Bekenntnisse eines emanzipierten Mannes...

Als Mann sollte man aufpassen, mit einer Gratulation zum Weltfrauentag nicht anbiedernd zu erscheinen. Als ich heute einer Kollegin dazu gratulierte, meinte sie nur lapidar: „Danke –  aber was bringt mir das?“. Ich verstehe, dass Frauen sich ziemlich gefrotzelt fühlen, wenn sie 2016 immer noch in vielerlei Hinsicht benachteiligt werden: Sie verdienen bedeutend weniger als Männer – Österreich gehört zu den Ländern, in denen die Lohnunterschiede besonders ausgeprägt sind. Frauen werden öfter Opfer von Gewalt, über 90 Prozent der Gewalttäter sind hingegen Männer. Sie verfügen über deutlich weniger Vermögen und werden immer wieder sexistisch angemacht oder Schlimmeres. Es ist einfach eine Schande, dass die Mehrheit der Bevölkerung, also die Frauen, immer noch in fast jeder Hinsicht benachteiligt wird. Ich möchte allen Frauen, die das lesen, zum Weltfrauentag gratulieren. Es geht mir aber nicht um eine reine Geste, sondern um ein Versprechen, das auch am 9. März und jedem anderen Tag gilt: Gemeinsam mit euch will ich mich für eine gerechtere Welt einsetzen, in der Frauen die gleichen Rechte und Möglichkeiten wie Männer haben. Immer mehr Männer haben die Schnauze von Machogehabe, Ungleichheit und Sexismus gestrichen voll und wollen in einer Welt leben, in der Geschlechtergerechtigkeit ganz einfach selbstverständlich ist.   Hier findet ihr viele Informationen zur Kluft zwischen den Geschlechtern. Illustrationsbild von https://genderequality14.wordpress.com/2014/09/28/feminismus-doch-nicht-so-sexistisch/  ...

Wir wollen kein größeres Stück vom Kuchen, sondern die Hälfte der Bäckerei...

Am 7. März, um 18:00 Uhr, lädt der AEP (Schöpfstraße 19, Ibk) zur Einstimmung auf den Internationalen Frauentag 2016 zu einer frauenbewegte Lesung heiterer Texte mit Musik und Gesang. Mitarbeiterinnen und Leserinnen der Bibliothek stellen Texte feministischer Schriftstellerinnen vor – eine Einstimmung auf den Internationalen Frauentag am 8. März. (Texte von Hedwig Dohm, Luise Pusch, Margit Schreiner und Gedichte von Elfriede Gerstl.) Um die Tradition des gemeinsamen widerständigen Singens, die wir letztes Jahr im Rahmen der Veranstaltung zum Internationalen Frauentag im AEP wieder belebt haben, fortzuführen, knüpfen wir heuer an die letztes Jahr gesungenen FrauenKampflieder an und ergänzen die Lesung wieder mit unseren kraftvollen unterschiedlichen Stimmen und den hoffentlich vom Vorjahr noch im Ohr klingenden Liedern! Christine Abdel-Halim, interaktive Chorleiterin, wird die musikalische Koordination und Anleitung dazu geben! Eine Veranstaltung im Rahmen der Aktionswochen der Öffentlichen Büchereinen...

Stille Post

Ein neuer Versuch, zum Beispiel, wenn man sich verliebt hat, undeutlich werden, am Anfang ganz gering nur, dann immer mehr. Ein immer stärkeres Undeutlichwerden. Bald dann, später, aus der Undeutlichkeit, die am Anfang vielleicht nur noch ein Spiel ist, langsam heraustreten und so Ernst werden lassen. Um seine Beziehung und spätere Ehe „frisch zu halten“, wie B. sich ausdrückte, tat dieser zum Beispiel folgendes: Wenn er seiner Geliebten und nachmaligen Ehefrau ein Geschenk machte,  so verpackte er dieses sorgfältig oder ließ dieses auch gleich im Geschäft verpacken, schrieb ihre Adresse – die zugleich auch die seine war – drauf, trug es auf die Post und gab es dort auf. Den Absender ließ er weg. Die Geliebte und spätere Ehefrau suchte nach irgendeinem Absender, fand keinen und wunderte sich. Später dann ahnte sie allmählich, von wem es wohl gekommen war, und bedankte sich dann bei nächstbietender Gelegenheit bei B. Da war es dann schon zur Gewohnheit  geworden. B. tat dann zwar so, als wüsste er von nichts, doch auch das war mittlerweile zum festen Bestandteil ihres Beziehungs- und späteren Eherituals geworden. Alles löste sich dann in allgemeiner Heiterkeit auf, und seine Geliebte fiel ihm um den Hals und gab ihm tausend Küsse, was natürlich von B. nie wirklich nachgezählt worden war, sondern nur einem groben Näherungswert entsprach. Aber da B. von Beruf Statistiker war, durfte die Schätzung sicher nicht allzu weit danebengelegen sein. So schön konnte Liebe sein! B. litt einfach an der Unfähigkeit, jemandem ein Geschenk überreichen zu können. Das war schon immer so gewesen bei ihm. Er konnte teure Geschenke kaufen, das war überhaupt kein Problem gewesen bei ihm. Und er las seiner Geliebten und späteren Ehefrau auch jeden Wunsch von den Augen ab. Ebenso seinen Freunden, denen...

Letzte Bastion der Seligen? Ladenöffnungszeiten in Innsbruck...

Meine Uhr ist kaputt. Ist das ein Wink mit dem Zaunpfahl, mir doch mal so eine Smartwatch zuzulegen? Die damit zu erfassenden Werte interessieren mich bei allem Spaß an Technikspielerei leider wenig. Ökobilanz, ok, wäre interessant, aber auch nicht wirklich pfiffig… Also: es soll bei der liebgewonnenen Armbanduhr bleiben. Auf dem Weg um kurz nach 18 Uhr beim Uhrmacher abgebogen: nun, schon geschlossen. Nicht, dass ich es anders erwartet hätte. Wir sind ja in Innsbruck. Am nächsten Tag nächster Versuch. Als ich um 11.55 Uhr den Laden betrete, treffen mich mordslüsterne Blicke. Ich hatte zuvor das Schild an der Tür erspäht: von 12 bis 13.30 Uhr Mittagspause. Mein Anliegen konnte schnell abgehandelt werden, so dass ich dem Uhrmacherfluch ewigen Zuspätkommens gerade noch entgehen konnte. Die wohlplatzierte Bemerkung, ich sei gestern schon einmal um kurz nach 18 Uhr da gewesen, quittierte man mit einem, „ja, da werden Sie kaum noch ein geöffnetes Geschäft in Innsbruck finden“. Wohl dem, der seine Erledigungen neben dem Berufsalltag dank Hauspersonal oder traditionellem Familienmodell regeln kann. Ich jedenfalls werde mir nicht für den Uhrmacher Urlaub nehmen. Gib mir online-Informationen und komm mir ein bisschen entgegen, behandle mich nicht wie einen k.u.k.-Bittsteller, ich gönne dir alle Entschleunigung dieser Welt und schon kommen wir einvernehmlich ins Geschäft. Wünschen würd ich mir, dass es diesen Beruf noch lange gibt und er den Schritt ins 21. Jahrhundert wagen würde....

Die Toten belasten uns wenigstens nicht...

Die Toten belasten uns wenigstens nicht. Also stimme ich mich auf den Weltuntergang ein und hoffe, dass nicht die Falschen überleben. Erst jetzt ergibt alles einen Sinn. Von dem Tag an, als ich mit fünf Jahren in der Badewanne vergnüglich saß und missverständlicherweise „Heil Hitler“ sang, nachdem meine Eltern einen Dokumentarfilm angesehen hatten, bis zu dem heutigen Tag, an dem ich mal aufgeben muss, mal nicht mehr für mich und meine Sehnsucht nach Menschlichkeit kämpfen kann. Es gibt nämlich jene Tage, an denen man aufgeben möchte. All die viel größeren und mutigeren und handlungswilligeren Idealisten und das kleine Ich, das doch mal mehr werden wollte, was verändern wollte und sich daran klammert, dass die ganzen „besorgten Bürger“ eigentlich doch gute Menschen sind und nur Angst haben. Sind sie aber nicht. Vielleicht haben meine Eltern daran Schuld, dass ich hoffe. Sie haben mir beigebracht, dankbar zu sein, nicht zu egoistisch zu sein und mit jenen zu teilen, die nicht so viel Glück hatten und das alles, obwohl unsere Familie selbst nie „reich“ war. Meine Eltern haben alles getan, damit es uns gut geht. Dass ich drei Pflegegeschwister habe, war für mich immer normal. Ich sah nie einen besonderen Unterschied zwischen uns. Jede und jeder hatte halt seinen Charakter und je nachdem wurden wir auch behandelt. Eigentlich hätte ich uns nie als „komisch“ gesehen, wenn es mir nicht meine Nachbarn gesagt hätten. Das war dann wohl das erste Mal, dass ich miterleben musste, wie grausam Menschen sein konnten, als die Nachbarkinder meinen 7-jährigen Bruder darauf aufmerksam machten, dass meine Mutter nicht seine „echte“ Mutter ist, weil diese ihn gar nicht wollte. Bis er endlich groß war und nicht mehr ein Opfer war, wurde er wöchentlich gemobbt, bestohlen und verprügelt. Mal mit...

„We have no Burning problem anymore.“...

Sind wir uns doch einig: Ein Zaun am Brenner hat ja nicht einmal Platz für sich selbst. Das einzige Gute an dem vielen Metall an der „offenen Wunde“ Brennergrenze: Der Radio-Empfang am Brenner wird besser. Dass es nun aber beim gewohnt schlechten Radioempfang bleiben könnte, weil doch kein Zaun kommt, legt ein Mitschnitt nahe. Das Gespräch zwischen LH Günther Platter und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Montag in Brüssel ist offenbar gänzlich anders verlaufen, als berichtet. Auf Beamtenebene wird nun ein zweites Treffen vorbereitet, um den Zaunbau abzusichern. Inklusive Deutsch-Tirolerisch-Dolmetschern … Platter: „God Morning, John Klot!“ Juncker: „Good Morning. Please say: Jean Claude, not John Klot.“ Platter: „Okeh. God Morning, John Klot!“ Juncker: „Please, Mister Governor. My name is Jean Claude Junker …“ Platter: „Okeh. My french is not the bestest. My Englisch is betterer. I say: Junkie. Ok? Du, Junkie, we have a burning problem.“ Juncker: „I know. The so called Brenner-problem.“ Platter: „Sag i ja: Burning-problem. It is a Drama. We have no other election.“ Juncker: „Oh, you cancelled the election?“ Platter (zu einem Mitarbeiter): „Was hoasst’n „cancelled“?“ Juncker wiederholt: „Why did you cancel the election?“ Platter (zu Mitarbeiter): „Hasch jetzt bald nachgschaug? Der hat des Wort schu wieder verwendet. (Endlich findet der Mitarbeiter das Wort und sagt Platter, dass „cancelled“ „abgesagt“ heißt) Platter (zu Mitarbeiter): „Bisch da sicha? Des hoasst „Abgsagt“?“ Platter (zu Mitarbeiter): „Der hat gsagt die Flüchtlinge sind abgsagt!“ Platter zu Junker: „Junkie, I became new information. We have no Burning-Problem anymore.“ Juncker: „That is the european way, fabulous!“ Platter: „Yes, for se Transit.“ Juncker: „You are a good european if you let them transit your country.“ Platter: „ Yes, I like country. In generell I like Wild-West-music!“ Juncker: „Sprechen Sie nicht eigentlich Deutsch?“ Platter:...