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Innsbruck ist gerecht: Gerald Depaoli gegen das Volk

Gemeinderät*innen sollten eigentlich besonders ehrenwerte, integre Menschen sein. Die allermeisten sind das. Jedoch gibt es auch andere.

Solche, denen konstruktive politische Sacharbeit fremd ist. Die stattdessen vorzugsweise mit augenkrebs-grellorange lackierten rollenden Benzin-Schrotthaufen durch die Stadt knattern, von denen jeder einzelne ungefähr so viele Schadstoffe ausstößt wie 20 einigermaßen neue PKW. Die diese mit populistischen Parolen, meist unwahren Behauptungen und Unhöflichkeiten bemalten Schrotthaufen dann tagelang irgendwo parken, nicht selten unter Missachtung der Straßenverkehrsordnung***. Die mit Vorliebe Fake-News in mit käsigem „Humor“ alter weißer Männer angereicherten Youtube-Filmchen verbreiten, meist welche über politische Mitbewerber*innen, gerne auch über gesellschaftliche Minderheiten, so gut wie immer aber höchst respektlos und häufig sogar tief unter der Gürtellinie. Die bei Sitzungen unkontrolliert herumhitlern, auch ohne gerade das Wort zu haben, und das lautstark in kaum erträglicher Intonation und im tiefsten Dialekt (dass manche keine Gossensprache verstehen, juckt sie nicht), und nicht selten die Geschäftsordnung missachtend. Und ab und zu, da solidarisieren sie sich in Facebook-Postings mit Verbrecher*innen. Etwa, weil sie deren Vorstellungen davon, was Kunst sei und was nicht, teilen und es goutieren, wenn solcherart beurteilte Kunstwerke im öffentlichen Raum mutwillig zerstört werden.

Foto © Chris Moser

Der Künstler Chris Moser arbeitet an seinem Werk

Foto © Chris Moser

Die Skulptur Mosers im Wahltherpark, deren mutwillige Zerstörung Depaoli gut fand.

Und dafür steht nun jener (Noch-)Gemeinderat aus der Überschrift, der auch seit Jahren unermüdlich versucht, sich zu Lasten der Innsbrucker Steuerzahler*innen zu bereichern* bzw. das durch Kassieren einer Gemeinderatsentschädigung zusätzlich zu seiner Frühpension in einer Schmalspurvariante bereits tut, vor Gericht. Weil er via Facebook öffentlich kundtat, wie gut er es doch finde, dass ein Werk des Künstlers Chris Moser von Vandal*innen in den Inn geworfen wurde**. Der saubere Herr Gemeinderat tat also kund, dass er Vandalismus, hier Beschädigung öffentlichen Eigentums, gut fände. Danach flog er aus dem gemeinderätlichen Kulturausschuss. Wenigstens war es es bereits gewohnt, immer wieder mal irgendwo hinausgeworfen zu werden.

 

Am kommenden Freitag, dem 29. Mai, um 10 Uhr 15 im Landesgericht, Saal 126, wird ihm deshalb der Prozess gemacht, dem rabiaten Herrn Depaoli. Unter den Augen und im Namen von uns allen. Wir, das Volk, dürfen hingehen und zusehen. Das Empfinden von Genugtuung ist dabei nicht verboten, Popcorn leider schon. Es gilt die Unschuldsvermutung.


* https://www.tt.com/artikel/16913667/mobbingklage-vergleich-zwischen-stadt-innsbruck-und-depaoli-geplatzt
** https://www.meinbezirk.at/innsbruck/c-lokales/zerstoertes-kunstprojekt-fuehrt-zu-politstreit_a3780846
*** Etwa durch Überschreitung der Parkdauer in Kurzparkzonen.

Manni Schneiderbauer

3 Comments

  1. Wenn der Depaoli zusammen mit der Südtiroler-Freiheit an einer Veranstaltung am Bergisel teilnimmt, ein gemeinsames Transparent hochhält, dann hitlert er herum.

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