#unibrennt ausgebrannt? – Geiwimax ist weg

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Am Freitag, 20. März 2015 wurde der #unibrennt-Raum, welcher sich im Eingangsbereich vom GeiWi-Turm befand, auf Veranlassung vom Vizerektorat für Infrastruktur
verschlossen.

Diesen Raum gab es seit der #unibrennt-Bewegung und wurde 2009 vom damaligen Rektor Karlheinz Töchterle den Studierenden als Ersatz für das besetzte SoWi-Max überlassen. Der Raum war der einzige selbstverwaltete autonome Raum an der Leopold Franzens Universität und wurde von vielen Menschen gerne genutzt.

Dieser Raum bot vielen verschiedenen Personen mit verschiedenen Bedürfnissen einen Platz. Er wurde als kritischer Raum genutzt, um sich dort mit gesellschaftlichen, politischen, sozialen Problemen zu befassen und darauf aufmerksam zu machen, wie z.B. in den vergangenen Monaten auf die Lebensmittelverschwendung.

Auch wurden hier das Lehrveranstaltungsangebot der kritischen Uni geplant und vorbereitet. Viele Studierende nutzten den Raum auch als Lern- und Arbeitsraum und bereiteten dort Gruppenarbeiten vor. Studierende konnten sich hier treffen, vernetzen, austauschen, zusammenkommen und weiterbilden. Auch wurde er gerne als Erholungsraum genutzt, zum sich-zurückziehen und kurzem Ausruhen, um sich dann wieder dem Unialltag stellen zu können.

Es gab schon seit längerer Zeit Verhandlungen mit dem Vizerektorat für Infrastruktur, aber am Samstag, 14. März, überfiel uns die Ankündigung von Frau Anke Bockreis, dass der Raum innerhalb von 6 Tagen ausgeräumt werden muss, da er dann verschlossen wird. Auf unsere Bitte, um eine Verlängerung der Frist, haben wir leider eine definitive Absage bekommen. Der Raum wurde am Freitagabend versperrt, die Schlösser ausgetauscht, die Informationen von der Tür gerissen und somit alle Spuren der #unibrennt-Bewegung gelöscht.

Jetzt aber müssen wir aber von diesem Raum Abschied nehmen, da der einzige Freiraum an der Leopold-Franzens Universität, nicht erwünscht ist. Die Universität kann zwar ein Ort der Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten und auch problematischen Fragestellungen sein, aber für eine praktische Umsetzung der Lösungsansätze bietet sie leider keinen Raum.

Die Auflösung des Raumes zeigt auch, in welche Richtung sich die Universität entwickelt. Anstelle von Räumen, wo die Studierenden zum kritischen und reflektierten Denken angeregt werden, kommen klinisch-kahle Räume, welche zum Funktionieren anregen und aus den Studierenden effizientes Humankapital für ddie Wirtschaft formt. Ist das das Ziel der Wissenschaft?

Wessen Uni? Unsere Uni!

geiwimax@gmail.com

6 Antworten : “#unibrennt ausgebrannt? – Geiwimax ist weg”

  1. df sagt:

    ALLES hat ein Ende – („zum Glück“), doch dieser RAUM hätte ruhig noch ein wenig weiter bestehen können, bis zum ABRISS der Geiwi wenigstens.
    SCHADE…

  2. inns' pektor sagt:

    Dieser raum kann als paradebeispiel für eine perfides standardverfahren der politik gesehen werden; heimatlosen und somit für den staat potenziell gefährlichen bewegungen wird ein wenig raum gewährt, der in gewissem sinne kontrolle und überwachung ermöglicht und sich dann auch oft selbst im laufe der zeit korrumpiert. Sobald das öffentliche interesse schwindet wird es ungefährlich diesen raum wieder zu schließen.

  3. Susan Stadlmair sagt:

    Dieser Artikel zeigt, dass man alles in das Licht rücken kann in dem man es haben will. Es wurde nicht erwähnt weshalb die Uni den Raum geschlossen hat, und auch nicht, dass die Uni mehrere (!!!) Male vorher darauf hinwies, dass die Lebensmittellagerung unterbleiben soll: es wurde trotzdem damit weitergemacht. Die Verantwortlichen tragen da alleinig die Schuld für. Plötzlich kam die Räumung also nicht. Wer sich nicht an Regeln hält und diese maßlos missachtet wird nun einmal bestraft, fertig, aus.

  4. Endlich hat das Vizerektorat hier gehandelt. Der Raum konnte ja nie genutzt werden, da dieser sehr häufig sbgesperrt war. Und wenn er mal offen war, war eher grauslig schutzig drinnen, da dieses Zimmer unter anderem auch von Obdachlosen und irgenwelchen Uni-externen Personen benutzt wurde. Diese haben dort auch geraucht, gekocht oder irgendwelche Pilze geschnitten.
    Hoffentlich kann dieser Raum nun in einer passenderen Weise genutzt werden.

    http://bit.ly/19mdePT

  5. Gast sagt:

    Besonders bedauerlich finde ich auch, dass mit der Schließung des Raums auch gemeinnützigen Organisationen wie der „Josefa Wegwerfgesellschaft“ ihre Plattform zur freien Lebensmittelvergabe/-entnahme genommen wurde. In Zeiten des Überflusses an Nahrungsmitteln, die tagtäglich tonnenweise in den Müll wandern, sollten wir Leute unterstützen, die für uns alle weggeworfene, aber noch einwandfreien Lebensmittel organisieren und aufbereiten. So wird nicht nur unser „Börserl“ sondern gleichzieitig auch unsere Umwelt geschont. Im „Freiraum“ wurde so eine Möglichkeit geschaffen, eine Vielzahl an Lebensmitteln upzucyceln und darüber hinaus viele noch genießbare Lebensmittel genau den Leuten zur Verfügung zu stellen, die sie wirklich gut brauchen. Ist das etwa nicht im Sinne einer modernen Universität? Und wo ist hier der humanistische Gedanke, der für eine Universität stets zentral sein sollte?

    Die Bezeichnung „Freiraum“ ist für mich daher zu einem Oxymoron – einem wahrhaftigen Wiederspruch in sich geworden, an dem gezeigt wird, dass hart erkämpfte Freiheit schnell durch bürokratische Willkür des Elfenbeinturms wieder genommen werden kann – ganz nach dem Motto „Quod licet Iovi, non licet bovi“ (Was dem Jupiter elaubt ist, sei dem Ochsen nicht erlaubt). Es liegt auf der Hand, dass wir Studierende hier wieder einmal die Ochsen sind – das dumme Vieh, das weder „Freiraum“ noch eine eigene Meinung braucht!

  6. Hermann Brezek sagt:

    „Im “Freiraum” wurde so eine Möglichkeit geschaffen, eine Vielzahl an Lebensmitteln upzucyceln und darüber hinaus viele noch genießbare Lebensmittel genau den Leuten zur Verfügung zu stellen, die sie wirklich gut brauchen. Ist das etwa nicht im Sinne einer modernen Universität?““

    NEIN ist es nicht und ich kann mich auch nicht erinnern, dass das früher einmal der Fall war. Dafür gibt es Suppenküchen, Vinzibus u.ä.
    Universitäten haben eh schon ein so kleines und unflexibles Raumangebot, dann soll die Alma Mater wirklich auch noch die Ernährende sein?

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