Hungerburg“ bezeichnet hat. Soweit zur Namensherkunft. Es gab also nie dort oben eine Burg, in der man Menschen verhungern ließ, wie man  vielleicht annehmen möchte. Aus dem ursprünglichen Ausflugsziel war dann schon bald mal eine kleine Siedlung geworden, die dann mit dem Bau der Hungerburgbahn – der 1905/6 errichteten ehemaligen Standseilbahn, deren Betrieb 2005 eingestellt und durch die von der berühmten Architektin Zaha Hadid geplante Neue Hungerburgbahn ersetzt wurde – erschlossen und zu einem beliebten Ausflugsziel geworden ist. Nun aber zur Kirche. Diese wurde nach der Grundsteinlegung 1931 in nicht einmal einjähriger Bauzeit 1932 geweiht. Die Pläne dazu stammen vom Innsbrucker Architekten Siegfried Thurner. Die schnelle Bauzeit verdankt sich wohl nicht zuletzt einer heute kaum mehr nachzuvollziehenden Begeisterung für den Bau einer neuen Kirche, so wenn man etwa...

„Weil wir hier leben“: Österreich – Türkei im Spannungsfeld...

Fishbowl Diskussion DI 13.06.2017, 19:30 Uhr Die Bäckerei – Kulturbackstube, Dreiheiligenstraße 21a, 6020 Innsbruck Die in den 1960er-Jahren beginnende Anwerbung von Arbeitskräften aus der Türkei führte zu einem kontinuierlichen Anwachsen der türkischstämmigen Community. Während die Integration dieser Menschen in die österreichische Gesellschaft viele Aufs und Abs erlebt hat, ist es derzeit vor allem die Politik des türkischen Präsidenten Erdo?an, die zu einer hohen Aufmerksamkeit auf Menschen mit türkischem Migrationshintergrund führt. Aber ist diese Aufmerksamkeit gerechtfertigt und wie stark ist der Einfluss der türkischen Politik tatsächlich? In welchem Spannungsverhältnis leben Menschen mit türkischen Wurzeln und wie steht es um türkischstämmige KritikerInnen der AKP-Regierung? Sind die islamisch-konservativen Entwicklungen in der Türkei hinderlich für die Integration und führt der politische Rechtsruck in Österreich zu einer Zunahme des Spannungsverhältnisses für Menschen mit türkischem Migrationshintergrund? Darüber diskutieren: Yeliz Kondul (Integrationsbotschafterin, ZUSAMMEN:ÖSTERREICH) Nihat Alp (ehemaliger Vorsitzender des Tiroler Integrationszentrums) Moderation Martin Haselwanter (Südwind Tirol) Fishbowl Diskussion DI 13.06.2017, 19:30 Uhr Die Bäckerei – Kulturbackstube, Dreiheiligenstraße 21a, 6020 Innsbruck Die Südwind-Veranstaltung wird im Rahmen des Projekts SISUMMA...

Kunst: Der kritische Punkt ist erreicht....

Es ist ein ziemlich sattes Programm, das vier Studentinnen da auf die Beine gestellt haben. Es ist zugleich ein Symposium, das es in der Dichte in Tirol meines Wissen noch nie gegeben hat. Man kann nur sagen: Wow. Und ich freue mich, am zweiten Tag den Konzertabend u.a. mit Mieze Medusa eröffnen zu dürfen. In meinem Handgepäck eine romantische Performance zu Klängen von Jean Sibelius: „Tiroler Identität in einer-Dur“. Schaut euch das Programm an (link am Ende des Textes), sucht euch das für euch besonders Interessante raus und geht hin. Das kann wirklich was. Fest steht: Am 1. und 2. Juni steht Innsbruck ganz unter dem Motto „K[uns]T als gesellschaftskritisches Medium“. Hier die Kurzinfo zum Symposium – der Eintritt ist frei wie ein Vogerl: Veranstaltungsreihe K[uns]T als gesellschaftskritisches Medium Vor über einem Jahr haben sich vier Studentinnen entschieden, sich dem Thema „Kunst als gesellschaftskritisches Medium“ zu widmen und dabei ein fächerübergreifendes Symposium zu organisieren. Folgende Fragestellungen haben sie dabei inspiriert: Inwiefern kann Kunst dazu beitragen, gesellschaftlichen Widerstand zu leisten? Inwiefern ist Kunst vielleicht immer schon politisiert? Inwiefern lässt sie sich als Vehikel von Gesellschaftskritik begreifen, die uns als BürgerInnen einer Gesellschaft betrifft? Schließlich: Wie zeigt sich das Verhältnis von Kunst und Kritik? Diese Fragen sollen eine pluralistische Diskussion entzünden, die für das Spannungsfeld von Kunst, Gesellschaft und Kritik sensibilisiert. Dabei steht der wissenschaftlichen Beschäftigung mit diesem Thema ein praxisnaher und künstlerischer Zugang gegenüber, der eine Ausstellung, Konzerte und Performances einschließt. Hard Facts: Symposium K[uns]T als gesellschaftskritisches Medium | 1.-2. Juni 2017 um 9:00 Uhr | Archäologisches Universitätsmuseum, Innrain 52. 3. Stock mit Vorträgen, Workshops, Performances und Diskussionen von Veronika Berti, Irmgard Bibermann, Noelia Bueno-Gómez, Gerhard Donhauser, Kurt Drexel, Christian Glanz, Sandra Hupfauf, Lukas Ladner, Raphael Lepuschitz, Chris Moser, Andreas...

Frühjahrsputz im Kleiderschrank...

Kleider machen ja bekanntlich Leute. Manchmal machen Kleider Leute auch verrückt, weil sie nämlich zu viele davon haben und diese sich unübersichtlich im Kleiderschrank türmen. Angezogen wird im Endeffekt dann immer das Gleiche, nämlich das, was gut erreichbar ist. In den hinteren Reihen türmen sich neben tief bereuten Fehlkäufen auch längst vergessene gute Stücke, in die man wieder reinwachsen will oder die man sich für besondere Anlässe vorbehält. Kurz gesagt: Im Kleiderschrank mischen sich Fehler aus der Vergangenheit mit Zukunftsvisionen und nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was wir dort vorfinden, spiegelt die gegenwärtige Lebensrealität wider – auf der ständigen Suche nach Veränderung, Verbesserung, letztendlich nach sich selbst. Die Modeindustrie freut sich und wir verlieren dabei ziemlich schnell den Blick auf das Wesentliche. Frühjahrszeit ist dabei vielleicht die perfekte Zeit, um Bilanz zu ziehen und einen realistischen Blick hinter die Kulissen der eigenen (Typ-)Veränderung zu werfen. Wer möchte nicht entschlackt und leicht in den Sommer starten? Weil es manchmal ja schwerfällt, auf eigene Faust aktiv zu werden, lohnt es unter Umständen, sich externes Expertenwissen zu Nutze zu machen. Gerade feiert im Netz die japanische Aufräumexpertin Marie Kondo Hochkondor äh -kontur. Ihr Tipp: Raus mit ALLEM und im Zimmer auf einen großen Haufen werfen. Ja, das kann schon mal den ein oder anderen beeindruckten Aha-Moment hervorrufen und vor allem die Frage: Brauche ich das alles WIRKLICH? Sehr gut, damit ist ein erster Schritt getan, das eigene Konsumverhalten zu überdenken. Der nächste Schritt besteht laut Kondo darin, jedes Kleidungsstück einmal in die Hände zu nehmen und sich dabei zu fragen: Macht dieses Ding mich glücklich? Wird diese Frage intuitiv mit Nein beantwortet, wird es aussortiert. Für weniger emotional geleitete Faktenfreaks empfiehlt sich für derartige Entscheidungsprozesse vielleicht eher eine persönliche Langzeitstudie: Dabei werden...

Wie Wir Leben Wollen: Zentrum und Peripherie...

Zahlreiche richtungsweisende politische Entscheidungen der jüngsten Vergangenheit haben aufgezeigt, dass in vielen Fällen das Stadt-Land-Gefälle einen sehr bedeutsamen Einflussfaktor darstellt. Lässt sich das Paradoxon, dass in einer vernetzten Welt, in der räumliche Distanz oftmals keine Rolle mehr zu spielen scheint, neue Barrieren zwischen Zentrum und Peripherie auftun, auch im Kulturbetrieb nachweisen? Und wenn es so sein sollte, was bedeutet dies für Kultur und Gesellschaft?       Zum Thema geladene Diskutanten_innen: Marc Deiser (Gemeinderat, Grinzens) Helene Schnitzer (Tiroler Kulturinitiativen, TKI) Tobias To?pfer (UIBK, Geographie) … Philipp Wastian (Alternative Kulturwerkstatt, Schwaz) Wann: 28. Mai 2017, 18:00 Uhr Wo: Spielraum für Alle, Franz-Fischer-Straße 12...