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Wie wird es mit uns weitergehen?

Immer mehr schleichen sich bei mir Zweifel ein, ob denn alles nach der Corona-Pandemie so werden wird wie es früher gewesen ist. Ich meine jetzt das kulturelle Leben, ja ganz allgemein das Alltagsleben wie wir es bis jetzt gekannt haben. Auch wenn es die Impfung mal großflächig geben wird, also alle geimpft werden können, die es möchten, dann heißt das ja noch immer, dass wir uns testen lassen müssen, wenn wir etwa eine kulturelle Veranstaltung – ein Kino etwa oder ein Konzert oder ein Theater – besuchen wollen, zumindest so lange, wie die Impfungen nicht flächendeckend verabreicht werden können, weil zu wenig Impfstoff da ist oder sich einfach auch nur zu wenige impfen lassen wollen. Auch wenn wohl jeder aus dem jetzigen Zustand raus will, sich impfen zu lassen schließt er oder sie dann wahrscheinlich aus Angst vor diversen Nebenwirkungen doch eher noch aus.

Nun, ich kann nur für mich reden, aber ich habe bis jetzt dreimal einen Corona-Test gemacht, und der war äußerst unangenehm. Im Rachen geht bei mir gar nicht, wegen des Würgereflexes, und in der Nase tut es ziemlich weh. Also wenn ich daran denke, ich muss mich dieser Prozedur vor jedem Kino- oder Konzertbesuch unterziehen, dann weiß ich nicht, ob ich es dann nicht lieber lasse, vor allem, weil ich mir auch nicht sicher, bin ob dieses permanente „Nasenbohren“ nicht auch zu Gewebeschäden führen kann. Wurde uns nicht schon als Kindern beigebracht, dass wir nicht mit dem Finger in der Nase bohren sollen, weil das zu Verletzungen oder sonstigen schädigenden Folgen führen kann? Einmal kann man es ja in Kauf nehmen, so wie eine unangenehme Untersuchung vielleicht, die wir über uns ergehen lassen, weil es eben wichtig ist, wenn wir eine Krankheit haben, oder auch, wenn es im Sinne einer medizinischen Vorsorgeuntersuchung ist. Aber so einfach vor jedem Gasthaus- oder Restaurantbesuch? Bleibe ich da nicht lieber zu Hause und koch mir selber was? Schaue mir Filme im Fernsehen oder auf Netflix an?  Auch Theaterproduktionen werden ja seit Neuem wieder im Fernsehen übertragen. Konzerte kann ich im Radio hören, wie ja vor Corona auch schon. Und Lokalbesuche …?

Zugegeben, sie gehen mir schon ab. Vor allem weil es dabei ja nicht zuletzt auch darum geht, nicht nur ein bestimmtes Getränk zu konsumieren, sondern weil es dabei ja auch um den Kontakt zu Menschen geht, die ich gerne sehe, kurz: um den sozialen Kontakt und Austausch, der wichtig für die Psyche des Einzelnen und auch die Gemeinschaft ist. Sind wir doch soziale Wesen.  Das alles hat sich die letzten Monate ja leider auf ganz wenige – meistens zufällige – Begegnungen auf der Straße oder im Supermarkt reduziert. Oder halt im Freien, wozu es jetzt leider noch zu kalt ist. Zugegeben, das wird sich die kommenden Monate ja ändern, wenn es wieder wärmer wird. Nur werden da dann nicht auch die Menschenansammlungen naturgemäß wieder größer werden, und damit auch die Infektionsgefahr wieder steigen? Worauf ich aber hinauswill, ist für mich die Frage, die ich mir schon seit längerem stelle: Wie kann unsere soziale Welt unter diesen Umständen wieder in die normalen Gänge kommen?

Als vor nunmehr fast einem Jahr der ganze Wahnsinn – ich wähle bewusst dieses Wort, will es jetzt aber nicht im Sinne der Corona-Leugner verwendet wissen – begonnen hatte, waren wir alle zuerst ein wenig ungläubig. Nahmen die damals erstmal verordneten Maßnahmen aber im Großen und Ganzen ernst. Wir erinnern uns ja noch an die damals menschenleeren Straßen und Plätze, an das plötzliche Herunterfahren aller kulturellen Aktivitäten etwa in dieser Stadt, der Absage des Osterfestivals etwa, dem Schließen der Kinos und nicht zuletzt eben auch der Gastlokale und Cafés. Ja selbst die Kirchen hatten ihre Aktivitäten heruntergefahren, und dass selbst beim höchsten kirchlichen Fest, dem Osterfest. Etwas, was noch vor wenigen Jahrzehnten wohl undenkbar gewesen wäre.

Da rechneten wir allerdings nicht damit, dass dieser verordnete Lockdown – damals redete man auch noch öfter vom sogenannten „Shutdown – wohl nicht länger als höchstes ein, zwei Monate dauern wird. So konnten vielleicht viele erst mal die so verordnete Ruhe genießen. „Es wird wieder vorbeigehen“, dachten wir, und tat es dann auch, als es dann so ab Mitte Mai wieder langsam aufwärts ging, nicht mit den Zahlen von Corona-Infizierten – die waren ja erst mal ein wenig runtergegangen – sondern eben mit den diversen kulturellen Aktivitäten. Man konnte wieder ins Kino gehen, in die Museen, die wieder geöffnet hatten. Und auch Restaurantbesuche waren wieder möglich.

Dann kam die große Reisezeit, ein Verhängnis, wie ich denke, dem die Verantwortlichen in der Regierung hätten gegensteuern müssen. Denn ab Herbst ging es – wohl nicht zuletzt aufgrund der vielen Reiserückkehrer/innen – wieder aufwärts mit den Infektionszahlen, und zwar horrende! Es war die zweite Welle, was man nur lange nicht wahrhaben wollte. Und darauf folgte, was wohl folgen musste, der zweite Lockdown, Und nach einem schon völlig reduzierten Weihnachtsfest ohne Glühkindlmärkte und großen Umarmungen, der dritte Lockdown. Und jetzt wie es aussieht, stehen wir schon vor dem vierten? Die Zahlen würden es wohl hergeben, im Gegensatz etwa zu der schon öfter für Ende März angekündigten Öffnung mit Ende März.  Und je länger das Ganze geht, frage ich mich, wie wir da überhaupt wieder rauskommen? Was wird von all den vielen Kultureinrichtungen am Ende diese Zeit überleben? Wie viele Hotels, Restaurants, Szenelokale, wo wir immer gerne hingegangen sind? Etwa dann, wenn sie nur mit Tests betreten werden dürfen? Wer tut sich das an?

Und an eben diese Frage schließt sich für mich gleich die weitere an, nämlich die nach der Verantwortung für dieses ganze Desaster. Die Pandemie ist keine Naturkatastrophe, so sehe ich es zumindest. Sie hat zumindest nach heutigem Wissensstand in China ihren Ausgang genommen, nachdem dort von Wildtiermärkten schon zweimal schwere Seuchen ausgebrochen waren, denen man weltweit zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat. Vor kurzem erst hat sich eine Delegation der WHO nach China aufgemacht, um die Ursachen der Pandemie dort zu erforschen. Viel hat sie dabei wohl nicht herausgefunden, zumindest wurde nichts davon berichtet.Im Geegnteil, dort wird an einem eigenen Narrativ festgehalten, das da lautet, die Pandemie wäre aus den USA eingeschleppt worden.

Das wirft für mich ein bezeichnendes, ja bedrohliches Licht auf eine Situation, der die Weltgemeinschaft ausgesetzt ist. Was wird hier vertuscht? ist das Virus am Ende vielleicht doch aus einem Labor ausgebrochen? Eine Innsbrucker Wissenschaftlerin hat hierzu geforscht, dann wurde das alles – für manche zu schnell – aber als nicht stichhaltig verworfen. https://www.afeu.at/gesellschaft/2021/01/19197/unter-uns-verschworern/ Auch wenn der Schaden angerichtet ist und nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, so scheint mir doch die Frage nach der Ursache der Katastrophe zumindest in die Mainstreammedien doch etwas unterbelichtet zu bleiben. Vor allem wenn man daran denkt, dass diese Seuche ja sicher nicht die letzte gewesen sein wird, wie ja auch von kompetenter Seite immer wieder betont wird.

Auch denke ich, ob ein strenger Lockdown, der dann auch eingehalten wird, nicht das kleinere Übel wäre, als das immer wieder Auf- und Zusperren der Geschäfte und Lokale. Näheres dazu unter https://zero-covid.org/ so wie es Neuseeland und Australien gemacht haben. In Neuseeland wurde etwa die Stadt Auckland nach nur einer Corona-Infektion unter Quarantäne gestellt. In Österreich werden Orte oder Städte nur nach langer Vorlaufzeit geschlossen, bzw. man kann sie nur mit einem negativen Testergebnis verlassen. Wiener Neustadt ächzt schon unter dieser Aufgabe, und wie streng sie dann reglementiert wird, sei dahingestellt.

Abschließend: Meine Hoffnungen auf ein normales Leben wie vor Corona-Zeiten schwinden jedenfalls von Woche zu Woche mehr. Und was wir da alles hatten und selbstverständlich und unhinterfragt genießen durften, das werden wir erst langsam vermissen, so wie das Atmen einer geliebten dahingegangenen Person vielleicht. Oder einfach auch nur als die Abwesenheit des halb Nahen und halb Fremden, mit dem wir uns doch immer verbunden gefühlt haben.

Helmut Schiestl

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