KostNix feiert solidarisch...

Konsum ist das Opium der Völker: Kaufe dir ein Stück vom Glück, lautet das Mantra der Konsumgesellschaft. Wer kauft, um andere zu beeindrucken und einfach konsumiert, ohne über Produktionsbedingungen und soziale Auswirkungen nachzudenken, ist ein_e abgerichtete_r Konsument_in und wird irgendwann selbst zu Ware. Immer mehr Menschen gehen diesen fadenscheinigen Versprechungen nicht auf den Leim. Die Kostnix-Bewegung ist dafür ein Beispiel: Muss man in einer Überflussgesellschaft wirklich immer bezahlen – kann man nicht einfach auch um- ver- teilen? Aber ganz dem Geld entgehen können wir leider nicht, deswegen feiert der KostNix-Laden Innsbruck am 6.11.15 im Decentral ab 20:00 mit den Bands Demolisha, Turnout und T5T und super tollem veganen Essen ein Soli-Fest. Da fließt das Kapital hoffentlich so, dass der KostNix Innsbruck weiterhin einen Ort geben kann, der kapitalismus- und hierarchiefrei alles für alle bereitstellen kann. Wir freuen uns auf euch!...

WarumWoDaWeil – Ort 2, die VOGELWEIDE...

Fotos und Text von Anja Larch Kollagen von Christina Burger Warum? Weil der Waltherpark im Stadtteil Anpruggen, St. Nikolaus, neu belebt werden soll. Man getrost den Sprung über den Inn wagen kann, um Kultur zwitschern zu hören. Weil die Wiese den perfekten Raum für sozialen und kulturellen Austausch bietet. Dabei wird Flexibilität großgeschrieben und alles abhängig von Impulen gemacht: „Von 15 bis 22 Uhr können wir den Park ausnutzen, wenn es Ideen gibt, passiert etwas, wenn nicht, bleibt es ruhig“, so Anton Wechselberger, Obmann der Vogelweide, die als Verein konzipiert ist. Bis jetzt, also seit September, war mit Improtheater, Pantomimevorstellungen und Kletterturm schon so einiges dabei. Wo? Einmal vom Marktplatz aus die Innbrücke überqueren, nach rechts schauen und dem Pfeil auf himmelblauem Untergrund folgen, bis man zur Linken die Wiese erblickt. Innstraße 15. Da … sind dann je nach Veranstaltung Alt und Jung und Mittendrin, von hier und dort. Kleine und große Kinder können sich am Spielplatz austoben, alle können sich in die Wiese flacken. Weil … wieder ein Stück Raum für Ideen, Austausch und Zusammensein geschaffen wurde. Upcoming there: erlesen gespielt – Christoph W. Bauer und Jochen Hampl jammen morgen, am 31.10. von 16:00 bis 20:00 zusammen. Upcycling Markt in Zusammenarbeit mit dem Endlich Store am 17.11.   Ideen (Konzerte, Lesungen, Kabarett, Kunstinstallationen, Urban Gardening, etc.) einbringen kann jede/r unter...

Herzlich Willkommen im Dinnerclub Innsbruck...

Der Dinnerclub, eine Institution im Kultur- und Kulinarikleben der Stadt, ist übersiedelt. Gemeinsam essen bringt Menschen und Kulturen zusammen, die willigen Spenden kommen einem guten Zweck zu. Bisher im Integrationshaus, könnt ihr nun mittwochs und freitags im Pfarrsaal der Schutzengelkirche in Neu-Pradl (Gumppstraße 67) Küche & Kultur International genießen. Die Location ist übrigens auch mit Öffis gut erreichbar. Buslinien C, F und H halten fast direkt vor der Tür. Macht euch ein Bild und schaut euch das aktuelle Video über den Dinnerclub Innsbruck an und vor allem schaut vorbei! Gudrun...

Menetekel des Alltags: Zeit und Liebe...

Autos, Bleistifte, Zahnprothesen, sexuelle Erregung, Essen. Das alles können wir kaufen. Und noch vieles mehr. Einen Rausch, jeglichen nur erdenkbaren Luxus, Güter die wir eigentlich gar nicht brauchen, Annehmlichkeiten aller Art. Trotz extremer sozialer Kontraste leben wir in einer Zeit der totalen materiellen Unbeschränktheit. Wir sind dennoch unfrei. Die überlebensnotwendigsten Dinge gibt es nicht zu kaufen. Zeit und Liebe. Gegen keine Bezahlung der Welt. Ich habe mir letzte Woche nach Jahren wieder eine Uhr gekauft und ans Armgelenk geheftet. Ob es hilft? Wilhelm...

Vent meets Torma: Lese- und Videoperformance: „Le bord de la mer“...

Die Künstlergruppe „Vent schreibt Torma“ untersuchte – ausgehend von den Werken des vermutlich 1902-1933 existierenden Pataphysikers Julien Torma – die Möglichkeit, seinen Gedichtband „Le bord de la mer“ in Ötztaler Mundart erklingen zulassen. Vermutlich existierend? Was bedeutet das? Julien Torma war als Pataphysiker in den Zirkeln bekannter DadaistInnen und SurrealistInnen unterwegs. 1933 begab er sich aus gesundheitlichen Gründen nach Vent und gilt seither als verschollen. Die Pataphysik begreift sich als die Philosophie der imaginären Möglichkeiten, als literarisch-wissenschaftliche Methode der fröhlichen Verwirrung und wurde von dem Schriftsteller Alfred Jarry Ende des 19. Jahrhunderts ins Leben gerufen. Die sieben kurzen Gedichte des Bandes zeichnen sich durch eine starke visuelle Poesie aus. Vent ist ein kleines Dorf bei Sölden im Ötztal und die BewohnerInnen übersetzten in einem gemeinsam mit der Künstlergruppe Tormas pataphysisches Werk „Le bord de la mer“: An den Grenzen der Berge. Nicole Szolga, Andi Pavlik und Michael Bodenstein, kurz „Vent schreibt Torma“ präsentieren  diese Übersetzung im Rahmen einer vielstimmigen übergreifenden Lese- und Videoperformance. Auf DVD und als Buch erhältlich! Wann: Samstag, 31.10.2015, 19:00 in der Bäckerei Kulturbackstube, Dreiheiligenstraße 21a, Innsbruck www.facebook.com/ventschreibt.torma...

VOLLENDEN – ein Leben für die schöne Leich...

Mit dem Tod habe ich nichts zu schaffen. Bin ich, ist er nicht. Ist er, bin ich nicht. Das Verdrängen der eigenen Endlichkeit nach Jahrhunderten der Trostsuche im Jenseits hat den Tod wieder zu der Zumutung degradiert, die Epikur vor fast zweieinhalbtausend Jahren in ihm gesehen hat. Und doch haben wir mit dem Tod auch heute mehr zu schaffen als uns lieb ist. Das Sterben, der Tod und das Nichtwiederkommen uns Nahestehender müssen verarbeitet werden. Ein Abschied kann gelingen, weniger gelingen oder im schlimmsten Fall nie abgeschlossen sein. Damit beschäftigt sich die Thanatologie, die Wissenschaft vom Tod, vom Sterben und der Bestattung, letztlich also die Wissenschaft von einem gelungenen Abschied. Die Schweizer Regisseurin Susanne Eigenheer Wyler hat für ihren Film „Vollenden“, der im Leokino zu sehen war, das Tiroler Thanatologen-Team Christine Pernlochner-Kügler und Markus Ploner jahrelang begleitet und liefert uns ein Portrait von deren Umgang mit dem Tod zwischen beruflichem Alltag und Privatleben. Thanatologie geht über die übliche Bestattungstätigkeit hinaus; nicht nur um das Waschen, das Ankleiden, das Drapieren der Toten im Sarg geht es, sondern auch um das Begleiten von Angehörigen und um das Restaurieren und Präparieren von Leichen, die für eine offene Aufbahrung eine Herausforderung darstellen. Viele wollen eine individuell maßgeschneiderte Trauerfeier, für die erst Informationen über den Verstorbenen eingeholt werden müssen und die mitunter anstelle eines Requiems auch von den Hawaiigitarren von Caterina Valentes „Steig in das Traumboot der Liebe“ untermalt werden darf. Man sieht Markus wie er seinen Körper mit ausgedehnten Spaziergängen mit seiner Hündin Holly und mit Hanteltraining in Form hält. Christine wiederum trägt sich im Gesicht Feuchtigkeitscreme auf, während man sie aus dem Off über den Ekel vor Klebrigem sprechen hört. Es scheint, als ob beide damit der Vergänglichkeit und dem Verfall, dem...

Ö-Slam 2015. Volle zach superschön!...

Man könnte es literarischer formulieren. Schon klar. Aber es war halt einfach hammergeil, mega, bombastisch, grandios – schlicht: auf gut tirolerisch „nit schlecht“, in Wahrheit aber: „Bisch du deppert!“ Der Ö-Slam 2015 ist Geschichte. Aber diese Österreichische Poetry Slam Meisterschaft geht auch wirklich in die Geschichte ein: allerortens ausverkauft und Lob von allen Seiten. Liebes Publikum, DANKE! Ihr habt diesen Ö-Slam zu einem unvergesslichen Wochenende für alle 28 Poetry SlammerInnen gemacht. Ihr wart zu Hunderten mucksmäuschenstill, wenn es nötig war, ihr wart frenetisch applaudierend, wenn es angebracht war – aber vor allem: ihr wart gekommen, um lebendige Literatur zu erleben und wir hoffen, dass es auch für euch ein unvergessliches Wochenende war. Danke an jene, die die Jurykarten entgegen- und angenommen haben und hart aber fair einen Abend lang benotet haben, was sie hörten und sahen. Danke, liebes Publikum, dass ihr mit eurem lautstarken Klitscheklatsche, Pfeifen&Johlen die Jury beeinflussen wolltet. Danke liebe Jurymitglieder, dass ihr euch nicht wirklich beeinflussen lassen habt. Lisa Eckhart. Sie durfte sich nach dem Finale im Treibhaus-Keller den SiegerInnenkranz umstülpen (lassen). Was war das für ein Finale, wie war das knapp und wie verdient war letzten Endes eben doch ihr Sieg! Überhaupt ein riesiges DANKE an alle SlammerInnen. Ohne euch wäre das alles Nichts gewesen, jedeR Einzelne von euch hat das Seine oder Ihre zum Gelingen beigetragen, kurz: ihr wart nicht umsonst von den jeweiligen Poetry Slams nominiert. Ihr wart nicht die Nominiertesten sondern auch die Besten. Ruhiges, Schrilles, Packendes, Faszinierendes. Ich mache nun schon ewig und 3 Tage Poetry Slam, aber so viel Buntheit und Qualität auf einem Haufen kriegt man sehr, sehr selten zu sehen. Wie in Entenhausen hatten auch wir unsere Daniel Düsentriebs und Helferleins: Zu den Daniel Düsentriebs zählen Carmen Sulzenbacher,...

Innsbrucks moderne Kirchen – Pfarrkirche zur Heiligen Familie in Wilten-West...

Innsbruck hat neben seinen vielen barocken und neugotischen Kirchen auch eine für seine Größe doch nicht unerhebliche  Anzahl von modernen Kirchenbauten aufzuweisen, die der / dem Interessierten bei einem Besuch doch einiges Interessantes bieten können. Einige von ihnen wurden in diesem Forum ja schon beschrieben. So etwa die Piuskirche des Olympischen Dorfes oder die Kirche Sieglanger oder zuletzt etwa die Liebfrauenkirche im Saggen. Heute wenden wir uns einer der „ältesten“ der modernen Kirchenbauten in Innsbruck zu, nämlich der Pfarrkirche zur Heiligen Familie in Wilten West. Sie wurde bereits in den fünfziger Jahren – genau in den Jahren 1955/57 errichtet, also noch vor der Piuskirche und den anderen bereits erwähnten Sakralbauten. Sie befindet sich an der Egger-Lienz-Straße, in der Nähe des Westfriedhofes, und vielleicht ist ihr schlanker Turm dem einen oder der anderen schon mal aufgefallen. Es ist ein schlanker Campanile, der von der Kirche selbst getrennt steht und in seiner geradlinigen selbstbewussten Form ein typisches Symbol für einen modernen Sakralbau  der Moderne symbolisiert.  Errichtet wurde die Kirche nach Plänen von Martin Eichberger, der auch die Pauluskirche in der Reichenau projektiert hat. Ihre Geschichte geht aber schon viel weiter zurück. Nämlich bis in das Jahr 1888, wo bereits ein „Kirchenbauverein Wilten“ gegründet wurde, um der damals noch selbständigen schnell wachsenden Gemeindeeine eine neue zusätzliche Kirche zu verschaffen, nachdem es dort ja schon zwei sehr große und beachtliche Kirchen, nämlich die Basilika und die Stiftskirche gab. 1913 erfolgte dann ein erster Architektenwettbewerb und 1919, also nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, gab es dann die Idee einer „Friedenskirche“, deren Planung dann der bekannte Architekt Lois Welzenbacher übernehmen sollte. Wohl aufgrund der damaligen wirtschaftlichen Verhältnisse kam es dann allerdings nicht zur Ausführung dieses Vorhabens. Und man war daran gegangen, in den dreißiger...

Zum Staunen in den Keller gehen...

Innsbruck gilt als die gar nicht heimliche Hauptstadt der österreichischen Poetry Slam Szene: Der erste Poetry Slam auf österreichischem Boden überhaupt fand in Innsbruck statt, 3 der bisherigen 8 Titel eines/r „Österreichischen Poetry Slam Meisters/in“ gingen nach Innsbruck, von Innsbruck aus wurden die Impulse für eine stetig größer werdende Szene der Bühnen-Poesie gesetzt. Nur logisch, dass Innsbruck als erste Landeshauptstadt die Österreichischen Meisterschaften zum zweiten Mal austrägt. Morgen Freitag, 23., und Samstag, 24. Oktober heißt es in Innsbruck „Hören, Schauen, Staunen“, wenn die 28 derzeit interessantesten Poetry SlammerInnen Österreichs ihre Texte präsentieren. Ruhiges, Lustiges, Bedrückendes, Beeindruckendes und Überraschendes werden sich die Klinke zur Bühne in die Hand drücken – ein Fest des performten Wortes, das sich FreundInnen lebendiger Literatur nicht entgehen lassen sollten. Ö-Slam 2015: 23. Oktober, 20:00 Uhr, Vorrunden. Kulturbackstube „Die Bäckerei“ und Treibhaus-Turm In 4 Vorrunden zu je 7 SlammerInnen (Kulturbackstube „Die Bäckerei“ und Treibhaus) werden 8 FinalistInnen ermittelt. In einer „lucky loser“-Runde können noch 2 weitere LiteratInnen die Finalberechtigung schaffen. 24. Oktober, 20:00 Uhr, Finale. Treibhaus-Keller (restlos ausverkauft) Nach dem 10er-Halbinale wird in einem abschließenden Finale der 4 best Bewerteten BühnenpoetInnen der/die Ö-Slam-MeisterIn gekürt. Was ist ein Poetry Slam? Poetry Slam ist ein „Wettlesen um die Gunst des Publikums“. In meist offenen Bewerben lesen bzw. präsentieren LiteratInnen ihre selbst verfassten Texte. Es gibt keinerlei thematische oder genrebezogene Vorgaben – und dennoch gilt es, einige Grundregeln einzuhalten: Eine maximale Vortrags- bzw. Vorlesezeit von 5 Minuten, keine Requisiten, kein Gesang. Veranstaltet wird der Ö-Slam 2015 vom Verein zur Förderung junger Tiroler Literatur rund um Stefan Abermann, Martin Fritz und Markus Koschuh sowie Markus Köhle und Carmen Sulzenbacher. Unterstützt wird der Ö-Slam 2015 von der Stadt Innsbruck, dem Land Tirol, BMUKK, den IKB, den IVB, Zillertal Bier, der Bäckerei...

Gewerkschaft im Gefängnis?!...

Es mag im ersten Moment etwas ungewöhnlich klingen eine Gewerkschaft im Gefängnis zu gründen. Doch wenn man sich überlegt, dass grundlegende demokratische Rechte die für Arbeiter_innen und Angestellte gelten, meist für Menschen im Gefängnis überhaupt nicht gelten, wird klar, wie notwendig diese Initiative ist. Denn wie steht es um die demokratischen Grundrechte, wie etwa der Versammlungsfreiheit, hinter Gittern? Was ist mit Pensionsanrechnungszeiten für Arbeitende im Gefängnis? Was ist mit einem Mindestlohn auch für Menschen, die inhaftiert sind? Viele arbeiten für ein Trinkgeld und werden ausgenützt. Mit diesen Fragen setzt sich die in Deutschland gegründete Gefangenengewerkschaft/Bundesweite Organisation (GGBO) seit circa eineinhalb Jahren auseinander. Das ungewöhnliche Projekt erhielt viel Zuspruch, trotz aller Schwierigkeiten unter den Bedingungen sich in Haftanstalten zu organisieren. Mittlerweile haben sie hunderte Mitglieder in verschiedensten deutschen Justizanstalten und seit vergangenem Sommer auch im ersten Frauengefängnis. Infoveranstaltung am 23.Oktober um 20:00 Uhr im Jugendzentrum Z6 (Dreiheiligenstraße 9) Ein Sprecher der Gefangenengewerkschaft kommt am 23.Oktober für einen Vortrag nach Innsbruck, wo über die oben genannten Fragen diskutiert wird und die Entwicklungen der Gefangenengewerkschaft geschildert werden. Die Qualität einer Gesellschaft erkennt man daran, wie sie mit ihren Ausgegrenzten...