Sind die Unis noch zu retten?

Die Situation der österreichischen Universitäten ist prekär: Geld und Personal fehlt an allen Ecken und Enden, auch wenn PolitikerInnen aller Parteien in Sonntagsreden „den hohen Wert der Bildung“ beschwören. Für einige wenige elitäre Einrichtungen scheint Geld in Hülle und Fülle vorhanden zu sein, der Rest muss eben den Mangel verwalten. Der Regierung fällt nichts Besseres ein, als weitere Zugangsbeschränkungen für die Studierenden zu beschließen. In Innsbruck wird deswegen nächste Woche eine Bildungsdemo stattfinden.

Bildungsdemo in Innsbruck
Öffentliche Veranstaltung von Unibrennt Innsbruck

Wann? Mittwoch, 5. Dezember 2012, 13:00 Uhr

Wo? GeiWi-Vorplatz, Innrain 52d

 

Route: GeiWi-Vorplatz -> Innrain -> Kreuzung Innrain/Marktgraben (Zwischenkundgebung) -> Burggraben -> Landesmuseum (Zwischenkundgebung) ->Sillgasse -> SoWi-Vorplatz (Endkundgebung)

Die Regierung will ZUGANGSBESCHRÄNKUNGEN für weitere 44 Studien aus den Fächergruppen Architektur, Biologie, Wirtschaftswissenschaften), Pharmazie und Informatik. Ausgesiebt wird über die StEOP (Studieneingangs- und Orientierungsphase) Aufnahmeprüfungen. Wer arbeiten muss, erst später zu studieren beginnt oder kein Geld für teure Vorbereitungskurse hat, ist klar im Nachteil!

 

Für alle Studierenden über der Toleranzzeit soll es nun wieder STUDIENGEBÜHREN (363 Euro) geben.

Nicht-EU-BürgerInnen müssen künftig doppelt (726 Euro) zahlen.

Überfüllte Seminare, nicht nachbesetzte Professuren, mangelnde Praktikums- und Laborplätze, Abschaffung der Mitbestimmung sind Symptome einer verfehlten Bildungspolitik. Die massive UNTERFINANZIERUNG der Universitäten zerstört die Zukunft junger Menschen und wird auch dein Studium gefährden!

 

MACHEN WIR UNS STARK FÜR:

Ausfinanzierung der Universitäten!

Mehr Mitbestimmung!

Wir wollen endlich barrierefrei und unbeschränkt studieren!

Mehr AkademikerInnen braucht das Land! Bildung ist ein Menschenrecht für alle – und nicht nur für eine kleine Elite, die es sich leisten kann!

WESSEN BILDUNG? UNSERE BILDUNG!

 

7 Antworten : “Sind die Unis noch zu retten?”

  1. Gast9 sagt:

    Hallo Leute,

    na sind die Studiengebühren denn wirklich so schlimm? ich sehe selten Studenten die sich keine coole Winterjacke oder lässiges Rad leisten können. Meist ist genügend Kohle da für Party oder Skitickets.

    Wenn Personal und Geld an allen Ecken fehlt, warum ist dann ein Student oder künftiger Akademiker nicht bereit auch zwischen 18 und 30 das ein wenig zu unterstützen?

    Unsere Gesellschaft besteht doch auch aus sehr vielen KassiererInnen, FrisörInnen, MaurerInnen,… die ein leben lang hohe Abgaben zahlen, von einem deutlich geringeren Einkommen, und damit wenige knappe Jahre eines Studenten mitfinanzieren.

    Es ist glaube ich auch eine Frage der Wertigkeit eines jeden Studenten, ob er bereit ist sich in einigen Sachen für eine hoffentlich begrenzte Zeit einschränken zu können. Es gibt in unserer Gesellschaft doch viel mehr Ungerechtigkeiten und Unterpriveligierte gegen die man auf die Strasse soll.

    LG

    • Roland sagt:

      Es sind immer wieder dieselben "schlauen" Argumente, die für die Studiengebühren ins Feld geführt werden. Abgesehen von der Tatsache, dass sich die Studienbedingungen seit der Einführung der Studiengebühren nicht verbessert haben und die Mitbestimmungsmöglichkeiten der Studierenden beschnitten statt ausgebaut wurden, ist es eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit, dass Nicht-EU-BürgerInnen das Doppelte bezahlen müssen.

      Die Kinder von Maurern, FrisörInnen und KassierInnen haben es auch umso leichter zu studieren, je geringer der finanzielle Aufwand dafür ist. Denn gratis ist das Studium auch ohne Studiengebühren nicht. Bücher kosten auch Geld. Außerdem müssen Studierende auch viel Zeit ins Studium investieren. Die Studierende müssen in dieser Zeit dann oft von den Eltern finanziert werden und das sind dann…ach ja, eben die Maurer, FrisörInnen und KassierInnen. Diesen wurde damit ein Bärendienst erwiesen. Insbesondere, nachdem der KV-Abschluss für die Handelsangestellten auch heuer nicht gerade berauschend sein dürfte…

      Sollte es darum gehen, die Wohlhabenden zur Kasse zu bitten, dann wäre eine Vermögenssteuer und Luxussteuer weitaus zielführender als Studiengebühren. Bei einer entsprechenden Abgabenerhöhung für Spitzenverdiener und Superreiche könnten nicht nur die Universitäten finanziell besser ausgestattet werden. Es wäre umgekehrt auch möglich, die Mehrwertsteuer und die Lohnsteuer für den/die OttonormalverdienerIn zu senken.

    • Hausverstand sagt:

       das ist ja mal wieder ein schöner schmarrn. 
      ich kenne nur wenige studenten, die sich so einen von dir genannten lebensstil leisten können. es läuft nämlich bei fast jedem darauf hinaus, dass er arbeiten gehen muss, neben dem eh schon so zeitintensiven vollzeitstudium. und wenn sich die eltern finanziell beteiligen können, geht das geld für die horrenden mieten drauf, wobei dann fraglich ist, ob im betreffenden wg-zimmer überhaupt eine heizung vorhanden ist.

      es kann nämlich auch ganz blöd laufen: bei mir hat sich das deutsche amt mal so richtig verrechnet und einige dokumente verschlampt, weswegen mir meine unterstützung gestrichen wurde. bedeutet für mich: privater studienkredit über 20.000€. und arbeiten ist bei meinem wirtschaftsstudium leider zeitlich nicht drin. da freu ich mich doch glatt über solche beschlüsse, die studenten wie mir immer mehr steine in den weg legen 😉

      also bevor du dich über studenten aufregst, die du angeblich siehst: lern sie und ihre probleme erst mal kennen.

      • Gast0815 sagt:

        was hat du denn nach deinem studium vor, lieber hausverstand? bleibst du in österreich, oder gehts zurück nach deutschland?

        • Hausverstand sagt:

           ich werde nicht mehr nach deutschland zurückgehen…ob sich ein masterstudium bei mir noch ausgeht steht nicht fest, aber das nächste ziel (für etwas längere zeit) ist wahrscheinlich wien. 😉

  2. Innsbrucker Wähler sagt:

    wer sind denn z.b. die wenigen elitären einrichtungen?

    und ich bi auch dafür, dass die unis ausfinanziert sein müssen! bildung ist ein hohes gut!

  3. Ex-Student sagt:

    Besonders hart finde ich die doppelten Studiengebühren für Studierende, die nicht aus dem EU-Raum stammen. Gerade für die Leute ist es oft ohnehin sehr schwer zu studieren und weil sie keine Lobby haben, kassiert man eben doppelt. Eigentlich nur mies und ein Zeichen, wie engstirnig diese Entscheidung ausgefallen ist.

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