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Streetblogger der Stadt, löst euch von den Fesseln der Hashtags!

C. Langstrumpf ist genervt von all diesen StreetbloggerInnen, denn sie drücken mit ihren Instafotos keine Individualität aus, sondern sind Product Placement in Person, sind eingehüllt in Produkten des uns ständig verschlingenden Konsumwahns. Wo ist da noch Platz zum Atmen, wo ist da noch Platz für freie Meinungsäußerung, unter all diesen restriktiven Hashtags? Mit dem Streetbloggertum verhält es sich ähnlich wie mit dem Hipstertum, beide haben sie einen in Mainstream gebetteten Anspruch auf Individualität, der jedoch meist kläglich scheitert.

streetbloggerInnen

In ihren Ansätzen haben all diese kitschigen und schicken, liebreizenden und moccaphilen Girls, Boys sowie Madln der Innsbrucker Szene ja recht nette Ideen und Perspektiven auf den Flair der Stadt, doch sie verwenden meist Winkel, die schon mehr als von gestern sind. London ist schon seit Jahren eine Spielwiese von C. Langstrumpf, für sie ist also vieles, das in Innsbruck als voll fresh aufgetischt wird, schon lange bekannt. Und nicht immer unbedingt besser, denn sie kennt LondonerInnen, die die dortige Streetbloggerszene als Ursprung allen Übels sehen, die in dieser eine korrupte Konsumgesellschaft orten. Die Londoner Kids, die sie kennt, denken politisch, interessieren sich für das richtige Leben und nicht eine hochstilisierte Fassung, die happyclappy-iges und gemütliches Nichts-Infragestellen vorlebt.

Sie spielt nur ungern mit von Marken besessenen und von Sponsoren gesteuerten Zombies. Lieber umgibt sie sich mit Leuten, die sich nicht in unnatürlich natürliche Posen werfen. Und für sie ist ein Instagram oder Selfie nur dann ok, wenn es mit einer gewissen Ironie geknipst wird. Denn sich und irgendwelche unwichtigen Trends wichtig zu nehmen, ist einfach nur traurig und sogar gefährlich, weil dabei unsere Gesellschaft einer Gehirnwäsche unterzogen wird. Und davor sollten sich alle, die schon tief in den Hashtags stecken oder kurz davor sind, sich als StreetbloggerIn vermarkten zu lassen, befreien, ausbrechen und wieder zu sich und sinnvolleren Lebensinhalten finden.

Christina Burger

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