Die Geister sind unter uns...

Der Herbst ist immer wieder die Zeit, sich intensiver mit dem Tod zu beschäftigen als wir das im übrigen Jahr tun. Seien es Konzerte, Ausstellungen wie etwa die zurzeit in der Hofburg laufende Ausstellung Das Letzte im Leben oder eben auch Theateraufführungen,  wie sie jetzt eben gerade  das Innsbrucker Westbahntheater zeigt .Dieses hat sich des als Filmdrehbuch konzipierten Stückes  Das Spiel ist aus  des französischen Philosophen und Autors Jean Paul Sartre angenommen, das auch 1947 als Film realisiert worden war, den man auf YouTube ansehen kann. Der Inhalt des Stückes / Filmes ist schnell erzählt: Es geht um einen Widerstandskämpfer in einer fiktionalen Diktatur, der, weil er einen Mitkämpfer des Verrats bezichtigt hat, von diesem erschossen wird. Zeitgleich wird eine junge Frau von ihrem wohlhabenden Mann, der diese nur ihrer Mitgift wegen geheiratet hat, vergiftet. Beide landen nun in einem Jenseits, das weder Himmel noch Hölle ist und auch keine Wiedergeburt, sondern darin besteht, dass die Toten weiter unter uns leben, nur dass weder wir ihre Anwesenheit bemerken noch sie mit uns kommunizieren oder interagieren können. Eine doch ziemlich schräge Vorstellung für eine atheistischen Philosophen  des zwanzigsten Jahrhunderts, die aber nichtsdestotrotz ihren Charme hat und über die sich wohl trefflich philosophieren lässt. So werden also bei beiden Protagonisten, des Stückes,  die sich vorerst ja noch gar nicht kennen,  im Jenseits von einer älteren Dame empfangen und ihnen wird gesagt, dass sie sich frei unter den Lebenden bewegen können. Da sie aneinander Gefallen finden entsteht in ihnen der sehnlichste Wunsch, noch mal auf der Erde zu diesen zurückzukehren, ein Wunsch, der vorerst aussichtslos erscheint, dann jedoch durch einen dramaturgischen Kunstgriff des Autors ermöglicht wird, indem in der höheren Ordnung ein Fehler aufgetreten ist. Die Beiden hätten sich nämlich sehr wohl...

Ausstellungserlebnis: „The City of Dreams“...

Die beiden Künstlerinnen Andrea Artz und Almut Mölk trafen sich 1998 in New York, der „City of Dreams“, wo sie lebten. Diese Jahre hatten eine wegweisende Bedeutung für ihr Leben. Almut ist jetzt Schauspielerin und Regisseurin in Wien und Andrea Künstlerin und Fotografin in London. Die Ausstellung generiert einen Dialog zwischen den beiden. Inspirationsquelle sind zahlreiche Träume über New York, die Almut seit 2010 in einem Tagebuch niederschrieb. Früher wurden Träume als Botschaften Gottes gesehen und heute wird die Bedeutung von Träumen kontrovers diskutiert. Für die einen sind es schlichtweg Tagesreste, die in Träumen wieder auftauchen, für die anderen gibt die Interpretation von Träumen Antwort auf schwierige Fragen oder kann Wegweiser für die Zukunft sein. Die Ausstellungsräume werden zum Labyrinth, lasst Bilder, Sound und Installationen auf euch wirken! Die Ausstellung dauert nur noch bis zum 27.10.2015 in der Bäckerei Kulturbackstube....

Bevor die Kürbisse der Schnee verdeckt…...

Schau in den Botanischen Garten! Im letzten Jahr wurden dort Getreidesorten thematisch zur Schau gestellt und diesmal: Kürbisgewächse in ihrer Artenvielfalt. Sie gedeihen auf Komposthaufen, im Regenwald und in der Sahara. Sie sind Symbol für Fülle und Fruchtbarkeit. Der Riesenkürbis besitzt die größten Früchte des Pflanzenreiches. Der berühmte Ölkürbis aus der Steiermark ist eine der Sorten, die aus der Ursprungsart (Cucurbita texana) im nördlichen Südamerika hervorgegangen sind. Zahllos sind die angebauten Sorten. Vor mehr als 10000 Jahren wurden die ersten in Mexiko gegessen. Genieß die Bilder aus...

4 Suspendierungen. 2 Entlassungen. 22 Streikende....

Wir fühlen uns übergangen und verlassen. Ebenso wie unsere 21 Mitschüler und 15 Lehrende. In den letzten Monaten haben sich an der Schauspielschule Innsbruck Dinge abgespielt, die in dieser Form an keiner anderen Schule passieren könnten und dürften. Wenn uns die Frage gestellt wird „Was geht dann da bei euch ab?“ muss man erstmal Luft holen. Und nachdenken. Also – was ist passiert? Kurz vor den Osterferien hat eine „Feedback-Runde“ stattgefunden. Diese bestand daraus, dass uns die Leiterin und Obfrau der Schauspielschule Innsbruck, Frau Mühlburger, in ihrem Unterricht (Kommunikation) Feedback gegeben hat. Auf die Frage ob man auch Kritik geben dürfte, wurde uns gesagt, dass wir erst im Abschlussjahrgang Kritik gegenüber ihren Unterricht und ihr als Person geben dürfte. Das hat der Abschlussjahrgang des Jahres 2014/2015 auch gemacht – und da hat es begonnen heftig zu eskalieren. Sie fühlten sich nämlich verletzt, da vertrauliche Informationen an die SchülerInnen des ersten Jahrgangs weitergegeben worden sind – Frau Mühlburger sagte dass die Schüler der vierten Klasse asozial seien, passiv-aggressiv, und ihr Verhalten an Borderline grenzt. Um ihre Aussage zu „rechtfertigen“ nahm sie persönliche Beispiele – wie etwa eine Mail einer Schülerin, in der sie sagte sie würde es „doof“ finden, dass ihr Foto noch immer nicht auf der Website ist und Frau Mühlburger dies doch bitte ändern sollte. Das war eine klare „Grenzüberschreitung“, laut ihren Worten. Die Schüler der vierten Klasse sagten deswegen, dass ihr Vertrauen gebrochen wurde, und dass sie sich verletzt fühlen. Die Obfrau nahm dies sofort als „Übergriff“ und „Beleidigung wahr“, und behauptete dass die Schüler ihr Macht-, Vertrauens- und Amtsmissbrauch vorgeworfen hatten. Dieser persönliche Konflikt eskalierte, und daraufhin suspendierte die Obfrau der Schule den gesamten Abschlussjahrgang – kurz vor deren Abschlussprüfung zum/zur SchauspielerIn. Des Weiteren wurde ohne...

5 Jahre Cinema Next

Cineastisch hat unser kleines Innsbruck ja ziemlich viel zu bieten. Neben diversen Naturfilmfestivals, regelmäßigen Snowboard- und Extremsportfilmpremieren, dem großartigem Internationalem Film Festivals Innsbruck und vielem mehr gehört mittlerweile auch die Cinema Next Filmnacht zum Innsbrucker Filminventar. Katja Jäger und Dominik Tschütscher haben es sich zur Aufgabe gemacht, Kurzfilme von jungen österreichischen Filmschaffenden bekannt(er) und auf die Qualität des österreichischen Nachwuchskinos aufmerksam zu machen. Cinema Next feiert sein fünfjähriges Bestehen mit einer kleinen Tour, die auch im Innsbrucker Cinematograph Halt macht. In Innsbruck gibt es jedes Mal einen Schwerpunkt Tirol mit Werken junger KünstlerInnen, beispielsweise Eni Brandner und Clemens Wirth. Arbeiten von Initiativen wie Kino Dramawas oder Dr. Klabbe filmt wurden bei den letzten Filmnächten dem Publikum vorgestellt. Eine großartige Gelegenheit für Kinointeressierte, etwas Wunderbares, Vielfältiges und in der Zusammenstellung Einzigartiges zu sehen, alle Filme sind zum ersten Mal in Tirol zu sehen. Gezeigt wird alles, was interessant ist, die Skala reicht von Mikroorganismen bis raus ins Weltall. Zu rechnen ist mit Musikvideos, Dokumentarfilme, Experimentalfilme, Animationen und Komödien. Große Empfehlung! Cinema Next Filmnacht am 15.10.2015 um 21.00 im Cinematograph Das Programm (88 min): Die Badewanne von Tim Ellrich, 2015, 12 min Pitter Patter goes my Heart von Christoph Rainer, 2015, 22 min Love Amongst Ruin: Lose Your Way von Eni Brandner, 2015, 4 min Gravity von Clemens Wirth, 2015, 1:20 min Passage Opaque von Victor Kössl, 2015, 15 min List do Polski von Jola Wieczorek, 2014, 9 min Supercargo von Christoph Schwarz & Peter Moosgaard, 2015, 25 min Eintritt: 5 Euro Text von JULIA LECHNER Homepage Facebook Bericht auf...

Gedenken an die Opfer des Terroranschlags in Ankara...

Sie kamen, um für Frieden und ein Miteinander einzutreten. Viele von ihnen wurden einfach weggebombt. Der Anschlag auf eine große Friedenskundgebung in der aktuell noch viel stärker polarisierten Türkei ist nach nur wenigen Tagen aus den Schlagzeilen verschwunden – nicht aber aus dem Gedächtnis. Wer auch immer für diesen feigen Anschlag in Ankara verantwortlich ist: die Opfer, es sind mittlerweile mehr als 100 Tote und viele schwerst verletzte, dürfen nicht vergessen werden. Nicht in der Türkei, nicht in Mitteleuropa, und eben auch nicht in Innsbruck. Ein friedliches Miteinander fängt schließlich bei jedem und jeder selbst an. Das Friedensforum und das türkisch/kurdische Bündnis laden deshalb zu einer Gedenkkundgebung. Leise, an die denkend, deren Körper während des Eintretens für Frieden zerfetzt wurden, an die denkend, die um ihre Liebsten trauern, um die bangend, die noch um ihr Leben kämpfen. Freitag, 16. Oktober, 19 Uhr Annasäule, Innsbruck Nach kurzen Redebeiträgen aus den Reihen des Friedensforums, einer Vertreterin des offiziellen Innsbrucks und VertreterInnen des türkisch/kurdischen Bündnisses soll mittels kurzen Marsches durch die Stadt ein kraftvolles Zeichen für ein solidarisches, friedliches Miteinander gesetzt werden. Die VeranstalterInnen bitten alle TeilnehmerInnen auf die Mitnahme von Fahnen bzw. Transparenten zu verzichten. Die Mitnahme von Kerzen, Windlichtern und Fackeln ist hingegen erwünscht bzw wird darum gebeten. Für das Friedensforum, Claudia Schütz, Mesut Onay und Markus...

WarumWoDaWeil – Ort 1, das MOTEL...

Text von Anja Larch und Christina Burger Fotos+Kollage von Christina Burger   Warum? Weil wir manchmal gern untertauchen, um zu uns zu kommen. Wir verlieren uns an Orten, um uns und andere dort zu finden. Wir verschmelzen mit der Musik, spüren die Wellen um uns, in uns. Wir lassen die Seele baumeln an Orten mit Hängemattenqualität, wo die Discokugel zum Zentrum wird. Wir schaukeln beschwingt im Lichtermeer, lassen los, lassen uns tragen, tauchen hindurch, durch Körperwellen und Atmoschnellen. Wo? Im MOTEL, dem Kreativareal und Begegnungsort für Kulturschaffende und –nutzerInnen. Im Herzen von Beverly Wilten, im ehemaligen Recyclinghof in der Grassmayrstraße 23. Wiederbelebung. Ja, am Südring. Im Internetz hier zu finden: https://www.facebook.com/motelmotelholidayinn Cool Kids auf der Schaukel   Flashback: Paul Klumpner und Vincenz Mell, die Begründer des Innsbrucker Motels, sind vor zehn Jahren zum Studieren nach Innsbruck gekommen, gründeten dann den Kulturverein Brache und hielten anschließend Ausschau nach einem leerstehenden Gebäude und Areal, um dieses mit Kultur zu beleben. Was sie fanden war ein Gebäudekomplex mit einem großzügigen Parking Lot, für sie war somit klar: das ist ein ‚Motel‘, eine Raststätte mit ChillOut-Qualität.   Da? Wir und andere, zusammen. Kulturschaffende aus den verschiedensten Disziplinen nützen das Motel als Plattform. Und wir, das Publikum, haben die Chance uns in deren Universen zu verlieren, Inspiration zu erfahren, eventuell auch zum Kulturschaffenden zu werden. Das Areal in der Grassmayrstraße 23 ist ein vorübergehender Host der Motel-Seele, doch die Seele wird weiterwandern, solange Ihr sie in euer Herz schliesst. Noch ist sie Teil der Ost Wilten Hood.   Soundbite: Christina ‚Boombox‘ Burger war mit Anja Larch als das LocoGurusTeam bei einem Herbstfest des Motels, wo Musik performt und Skatergewand vercheckt wurde. Gerade ins Gespräch über die rotzig gute Performance von Hhanoi vertieft (http://hhanoi.com/) … baboom …...

Ö-Slam 2015 am 23.+24. Oktober in Innsbruck!...

Es ist so weit: Nach 2008 macht der Ö-SLAM, die Österreichische Poetry-Slam-Meisterschaft, am 23. und 24. Oktober 2015 wieder in Innsbruck Station. Irgendwie logisch, dass die Tiroler Landeshauptstadt als erste Stadt den Ö-SLAM ein zweites Mal austrägt – Innsbruck gilt als die Wiege der heimischen Slam-Szene. Markus Köhle verhalf ab 2002 im alten Kulturgasthaus Bierstindl dem Poetry Slam auch in Österreich zum Durchbruch. Der BPS, früher: Bierstindl Poetry Slam, jetzt: Bäckerei Poetry Slam, ist damit auch der „älteste“ Slam in Österreich (und auch der mit dem besten Publikum, was der Gewinn des „Szene-Slömilys“ 2014 beweist!) Doch zurück zum Ö-SLAM 2015. Es wird ein Fest. Und was für eines! 28 der interessantesten und besten Poetry SlammerInnen rittern am 23. und 24. Oktober um den Titel des „Ö-Slam-Meisters bzw der Ö-Slam-Meisterin“. Und auch bei diesem Titel hat Innsbruck das Sagen: 3 Mal ging dieser Titel nach Innsbruck – 2008 an Stefan Abermann und 2010 sowie 2011 an Markus Koschuh. Ob es heuer wieder einmal für den Sieg reichen wird, ist schwer zu sagen. Die Slam-Szene wächst unaufhörlich und die textliche wie performative Qualität der SlammerInnen war wohl noch nie so hoch wie derzeit. Und schließlich hat ja das Publikum, also DU, das entscheidende Wörtchen mitzureden. Wie läuft der Ö-SLAM 2015 ab? Am 23. Oktober finden ab 20 Uhr die Vorrunden statt. Vorrunden-Locations sind die Bäckerei und das Treibhaus. Kaum wer traut sich vorherzusagen, wer es ins Finale schaffen wird – klar ist: viele sehr gute SlammerInnen werden nur in den Vorrunden zu sehen sein. Nur 2 pro 7er-Vorrunde steigen fix auf. EinE „Lucky LoserIn“ pro Vorrunden-Venue kommt ebenfalls weiter. Hier die TeilnehmerInnen pro Vorrunde in alphabetischer Reihenfolge: VORRUNDE BÄCKEREI 1 Lisa Eckhart (Wos host gsogt? Wien), Rebecca Heinrich (Stromboli PS Hall),...

Danke „Kind und Kegel“!...

Es ist schon längst fällig! Ein großes Dankeschön an Andrea Krösbacher. Frau Krösbacher hatte vor über einem Jahrzehnt die Idee, die erste Second-Hand-Kinderboutique Innsbrucks zu eröffnen: Kind und Kegel. Leider ist sie nicht in der Innenstadt zu finden, wen wundert es, Nischen sind bedauerlicherweise rar in Innsbrucks Kommerzmeile. Kind und Kegel hält sich seit 2003, trotz der Reise ins Reichenauer Industriegebiet (Eduard-Bodem-Gasse 6, gegenüber von „Leiner“). Passender teuer Kindersitz fürs Auto, Laufstall weil das Kind das Krabbelstadium schon hinter sich lässt, neue Kleidung … Kinder wachsen und entwickeln sich, ja! So entstand die Idee von „Kind und Kegel“: Familien zu unterstützen, indem es einfach eine Anlaufstelle gibt, schöne und nützliche Kindersachen an andere Kinder weiterzugeben. Frau Krösbacher begutachtet die Sachen, die weiterverkauft werden genau, kurz gesagt: Mann, Frau, Kind kann sich einfach auf sie verlassen. Sie ist kompetent in der Beratung und hat immer wieder einen praktischen Rat auf den Lippen. Die Kindersachen werden in Kommission gegeben, der Preis wird mit den Eltern festgelegt und sie erhalten 55 Prozent des Verkaufspreises, die Abfuhr der Umsatzsteuer von 20% übernimmt „Kind und Kegel“. Es gibt sogar ein garantiertes Umtauschrecht innerhalb von sieben Tagen, was in der Second-Hand-Branche nicht unbedingt üblich ist. Vielen Dank für diese wertvolle Nische in Innsbruck, die Frau Krösbachers Engagement und ihrer Pionierarbeit zu verdanken ist!...

Christoph fand im Wald einen Schuh – fünf Ministorys für Erwachsene...

Christoph fand im Wald einen Schuh. Stand mit dem Schuh unter der Tür und sagte: „Schaut her, ein Schuh!“. Sonst nichts. Also nahm man es nicht ernst, also ließ man ihn. Dann ging Christoph wieder nach oben in sein Zimmer und sah fern. In seinem Zimmer standen die vielen kleinen bunten Autos alle im Spalier und auch die Modelleisenbahn hielt inne. Ottilie rührte inzwischen den Punsch an, und schnitt Brot und Wurst.  Pranz und Gerhard saßen da und sahen ihr zu. Draußen begann es schon finster zu werden. Ottilie erzählte von ihrem Leben und ihren Beziehungen. Als der Punsch fertig war, servierte sie ihn den beiden Männern. Diese tranken ihn und freuten sich darüber. Wie auch nicht. Christoph kam schließlich wieder herunter und trank nun ebenfalls Punsch. Den Schuh hatte er weggeworfen. Er schwieg. Alle schwiegen und tranken den Punsch. Peter hatte eine Idee. Er packte die Orange, die er nicht mehr essen mochte, weil sie ihm wahrscheinlich nicht schmeckte, weil er glaubte, daß sie so schmeckte wie die erste, die er gegessen hatte und die ihm überhaupt nicht geschmeckt hatte, und weil er sie nicht einfach wegwerfen wollte- schließlich sah sie ja nicht verdorben aus-, wickelte er sie in braunes Packpapier, gab sie in einen mittelgroßen Karton und schickte sie seiner Freundin. Er schrieb auf den Karton „Vorsicht- nicht stürzen- Kunstwerk!“ und „Work in Progress“. Er dachte, daß wenn seine Freundin die Orange bekam und sie auspackte, wird diese sicher schon faulig sein oder schimmlig, also zumindest anders als sie jetzt war, schön und rund und  von oranger Farbe  glänzend, um nicht zu sagen: erotisch. Georg ging in die Bibliothek und las die Zeitung von vor fünfzehn Jahren. Und ihm fiel auf, daß diese damals ganz anders aussah als heute....