Vortrag & Podiumsgespräch: Trotz Fleiß kein Preis

Inzwischen ist längst bekannt, dass eine gute Ausbildung, Flexibilität und Praxiserfahrung längst nicht mehr ausreichen, um einen guten, halbwegs abgesicherten Job zu ergattern. Gerade junge AkademikerInnen erleben die Zeit nach Abschluss ihres Studiums oft als sehr ernüchternd: Wenn überhaupt erhalten sie eine befristete Anstellung oder die Möglichkeit zur Projektmitarbeit.

 

Die Selbst-Ausbeutung mit der vagen und ungesicherten Verheißung „Irgendwann wird es schon was werden“ bedeutet Unsicherheit und Existenzangst einer ganzen Generation. Einmal mehr sind besonders Frauen von der Misere betroffen: Über ein Drittel der abhängig beschäftigten Frauen arbeitet bereits weniger als die „Normalarbeitszeit“. Zeiten der Unterbrechungen stellen in ihrer Erwerbsbiografie schon lange das „Normalarbeitsverhältnis“ dar. Das bedeutet meist den Verlust der eigenständigen Existenzsicherung und Armut im Alter.

 

Die Angst vor Erwerbslosigkeit und Armut im Alter macht die Beschäftigten erpressbar und verschärft die Konkurrenz verschiedener Beschäftigtengruppen untereinander. Von Arbeit muss man leben können – und Frau auch. Und zwar während der Zeit der Ausbildung, der Berufstätigkeit und vor allem später im „Ruhestand“. Um das zu erreichen, brauchen wir Allianzen von verschiedenen Beschäftigtengruppen und gesellschaftlichen Kräften.

 

Zum Thema Trotz Fleiß kein Preis. Prekäre Arbeit – prekäres Leben?

veranstaltet der Arbeitskreis Wissenschaft und Verantwortlichkeit einen Vortrag von Gisela Notz

 

Datum: Mi, 30. Mai 2012, 19:30 Uhr
Ort: Hörsaal 3, SoWi, Universitätsstr. 15, 6020 Innsbruck

 

Die anschließende Diskussion moderiert Alexandra Weiss (Koordinatorin im Büro für Gleichstellung und Gender Studies der Universität Innsbruck, Politikwissenschafterin, freie Wissenschafterin und externe Lektorin)

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