Innsbruck ist anders – jedenfalls betonierter

landhaus kunstwerk

Was haben der Landhausplatz, die Maria-Theresien-Straße und der Vorplatz vom Geiwi-Turm gemeinsam? Richtig: All diese Plätze wurden mit massivem Beton bebaut.

So verfolgt man in allen anderen größeren Städten Österreichs das Ziel, Grünes in die Stadt zu bringen um diese zu beleben, so ticken die Uhren in Innsbruck irgendwie anders: Denn wir betonieren die

Plätze, welche sich dazu anbieten, kleine Wohlfühloasen inmitten des Alltags zu erzeugen, einfach zu. Weil Bäume und Pflanzen hegen und pflegen kostet ja Unmengen an Steuergeld – mehr wie die Instandhaltung und Graffitibefreiung der „goldenen“ Laternen und Mullkübel in der Maria-Theresien-Straße.

Mehr als die Reparatur falsch angebrachter Betonplatten am Landhausplatz. Und viel mehr als die jetzt schon erkennbaren Schäden an den Betonblöcken durch die Skater – und das ist jetzt kein Vorwurf an Letztere, sondern einfach eine Feststellung.

Ich frage mich: Tirols klügste Architekten und von mir aus auch Köpfe haben über die Gestaltung dieser Plätze nachgedacht und das, was wir heute sehen, ist das Ergebnis. Und irgendwie macht mich das sehr traurig. Denn vor allem der Landhausplatz hätte sehr viel Potenzial gehabt eine schöne, bepflanzte Grünfläche mit Bäumen, im Herzen von Innsbruck zu sein. Stattdessen ist man jetzt der blanken Sonne ausgesetzt – und nicht eine der sporadisch gebauten Bänke bietet einen Platz im Schatten. Und auch am Vorplatz zum Geiwi-Turm sowie in der Maria-Theresien-Straße sucht man Schattenspender vergeblich.

Mir ist klar, dass bei diesen Bauten anderen Attributen der Vorzug gegeben wurde. Multifunktional, günstig und pflegeleicht soll es sein. Doch ist diese Rechnung wirklich aufgegangen? Hätte es hier nicht wohl wesentlich bessere Lösungen geben können? Hätte man die Maria-Theresien-Straße und den Landhausplatz nicht vielleicht doch bepflanzen sollen? Hätte es vielleicht nicht auch eine optisch ansprechendere Lösung geben?

Achja, und das Thema Optik hab ich ja noch gar nicht angeschnitten: Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Für mich sind aber diese 3 Plätze betongewordene, ästhetische Schandflecken im Herzen von Innsbruck. Schandflecken, die sich diese Stadt eigentlich so nicht verdient.

Sebastian Hans-Jörg Fehr

4 Antworten : “Innsbruck ist anders – jedenfalls betonierter”

  1. Helmut Duregger sagt:

    Ich stimme zu und verstehe auch nicht wie man 50er Jahre Ostblock Stil in eine angeblich moderne Stadt bringen kann.

    Am Landhausplatz fehlen nur noch die Atomraketensilodeckel. Da wären sich locker ein Skatepark, ein Spielplatz, ein Park und eine Fläche für Veranstaltungen ausgegangen.

    Überall der grässliche und graue Sichtbeton ist mir zuwider (Landhausplatz, Hungerburgbahnbrückennadelöhrdildos, …). Er erinnert an Brückenpfeiler unschöner Brücken und hochgestellte Autobahntrassen, von denen wir schon zu viel haben. Kombiniert doch bitte mehr mit verschiedenen Materialien und/oder färbt das Zeug in erheiternden Farben ein.

    In der Maria-Theresien-Straße würden ein paar Bäume auch nicht schaden. Dann könnt ihr zu Weihnachten die Swarovski Kristalle, oder zu Ostern die Eier an diesen aufhängen anstatt kitschige Silberdinger und grässliche Riesenplastikeier aufzustellen.

    Die wunderschön von der Gartenverwaltung gepflegten Bäume und bepflanzten Zonen beweisen, dass es auch anders geht.

    Die Aufschriften auf den Müllkübeln in der Stadt finde ich auch witzig, da hat auch mal jemand Humor und Geschmack gezeigt.

    Der Winter ist doch grau genug bei uns, färbt zumindest die Stadt bunt!
    (wenn wir schon die Bodenheizung nicht kriegen)

  2. Ganz Egal sagt:

    naja, dass es mehr bäume in die mts schaffen häten könnnen, da geb ich euch beiden recht. beim landhausplatz bin ich aber anderer meinung. wer sich an den alten platz erinnert, der weiss, dass es dort zwar grünflächen gab, viele erholungssuchende waren dort aber nicht anzutreffen, wenn überhaupt ein paar „sandler“, wie man damals sagte. heute ist dort an jedem tag, an dem es nicht aus kübeln schüttet, ein großer sportplatz mitten in der innenstadt. ein skateplatz, der nicht nur innsbrucker jugendliche dazu animiert, sport zu betreiben, sondern auch immer wieder weltweite superstars der szene dazu bringt, darüber zu schreiben, wie genial es ist, so einen platz so zentral zu haben. innsbruck ist anders, aber in dem fall eigentlich positiv.
    ps. lieber helmut, die stadt und den beton bunt zu machen, hat hilde zach am bahnhof versucht…

  3. df sagt:

    ach ja, anderswo ist immer alles besser
    und…
    ach ja, früher war auch immer alles besser.

    p.s.: die wilhelm-greil wurde mit einigen bäumen bespickt, wie schön! + der landhausplatz sieht von oben im sommer, wenn bäume normalerweise grün sind, gar nicht so zubetoniert aus, im gegenteil. man muss nur ein wenig den kopf heben und in diesem vielleicht etwas in bewegung bringen….

  4. Paul Greil sagt:

    Peerhof: In eine kurze Sackgasse, steil(bis 9%), auf gemeinsamer, schmaler Fahrfläche mit dem gesamten Siedlungsverkehr (auf einziger Zufahrt für Rad bis Rettung -kein Schallschutz fuer 200, 10m entfernte, Schlafzimmer der Zueggstr. –gegen den Willen der einzig betroffenen Menschen) – – will man eine „Tramversuchsstrecke“ bauen! — Tram feuert oben und unten(sanden) /Gasheizungen!. . .Zig – Millionen! Kein Stand der Technik! Haben wir (weltweit) keine anderen Sorgen? Für diese 50 oder 100 Tonnentram beginnen schon die Vorarbeiten: Kabel und Rohre müssen im Tramverlauf verschoben
    oder tiefer verlegt werden, zahlen müssen wir das über die Wohnungsbetriebskosten! Viele Parkplätze verschwinden!
    Manche Fluechtlinge wollen nur unseren jetzigen Lebensstandart!
    Den gefährlichen Tramausbau kann man eventuell noch stoppen.
    Diktieren nur -Zuegroaste?

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