Ich hab’s heute getan. Schon wieder....

Ich hab’s heute getan. Schon wieder. Ich tu’s am liebsten sonntags. Offen gesagt. Natürlich könnt ich es auch unter der Woche tun. Manchmal tu ich das auch, aber nur, wenn ich es total nötig habe. Ich könnt’s auch in der Früh schon tun. Lieber warte ich aber damit, bis es draußen dämmrig ist. Dann tu ich’s. Am liebsten sonntags. Normalerweise fühle ich mich fantastisch, wenn ich es getan habe. Aber heute fühlte ich mich so wahnsinnig schmutzig dabei. Richtig ekelhaft. Mir vergeht fast schon die Lust, es zu tun. Ich hab‘ nämlich gemerkt, dass alle anderen es auch tun. Auch am liebsten sonntags. Manche vielleicht auch samstags. Es war sogar schon Thema im BürgerInnenrat. Aber alle reden nur darüber. Niemand fängt mit dem Verhüten an. Wahrscheinlich ist es egal, wann wir es tun. Oder wie viele es am gleichen Tag tun. Denn, wenn’s der Stadt wurscht ist, türmt sich der Müll eben an den Müllinseln. Dazu kann ich als entsorgende Bürgerin nur sagen: „Pfui Teifl Innsbruck.“ Birgit...

Mein Name ist Streifen – Zebrastreifen...

Wer ihn nicht kennen sollte, das gestreifte Ding am Foto ist ein Zebrastreifen, liebevoll auch Schutzweg genannt. Wie ich allein im Lauf der letzten Woche sechsmal erleben musste, ist seine Existenz zunehmend bedroht und wird diesem wundervollen Wesen beinahe jegliche Daseinsberechtigung entzogen. Ob Edellimousine, ob flotte Radlstudentin oder radelnder Silberopa, diese Streifen haben einen Zweck und stellen nicht nur ein stylisches Design eines eher minimalistisch veranlagten Künstlers im Rahmen der Stadtgestaltung dar. Liebe Autofahrer, wenn ein menschliches Wesen am Gehsteig steht und ganz klar in eure Richtung schaut, liegt es nicht daran, dass dieses Etwas mittels telepathischer Wirkung eure Kiste beschleunigen will, sondern ihr solltet wirklich ernsthaft in Erwägung ziehen, dass so ein Würstchen wie ich tatsächlich die Absicht hegen könnte, mal eben sicher über die Straße zu kommen. Liebe Radfahrer, das gilt auch für euch. Der Schutzweg ist auch für euch verbindlich! Ich habe es wirklich über, regelmäßig beim Aus- und Einsteigen in den Bus (Hotspots Maria-Theresien-Straße, Museumstraße) fast gerammt zu werden und dass mir abwechselnd am Zebrastreifen fast die Nase oder mein Hinterteil geglättet wird, auch wenn eure Kurvenfahrten dabei schon fast artistische Fähigkeiten erahnen lassen und somit durchaus einen gewissen Unterhaltungswert darstellen könnten. Liebe Fahrer diverser Fortbewegungsmittel, Fußgänger haben auch eine Daseinsberechtigung, also lasst uns leben. Ein paar Sekunden warten sollte im Straßenverkehr kein Problem sein. Gebt dem Schutzweg die Chance tatsächlich seinen ureigensten Zweck zu erfüllen und setzt nicht auf das Recht des Stärkeren. Auf ein gedeihliches Miteinander freut sich nicht nur euer...

Paris – Innsbruck

Stehen wir da und schweigen betroffen Bis wir auf einen treffen, der uns Gutes wünscht und Gutes tut vielleicht. Entfährt uns ein Lachen In dieser klammen Stunde. Denken wir, wie lachten sie, um die wir ratlos trauern,  in jener Stunde, ehe sie vom Tod...

Paris. Solidarité. Innsbruck...

Ich bin fassungslos. Wie wohl so viele andere auch. Traurig und wütend zugleich. Traurig über so viele Tote in Paris. Wütend auf .. ich weiß es nicht. Der gestrige Terroranschlag in Paris war nicht der einzige in den letzten Tagen – und doch wirkt er so nah. Wir dürfen sie nicht gewinnen lassen: Die, die glauben, unsere Freiheiten weg schießen oder weg bomben zu können. Und auch die, die glauben, aus feigen Taten Einzelner Stimmung gegen geflüchtete Menschen machen zu müssen. Das Wichtigste soll nun sein: Zusammenstehen. Für etwas einstehen. Solidarité eben. Und vielleicht auch einfach zusammen traurig sein. Kerzen gerne gesehen. Das Befreiungsdenkmal, errichtet von und im Eigentum der Republik Frankreich, ist ein geeigneter Ort dafür. Paris. Solidarité. Innsbruck Samstag, 14.11.2015, 18 Uhr Innsbruck, Landhausplatz Französiches Befreiungsdenkmal (Bitte keine Vereins- oder Organisationsfahnen bzw derartige Transparente. Kerzen sind gern gesehen) Markus...

Heute abend: Britta Burger – „Mode (und) Fotografie“ in der Bäckerei...

Um 19 Uhr geht’s los, hier das Interview der Fotografin mit dem Bäckerei-Magazin „Und“: Was machst du eigentlich? Ich bin Fotografin und Journalistin an der Schnittstelle von Mode, Subkultur und Sozialkritik. Meine Arbeiten sind in Magazinen wie Indie, i-D, Vice, Cooler, Zeitungen wie Der Standard und in Kollaboration mit Skatemarken wie Vans oder Volcom erschienen. Wen, was und wie fotografierst du? Models und Außenseiter. Manchmal Landschaften. Schnee. Layouts sind für mich genauso wichtig wie die Fotos selbst, Bedeutungen verändern sich je nach Bildmischung, deshalb produziere ich auch gerne meine eigenen Zines. Wie gelingt dir die Gratwanderung zwischen der Lüge der Modefotografie und dem Wahrheitsanspruch deiner journalistischen Arbeiten? Ich glaube, dass es eine Wahrheit gibt, aber dass man sich an sie nur annähern kann. In der Modefotografie ist man besonders weit entfernt, weil es im Prinzip darum geht, Dinge zu verkaufen, die eigentlich nicht gebraucht werden, indem man sie besser aussehen lässt, als sie in Wirklichkeit sind. Aber als Journalistin und speziell als Redakteurin bei Zeitschriften habe ich auch bemerkt, wie relativ der journalistische Wahrheitsanspruch generell ist; und wie stark der Einfluss der Werber. Die finanzieren ja fast alles, Druck, Webdesign, Gehälter. Irgendwas wird also immer verkauft. Ob es jetzt T-Shirts sind, ein Lifestyle oder eine Ideologie. Die Macht ist ganz stark beim Geldgeber, der dahintersteckt. Das gilt auch für öffentlich rechtliche Medien, wenn man bedenkt wie stark der politische Einfluss von Großkonzernen ist. Welche Mainstreampublikation ist schon wirklich anti-kapitalistisch? Ein Ausweg ist Self-Publishing, da ist die Freiheit am größten, die Reichweite allerdings am kleinsten, zumindest bei gedruckten Publikationen. Bei meinen Fotos suche ich einfach nach einem bisschen Wahrheit. Zum Zeitpunkt des Fotografierens sind alle Fotos gleich für mich – Mode, Dokumentarportraits, Landschaften. Meine Modefotos sind eigentlich meistens Portraits, je professioneller die Models sind, desto schwieriger finde ich es, ein gutes Foto zu machen. Ich warte auf einen Gesichtsausdruck, eine...

LADY*FEST: All genders are wellcome!...

Das LADY*FEST Innsbruck ist ein mehrtägiges, nicht kommerzielles Festival, das auf die Unterrepräsentation von Frauen* Lesben* Inter* Trans* in Kunst und Kultur aufmerksam machen will und Räume für queer-feministische Kulturaktionen schafft. Ladyfeste gelten als Orte feministischen Widerstands und haben durch ihre dezentrale Organisation stets ihre eigenen Schwerpunkte. Die Verknüpfung von Musik, Kunst, Aktivismus und Politik bietet einen einzigartigen gesellschaftlichen Raum für Kritiken, Fragen und Veränderungen. In diesem Vortrag geht es um die Herstory des globalen Phänomens LADYFEST. ERÖFFNUNGS-ABEND: Donnerstag, 12. November Doors: 19:30, p.m.k., Viaduktbögen 19+20 Offen für alle*! Eintritt frei! LADYFEST: 15 JAHRE ERFOLGREICHE FEMINISTISCHE INTERVENTIONEN – Vortrag mit Johannah Illgner Beginn: 20:00 Uhr Der Schwerpunkt wird auf dem geschichtlichen Background liegen. Wetier werden Kontinuitäten und Wandel in der Tradition der Ladyfeste betrachtet. Ergänzend wird das Konzept und die Umsetzung von Schutzräumen, geschlossenen Frauen*- und FLIT*-Räumen auf LADYFESTEN diskutiert. PERFORMANCE von Denise Fragner Übegriffe gehören zur Lebensrealität vieler Frauen*. Das sprechen darüber ist reguliert: sozial, medizinisch, rechtlich. Nicht die eigene Einschätzung, sondern Fremddefinitionen gelten. In der Performance setze ich mich mit meiner eigenen Erfahrung auseinander, die vor allem davon geprägt ist, nicht frei sprechen zu können. Trigger Warning: Sexualisierte Gewalt. ARI POP: FEMALE FRONTED ONE-MAN-BAND aus Berlin (DE) Anarcha-Feministische Musik zum zuhören, rumsitzen, rauchen und Bier trinken. Zum aufstehen, rausgehen und losgehen. Gegen Herrschaftsverhältnisse, schlechtes Wetter und Herzklumpenscheiße. ____________________________________________ PROGRAMM: KONZERTE ____________________________________________ Freitag 13. November Doors: 20:00 start: 21:00, p.m.k (Viaduktbögen 19-20) OFFEN FÜR ALLE*! Eintritt: 7 Euro / Kombiticket Fr & Sa: 12 Euro Lena Stoehrfaktor: rotziger Rap aus Berlin (DE) Der Name ist Programm: die Texte sollen stören und zuweilen auch verstören. Ehrliche Mucke mit politischen Texten über Homophobie, alltäglichen Rassismus, Szenen mit ihren Ritualen und Schubladen. „Kein Frieden mit der Mitte – Don´t walk that...

„Niemand darf das je lesen“ – Also hört gut zu....

Tagebücher hüten für gewöhnlich Geheimnisse, manche werden dazu sogar mit einem Schloss versperrt. Die gebürtige Tirolerin Diana Köhle pfeift auf diese Konvention und lädt Publikum dazu ein, sich aus Tagebüchern vorlesen zu lassen. Vor einem Monat fand der so genannte „Tagebuch-Slam“ zum ersten Mal in Innsbruck statt – und war ausverkauft. Morgen um 20.05 Uhr ist es wieder soweit. Treibhaus. Sonntag, 20.30 Uhr. Auf einem Polstersessel, im Zentrum der Bühne, mit Teppich vor den Füßen, im lauschigen Licht einer Vintage-Stehlampe sitzt David mit einem alten, mit Leder bezogenen Büchlein in den Händen: „6.11.2001. Zööörvs Tagebuch! Also Leute, es ist wieder Dienstag, das heißt ein offizieller Frag-Dr. David-Erklärtag. Also muss heute etwas erklärt werden. Frage Nr. 1 lautet: Warum fanatle ich so in die Carina S. und wie sieht es mit den anderen Mädchen aus? Frage Nr. 2: Wer hat zurzeit die coolsten Busen, wer den feschesten Hintern?“ Das Publikum, ab dem ersten vorgelesenen Wort schmunzelnd, prustet los. David selbst grinst. Der Spaß geht auf seine Kosten, besser gesagt, auf die seines 13 Jahre jüngeren, pubertären Ichs, und er findet das gut. Er liest, mit Mikro verstärkt, aus seinem früheren Tagebuch vor, ist der erste Vortragende des Abends. Das Publikum wartet gebannt auf die nächste Pointe. Der Eintrag endet mit den Worten: „Niemand darf das hier je lesen.“ Original-Texte Das, was man zu hören kriegt, ist authentisch, sind die originalen Ergüsse eines ehemals 15-Jährigen. Böse Zungen könnten die Show als „Seelen-Striptease“ bezeichnen, der als hippe „Kunst“ verkauft wird. Diesen Anspruch hat das Vorgetragene aber gar nicht. Ähnlich wie beim klassischen Poetry-Slam treten jeweils zwei Leute gegeneinander an, drei von sechs kommen ins Finale, am Schluss bleibt einE GewinnerIn übrig. Alle Entscheidungsgewalt liegt dabei beim Publikum, das mit starkem oder weniger...

Wie geht’s denn mit dem „endlich-store“?...

Am 6.12.2014 eröffnete der „endlich-store“ in der Jahnstraße 20 (Eingang Grillparzerstraße) in Dreiheiligen seine Pforten, wo in eigener Handarbeit produzierte Unikate ihren fixen Platz haben (zuerst waren sie stetig auf Wanderschaft auf diversen Märkten, wohin sie nach wie vor Ausflüge machen). Sina Neumaier und Amina Daschil plus HelferInnen renovierten, malten aus, schliffen Holzböden ab … kurz: Sie gestalteten den „endlich store“, der an sich schon ein Kunstwerk ist. Der Verein: „endlich* Plattform zur Förderung regionaler KünstlerInnen & DesignerInnen“ wurde ins Leben gerufen. Die Grundidee war, einen Ort zu schaffen, an dem sichtbar gemacht wird, was in Innsbruck und Umgebung alles hergestellt wird. Der Bekanntheitsgrad nimmt erfreulicherweise zu. Die durchschnittlich 35 KünstlerInnen produzieren alles, was sie für Erwachsene und Kinder verkaufen, selbst. Sie mieten jeweils ein Regal und so entsteht die augenscheinliche Vielfalt, von der die Bilder sprechen. Die Werkstatt des „endlich store“ befindet sich im Hinterzimmer der Räumlichkeiten, damit zeitgleich gearbeitet werden kann. In angenehmer Atmosphäre kann in Ruhe alles angeschaut werden, um dem Trubel zu entgehen. Zu Fuß ist er 3min von der „Bäckerei Kulturbackstube“ entfernt, also durchaus zentral und leicht zu erreichen, es ist einfach nur wichtig zu wissen, dass es ihn gibt! Geöffnet ist er Di-Fr 11:00 – 19:00 und Sa 11:00 – 17:00. Weitere Zuckerln: Jeden ersten Samstag im Monat gibt es eine Vernissage, die Wandflächen werden mit den Werken wechselnder KünstlerInnen gestaltet. Ebenso können Teamsitzungen von Vereinen dort stattfinden, er soll ja ebenso ein Ort des Austauschs sein. Dreiheiligen befindet sich in stetiger Entwicklung, erst kürzlich gab es einen wunderbaren Beitrag über diesen Stadtteil Innsbrucks: http://provinnsbruck.at/allgemein/innsbruck-deine-plaetze-platz-in-der-jahnstrasse/ Viel Freude beim Entdecken! http://www.endlich-store.at/ Facebook: endlichstore   Text: Barbara...

Requiem

Asche auf der Linse meiner Kamera. Ein junger Tänzer tanzt beim Sterbegottesdienst durch die Kirche unter rockigen Rhythmen. Tränen in den Augen der Hinterbliebenen. Der Priester küsst die junge Frau am Altar. Ist es seine Geliebte oder die des Verstorbenen? Eine Frau kneift mir in die Wange fügt mir Schmerz dabei zu....

Fertig, Feuer, Mut&los?...

Da überlegt eine Gemeinde, im Vorfeld der Gemeinderatswahl eine Jungbürgerfeier abzuhalten (und fasst gleich 6 Jahrgänge pünktlich vor der GR-Wahl zusammen). Ich werde als kabarettistischer Festredner ins Spiel gebracht. In der Gemeinderatssitzung kommt es zu Diskussionen: A:“Der ist zu politisch. Es ist ja knapp vor der Gemeinderatswahl.“ B: „Ja, wen könnten wir denn sonst fragen?“. A: „Den Platter“. (sic!) Da eröffnet eine Gemeinde ein neues Gemeindezentrum. Ich werde als Kabarettist ins Spiel gebracht, dieses Mal vom Bürgermeister höchstpersönlich. Im Gemeindevorstand kommt es zu Diskussionen: „Die Gemeinderatswahl ist nah. Besser nix Politisches“. Eingeladen wird schließlich ein Musikquartett. Ich finde: Schluss mit lustig. Das kann es ja nicht sein. Wann, wenn nicht vor Wahlen, sollten politische Themen Platz haben, über Skurriles und Absurdes in der Politik gelacht werden dürfen, Diskussionen angestoßen werden? Ja, ich bin sauer. Doch eher: enttäuscht. Ich bin enttäuscht von der offenbaren Mutlosigkeit, die in Tirol vielerorts herrscht. Was spricht dagegen, einen Kabarettabend mit einem Programm zum Tiroler Hypo-Desaster (immerhin rund 500 Mio Euro) und zur Halbzeitbilanz zu Schwarz-Grün zu machen – gerne mit anschließender Diskussion? Können sich die Gemeinden Kabarett nicht leisten oder wollen sie es sich nicht leisten? Wohl eher Zweiteres. Denn: Ich bin so blöd und biete den Gemeinden in bester Tiroler-Versicherungs-Manier ein Risiko-Minimierungs-Rundum-Sorglos-Paket an: Auch hier, ganz transparent: 1.000 Euro Basishonorar (Hin- und Rückfahrt, Technik und Techniker inklusive; Plakate werden in jeglicher Anzahl und in jeglichem Format gestellt). Bei einem Kartenpreis von 15 Euro ist dieses Honorar ab dem 67. Zuschauer zur Gänze wieder eingespielt. Kosten für die Gemeinde außer der Bereitstellung des Saals: Null. Dazu kommen Einnahmemöglichkeiten für die Gemeinde oder einen Verein (Ausschank). Ab dem 1001. Euro erfolgt eine 70:30 Einnahmenaufteilung. So ist es möglich, dass alle Beteiligten ein sehr geringes bis...