FLUCHTpunkt: Ein Jubiläum und ein Solidaritätsfest im Dienst von geflüchteten Menschen

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Mit einem Solidaritätsfest feiert das Projekt FLUCHTpunkt am Samstag, 18.06. ab 19:30 Uhr im Innsbrucker Jugendzentrum Z6 das zwanzigjährige Bestehen seines TrägerInnenkreises.

Vor zwanzig Jahren, 1996, begannen Studierende der damaligen Innsbrucker Sozialakademie damit, ein Konzept für einen Sozialdienst für Flüchtlinge, die in der Innsbrucker Schubhaft angehalten werden, zu entwerfen. Wenig später starteten sie mit ersten ehrenamtlichen Betreuungsbesuchen in der Schubhaft im heutigen Polizeianhaltezentrum Innsbruck. Ein Jahr später wurde der Trägerverein arge-Schubhaft als Verein für psychosoziale Betreuung und rechtliche Beratung von Schubhäftlingen gegründet. Von 1998 bis 2005 leistete der Verein aufgrund eines Vertrages mit dem Innenministerium Hilfe und Unterstützung für die Menschen, die in Innsbruck in Schubhaft genommen wurden.

Mitte Dezember 2005 teilte das Ministerium dem Verein mit, den Förderungsvertrag nicht verlängern zu wollen- die arge-Schubhaft war dem Ministerium sichtlich zu kritisch eingestellt…. Dank der großen Solidarität vieler UnterstützerInnen gelang es aber, den Verein, das Büro und die Infrastruktur zu erhalten. Schubhaftbetreuung darf seit dieser Zeit aber nicht mehr geleistet werden.

Heute betreibt die arge-Schubhaft im mittlerweile elften Jahr das Projekt FLUCHTpunkt – Hilfe – Beratung – Intervention für Flüchtlinge. Das Projekt berät und vertritt schutzsuchende und vertriebene Menschen unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus und begleitet Geflüchtete und Asylsuchende, die keinen Platz in bestehenden Unterstützungssystemen finden. Darüber hinaus möchte FLUCHTpunkt durch seine Arbeit auf politische Defizite des Umgangs mit Menschen auf der Flucht hinweisen.

Während der 20 Jahre, in denen FLUCHTpunkt und seine Vorgängerprojekte sich für die Interessen geflüchteter Menschen engagierten, sind die Bedingungen für diese zunehmend schwieriger und enger geworden. Eine Verschlechterung im Asyl- und Fremdenrecht ist der nächsten nachgefolgt.

Zuletzt haben die Maßnahmen und Pläne für „Obergrenzen“, „Notstand“ und „Asylzentren“ in Drittländern die Rechte und Interessen von Asylsuchenden umso mehr verletzt und in Frage gestellt. FLUCHTpunkt wird auch dadurch nicht die Arbeit ausgehen. Trotzdem wird das Vereinsjubiläum solidarisch und bunt gefeiert. Und das gerade deshalb unter dem Motto „grenzenlos feiern –
•wo sinnlos grenzen sind, liegt der sinn im grenzenlosen“.

FLUCHTpunkt-Solifest
Samstag, 18. Juni 2016, 19:30 Uhr, Innsbruck, Z6, Dreiheiligenstraße
mit:

| musikdeponie grasslboden

| reinhard honold

| comedian feminists

| sklavinnen der liebe

| dj tom

| dj frau ennemoser

mit Buffet

Eintritt: Spende

(und falls jemand feiern, aber auch Fußball-EM schauen möchte: in einem Nebenraum gibt es das Spiel Österreich-Portugal live zu sehen :-)).

Matthias B. Lauer

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