Die Goldene Gans – ein besonderer Theaterabend...

Studierende der Pädagogischen Hochschule Tirol und junge Menschen aus Flüchtlingsheimen luden am 28.4.2016 zu einem besonderen Theaterabend im „Bierstindl – Kulturgasthaus“ ein. Gezeigt wurde das Stück „Die goldene Gans“, Bei dieser Vorstellung handelt es sich um ein Projekt in drei Sprachen (Deutsch, Englisch, Farsi), welches durch eine Zusammenarbeit der PH Tirol, der zuständigen Hochschulvertretung und Tiroler Flüchtlingsheimen ermöglicht wurde. Die jungen Menschen überwinden im Rahmen der internationalen Sprache des Märchenerzählens Sprach- und Kulturbarrieren, bringen aktuelle Aspekte gespickt mit Situationskomik ein und bereiten dem Zuseher einen vergnüglichen Abend. Der Besuch ist kostenlos. Über eine freiwillige Spende freuen sich die Akteurinnen und Akteure. Es folgt eine weitere Vorstellung: 30. April um 20:00 Uhr im Bierstindl freie Platzwahl Judith...

Aufbruch statt politischer Lethargie...

Die Probleme werden immer größer. Die Arbeitslosigkeit steigt, immer mehr Menschen müssen in schlecht bezahlten Jobs arbeiten. Die Lebenshaltungs- und Mietkosten sind in Tirol besonders hoch, das Lohnniveau besonders niedrig. Viele können sich Tirol nicht leisten. Das ist ein Problem. Ein Problem, das man nicht mit einen Sündenbock löst, nicht mit einem Zaun am Brenner und schon gar nicht mit Rassismus, der sich immer tiefer in unsere Gesellschaft frisst. Unser gemeinsames Problem sind nicht „die da draußen“, sondern „die da oben“ – es sind die Reichen, die Wenigen, die den Reichtum horten und das abstreifen, was wir gemeinsam erwirtschaftet haben. Und es sind die politischen Eliten, die dieses System stützen und die die Ungerechtigkeit immer weiter verlängern. So kann es nicht weitergehen – und so wird es nicht weitergehen. Die Zeit ist reif für einen Aufbruch. Wir wollen uns zusammentun und gemeinsame, solidarische Antworten auf die vielen Missstände und Krisen geben. Einen Aufbruch wird es nur geben, wenn wir alle mitmachen und wenn es ihn überall in Österreich gibt. Gemeinsam mit VertreterInnen von Aufbruch organisieren wir ein erstes Treffen in Innsbruck. Dort wird die Kampagne vorgestellt und zusammen diskutiert, wie ein Aufbruch in Tirol aussehen kann. Freitag, 29. April, 18.00 Uhr Gasthof zur Eiche, Innstr....

Maidemonstration in Innsbruck: „Unsere Freiheit! Unsere Rechte! Unsere Welt!“...

Es begann mit 17 Toten. In den Maitagen des Jahres 1886 demonstrierten in Chicago Arbeiterinnen und Arbeiter für die Einführung des Acht-Stunden-Tags. Gegen die Demonstration rückten Polizeikräfte vor, deren Vorgehen erschossene und über 100 verletzte Menschen hinterließ. Zum Gedenken an diese Ereignisse und um die Forderungen der damals Demonstrierenden fortzusetzen, beschloss 1889 der internationale ArbeiterInnenkongress von Paris, jeweils am 1. Mai einen weltweiten Feier- und Aktionstag der ArbeiterInnenbewegung stattfinden zu lassen. An der ersten dieser Maidemonstrationen im Jahr darauf nahmen bereits in vielen europäischen Städten mehrere Millionen Beschäftigte und Erwerbslose teil. Seit 1919 ist der 1. Mai in Österreich gesetzlicher Feiertag. Ständestaat und NS-Regime versuchten den traditionellen ArbeiterInnen-Tag seines Sinns zu entleeren und zu Feierstunden der bürgerlichen Nation und der faschistischen Volksgemeinschaft zu machen. Während in den meisten europäischen Staaten es die Gewerkschaften sind, die zu den Maidemonstrationen aufrufen, ist es in Österreich Tradition, dass die Parteien zu den Veranstaltungen einladen. In Innsbruck ist aus der früheren KPÖ-Demonstration schon seit Langem eine gemeinsame Demonstration erwachsen, an dem sich hauptsächlich migrantische Organisationen, sozialdemokratische und gewerkschaftliche Jugendorganisationen, sowie nachwievor die KPÖ und nun auch die von ihr abgespaltene PdA beteiligen. Und sehr viele nicht organisierte Menschen, denen es ein Anliegen ist, am 1. Mai als einem zentralen Termin für ihre Interessen als Arbeitende oder Arbeitssuchende, als PensionistIn, Jugendliche, Frauen aufzutreten. Dieses Jahr steht die Demonstration unter dem Motto „Unsere Freiheit! Unsere Rechte! Unsere Welt! Rassismus, Sozialabbau und Repression bekämpfen – Kapitalismus und Imperialismus überwinden“. Im umfangreichen Aufruftext wird die Verteidigung der Mindestsicherung und der anderen sozialen Leistungen, die Abschaffung des Staatsschutzgesetzes und die Austrocknung der sog. „Steueroasen“ genauso gefordert, wie ein Ende der „Festung Europa“ – einschließlich der Grenzschließungen am Brenner und anderswo-, Bewegungsfreiheit und gesichertes Bleiberecht für Menschen auf der...

La Finta Giardiniera – Operngenuss im kleinen Rahmen...

La Finta Giardiniera – Operngenuss im kleinen RahmenDie Studierenden des Tiroler Landeskonservatoriums bringen Wolfgang Amadeus Mozarts „La finta giardiniera“ (dt. Titel: Gärtnerin aus Liebe) auf die Bühne. Nach der Premiere am 26.4.2016 haben Opernfreunde auch noch am am 27., 28. und 29. April, jeweils um 19.30 Uhr die Möglichkeit im Konzertsaal des Tiroler Landeskonservatoriums in kleinem, aber feinen Rahmen Mozarts komische Oper zu erleben. „Überraschungen, Täuschungen und Verwechslungen treiben sieben Menschen fast in den Wahnsinn, bevor zum guten Schluss die Richtigen zueinander finden.“ (dem Programmheft entnommen) Die Studierenden überzeugen mit ihren musikalischen Fähigkeiten, präsentieren schöne Stimmen und verstehen es mit ihrer Spielfreude den Funken auf das Publikum zu übertragen. Ausstattung und Regie harmonieren mit den jungen Künstlern, sodass der Abend trotz des draußen herrschenden winterlichen Wetters Frühlingsgefühle wach werden lässt. Mit besten Empfehlungen für musikalische Schleckermäuler Euer...

..und dann knallen am Bozner Platz die Korken....

Es ist ein durchsichtiges Manöver als ich im Juni 2015 mit einer Journalistin beim Interview zu „Hypoventilieren“ sitze. Als Ort des Interviews habe ich mir das Hypo-Café in der Hypo-Tirol-Zentrale ausgesucht. Wie man das als Strafraumstürmer halt so macht. Und als wir uns über meine Beweggründe über ein Kabarettprogramm zum ganz tiroleigenen Hypo-Desaster (immerhin mehr als eine halbe Milliarde Euro schwer) unterhalten, passiert Folgendes: Ein Mitarbeiter der Hypo-Marketingabteilung kommt zu unserem Tisch, freundlich, ja schon fast freundschaftlich. „Griaß di“. Und:„ Du, wir ham im Herbscht in Reutte . . also magsch da mit deinem Programm auftreten?“. An einen schlechten Scherz und das Interview denkend sage ich, er solle sich per E-mail melden, jetzt gehe es grad gar nicht. Gemeldet hat sich der Herr natürlich nie. Aber das Manöver war ja auch zu durchsichtig: Einen Kabarettisten, der die Landesbank ordentlich auflaufen lässt, umarmen, bis ihm die Luft weg bleibt. Irgendwie passend zum Programmnamen „Hypoventilieren“. Seit damals, über einen Zeitraum von knapp einem Jahr, hatte ich nach jeder einzelnen Aufführung von „Hypoventilieren“ aufgeregte, interessante Gespräche. Nur bei Agrargemein 2012/2013 blieben manchmal ähnlich viele Menschen noch da, um mich zu sehen, sich zu bedanken, mit mir zu reden. Das Desaster rund um die Hypo Tirol, das Versenken von mindestens 324 Millionen Euro in den italienischen oder deutschen Sand, das Retten der Landesbank mit 210 TIWAG-Mille, war und ist der Öffentlichkeit kaum bekannt. Zeigt man es auf, wollen es die Leute kaum glauben. Eine Landesbank ist dann eine Landesbank, wenn es gut läuft. Eine Landesbank ist dann eine „eigenständige Aktiengesellschaft“, wenn es nicht gut läuft. Vor allem, wenn die Politik das ihrige dazu getan hat, dass die Hypo dermaßen ins fast tödliche Straucheln gerät. Es war und ist ein Trauerspiel. War – weil...

Gut gemacht, Österreich?...

Wow Österreich, denen hast du es aber gezeigt. Denen „da oben“. Den Roten und Schwarzen, dem Hundstorfer und dem Khol. Ziemlich direkt indirekt auch dem Faymann und dem Mitterlehner. Jetzt bist du stolz, dass die beiden Kandidaten der Regierungskoalition ZUSAMMEN nicht einmal 25 Prozent der Stimmen bekommen haben. Wegen dir, Österreich, und deiner Wahl. Einer Protestwahl, die sich gewaschen hat. Und du bist stolz auf dich, Österreich, es „denen da oben“ mal so richtig gezeigt zu haben. Bildung und so vieles andere, wo nichts weiter geht. Die haben so ein Wahlergebnis ja auch richtig verdient. Gell, Österreich? Aber sag mal, Österreich: neben der Genugtuung, Rot und Schwarz so richtig heftig abgestraft zu haben – mischt sich da jetzt nicht auch ein bisschen Unbehagen in deine Euphorie? Dass ein bis vor kurzem nahezu unbekannter Kandidat einer Oppositionspartei deutlich Erster wird, ok. Aber, gib’s zu, Österreich, ein strammer deutschnationaler Burschenschafter bei gut 35 Prozent? Einer, dessen Kameraden sich in seiner recht extremen Burschenschaft „Marko-Germania zu Pinkafeld“ in Fischerstiefeln und Degen (rechte Wortwahl: Schläger) gern gegenseitig die Wangen aufschlitzen, um „Mut“ zu beweisen? Einer, der offen sagt, dass wir uns „noch wundern werden, was alles gehen wird“? Einer, der zuletzt viel mit seinem Parteichef Strache gemeinsam hatte – vor allem das auffällige Vermeiden einer hasserfüllten, aggressiven Wortwahl? Weil das kommt nicht so gut an. Das geht erst dann wieder, wenn der Wahlsieg eingefahren ist und es wieder in Mode kommt, die betäubten FPÖ-Sager auf die Aufwachstation zu verlegen. Gell, Österreich, so betrachtet bist du jetzt zweierlei: Auf der einen Seite zufrieden, einen Denkzettel verpasst zu haben. Auf der anderen Seite hast du ein mulmiges Gefühl im Magen. Du bist doch kein Land der Ewiggestrigen, bist kein Fan von Menschen, die für eine...

Licht unter den Innsbrucker Lauben...

Alle kennen wir die schönen Innsbrucker Lauben, die wir für so unverwechselbar für unsere Stadt halten, dass wir oft gar nicht daran denken, dass es diese im Sommer Schatten und auch Kühle spendenden Wandelgängen auch in vielen – vor allem in Südtirol oder auch in Oberitalien gelegenen Städten  etwa Bozen oder  Brixen oder Neumarkt – aber etwa auch in Feldkirch in Vorarlberg oder sogar auch in manchen norddeutschen Städten gibt. Wenn wir uns am Abend oder auch noch in der Nacht darin aufhalten, dann denken wir meistens gar nicht daran, dass diese Gänge in früheren Jahrhunderten ja eher dunkel waren und da wohl auch nicht gerade so sicher wie wir sie heute schätzen.  Ja wie früher unsere Städte überhaupt bei weitem nicht so benutzerfreundlich gewesen sein mögen, wie wir heute denken. Die Beleuchtung der Innsbrucker Lauben, wie wir sie heute kennen, stammt aus den  dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts, und ich denke, dass man dabei mit viel Einfühlungsvermögen und Sinn für das Vorgegebene  an diese Aufgabe herangegangen ist. So erinnern uns einige der in den Lauben als Beleuchtungskörper angebrachten Geschäftsschilder noch an die Zunftzeichen, die im Mittelalter die einzelnen Berufsstände zu ihrem Symbol hatten. So finden wir etwa noch ein Zahnrad und einen darüber angebrachten „Anker“, was unzweifelhaft auf einen Uhrmacherbetrieb schließen lässt, der hier früher in dieser Lokalität angesiedelt war. Oder zwei Männer, die eine Weintraube tragen, weisen wohl ebenso unzweideutig auf eine Weinschenke hin, die ja auch heute noch dort zu finden ist. Der Bär mag vielleicht auf eine Kürschnerei oder  vielleicht auch auf eine Drogerie oder Apotheke  hindeuten, immerhin befindet sich unter seinen Fittichen ja noch ein Reformhaus. Bei anderen Geschäftsschildern ist es indessen  schon weniger klar, für was da etwa dieser Mann mit einem großen...

Literarische Umsturzversuche @ DeCentral...

Die politische Lesebühne von Philmarie ist wieder aktiv und zwar heute am 22. April ab 20 Uhr im Cafe DeCentral (Hallerstraße 1, Innsbruck) Wer aus eigenen oder auch fremden Texten vorlesen mag, ist herzlich eingeladen. Jede bzw. jeder kann maximal 2 Texte zu je circa fünf Minuten vortragen, ob selbstgeschrieben oder von irgendwem anders und evtl. erklären inwiefern das Gelesene sozialkritisch einfährt. Die Sprache und Anzahl der Vorleser_innen ist dabei egal. Da es sich bei dieser Veranstaltung um eine politische Lesebühne handelt, sollte eigentlich alles Unpolitische strikt aussortiert werden, da aber sowieso alles im Leben irgendwie politisch ist, wird das gar nicht erst versucht. Besonders provokante Texte werden bei den Literischen Umsturzversuchen meistens besonders geschätzt und wer besonders mutig ist, bekommt schon mal ein Freibier spendiert. Ob ihr also mitlest oder einfach nur zuhört – euer Kommen erfreut! Eine Veranstaltung vom Theater der...

Syrien: Vergangenheit, Gegenwart – und Zukunft?...

Im Jahr 2005 lebte der Fremdenführer und Geschichtenerzähler Christian Kayed ein Jahr lang in Syrien. Anhand von Fotos aus dieser Zeit berichtet er über die Situation, aus der heraus der Krieg in Syrien entstanden ist und über aktuelle Bedrohungen, vor denen die Bevölkerung im und außerhalb des Landes auf der Flucht ist. Der Vortrag erinnert aber auch an den großen kulturellen Reichtum des Landes und seiner Menschen. Bildervortrag: Donnerstag, 2. Juni 2016, 19:30 Uhr Syrien: Vergangenheit, Gegenwart ? und Zukunft? Foyer der Südwind Nord-Süd-Bibliothek, Leopoldstr. 2/1.Stk., Innsbruck Dauer mit Diskussion: 1,5 bis 2 Stunden Kurzer Lebenslauf von Christian Kayed: Geboren 1971 in Bludenz, aufgewachsen in Tirol, Studium in Innsbruck und Freiburg im Breisgau. Christian Kayed lebt als Geschichtenerzähler, Fremdenführer und Autor in Innsbruck. Mit dem Erzählen weiser wie humorvoller Märchen und Geschichten lädt er zu Gemeinschaft, Austausch und Begegnung ein. Als staatlich geprüfter Austria Guide bietet er in Tirol Spezialführungen für Einheimische und Gäste an. Weitere Infos: http://www.storyguide.at/ Die Veranstaltung wird von Südwind Tirol...

Innsbruck, du kannst so hässlich sein...

Mariahilf. Oder sollte ich besser schreiben: Maria, hilf! Ich meine, es ist ja nicht so, dass wir es nicht gewusst hätten. Wir haben es kommen sehen, aber wie so oft war auch hier jeder Widerstand zwecklos. Gemeint ist das umstrittene Projekt „Kirchenwirt“, ein neues Wohnhaus, das direkt gegenüber der Mariahilfer Kirche entstanden ist. Zugegeben, ich habe mich im Vorfeld so gut wie gar nicht mit der Sache auseinandergesetzt und es geht mir hier weder um eine politische Stellungnahme noch um eine kritische Auseinandersetzung über modernen Wohnbau. Ich möchte jedoch, und es ist mir ein tiefes Bedürfnis das zu tun, nachdem ich erst vor kurzem das fertige Bauwerk gesehen habe, Folgendes festhalten: Alta, ist das hässlich. Nein, Moment. Allein das Wort hässlich ist schon viel zu schön, um diesen elendigen Klotz zu beschreiben. Das Ding ist einfach nur schiach. Prinzipiell gehöre ich ja nicht zu der Sorte InnsbruckerInnen, die sich gegen alles Neue wehren und jede Modernisierung automatisch ablehnen. Aber: Alter, das Ding ist einfach nur so schiach. Und ich meine, ich bin ja keine Architekturspezialistin, aber besteht der Sinn von Architektur nicht in erster Linie darin, neben Funktionalität mit Ästhetik zu verbinden? Aso, natürlich, Ästhetik liegt ja schließlich im Auge des Betrachters. Aber in diesem speziellen Fall muss es sich wohl um einen Dorn im Auge eines jeden Betrachters handeln. Egal ob subjektiv, objektiv, konstruktiv – ich wiederhol’s nochmal ganz plakativ: Das Ding ist grottenschiach. Und der Witz ist, dass das schiache Ding das Siegerprojekt aus einem Architekturwettbewerb ist. Jetzt könnte man sich natürlich fragen, ob die anderen Projekte gar noch schiacher waren, was aber kaum vorstellbar scheint. Natürlich ist es naiv von mir, zu denken, dass die Optik allein für die Auswahl eines architektonischen Projekts entscheidend wäre. Aber...