Traglufthalle in Hall in Tirol muss sofort geschlossen werden...

In Hall in Tirol dient eine Traglufthalle als Unterbringungsort für über 240 Flüchtlinge. Es sind dort ausschließlich Familien mit Kindern untergebracht. Anfang Februar wurde diese erste Traglufthalle Österreichs bezogen. Die Funktionsweise einer Traglufthalle besteht im Wesentlichen darin, dass im Innenraum (den Schlaf- und Wohnräumen) durch konstanten Überdruck die Außenwände aufgeblasen werden. Traglufthallen sind nicht für eine Verwendung als dauerhafter Wohn- und Lebensraum konstruiert. Wir haben uns vor kurzem mit einem Experten getroffen, der uns die aktuelle Situation am Standort Hall in Tirol in der Traglufthalle als sehr prekär schilderte: Seit fast zwei Wochen sind keine Angestellten der TSD (Tiroler Soziale Dienste GmbH) mehr vor Ort. Der Heimleiter, als auch die MitarbeiterInnen, leiden an verschiedenen Krankheitssymptomen (wie z.B. Tinnitus) und erhöhter Infektanfälligkeit, die in Zusammenhang mit der Arbeit innerhalb der Traglufthalle in Verbindung stehen könnten. Außerdem herrscht innerhalb der Traglufthalle dauerhafter Überdruck. Die Luft ist sehr trocken und der Geräuschpegel enorm hoch. Die Schlaf-Kojen sind nach oben hin offen, Geräusche aus der ganzen Halle sind in allen Schlafkojen zu hören. Es gibt keinerlei Privatsphäre. Die Menschen in der Traglufthalle dürfen aus Sicherheitsgründen keine Messer und keine Wasserkocher verwenden, was eine angemessene Essenszubereitung verunmöglicht bzw. deutlich erschwert. Die Traglufthalle ist als Selbstversorger-Heim konzipiert. Viele der in der Traglufthalle lebenden Flüchtlinge sind schon nach wenigen Tagen erkrankt und können während der Nacht gar nicht oder nur sehr wenig schlafen. Angesichts dieser Zustände fordern wir die sofortige Schließung der Traglufthalle in Hall und die Unterbringung der dort lebenden Flüchtlinge in nicht gesundheitsgefährdende und adäquate Unterkünfte. Traglufthallen können kein Konzept der Unterbringung für Menschen auf der Flucht sein! Wir stellen uns weiterhin gegen die Abschottungspolitik Europas und treten für eine globale Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit und gleiche Rechte aller Menschen ein. Ein Artikel der Plattform...

Kaffeehaus-Analyse

C. Langstrumpf in the Kaffee-House, y’all. Yep, sie hängt gern in Nischen ab, die aus gepolsterten Sesseln, Bänken bestehen und in denen man Koffein zum Relaxen, Runterkommen konsumiert. Derer gibt es in der Stadt so einige und in der folgenden Orte-Analyse will sie, dass ich hier ihre Gedanken zu drei Coffee-Locos präsentiere  [weil es mehr Spaß macht, will sie, dass ich Pseudonyme verwende] … 1. Café Ohring: Hier wurde ihre Idee zu folgender Zeichnung getriggert. An diesem Ort, der größtenteils von alteingesessenen StadtbewohnerInnen frequentiert wird, ist ein Touch Kunst bemerkbar. Über ihr eingerahmt präsentierten sich bemalte Servietten, die Idee fresh! Die Motive dann aber wieder so ähnlich verstaubt wie die Gespräche der Stammgäste. Schwarz weiß und mit Fokus auf vom Ausdruck her eher leeren Porträts und Landschaften. Langstrumpf schnappt sich ein paar Servietten am Tresen und seitdem ist ihr erstes Servietten-Art-Piece entstanden. Das Motiv: die fast schon Streetblog-angehauchte verkachelte Toilette dort – Kitschön und Co. : nichts wie auf’s Klo im Café Ohring – und ja ihre Schuhe hatten ohne, zumindest bewußte [schließlich ist sie Stammgast und kennt die Farbkombis dort ganz genau], Intention die genau gleiche Farbe wie die Wandkacheln. 2. Das Schnauzer: In dieser Koffein-Nische schreit fast jeder Winkel und die meisten Anwesenden nach Instagram. Die relativ neue tropische Wand-Tapezierung etwa, OMG! Hier fühlt sich Langstrumpf so jung wie sie eigentlich nicht mehr ist. Die Musik bringt sie, auch ohne dies posten zu wollen, in Ekstase, der Computer spielt einfach genau das, was Stegmüller nie gut finden würde. Obwohl dieser relativ harmonisch neben ihr und den Indie Kids bei Kulturdiskussionen dort anwesend zu sein pflegt. Das Schnauzer ist sympathisch tolerant und integriert auch Verstaubtes. Bei diesen Diskussionen interviewen Hübsch und Acker durch den Abend, etwa auch Medienzwerg Kozumseck...

Ostern

Ostern war und man feierte es heuer einmal völlig ungewohnt mit einer Schwarzen Messe, bei der alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer  weiß gekleidet waren. Also wo Unschuld mit Schuld im tiefsten Sinne verbunden waren. Nichts Schreckliches aber geschah. Kein Gott wurde beleidigt, keine religiöse Seele gekränkt. Junge Frauen zeigten ihre neuesten Osterfrisuren, trugen kunstvoll aus ihrem Kopfhaar toupierte und frisierte Osterlämmer und Osterhasen, Kirchen und Kruzifixe. Eine sogar ein Straußenei, und eine andere ließ sich ihr Haar mit Goldstaub vergolden. Die hatte dann natürlich alle Aufmerksamkeit und Bewunderung der Besucherinnen und Besucher auf sich gelenkt. Manche trugen auch Strass in ihrem Haar oder auch auf ihrem Dekolleté. In einer anderen Ecke oder Koje wurden Bilder vom Leid gezeigt, das gab es ja zur Genüge leider immer noch, und man durfte es sogar in Gestalt von ein paar ausgesuchten und im Raum platzierten Bettlern gegen ein bisschen Kleingeld berühren. Und natürlich durfte auch der Teufel auftreten, sonst wäre es ja keine „Schwarze Messe“ gewesen. Aber der Teufel war harmlos. Er saß am Eingang und las ein Buch und beobachtete alles, und  natürlich war auch Judas da, sich seiner Rolle voll bewusst – denn ohne ihn hätte es das Fest ja gar nicht gegeben – stolzierte er herum und gab Autogramme wie ein Filmstar.. In einer ruhigen Ecke wurde still und heimlich ein Goldenes Kalb angebetet. Aber es war nur mit Goldfarbe bestrichen, und aus ihm entstieg am Ende eine schöne nackte  junge Frau! Auch das musste sein. Den Tieren wurde überhaupt viel Macht eingeräumt. Frauen in Katzen- und Hasenkostümen kochten Kaffee und servierten die Getränke.  Es wurden Lämmer und junge Ferkel gebraten.  Ein alter Mann in einem weißen Bart saß still in einem toten Winkel, so dass ihn alle übersahen. Vielleicht...

DEMONSTRATION gegen die Festung Europa! Refugees Welcome!...

Der österreichische Staat hat angekündigt, dass Anfang April die Grenze am Brenner wieder geschlossen werden soll. Damit ist Österreich Teil einer Reihe von Staaten wie Ungarn, Slowenien, Lettland, Estland, Griechenland, Spanien und weiteren Ländern, die die Abschottungs- und Ausgrenzungspolitik der EU prägen. Noch immer muss unter lebensgefährlichen Bedingungen das Meer überquert werden, noch immer wird der Weg von Stacheldraht, Zäunen und willkürlicher Polizeigewalt begleitet. Europaweit dominiert Katastrophenrhetorik! Parlamente beschließen Asylrechtsverschärfungen und Menschen werden in Krisen- und Kriegsgebiete abgeschoben. So macht die herrschende Politik ihre Botschaft klar: „Ihr seid hier nicht willkommen.“ Während in großen Reden von Menschenrechten und historischen Herausforderungen gesprochen wird, werden Militärmissionen auf dem Mittelmeer kommandiert und blutige Deals mit Diktator*innen und autoritären Regimes geschlossen. Wir fordern die Politik nicht nur auf, sich den katastrophalen Zuständen entlang der Flüchtlingsrouten anzunehmen, sondern außerdem die legale Einreise zu ermöglichen. Zu akzeptieren, dass tausende Menschen auf der Flucht und an den Grenzen sterben macht uns zu Mittäter*innen. Die jetzige Situation stellt uns ganz konkret vor die Frage, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen. Lasst uns ein klares Zeichen gegen die rassistische Grenz- und Asylpolitik setzen! Wir sagen NEIN zu Zäunen, Abschottung und Ausgrenzung! Wir setzen uns für eine solidarische Gesellschaft ein, in der es ohne Wenn und Aber heißt: „All Migrants and Refugees Welcome – gleiche Rechte für Alle!“. Samstag, 2. April um 13 Uhr vor der...

Bitterorange, Krieg und Terror...

Die Frucht glänzt orangefarben hervor und sprießt zwischen ihren Dornen, hineinbeißen will ich lieber nicht in die bittere Orange, die den ganzen Winter über im Botanischen Garten wächst. Wie eine mystische Landschaft aus meinen Träumen ist der Botanische Garten im Winter und lässt meine Gedanken um Zerfall, Zerstörung und Erneuerung kreisen. Krisenhaft schrumpelt das Grün zusammen, um neue Kraft im Inneren zu finden und neu zu erblühen. Mit wenig Nährstoffen kämpft die Pflanze in der Krise ums Überleben, um dann in neuer Pracht zu erstrahlen. Der Frühling kündigt sich hier immer wieder kurz an, um dann wieder in Schnee und Kälte unterzugehen. Ich kann es gar nicht mehr erwarten, das Grün, die Blüten, der Duft! Wie wird das Erblühen in Syrien nach der Beendigung des Krieges aussehen? Wann wird das sein? Wird es ein Blühen geben? Das Lechzen nach dem Respekt vor der Vielfalt und dem Ende von Krieg und Terror wird immer mehr. Blüten vermisse ich...

Je suis consciente

8 Uhr 40. Ich bin mal wieder spät dran, hetze durch die Wohnung, den rechten Stiefel schon am Fuß, den anderen suche ich noch, ein halbes Brot im Mund, der Blick auf mein Handy. Eine Nachricht von meiner Mutter. Nur ein Link: „Mehrere Explosionen am Flughafen von Brüssel“. Und: „Hast du was mitgekriegt?“ Ich: „Nein. Gerade aufgestanden.“ Ich renne aus der Wohnung, will unbedingt die nächste Straßenbahn erwischen. Ich nutze die paar Minuten an der Haltestelle, um die Neuigkeiten sacken zu lassen. Mir fällt meine Freundin Dona ein, sie sollte heute Mittag nach Bologna fliegen, Mittag heißt 12 Uhr, Flughafen heißt zwei Stunden früher da sein, heißt wiederum 10 Uhr. Ok, eher unwahrscheinlich, trotzdem möglich. Ich tippe eine schnelle Nachricht in mein Handy. Es kommt näher, wird realer, ist trotzdem unmöglich, gibts nicht. Die sofortige Antwort beruhigt mich fürs Erste. Sie ist zu Hause. Ein Bus kommt und ich steige ein. Er biegt links ab und ich merke, dass ich nicht in der Straßenbahn sitze. Schnell noch aussteigen und zurücklaufen? Allerdings könnte ich auch sitzen bleiben und ab Porte de Hal die Metro nehmen. Die Linie 6 hält auch an der Avenue Louise. Dann habe ich allerdings einen weiteren Weg zu Fuß zu meiner Sprachschule. Ich springe auf und quetsche mich gerade noch aus der sich bereits schließenden Bustür. Meine Tram kommt, ich fange an zu laufen, schneller, schneller, endlich die Haltestelle in Sicht, Menschen steigen ein und aus. Zwei davon sehen mich, den grünen Gummistreifen an der Straßenbahntür gedrückt winken sie mir aufmunternd zu. Geschafft! Ich steige ein, lasse mich keuchend auf den Sitz fallen, sehe den Fahrer, der mir durch den Rückspiegel zunickt. „Merci“, ich muss lächeln. Ich mag Brüssel. Ich fühle mich wohl in Brüssel. Kaum...

Die bunten Frauen von Kunst&Drüber...

Kunst und Drüber ist ein integratives Frauenatelier des Vereins TAfIE. Wir sind eine Beschäftigungstherapie-Einrichtung mit künstlerischem Schwerpunkt. Wir arbeiten sehr vielfältig: Schmuckherstellung, Malen, Filzen, Töpfern usw. Gerne probieren wir auch neue Arbeitsweisen und -Techniken aus, denn Abwechslung ist uns wichtig. Unser Projekt besteht seit 1998 und bietet insgesamt 6 Plätze für Frauen mit Behinderungen und/oder psychiatrischen Erkrankungen an, die von 7 Frauen genutzt werden. Zeitgleich sind aber immer nur 6 Frauen anwesend. Wir sind ganz unterschiedliche Frauen mit anderen Ansichten, Meinungen, Lebenssituationen, Lebenserfahrungen und Bedürfnissen. Dies macht uns das Zusammenleben manchmal echt schwer, aber trotzdem sind wir wie eine kleine Familie. Wenn es darauf ankommt, halten wir zusammen und sind füreinander da. Wir Frauen sind zwischen 19 und 77 Jahren alt. Begleitet werden wir von derzeit 5 Künstlerinnen, die zum Großteil auch Ausbildungen in den Bereichen Kunsttherapie, Theaterpädagogik und Psychologie haben. Dankbar sind wir auch für unsere Praktikantinnen, die uns vieles erleichtern. Unseren Begleiterinnen ist die Auseinandersetzung mit der Frau in der Gesellschaft und die intensive Arbeit an unserer Selbstfindung, unserem Selbstbewusstsein und unserer Selbstständigkeit sehr wichtig. Natürlich steht die Ausbildung in den verschiedenen künstlerischen Bereichen im Vordergrund, jedoch bekommen wir auch viel Hilfe und Unterstützung bei unseren individuellen, ganz persönlichen Themen. Ein Ziel ist es, dass einige von uns irgendwann so weit sind, (wieder) in den ersten Arbeitsmarkt einzusteigen. Auch in beruflicher Hinsicht werden wir gefördert. Unsere Arbeiten sind in unserem Atelier in der Mariahilfstraße 20 in Innsbruck erhältlich. Wir nehmen auch gerne Aufträge an. Unsere nächste Ausstellung: Garten- und Kunsthandwerkausstellung: Samstag, 23 April ab 10 Uhr im Pfarrgarten Baumkirchen. Like us on facebook Wir freuen uns auf Euren Besuch! Bericht von N.L., Klientin von...

Innsbrucker Shopping Night anders...

Morgen, am 18.3.2016 von 12:00 bis 24 Uhr gibts das erste „Nacht 2nd Hand“ Event in Innsbruck und zwar in der Höttinger Gasse 26. Der 2nd Hand Shop „Curious “ in der Höttinger Gasse gehört der Innsbrucker Geschichte an und wird von Eva und Margret Wassermann, die auch ihre eigenen Modelabels in Innsbruck betreiben: NIMUC und SCHLEISIG (Männermode), übernommen und in „Garderobe“ umbenannt. Morgen gibt’s alles, was „Curious“ zu bieten hatte, um 50%!       The End of A new Beginning! „Garderobe“ findet ihr auch schon auf facebook und wird am 30. April eröffnet, schauts einfach rein! Text: Barbara...

Streetblogger der Stadt, löst euch von den Fesseln der Hashtags!...

C. Langstrumpf ist genervt von all diesen StreetbloggerInnen, denn sie drücken mit ihren Instafotos keine Individualität aus, sondern sind Product Placement in Person, sind eingehüllt in Produkten des uns ständig verschlingenden Konsumwahns. Wo ist da noch Platz zum Atmen, wo ist da noch Platz für freie Meinungsäußerung, unter all diesen restriktiven Hashtags? Mit dem Streetbloggertum verhält es sich ähnlich wie mit dem Hipstertum, beide haben sie einen in Mainstream gebetteten Anspruch auf Individualität, der jedoch meist kläglich scheitert. In ihren Ansätzen haben all diese kitschigen und schicken, liebreizenden und moccaphilen Girls, Boys sowie Madln der Innsbrucker Szene ja recht nette Ideen und Perspektiven auf den Flair der Stadt, doch sie verwenden meist Winkel, die schon mehr als von gestern sind. London ist schon seit Jahren eine Spielwiese von C. Langstrumpf, für sie ist also vieles, das in Innsbruck als voll fresh aufgetischt wird, schon lange bekannt. Und nicht immer unbedingt besser, denn sie kennt LondonerInnen, die die dortige Streetbloggerszene als Ursprung allen Übels sehen, die in dieser eine korrupte Konsumgesellschaft orten. Die Londoner Kids, die sie kennt, denken politisch, interessieren sich für das richtige Leben und nicht eine hochstilisierte Fassung, die happyclappy-iges und gemütliches Nichts-Infragestellen vorlebt. Sie spielt nur ungern mit von Marken besessenen und von Sponsoren gesteuerten Zombies. Lieber umgibt sie sich mit Leuten, die sich nicht in unnatürlich natürliche Posen werfen. Und für sie ist ein Instagram oder Selfie nur dann ok, wenn es mit einer gewissen Ironie geknipst wird. Denn sich und irgendwelche unwichtigen Trends wichtig zu nehmen, ist einfach nur traurig und sogar gefährlich, weil dabei unsere Gesellschaft einer Gehirnwäsche unterzogen wird. Und davor sollten sich alle, die schon tief in den Hashtags stecken oder kurz davor sind, sich als StreetbloggerIn vermarkten zu lassen, befreien,...

Die Verflixtheit der Wörter...

Der Bibliothekar Wurm saß in der Bibliothek und war in seine Arbeit vertieft. Als dann der Tutor Krautfleckl kam und ihm sagte, welche Bücher er für die nächste Lehrveranstaltung bestellen sollte, war dabei ein Titel namens „Die Kunst des Seins“, worauf der Bibliothekar Wurm sagte, dass es sich wohl um den Titel „Die Kunst des Sehens“ handeln müsste, weil ein Buch mit dem Titel „Kunst des Seins“ es wohl unmöglich geben könne, weil nämlich Sein ist und keine Kunst sein kann, Kunst könne aus dem Sein hervorgehen, aber erst durch Tätigkeit, die aber noch keinesfalls mit dem Sein identisch wäre, weil dieses eben nur ist und man die Frage, ob das Sein eine Kunst ist, so gesehen gar nicht stellen könnte, und dieser Titel so gesehen eine Tautologie wäre. Worauf der Tutor Krautfleckl zum Bibliothekar sagte, ob er – der Bibliothekar – das so einfach wie ein Diktator für die ganze Welt bestimmen könne, ob Sein nicht eben genau so eine Kunst sei wie eben alles zu einer Kunst werden könne, eben auch das Sein. Da sagte der Bibliothekar Wurm, daß so etwas nie und nimmer möglich sei, weil Sein einfach Sein ist und sonst nichts, und man höchstens sagen könne: „Die Kunst des Lebens“, aber doch niemals die Kunst des Seins“. Die neben dem Tutor stehende Studentin Kienast sagte, daß sie gleich gehen müsse, weil sie sonst einen Parkzettel auf ihrem Auto haben würde, was wiederum den Bibliothekar nicht interessierte, weil er zuvor das mit dem Sein klären wollte, und zu diesem Zweck gleich das große Philosophische Wörterbuch zur Hand nahm und daraus den Artikel über das Sein vorzulesen begann, der sich über sechs Seiten erstreckte. Der Tutor Krautfleckl hörte die vorgetragenen Worte und war von ihrer Erhabenheit...