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Kaffeehaus-Analyse

C. Langstrumpf in the Kaffee-House, y’all. Yep, sie hängt gern in Nischen ab, die aus gepolsterten Sesseln, Bänken bestehen und in denen man Koffein zum Relaxen, Runterkommen konsumiert. Derer gibt es in der Stadt so einige und in der folgenden Orte-Analyse will sie, dass ich hier ihre Gedanken zu drei Coffee-Locos präsentiere  [weil es mehr Spaß macht, will sie, dass ich Pseudonyme verwende]

1. Café Ohring:

Hier wurde ihre Idee zu folgender Zeichnung getriggert. An diesem Ort, der größtenteils von alteingesessenen StadtbewohnerInnen frequentiert wird, ist ein Touch Kunst bemerkbar. Über ihr eingerahmt präsentierten sich bemalte Servietten, die Idee fresh! Die Motive dann aber wieder so ähnlich verstaubt wie die Gespräche der Stammgäste. Schwarz weiß und mit Fokus auf vom Ausdruck her eher leeren Porträts und Landschaften. Langstrumpf schnappt sich ein paar Servietten am Tresen und seitdem ist ihr erstes Servietten-Art-Piece entstanden. Das Motiv: die fast schon Streetblog-angehauchte verkachelte Toilette dort – Kitschön und Co. : nichts wie auf’s Klo im Café Ohring – und ja ihre Schuhe hatten ohne, zumindest bewußte [schließlich ist sie Stammgast und kennt die Farbkombis dort ganz genau], Intention die genau gleiche Farbe wie die Wandkacheln.

Bild (68)

2. Das Schnauzer:

In dieser Koffein-Nische schreit fast jeder Winkel und die meisten Anwesenden nach Instagram. Die relativ neue tropische Wand-Tapezierung etwa, OMG! Hier fühlt sich Langstrumpf so jung wie sie eigentlich nicht mehr ist. Die Musik bringt sie, auch ohne dies posten zu wollen, in Ekstase, der Computer spielt einfach genau das, was Stegmüller nie gut finden würde. Obwohl dieser relativ harmonisch neben ihr und den Indie Kids bei Kulturdiskussionen dort anwesend zu sein pflegt. Das Schnauzer ist sympathisch tolerant und integriert auch Verstaubtes. Bei diesen Diskussionen interviewen Hübsch und Acker durch den Abend, etwa auch Medienzwerg Kozumseck postete ein Instagram von einem dieser werbe-tauglichen Abenden. Yep, das Schnauzer dient einen Tick zu oft dem Image-Aufmöbeln so eines manchen Egos und regt dieses zu schamlosem Marketing an, aber selbst die Kaffeemaschine macht coolen Sound und das Licht ist schummrig, was Langstrumpf oft noch kreativer macht als sie es ohnedies ist.

3. Café Kitty

Hier sitzt man, wenn man schnell und bestimmt genug beim Platz ergattern ist, in einem von oben bis ganz unten verglasten Bogen-Schaufenster. Ist fast schon ein psychedelisches Borderline-Feeling so direkt mit dem Outside des plüschroten Insides verbunden zu sein. Ist das gut oder nicht doch eher zu trippy, um erträglich zu sein? Langstrumpf findet das Café Kitty lustig, weil sich hier vor allem Touristen wie Sardinen aneinander schmiegen. Und der Schokokuchen ist der Beste der Stadt. Wer allerdings schnell an Platzangst leidet, dem sei von einem Besuch im Kitty abzuraten. Hierher solltest du nur, wenn du gern kuschelst, vor allem mit Menschen, die du nicht kennst. Geht hin, wenn euch Berührungsängste plagen, dort könnt ihr auf Menschen zugehen, das Gespräch suchen, neue Horizonte erfahren.

 

So, Langstrumpf hat genug analysiert für heute.

 

 

Christina Burger

One Comment

  1. Sehr schön, dass ich immer wieder in deinen Texten vorkomme. Über die richtige Schreibweise meines Namens wäre ich dennoch erfreut. Gerne kannst du auch mal auf das „Alpenfeuilleton“ (www.afeu.at) verlinken, auf dem ja diese „angestaubten“ Sachen von mir erscheinen.

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