Leistbarer Wohnraum für alle!

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Die Wohnraumsituation in Innsbruck wird von vielen Seiten kritisiert. Passiert ist
allerdings in den letzten Jahren wenig und somit stehen wir immer mehr vor dem
Desaster, dass nur mehr Menschen mit hohem Einkommen in Innsbruck eine
Wohnung finden.

Ausgegrenzt werden hier vor allem Menschen in prekären
Arbeitsverhältnissen, Alleinerzieher_innen, Migrant_innen oder Menschen, die
aufgrund einer Erkrankung auf staatliche Hilfe angewiesen sind.

Es betrifft also eine große Gruppe von Menschen, für die es sehr schwierig ist eine
leistbare Wohnung in Innsbruck zu finden. Laut dem Mietbarometer von immowelt.at
sind die Mieten in Innsbruck im Österreich weiten Vergleich am teuersten, obwohl
das Durchschnittseinkommen in Tirol am niedrigsten ist (Statistik Austria).

Die durchschnittlichen Mietkosten einer Garconniere in Innsbruck betragen rund 550€,
einer 2-Zimmer Wohnung 840€ (SPAK Tirol 2015).

Laut „Statistik Austria“ sollten nicht mehr als 25% des Einkommens für die Miete
aufgewendet werden müssen, damit eine Existenzsicherung gewährleistet ist. Aktuell
sind es aber im Durchschnitt 43% des Einkommens das für Wohnen in Tirol
aufgebracht werden muss. Dieser Durchschnittswert bedeutet jedoch auch, dass
viele Menschen weitaus mehr als die 43% ihres Einkommens für das Wohnen
bezahlen müssen.

Leistbarer Wohnraum wird von der Stadt Innsbruck mit Hilfe von gefördertem
Wohnraum zur Verfügung gestellt. Für eine geförderte Wohnung können all jene
einen Antrag stellen, welche schon mindestens 5 Jahre in Innsbruck ihren
Hauptwohnsitz haben. Aktuell warten knapp 2000 Menschen auf eine städtische oder
gemeinnützige Wohnung, mit einer Wartezeit von bis zu 5 Jahren. Das ist nicht
hilfreich, wenn jemand akut gefährdet ist, seine Wohnung zu verlieren.

In den Medien wird immer wieder davon berichtet, dass in Innsbruck viel Wohnraum
vorhanden wäre, welcher nicht genutzt wird. Neben einigen unbebauten größeren
Flächen, finden sich auch immer wieder Wohnungen oder ganze Gebäude, die leer
stehen. Eine offizielle Leerstandserhebung, bei dem das Melderegister mit dem
Wohnungsregister verglichen wird, wurde allerdings bis jetzt nicht durchgeführt.

Gleichzeitig sind Einrichtungen, die wohnungslose Menschen unterstützen, immer
mehr existenzgefährdet und Kürzungen ausgesetzt. Zum Beispiel waren im Herbst
2014 die Einrichtungen DOWAS und Verein für Obdachlose massiv von
Einsparungen betroffen. Das fehlende Geld wurde in letzter Minute vom Land Tirol
übernommen. Die Finanzierung für 2016 ist aber noch ungewiss.

Auch die Situation der Herbergen für wohnungslose Menschen hat sich in den letzten
Jahren verschlechtert. Eine richtige Notschlafstelle, die keine
Zugangsbeschränkungen aufweist und das ganze Jahr über geöffnet hat, ist in
Innsbruck nicht zu finden. Die Winternotschlafstelle des Roten Kreuzes ist mit gerade
einmal 50 Betten zu klein um alle Menschen unterzubringen, die einen warmen
Schlafplatz suchen. So müssen auch diesen Winter wieder einige Leute auf der
Straße [er-]frieren. Genau hier wird der Wohnungsnotstand für alle ersichtlich. Die
Zählungen der Streetworker vom Verein für Obdachlose gaben an, dass in Innsbruck
ca. 120 Personen akut auf der Straße leben und schlafen. Weitere Einrichtungen des

Vereins, wie die Teestube und das Betreute Wohnen sind an den Grenzen ihrer
Kapazitäten. Auch die Beratungsstelle des DOWAS bekommt immer mehr Zulauf.
Waren es 2012 noch 1200 unterstützte Personen stieg die Zahl 2014 auf 1800
Personen an. Das ist ein Anstieg von 50% (!).

Forderungen der Initiative „Resilienz“ an die Stadt Innsbruck

Leistbarer Wohnraum für alle in Innsbruck lebenden Menschen!

Damit Wohnraum für alle zur Verfügung steht, müssen von der Stadt Innsbruck mehr
Wohnungen gebaut werden und diese zu leistbaren Preisen weitervermietet werden.

Nutzung der freien Flächen in Innsbruck!

Zwar ist, durch die geographische Lage, die Baufläche in Innsbruck relativ
eingeschränkt, trotzdem finden sich in Innsbruck einige größere Flächen die mit
Wohnungen bebaut werden könnten. Laut einer Studie der AK Tirol, gehört ein
großer Teil dieser Flächen der katholischen Kirche. Wir fordern die Politik auf, mit
den Besitzer_innen dieser Flächen zu verhandeln um dort leistbaren Wohnraum zu
errichten.

Neuer Wohnraum entsteht allerdings nicht von heute auf morgen. Um den aktuellen
Wohnungsnotstand für Menschen mit niedrigen Einkommen zu lindern, muss die
Stadt Innsbruck auch in anderen Bereichen handeln. Hier schließen wir uns den
Forderungen des Sozialpolitischen Arbeitskreises (SPAK) an und fordern:

Erhöhung der Mietpreisobergrenze für Mindestsicherungsbezieher_innen!

In Tirol gibt es einen festgelegten Richtwert über dem Mindestsicherungsbezieher_innen keine Wohnung anmieten dürfen. Dieser Wert ist von der Tiroler Landesregierung willkürlich festgelegt und entspricht nicht der Realität am Wohnungsmarkt.

Nutzung leer stehender Gebäude und Wohnungen!

Um leer stehenden Wohnraum in Innsbruck zur vermeiden fordern wir die Durchführung einer Leerstandserhebung und eine Abgaben für Wohnungen die lange ungenutzt sind. Damit sollen die Besitzer_innen angeregt werden, ihren Wohnraum doch zu vermieten.

Weitere Infos zu den Forderungen des SPAK findet ihr hier

Wissenschafltiche Infos zur Wohnungsnot in Tirol findet ihr in einer Studie der Arbeiterkammer Tirol.

Wie können wir uns für leistbaren Wohnraum einsetzten?

Wir, die „Resilienz-Aktionsbewegung für soziale Verantwortung“, sind eine Initiative aus Einzelpersonen, welche sich für politische Mitbestimmung und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. In der Vergangenheit konnten wir schon einige Aktionen wie Kundgebungen, Demonstrationen, Informationsveranstaltungen etc. zu sozialpolitischen Themen organisieren. Im Jänner 2015 haben wir mit einer Kundgebung auf die prekäre Situation für Wohnungslose Menschen und den überteuerten Wohnungsmarkt aufmerksam gemacht.

Ganz nach dem Leitspruch: Menschen erfrieren, wenn wir kapitulieren!
Organisieren wir uns für ein solidarisches Innsbruck, für Zusammenhalt in Tirol und
überall.

Infos zu unseren Aktionen und zum sozialpolitischen Geschehen in Innsbruck und Tirol findet
ihr auf unserer Facebookseite.

Falls ihr Interesse habt euch an unseren Aktionen zu beteiligen oder regelmäßige Infos per
Mail zu bekommen, dann kontaktiert uns unter:

resilienz-aktionsbewegung@gmx.at

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