Alle guten Dinge sind drei

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Viele können es vermutlich schon gar nicht mehr hören, aber am nächsten Sonntag, den 4. Dezember, steigt die österreichische Bundespräsidentschaftswahl. Wie bei jeder Wahl gilt: Wer nicht hingeht, entmündigt sich selbst. Demokratie lebt von Beteiligung und wer sich an einer Wahl nicht beteiligt, lässt andere für (bzw. über) sich entscheiden.

Ich habe schon zwei Mal Alexander Van der Bellen gewählt und werde mich auch beim dritten Mal für ihn entscheiden. Auch wenn ich kein Grüner bin, ist er für mich der optimale Staatspräsident und ein würdiger Nachfolger von Heinz Fischer, den ich nach wie vor sehr schätze.

Alexander Van der Bellen ist ein etwas verschnarchter Professor, wobei er sich im Wahlkampf ziemlich gesteigert hat. Schon der Umstand, dass er vor seinen Aussagen nicht mehr gefühlte drei Minuten Nachdenkpause verstreichen lässt, verdient Lob. Außerdem schätze ich Politiker/innen, die sich Zeit zum Nachdenken nehmen – sie sind jedenfalls ein wohltuender Kontrast zu fremdenfeindlichen Schreihälsen und Dampfplauderern verschiedener Colours.

Ich halte Van der Bellen für einen anständigen Politiker und bin mir sicher, dass er Österreich nach außen gut vertreten wird. Das Amt des Bundespräsidenten ist – typisch für Österreich – ein Kompromiss. Eigentlich hat der Präsident viele Machtbefugnisse: Er ist der Oberbefehlshaber des Bundesheers und kann ohne Begründung jederzeit die Bundesregierung auflösen. De facto hat kein Bundespräsident der 2. Republik diese Macht tatsächlich ausgespielt. Alexander Van der Bellen ist für mich ein Garant dafür, dass die Demokratie nicht für Machtspielchen geopfert wird.

Vor allem wähle ich Alexander Van der Bellen deshalb, weil er Mut macht, während andere nur Ängste schüren. Er steht für ein weltoffenes und solidarisches Österreich und hat von Anfang an klar gemacht, dass der Begriff „Heimat“ keine Erbpacht der Rechten ist. Heimat ist keine Frage von nationalen, willkürlich gezogenen Grenzen, sondern steht für Zusammengehörigkeit und Miteinander. Österreich sollte selbstverständlich auch eine Heimat für ZuwanderInnen und Schutzsuchende aus anderen Ländern sein.

In der nächsten Woche werde ich versuchen, einige Menschen davon zu überzeugen, zur Wahl zu gehen. Gerade bei dieser Wahl wird es auf jede Stimme ankommen und deshalb gilt: Besser wählen gehen, statt sich nachher wundern, was alles möglich ist.

2 Antworten : “Alle guten Dinge sind drei”

  1. gregoa sagt:

    korrektur: auflösung des nationalrates geht nur über vorschlag der bundesregierung (wie fast alles). BP kann aber allein die bundesregierung entlassen.

  2. Andreas Wiesinger sagt:

    Stimmt, vielen Dank – ich habe die Formulierung im Text korrigiert!

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