Innsbruck, Du Stadt der Weltverbessernden


 

 

 

 

 

 

 

Ein beschauliches Städtchen, umringt vom Alpenpanorama, durchzogen mit kitschiger Bergromantik garniert mit Dirndl und Lederhosen. Wer hier herkommt sucht den Almöhi, trink Gösser Radler, belauscht das Glockengeläut der grasenden Kühe auf den sattgrünen Wiesen. Dazu gibt’s a Brotzeit. Die perfekte Idylle.

Niemand erwartet hier den Aufstand der Anständigen, das Aufbranden der Humanist*innen, das Erstarken der Revolutionäre, die Zusammenkunft der Herzensguten, eine Ansammlung von Menschen, die über die Berge schauen, die Welt mit offenen Armen empfangen, obwohl sie, umringt von den steinernen Giganten so wenig vom Leid der Welt teilen.

Innsbruck, Du Cosmopolitin. Du einsame Kämpferin mit hochgestreckter Faust, die Du Dich aufbäumst gegen die Abgeschiedenheit und öffnest für eine Welt ohne Grenzen, in der alle Menschen gleich wertvoll sind. Auch das ist eine Idylle.

Gerade weil man das Ortseingangsschild mit dem Beiwort „Hinterwald“ untersetzen könnte, wird sie immer bunter, beinahe agressiv menschenfreundlich und will willkommenheißen.

Die Eingeborenen und Nachgeborenen bilden ein Potpourri der Möglichkeiten,sie verbinden Tradition mit Weltenkult, Alphorn mit Saz, Käsespätzle mit Berliner Weiße.

Innsbruck, Du Weltenbürgerin. Du willst allen beweisen, dass Du anders kannst, dass es eine Welt jenseits von Kleinkariertheit, blindem Konservatismus, Rückgewandtheit, Revisionismus und Achselzucken gibt. Du willst bewusst hinschauen, zuhören, mitfühlen und anpacken.

Mitreißend sind Deine wie eine Alpenwiese in Blütenpracht sprießende Vielfalt.

Motivierend wirkt Deine Bekenntnis zu Progressivität und Überraschung.

Einladend ist auch Dein Charme, dieses schelmisch-verspielte Lächeln, wenn noch unklar ist, ob dieses Mal über den Wolken die Sonne scheinen wird.

Wer hier herkommt und Deine Qualitäten als Stadt für Weltverbessernde erkennt, der bleibt.

Susanne Meier

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