Und des Landl is meins

Sodala. Nun ist es also vollbracht. Die „dritte Säule“ der Tiroler Medieneinöde ist eingeschwärzt. Dazu brauchte es lediglich die „Beförderung“ des bisherigen Leiters der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, also: der Landes-PR-Abteilung, zum Leiter des eilig geschaffenen Posten eines „Kommunikationsbeauftragten für EU, Europa und Makroregion“.
An seine Stelle als Leiter der Landes-PR-Abteilung tritt mit 1. Mai der bisherige und vor wenigen Wochen in den Landesdienst übernommene stellvertretende ÖVP-Geschäftsführer Florian Kurzthaler. Dieser Kniff war notwendig gewesen, weil der frei gemachte Posten nur landhausintern ausgeschrieben werden sollte. Und wer im Landesdienst ist, ist im Landesdienst. Aus die Maus.

Landeshauptmann Günther Platter, Florian Kurzthaler, Landesrat Johannes Tratter (von links nach rechts. (c) Land Tirol

Landeshauptmann Günther Platter, Florian Kurzthaler, Landesrat Johannes Tratter (von links nach rechts. (c) Land Tirol

Hört man sich allerdings den Kommentar von Landeshauptmann Günther Platter zu der Causa an, tun sich interessante Fragen auf. Platter meinte dazu nämlich: „Es ist Chefsache, die richtigen Leute am richtigen Platz zu positionieren“. Soso.

Ist der bisherige oberste Landes-PR’ler Thomas Schönherr wirklich der Richtige für eine aus dem Boden gestampfte Abteilung „EU, Europa und Makroregion“? Schönherr war offenbar mehr als ein Jahrzehnt der Richtige im Landespressedienst, sein Vertrag wurde erst vor kurzem verlängert. Und jetzt ist er auf einmal der Falsche?

Ist der bisherige stellvertretende ÖVP-Geschäftsführer wirklich der Richtige für die Leitung des Pressedienstes? Bitte, er erfüllt ja nicht mal die Hauptanforderung der landhausinternen Ausschreibung nach „mehrjähriger einschlägiger Erfahrung im Medienbereich“. Wäre nicht, wenn schon Ersatz für Schönherr her „muss“, seine bisherige Stellvertreterin die Richtige am richtigen Platz? Sorry, ich vergaß: Die Dame hat kein Parteibuch. Sie wäre damit nach Platter-Diktion „Die Falsche am richtigen Platz. Oder die Richtige am falschen Platz.“ Oder so. Und das geht ja nicht.

Ein ehemaliger ÖVP-Landesgeschäftsführer, Helmut Krieghofer, ist Intendant des ORF-Landesstudio Tirol. Ein ehemaliger stellvertretender ÖVP-Landesgeschäftsführer ist Chef der Landes-Presseabteilung. Und für die „TT“ braucht es gar keinen ehemaligen ÖVP-Geschäftsführer.

Bleiben die Fragen: Ist Günther Platter ein Falscher am richtigen Platz? Ist Günther Platter ein Richtiger am falschen Platz? Ist Günther Platter ein Falscher am falschen Platz? Oder ist Günther Platter der Richtige am richtigen Platz um es den Seinen zu richten?

10 Antworten : “Und des Landl is meins”

  1. Otto Riedling sagt:

    Und wen interessiert es? Die Alleinerzieherin die schauen muss, dass am Ende des Geldes nicht zuviel Monat übrigbleibt
    und / oder sich mit Ihrem Ex um Unterhalt und mit Ihrem Vermieter um die Miethöhe streiten muss??? Die Jungeltern, die schauen müssen wie statt ihrem Gehalt mit dem Karenzgeld klarkommen müssen und vielleicht inbrünstig hoffen, dass keine – oft mühsam mit Tränen registriert – zweite Schwangerschaft ins Haus steht, da es sich sonst wirklich nicht ausgeht???
    Oder die Besitzer von Wohnungen in einer Volderer Wohnanlage, die mit Ihrem Bauträger um Schadenrsatz etc. streiten müssen?
    Ich glaube kaum. Man sieht es ist ein „Nischenthema“.

  2. joseph sagt:

    Aber an diesem „Nischenthema“ sieht man gut, wie auch die restliche Politik funktioniert. Und dass die von Ihnen, Herr Riedling, aufgezählten Punkte nicht unbedingt ÖVP-nahe Themen sind, ist klar. Also ja, darüber will ich auch informiert werden!

  3. Markus Koschuh sagt:

    Wenn die im Artikel erwähnten Player nur halb so viel Energie für die von Otto Riedling angesprochenen AlleinerzieherInnen, Jungeltern & Co aufwenden würden, wie sie für das (Be)fördern ihrer Parteilieblinge tun, wäre schon viel getan. Denn so würde die prekäre Lage von AlleinerzieherInnen zum Nischenthema. Und das wäre ein echter Fortschritt.

    • Barb sagt:

      Die Situation von Alleinerzieherinnen, Jungeltern, Karenzierten wie oben genannt wäre Thema für viele weitere Provinnsbruck Beiträge, schreibt über eure Situation! Dass eine einseitige Medienlandschaft für Nischenthemen und den Gedanken kritischer Geister wenig übrig hat, sondern lieber im Einheits- und Langeweilebrei herumwühlt ist jedoch Fakt und sollte keinesfalls beschönigt werden!

  4. dan sagt:

    War doch bei dem Saurer Thomas (Axamer Dorfliste, Bürgermeister Rudolf Nagl)das gleiche. Von der RAIKA Axams über den LA Nagl ist er aufeinmal mit Hilfe des Tiroler Schützenbundes aufgestiegen, ist jetz Vorstand der Abteilung Repräsentationswesen und Protokollchef

  5. Martin Kapferer sagt:

    …Ähhh…eine PR Abteilung wird nur selten von Leuten besetzt die nicht hinter der Sache stehen, oder ihren Auftrag kritisch sehen usw…Was hättets wollen? Einen blauen PR Chef? Oder einen Roten?…

    Solange es keinen zumindest grünen GegenkanditatIn gibt ist die Kritik zwar nachzuvollziehen, scheitert aber an der Realität?
    Also Frage: Gab es grüne GegenkandidatInnen? – Zur Erinnerung: die derzeitige LR besteht aus schwarz/grün…ein blauInnen oder rotInnen, FritzInnen, ImpulsInnen PR ChefIn wird’s in dieser Konstellation (so schnell) nicht geben…?

    ….Bitte anfragen ob es – auch bei internen Ausschreibungen gibt’s dies – eine/r GegenkanditaIn gab/gibt – und damit ist nicht die „logische“ Folge gemeint, sondern ob jemand ganz konkret und handfest seine Bewerbungsunterlagen für diesen Job eingereicht hat…?

    P.S: Dass meist die „parteifreien“ um ein vielfaches qualifizierter wären, aber meist nur die Arbeit „im Hintergrund“ machen, ist ausser den „Parteisoldatna“ , jeder/m durchschnittlichen SteuerzahlerIn bewusst…leider…

    • Die Hose ist von boss sagt:

      Die PR des Landes = ÖVP? In Tirol möglich und macht keinen Unterschied, wählen die ihren Lebtag doch die ÖVP.

      Kann man den shorty auch wo daten?

  6. Wolf Grünzweig sagt:

    @ Herr Kapferer; das eigentliche Problem ist doch, warum dieser Job überhaupt neu ausgeschrieben werden musste, obwohl mit dem langjährigen und verdienten bisherigen Leiter und Inhaber dieses Posten der Vertrag erst kürzlich verlängert wurde?
    Somit stellt sich doch gar nicht die Frage einer/s anderen Bewerberin, sondern was ist der Grund für die Ausschreibung dieses Postens…

  7. Wladi Tretjak sagt:

    Was ist der Unterschied zwischen einer Hundehütte und der Bewerbung zum Leiter des Landespressedienstes nach fairen Auswahlkriterien?
    Die Hundehütte ist für den Hund, das andere für die Katz.
    Die Chancen bei rumänischen Hütchenspieler zu gewinnen sind deutlich höher.

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