Kollektive Grenzüberschreitungen

Wir sind mit vielen Grenzen (nicht zuletzt den eigenen) konfrontiert, sie beschränken uns, geben uns Sicherheit, spornen uns zum Übertreten an, grenzen aus, ordnen, indem sie das Innen vom Außen trennen… Den unterschiedlichen Facetten der Grenze widmet sich ein Kunstprojekt, das derzeit an der Brennergrenze zu suchen, zu finden und zu erkunden ist.

Ein Kollektiv von Künstlerinnen lädt derzeit zur Erkundung des österreichisch-italienischen Grenzgebietes rund um die Sattelbergalm bei Gries am Brenner ein, der hoffentlich noch viele Neugierige folgen, die sich auf das explorative Abschreiten der Landesgrenze und der Grenzen im Kopf einlassen mögen.

Bei dem Parcours aus einzelnen Stationen – immer begleitet von der Frage „Ist das Kunst? Gehört das dazu?“ – handelt es sich um das Kunstprojekt PAIVKA von Katharina Treml und Ivonne Barrera Villanueva zusammen mit Konstanze Kukulies, Julia Oberhofer, Eva Schlögl, Angela Wechner, Nina Wechner, Florian Köhler, James Clay, Faru Ina und Christoph Waldhart.

Es besteht aus mehreren – keine Ahnung, wie viele wirklich… – verstreute Einzelarbeiten aus verschiedenen Materialien, die unterschiedliche Denkhorizonte, Herangehensweisen, Metaphern, Überlegungen, Reflexionsniveaus berücksichtigen und die zum Staunen, Grübeln und Lachen anregen. Das mag einem im Halse stecken bleiben, wenn man auf dem Rückweg Zeuge von Grenzschutzaktivitäten wird… Auf welche Inspiration diese Live-Performance mit unfreiwillig Beteiligten wohl zurück geht?

Das zweite vorzustellende Kunstprojekt, PASSAGEN, von dem im Blog schon mal berichtet wurde, das sich die Überschreitung der Bundesländergrenzen zum Ziel gesetzt hat, stammt ebenfalls von einem Künstlerinnenkollektiv: die Freundinnen der Kunst haben nach Salzburg und Wien am Samstag strömendem Regen trotzend in der Innsbrucker Maximilianstraße Halt gemacht.

Dort haben die fünf Künstlerinnen im Rahmen ihres performativen Kunsttransportes im öffentlichen Raum den Buchstaben „S“ aus der sich über die Bundesländer erstreckenden Buchstabenfolge DASEIN der Galeristin Birgit Fraisl (Galerie ArtDepot) als Kunstschenkung überlassen. Zur Übergabe ließ sich nicht nur anpacken und feiern, sondern auch diskutieren, warum es nun gerade das „S“ ist und ob nicht das „N“ oder das „I“ auch reizvoll gewesen wären, und sinnieren, was man mit einem „S“ so alles anfangen könnte.

Die Berichte der unkonventionellen Buchstabentransporteurinnen zum bisherigen und weiteren Verlauf dieser Kunst-Logistik finden sich auf deren Website http://www.freundinnenderkunst.at

Bleibt zu beobachten, was nun mit dem Buchstaben in Innsbruck geschehen wird…

riri

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