Auch heuer wieder viel Müll in der Sillschlucht

Anfang April trafen sich auch dieses Jahr wieder engagierte Menschen um den Innsbrucker Teil der Sillschlucht und dem angrenzenden Naherholungsgebiet rund um den Bergisel, von den weggeworfenen Resten der nicht ganz so naturverbundenen Zivilisation zu befreien.

 

 

Bereits im vergangenen Frühjahr konnten durch diese Aktion etwas mehr als 40 volle Müllsäcke (ca. 300kg) zusammengetragen werden. Heuer waren es leider nicht weniger, vor allem viel Plastik, Aludosen, aber auch Glasscherben, Porzellan, alte Teppiche, Dämmwolle und Eisenschrott mussten wieder eingesammelt und an den Abholstationen abgeliefert werden. Der Müll wird dort dann vom Forstamt Innsbruck abgeholt und richtig entsorgt.

Sehr viel Müll befand sich natürlich unterhalb der Autobahn und an den Grillplätzen direkt an der Sill. Jedoch gibt es auch einige bekannte Plätze für Partys, die einer intensiven Grundreinigung bedurften. Auch direkt neben dem offiziellen Panoramawanderweg lag leider wieder sehr viel Müll. Dies erklärt sich vor allem darin, dass es im Moment keine Abfallbehälter entlang des Weges gibt.

Bis vor einem Jahr standen hier noch Müllkübel, die von Thomas Martini liebevoll aus Holz hergestellt und regelmäßig von ihm entleert wurden. Leider wurden diese allesamt von Unbekannten spurlos entfernt und sind nie wieder aufgetaucht. Ein weiteres Problem für die Natur sind die „Gassisackerln“ in Plastikbeuteln. Die große Mehrheit von denen die in den Büschen und sogar oft auf Ästen und Sträuchern gefunden wurden, sind nicht biologisch abbaubar. Dies bedeutet, dass der Hundekot in diesen Plastiksäcken für viele Jahre liegen bleibt.

Für heuer schaut die Sillschlucht nun wieder einigermaßen ordentlich aus. Es liegt an jedem von uns, den Müll den man in die Natur mitnimmt, auch wieder zurück in die Zivilisation zu bringen und richtig zu entsorgen. Und wenn man unserem Innsbrucker Naherholungsgebiet etwas Gutes tun möchte, kann man natürlich auch jederzeit weggeworfene Dosen und Plastikflaschen mitnehmen und sie im nächsten Mülleimer in der Stadt entsorgen.

Die Aktion „Saubere Sillschlucht“ wird es auch nächstes Jahr wieder geben. Interessierte können sich gerne der Facebook-Gruppe Aktion „Saubere Sillschlucht“ anschließen.

Interview mit dem Organisator der Aktion, Marco:
Wie bist du auf die Idee zu dieser Aktion gekommen?
Auf diese Idee bin ich letztes Jahr im Frühling gekommen, da im Bereich des Rundwanderweges sich ein paar Leute in einem verfallenem Häuschen eingenistet und regelmäßig volle 60l Säcke mit Dosen, Plastik, Batterien und anderem Müll in der Sill entsorgt haben. Da mein Motto „Nicht maulen sondern machen“ ist, wurde diese Aktion dann ins Leben gerufen.

Glaubst du es wird sich das Naturbewusstsein der Sillschluchtbesucher verbessern und eine Aufräumaktion irgendwann nicht mehr notwendig sein?
Das ist eine gute Frage, auf der einen Seite werden sicherlich ein paar ihre Gewohnheiten ändern und vielleicht den Müll wieder mit hinaus nehmen. Auf der anderen Seite denke ich mir wieder dass gerade diejenigen die den Müll ohne schlechtes Gewissen der Natur überlassen, sich nicht ändern da es schließlich andere gibt, die diesen Müll wieder hinaustragen. Deswegen denke ich mir dass es weiterhin notwendig sein wird solche Aktionen zu machen.

Möchtest du den Lesern noch etwas sagen?
Es würde mich sehr freuen wenn sich mehr Menschen für eine saubere Umwelt einsetzen würden und wenn es nur ein ins Gewissen reden bei einem Freund ist. Oder die ein-zwei Bierdosen die einem ins Auge stechen aufhebt und man dann im nächsten Mülleimer entsorgt. Alles fängt mal klein an, und ja auch ein einzelner kann was bewirken, auch wenn das Ergebnis manchmal für einen selber nicht gleich sichtbar ist.

Ein Beitrag von Chris Seiwald

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