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Kometen aus dem Unterland im Gespräch

Fragen an Elisabeth Hager, gestellt von Christina Burger

Früher gingen wir in dieselben Schulen, mein Vater war ihr Deutschlehrer am Gymnasium und wir trafen uns schon damals auf etlichen Lesungen, wo Elisabeth die Tickets verkaufte und Fotos schoss. In der Jugendszene im Dorf war sie immer anders, faszinierend, ein Teenager mit Tiefgang. (verpasst also nicht ihre Lesung in der Bäckerei, am 22.3)

Nun ist sie in Berlin, nachdem sie sich an der Uni in Innsbruck im Bereich der Literaturwissenschaften austobte. Am 22.3 wird sie für eine Lesung zurückkehren, im Zuge des 10ten Prosafestivals in der Bäckerei wird sie aus ihrem, bei Milena erschienenen, Erstlingsroman „Kometen“ lesen. Im Juni wird sie dann in der Wiege vorbeischauen, in St.Johann in Tirol, wo sie in der Alten Gerberei auftreten wird. Ach die Gerberei, dort sind wir erwachsen geworden, haben Musiker und Literaten getroffen, und nun trefft ihr uns, so spielt das Leben.

Hier nun ein Q&A zwischen zwei Stars aus der gleichen Neighbourhood:

wie erscheint dir innsbruck von außen?

Nach der Schule habe ich eine Weile hier gewohnt & studiert. Innsbruck war die Kulisse meiner ersten schüchternen Schritte in Richtung Kultur & Subkultur. Das war aufregend! Heute kommt mir Innsbruck beschaulicher vor, gechillter.

was ist eventuell einzigartig in innsbruck?

Die zentrale Randlage der Stadt im Massiv der Alpen, der Steinboden in der Galerie im Taxispalais, das 7 Kapellen Areal, die Glockengießerei Grassmayer & die Kasspatzeln nach Mitternacht in der Kaiserstuben beim Bahnhof

was sind deine lieblingsorte in der Stadt?

Zum Ausgehen die p.m.k. & (früher) die workstation. Zum Schwimmen der Lanser See. Gegen Heimweh nach dem trüben Berlin hilft (garantiert!) ein Spaziergang durchs O-Dorf ;*)

Allen Literaturnerds empfehle ich weiters eine Pilgerfahrt in die Mühlau zum Doppelgrab von Georg Trakl & Ludwig von Ficker.

was findest du super, was würdest du ändern?

Die Topographie, das Essen & die generelle Mischung aus Stadtraum und Natur sind super. &: es gibt viele nette, coole Leute hier, zu denen es mich immer wieder zieht! Mich stört, dass der öffentliche Raum in der Innenstadt so durchkapitalisiert ist, dass die Leute hier so teure Klamotten tragen & dass man friedliche Obdachlose aus dem Blickfeld räumt, während schlagende Burschenschafter sich frei bewegen können!

wie siehst du die musik- und kulturszene?

Ausbaufähig, aber einige zarte Pflänzchen sind cooler Weise resistent gegen Gegenwind!! Am 22. März les‘ ich in der Bäckerei! Endlich mal was Neues! I gfrei mi!

was unterscheidet innsbruck von und was verbindet innsbruck mit den anderen städten deiner bisherigen reisen?

Die Stadt hat einen Namen, doch der ist anders als der Name anderer Städte. Mitten durch fließt ein Fluss, doch dieser Fluss ist anders als die Flüsse, die durch andere Städte fließen. Es gibt Häuser, doch sie sind anders. Menschen wohnen in der Stadt, aber es sind nicht die selben Menschen wie woanders. Über ihren Köpfen aber geht die gleiche Sonne auf wie überall.

wo bist du denn gerade, in welchem land, in welcher stadt?

Meine Katze Milou lebt in Berlin, wo ich sie regelmäßig besuche.

welche projekte hast du am start?

Eben ist mein Debütroman KOMETEN im Milena Verlag erschienen.

www.milena-verlag.at/index.php?item=literatur&show_details=162

Daneben schreibe ich für den Hörfunk, organisiere in Berlin die intermediale Klangkunst-, Lese- & Performancebühne AVANTGARDEN OF EDEN!

www.avantgarden-of-eden.blogspot.com

habe einen Blog www.moeglichkeit-formen.blogspot.de & lebe so dahin!

Lesetermine in Tirol:

22.03.2012: Lesung beim 10. Innsbrucker PROSAFESTIVAL BÄCKEREI, Innsbruck, 20h

19.06.2012: Lesung aus KOMETEN

Thalia Buchhandlung Innsbruck, 20h

21.06.2012: Lesung aus KOMETEN

ALTE GERBEREI, St. Johann in Tirol, 20h

 

Christina Burger

One Comment

  1. Gegen Heimweh nach dem trüben Berlin hilft (garantiert!) ein Spaziergang durchs O-Dorf ;*) Vor ungefähr einem Jahr  schrieb ich hier in einem Stadtteilporträt über das O-Dorf, dass mich dieses ein wenig an Berlin erinnert und habe es Klein Berlin genannt. Freut mich, dass das die Autorin auch so ähnlich sieht. Bin schon gespannt auf die Lesung!

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