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Gebi gegen Glawischnig

Wirbel bei den Tiroler Grünen: Der Landtagsabgeordnete Gebi Mair lässt mit seiner Rücktrittsforderung an die grüne Spitzenfrau Eva Glawischnig aufhorchen; die Parteichefin solle nach der nächsten NR-Wahl ihren Posten räumen. Viele seiner ParteifreundInnen distanzierten sich umgehend von Mairs Aussagen.

 

Gebi Mair ist dafür bekannt, seine Meinung unverblümt und lautstark zu äußern. Mit der Kritik an Eva Glawischnig hat er jetzt allerdings seine eigene Partei gegen sich aufgebracht. Vor allem wirft er ihr die mangelnde inhaltliche Positionierung der Grünen vor und bringt als möglichen Nachfolger seinen eigenen Tiroler Parteichef Georg Willi ins Spiel. Im Gegensatz zu Glawischnig könne Willi Beziehungen zu Menschen herstellen und sie auch inhaltlich überzeugen.

 

Dennoch schreibt die Tiroler Tageszeitung jetzt sogar von einer internen Kopfwäsche für Gebi Mair. Neben Georg Willi distanzierten sich auch zahlreiche LandtagskollegInnen von Stil und Inhalt seiner Forderungen. 

 

Mein Senf dazu

 

– Warum sollten die Grünen mit einer Ablöse Glawischnigs bis nach der Nationalratswahl 2013 warten? Wenn man diese Forderung erhebt, wäre ein "Ende mit Schrecken" sicher besser als  geschwächt in eine Wahlauseinadersetzung zu gehen.

 

– Ist Georg Willi wirklich eine Alternative zu Eva Glawischnig? Der Tiroler Grünenchef wird ebenso wie seine Parteichefin dem Realoflügel der Grünen zugerechnet; bundesweit ist Willi nur Insidern und Parteimitgliedern bekannt.

 

– Auffallend viel Beifall bekommt Gebi Mair für seine Forderungen von den PosterInnen auf derStandard.at . Viele geben an, mit den Grünen eigentlich zu sympathisieren, aber mit Glawischnig und ihren Positionen nichts anfangen zu können. Seit Glawischnig Parteichefin ist, stagnieren die Wahlergebnisse der Grünen. Ein Wechsel oder eine Doppelspitze könnte zumindest Aufbruch signalisieren und die Grünen für neue WählerInnen interessant machen.

 

 

Andreas Wiesinger

16 Comments

  1. ja halt promotext…. alles muss heute offenbar verschwimmen …redaktion werbung politik…., und auch neu gegründete kleine "medien" lassen das einfach so mit sich machen. schade! fände ich nicht notwendig.

    •  Ja, ganz schrecklich, die neuen Zeiten. Nicht mal mehr die alte Leserbriefschreiberin sina muss ihre Postanschrift angeben, um in der Zeitung zu stehen… O tempora o mores 😉

  2. liebe Sina, kannst du deine Kritik "promotext…. alles muss heute offenbar verschwimmen …redaktion werbung politik" etwas genauer erläutern? Wofür bzw. für wen wird deiner Meinung nach geworben?

    • also für mich ist das "thema" eine sonnenklaraufderhandliegende lokale vorwahlkampf-promo, dh. die aussage und das innergrüne brimorium darum in tirol, um im gespräch zu sein… so sind halt die wahlkämpfe heutzutage, aber man muss da ja als medium nicht 1:1 mitmachen, oder??

    • ps: ich finde das ehrlich süß, und mir gefallt das "mein senf dazu", wenn das eine privatperson macht, aber kein redakteur – in dieser form…

  3. Zum einen glaube ich nicht wirklich, dass es sich dabei um gezielte Wahlkampfpropaganda handelt. Gebi hat sich mit seiner Kritik ziemlich weit vorgewagt, beinahe alle Grünen distanzieren sich von seinen Aussagen: "Wahlwerbung" sieht anders aus …

     

    Zu "meinem Senf": Das ist meiner Auffassung nach der Unterschied zwischen Gemeinschaftsblog und z.B. Magazinjournalismus – als "Redakteur" würde ich das nicht so schreiben, "Senf" bedeutet auch, dass es nur meine Privatmeinung ist und keine "Redaktionslinie", die es bei provInnsbruck für politische Kommentare prinzipiell nicht gibt. 

    • also ich schreibs nochmal: ich würde es auch nicht "gezielte" wahlkampfpropaganda nennen – aber wahlkampfpropagandaaktionismus.

       und – ja – es war für mich nicht erkennbar, dieser personenwechsel von redakteur und privat in einem artikel – da ist sie wieder, die vermischung – die ich gerade bei einem politischen artikel vermeiden würde – aber solche altmodischen meinungen wie meine, sind eh nicht mehr in, und diese heutigen neumodischen medien haben eben eigene regeln 😉 naja… ich mag das trennen und redakteur sein beim artikel schreiben v.a. bei politischen dingen halt… und finde es auch sehr wichtig…

  4. da hat er schon recht der gebi, mit der glawischnig werden die grünen keinen blumentopf gewinnen. sie wirkt einfach verbissen und negativ und findet zu vielen themen keine klare position. meine favouritin ist ulrike lunacek, eventuell mit dem öllinger als quotenvize ;-).

  5.  

    @ Sina: So ganz verstehe ich deine Kritik, glaube ich, noch immer nicht – wie kann man einen Kommentar bzw. die eigene Meinung denn klarer kennzeichnen als durch die (zugegeben flapsige) Überschrift "Mein Senf"? Zur Vermischung von Information und Meinung gebe ich dir recht, auch wenn ich die schon in so genannten Qualitätszeitungen bemerkt habe.

     

    Nun also wieder mein Senf ;-): Reine Information ist okay z.B. bei Ankündigungen oder Presseaussendungen, die als solche gekennzeichnet werden. Im Blog finde ich es legitim – du sagst ja selbst, dass im Netz andere Regeln gelten -, wenn Sachinformationen und Meinung in einem Text vorkommen. Jedenfalls solange klar ist, dass ein/e Autor/in für sich persönlich spricht und keinen alleinigen Wahrheitsanspruch erhebt. Die Informationen kann eh jede/r online nachrecherchieren und Meinungen, kritische Reflexion und neue Ideen sind sozusagen die Essenz jedes Blogs.

     

    P.S. Würde mich bärig freuen, wenn du mitbloggst!

     

    • @ a.w.: ich glaube das ergäbe ein interessantes gespräch, das wir am besten mal bei einem kaffee führen, wenn du lust hast, ok? 🙂

    • @ a.w. ps: danke! finde euren blog toll. aber hab schon einen fixen vertrag. werde immer ein zzapptivist bleiben! 🙂

  6. Liebe Sina, natürlich trinke ich gerne einen Kaffee mit dir und diskutiere dabei über journalistische Standards. Auch als Kommentatorin bist du uns herzlich willkommen!

  7. von mir aus kann die glawischnig gleich zurücktreten. auf mich wirkt die frontfrau der grünen wie ein casting-show-klon. was nicht heißen soll, dass mir andere politikerInnen sympathischer sind oder inhaltlich besser wären.

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