Schlaflos in Innsbruck

Lasst uns froh und munter Alternativen zum geplanten Schlafverbot schaffen! Viele Menschen freuen sich bereits darauf, die vorweihnachtlichen Abende in der warmen, heimischen Stube zu verbringen. Aber in unserer Stadt leben auch Menschen, denen es nicht annähernd so gut geht wie den meisten von uns. Sie konnten in der Leistungsgesellschaft keinen Fuß fassen und leben aus verschiedenen Gründen auf der Straße. Diese Menschen liegen buchstäblich am Boden und anstatt ihnen die Hand zu reichen, hat sich die Stadtpolitik dazu entschieden, noch einmal ordentlich mit dem Fuß nachzutreten. Denn auf die Tatsache, dass immer mehr Menschen in Tirol kein Dach über dem Kopf haben, wollen städtische Politiker_innen mit einem Schlafverbot reagieren. Menschen, die die Nächte auf der Straße verbringen, sollen in Zukunft per Verordnung dafür bestraft werden. Die angedrohten Geldstrafen von bis zu 2.000 Euro können in den seltensten Fällen beglichen werden. Nach Angaben der Stadt ist die Errichtung einer zweiten Notschlafstelle die Voraussetzung für geplante ortspolizeiliche Verordnung. Während das Schlafverbot bereits im kommenden Gemeinderat beschlossen werden soll, fehlt von einem weiteren Schlafplatzangebot bislang jegliche Spur. Sozialvereine weisen seit Jahren darauf hin, dass es dringend weitere Notschlafstellen benötigt. Ausführliche Stellungnahmen, zum Schlafverbot haben die Bettellobby und der Verein für Obdachlose erstellt. Sie sind online einsehbar. Wenn einige Geschäftsinhaber_innen in der Innenstadt Probleme damit haben, dass sie regelmäßig die Notdurft anderer Menschen vor ihrer Tür entfernen müssen, will ich selbstverständlich nicht wegschauen. Aber ich schaue auch nicht tatenlos zu wie obdachlose Menschen aus der Stadt und somit aus der Gesellschaft und Gemeinschaft vertrieben werden! Alkoholverbot, Bettelverbot, Schlafverbot – diejenigen, die es beschließen, sind nicht davon betroffen und diejenigen, die es betrifft, können sich nicht wehren! Deshalb ist es Zeit für einen Akt der Solidarität! Dieser nennt sich SCHLAFLOS IN INNSBRUCK und...

Die aufgeräumte Stadt

Die aufgeräumte Stadt Innsbruck hat kein Problem mit Alkohol. Innsbruck hat ja ein Alkoholverbot. Innsbruck hat keine Radunfälle. Innsbruck hat ja ein Radfahrverbot. Innsbruck hat keine Bettler. Innsbruck hat ja ein Bettelverbot. Innsbruck hat keine Obdachlosen. Innsbruck hat ja bald ein Im-Freien-Schlafverbot. Innsbruck. Verbote OFF. Verstand...

Bananen im Fokus: (Wie) Wirkt Fairer Handel?...

Do, 10. November 2016, 19:00 Uhr, Vortrag, Segundo Cañar (Bananenbauer aus Ecuador) Bananen sind nach Äpfeln das beliebteste Frischobst der Österreicherinnen und Österreicher. Die süße Frucht hat aber eine bittere Seite: die Bananenindustrie gilt seit Jahrzehnten als Negativbeispiel für Handelsungerechtigkeiten, Machtkonzentration und unfaire Arbeitsbedingungen. Am 10. November ist Segundo Cañar zu Gast in Innsbruck. Segundo baut Bananen an und hat sich der FAIRTRADE-zertifizierten Bananenfarm El Guabo in Ecuador angeschlossen. Als Vorstandsmitglied der Kooperative kennt er die Schwierigkeiten von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im internationalen Bananenhandel und wird im Rahmen seines Vortrages von den Herausforderungen & Vorteilen im FAIRTRADE-System berichten. Nutzen Sie diese wunderbare Möglichkeit, um mit Segundo in Dialog zu treten! Einführend wird Martin Haselwanter (Südwind Tirol) die „Make Fruit Fair“ Kampagne – für die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards im Handel mit tropischen Früchten – kurz vorstellen. Für Erfrischungen und faire Knabbereien ist gesorgt Der Vortrag wird von SÜDWIND Tirol in Kooperation mit FAIRTRADE Österreich organisiert. Do 10. November 2016, 19:00 Uhr Foyer der Nord-Süd-Bibliothek, Leopoldstraße 2/1. Stock, 6020...

Lasst uns froho und bunter sein!...

Bundespräsidentschaftswahlqual. Es ist alles gesagt. Es ist alles gefragt. Es wurde noch nicht alles gesungen. Eine spaßige Chorprobe im wunderschönen Treibhaus-Turm. Mit Gernsingern, Falschsingern und -innen. Wir erheben unsere Stimmen zu umgetexteten Adventsweisen und Hadern aus Koschuh’scher Feder. Dem Norbert Pleifer seine Idee. Samt Hirnschmalz von Vielen. Das wird eine Gaudi, ein Spaß, ein Riesenspaß unter der musikalischen Leitung von Sigi Portugaller. Lasst uns froho und bunter sein! JEDEN SONNTAG AB 17 UHR. AUCH HEUTE. TREIBHAUS-TURM: KOMM, SING MIT. STIMMEN FÜR VAN DER...

So schön um den See

Nun scheinen die Würfel gefallen zu sein: Der Naturschutzbescheid für das umstrittenen Hotelprojekt am Obernberger See ist in den letzten Wochen von der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck als zuständige Behörde an die Projektgruppe Natur Refugia ergangen. Ein wunderschönes Naturjuwel in mittelbarer Nähe Innsbrucks, wird hier dem wahrscheinlich kurzfristigen Profitinteresse einer kleinen Gruppe cooler Touristiker geopfert. Der Ort Obernberg scheint gespalten zu sein, die Gemeindeführung spricht sich dafür aus, da man sich wohl eine Zunahme des Tourismus und damit auch von Arbeitsplätzen erwartet. Das Gasthaus, das schon seit längerem geschlossen ist, und das den heutigen Anforderungen eines Gastbetriebes nicht mehr entspricht, soll daher abgerissen werden, obwohl es sich sehr gut in die Naturlandschaft einfügt, während der projektierte Neubau nach der Meinung vieler – nicht zuletzt einer Reihe von dem Modernen und Neuen durchaus aufgeschlossenen Architekt/Innen, aber vor allem auch von Naturliebhaber/innen und nicht zuletzt einer rührigen Bürger/inneninitiative, die fleißig Unterschriften gegen das Projekt gesammelt hat – nicht in die Landschaft passt. Wobei in der ganzen Debatte von den Gegner/innen auch immer wieder die Zweitwohnsitzfrage ins Spiel gebracht wurde. Wie auch immer: so wie es jetzt aussieht, wird es nachher sicher nicht mehr aussehen. Das projektierte Hotel das auch mit in den Boden eingelassenen Containern zusätzliches Bettenpotential lukriert, würde in dieser naturbelassenen Landschaft wohl wie ein Fremdkörper wirken Die ergänzend eingeholten Gutachten zum Landschaftsschutz wurden alle negativ beschieden, obwohl das Gebiet um den Obernberger See schon seit 1935 unter Naturschutz gestellt worden war. Und was hier eine größere Baustelle anrichtet, die zur Einrichtung der Hotelanlage nötig sein wird, kann sich wohl jeder vorstellen, der diese wunderschöne Gegend kennt. Auch die Gefahr eines Versiegens des Sees durch für den Bau der Hotelanlage notwendigen Sprengungen wurde von den Gegner/innen immer wieder ins Spiel gebracht. Allerdings...

Rettet die schönen Wörter!...

Das ist ein Werbetext. Schleichwerbung billigster Sorte. Reklame aber für eine gute Sache. Kein Handel mit irgendwelchen Waren. Es geht um Wörter. Wörter, die aus unserem Sprachgebrauch zu verschwinden drohen, weil wir sprechfaul, lesefaul, schreibfaul werden. Und ein bisschen denkfaul auch. Der Regierung und den Politikern ist das zwar nicht ganz egal, besonders unternehmungslustig oder kreativ sind sie aber nicht, um den drohenden Sprachverfall hintan zu halten. Oder haben Sie schon einmal von Dingen wie einer Sprachpolizei oder Wortfeuerwehr gehört, die zur allgemeinen Sicherheit von existenzbedrohten Vokabeln ausrücken soll? Eben. Mehr privat statt irgendwie gar kein Staat ist gefragt und auf Facebook tut sich in der Richtung etwas. Kann man etwas tun? Man kann. Wörter retten. Schöne Wörter vorzugsweise. Wie kann man schöne Wörter bitteschön retten? Ganz einfach. Aufschreiben. Daran denken. Benutzen. Wörter ins allgemeine oder persönliche Bewusstsein rücken. Erklären, warum man dieses oder jenes Wort retten will, warum die Rettung lohnt oder warum ein bestimmtes Wort einem ganz besonders wichtig ist oder was man damit verbindet.   Wörter sind schließlich erfunden worden, um auch benützt zu werden. Heute müssen sie wiederum beschützt werden. Sowohl vor dem Vergessenwerden als auch vor der Verdrängung durch dahergelaufene Modewörter. Jedes Wort hat eine Geschichte zu erzählen und sich eine Chance verdient. Und es gibt wahrhaftig viele: Wörter aus der eigenen und aus fremden Sprachen. Die Vielfalt der Quellen ist Grundlage eines reichen Wortschatzes. Das Forum für Spass und Ästhetik in der Sprache hat seinen Betrieb vor kurzem aufgenommen. Schauen Sie auf einen Besuch vorbei in der Wortrettungsleitstelle im Internet und machen Sie mit. Es kostet nichts, bringt aber möglicherweise viel. Wer nichts schreiben, sondern die Geschichten der Wörter nur lesen will, ist natürlich auch willkommen. Einfach inspirieren lassen! Johann Nepomuk Alexander Hier...

Das 130.000-Euro-Ding

Im Stillen hätte es durchgezogen werden sollen. Das 130.000-Euro-Ding. Und irgendwann sollte es vermutlich ganz plötzlich mit großem Pomp und Trara enthüllt werden. Und jetzt, da durchgesickert ist, was da kommen soll: Niemand will es wirklich gewesen sein. Ein Künstler soll einfach so eine 2Meter70 hohe Bronzestatue angefertigt haben. Kann ja schon mal vorkommen, dass einem über Nacht so eine Statue auskommt. Aber kommen soll sie trotzdem: die Statue, die niemand braucht. Um was geht’s: Auf dem Landhausplatz soll diese Bronzestatue des ehemaligen Landeshauptmanns Eduard Wallnöfer aufgestellt werden. 130.000 Euro kostet das Ding. Bekannt geworden sind die Pläne wenige Tage nach der Ankündigung, dass sich zahlreiche Tiroler Sozialvereine auf Subventionskürzungen von 10 Prozent einstellen müssen. Der Budgetdisziplin wegen. Die schwarze Null ist und bleibt das Ziel von Landeshauptmann Platter. Doch anstatt ENDLICH das Landesbudget wirklich komplett auf den Kopf zu stellen, Veraltetes oder gar Unsinniges (das Land finanziert der Bauernkammer etwa Dutzende Posten) endlich zu hinterfragen, kommt der Budget-Rasenmäher. Und man setzt bei denen an, die es am dringendsten brauchen und die es am wenigsten brauchen können, wenn im Sozialbereich derart radikal gekürzt wird. Und nun das. Plötzlich sind 130.000 Euro da. Nein, natürlich nicht aus dem Landesbudget. Wir sind ja kreativ, und wissen aus welchem Topf man sich bedienen muss, damit das heilige Budget unangetastet bleibt. Es sollen 130.000 Euro aus der Landesgedächtnisstiftung sein. Jener Stiftung, von der Walli-Schwiegersohn Landtagspräsident Herwig van Staa der Vorsitzende ist. Jener Stiftung, die der Förderung junger Menschen, sagen wir: junger Talente aus Tirol dient. Siehe https://www.tirol.gv.at/kunst-kultur/landesgedaechtnisstiftung/ Jung ist Eduard Wallnöfer nun wirklich nicht mehr. Er ist seit mehr als 27 Jahren tot. Talent hatte Eduard Wallnöfer sicherlich. Auf der einen Seite ein politisches. Auf der anderen Seite aber auch das zweifelhafte Talent,...

Solidarökonomie – ein Weg zu globaler Nachhaltigkeit?...

Fr, 2. Dezember 2016, 14:00 – 19:00 Uhr, Workshop mit Anmeldung, Haus der Begegnung (Rennweg 12), Innsbruck In den letzten Jahren hat sich die Anzahl von Projekten vervielfacht, die, zumeist auf lokaler Basis, versuchen einen nachhaltigen und solidarischen Lebensstil zu pflegen. Haus- und Gartenprojekte, VerbraucherInnen-ErzeugerInnen-Gemeinschaften, Tauschkreise, Kostnix-Läden, Open-Source-Projekte, Repair-Cafés, selbstverwaltete Räume und Betriebe sind nur einige Beispiele. Alternative Initiativen des Wirtschaftens werden immer vielfältiger und – was nicht alle wissen – viele solidarökonomische Ideen werden und wurden im Globalen Süden geboren. Im Workshop definieren wir den Begriff „Solidarökonomie“ für uns und lernen konkrete Initiativen in Europa und im globalen Süden kennen: Wie verändern WeberInnen in Borneo, Malaysia, ihr Leben nachhaltig und was bedeutet es einen Bauernmarkt in Spanien zu organisieren? Was das mit jedem Einzelnen von uns zu tun hat, welche (lokalen) Anknüpfungspunkte es gibt und ob wir uns damit auf den Weg zu globaler Nachhaltigkeit begeben, diskutieren wir an diesem Nachmittag. Ein gemeinsames Abendessen auf Einladung von Südwind im Anschluss an den Workshop soll das Projekt „Dinnerclub“ für alle TeilnehmerInnen erlebbar machen und weitere Gespräche ermöglichen. Die Referentin Sabine Klapf arbeitet bei Südwind im Projekt „SUSY – Sustainable and Solidarity Economy“ (solidaroekonomie.at) Bitte um Anmeldung, begrenzte TeilnehmerInnenzahl: http://bit.ly/anmeldung_workshop_solidaroekonomie Die Diskussion ist Teil der Reihe: “Ökonomie anders gedacht. Solidarisch – Alternativ – Nachhaltig” organisiert von  Südwind Tirol in Kooperation mit Attac, Haus der Begegnung und Transition Tirol https://www.suedwind.at/tirol/ Foto: World in a...

Alternative Ökonomien: Unterschiede und Gemeinsamkeiten...

Mo, 14. November 2016, Podiumsdiskussion, 19:00 Uhr, Bäckerei, Dreiheiligenstr. 21a, Innsbruck Was ist der Unterschied zwischen Umsonstökonomie und Fairem Handel? Was sind Merkmale sozialökonomischer Betriebe? Was meint der Begriff Solidarökonomie denn eigentlich genau? Im Rahmen der Podiumsdiskussion kommen verschiedene AkteuerInnen und ExpertInnen alternativer Ökonomien zu Wort. Sie werden jeweils ihren eigenen Ansatz bzw. den Bereich, in dem sie aktiv sind, erläutern. Dabei sollen Unterschiede hervorgehoben, aber ebenso Parallelen aufgezeigt werden – denn alle vertretenen Wirtschaftsweisen eint die Idee, dass sie eine Alternative zur herkömmlichen, kapitalistischen Profitlogik darstellen. DiskutantInnen Laurin Mackowitz, Umsonstökonomie (Aktivist des Kostnix-Ladens Innsbruck Sabine Klapf, Solidarökonomie (Mitarbeiterin d. Menschenrechtsorganisation Südwind)Wilfried Hanser, Sozialökonomie (Geschäftsführer Ho&Ruck) Christian Mitterlehner, Fairer Handel (Geschäftsführer World Fair Trade Shop Innsbruck) Moderation: Silke Ötsch (Attac Tirol) Die Diskussion ist Teil der Reihe: „Ökonomie anders gedacht. Solidarisch – Alternativ – Nachhaltig“ organisiert von  Südwind Tirol in Kooperation mit Attac, Haus der Begegnung und Transition Tirol https://www.suedwind.at/tirol/ Foto: „World in a...