Der Richter und sein Henker in den Kammerspielen

Der Richter und sein Henker 4077

Noch bis dritten Juli ist die Theaterinszenierung des Kriminalromans von Friedrich Dürrenmatt in den Kammerspielen zu sehen. Kriminalkommissar Hans Bärlach soll mit Hilfe seines Assistenten den Mord am Kollegen Ulrich Schmied untersuchen.

Das Besondere daran ist, dass Bärlach schon weiß, wer den Mord begangen hat. Wir als Zuseher(innen) werden aber bis zur Auflösung mit mehreren Überraschungen konfrontiert. Es ist eine Verstrickung von Verbrechen, Politik, Bürgertum und Behörden, wie man auch in der Stückbeschreibung der Kammerspiele treffend lesen kann.

Schon zu Beginn des Stücks war ich gefesselt. Das gesamte Ensemble bestehend aus sechs SchauspielerInnen: Einer nach der Anderen betritt die Bühne und schildert die Geschehnisse, wie in einer Roman-Einleitung. Dabei wechseln sie sich mitten im Satz ab und man merkt sofort, wie gut dieses Team aufeinander eingespielt ist.

Im Verlauf des gesamten Stücks werden immer wieder direkte Rede und Erzählungen geschickt miteinander verwoben. Besonders zu erwähnen ist die Rolle des Oberst, Nationalrats, Advokaten von Schwendi, die gleich mit drei SchauspielerInnen besetzt wurde. Es wird stark mit Geschlechterrollen gespielt, indem teilweise Schauspielerinnen Männerrollen und Schauspieler Frauenrollen übernehmen.

Die Rolle des Herrn Gastmann wird zum Beispiel von Eleonore Bürcher verkörpert. Einige Dialoge werden im Schweizerdeutsch gesprochen, was zur lustigen Auflockerung beträgt. Die drehbare Bühne wird geschickt eingesetzt, in dem die Drehung selbst ins Schauspiel eingebaut und die Rückseite als Projektionsfläche verwendet wird.

Alles in allem eine sehr originelle Umsetzung, die wie die literarische Vorlage für viel Spannung, Verwirrung und Erheiterung sorgt.

 

Text: Patricia Gscheidlinger 

 

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Foto:  http://www.landestheater.at/info/stueck/der-richter-und-sein-henker-760

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