Von Bergen, Bildern und Bergern...

Letztes Wochenende genauer gesagt vom 11. bis 14. Juni fand ja das Bilderbergertreffen am Rande von Telfs statt. Selbst ohne Aluhut auf dem Kopf wohl eine Veranstaltung von der man nicht recht weiß, was man davon halten soll. Wirtschaftstreibende, Adelige, Militärs, Medienvertreter und die Hochfinanz – kurzum die weltweite Elite – an einem Ort versammelt. Am 12. Juni, am Beginn dieses speziellen Wochenendes, war Herz Jesu Freitag. Ein schöner Tag für viele Tiroler. Ein Fingerzeig auf die unsere Geschichte, auf unsere Religion und wie sie, in der Tradition verwahrt, doch noch weiter gegeben und gelebt wird. Herz Jesu scheint mir dabei weniger religiöser Kitsch zu sein, als vielmehr eine Wertschätzung und eine Achtung gegenüber diesem Jesus, eine Bewunderung und Hochachtung seiner Charaktereigenschaften, seines Wesens, kurzum seines Herzens. Wie sagte mir erst ein Kumpel: „Jesus war wohl a herzensguater Mensch. Demütig, hilfsbereit, gottergeben, nicht egoistisch und um die Schwachen, Ausgegrenzten und Minderheiten bemüht.“ Als Ausdruck der Verbundenheit und als Tribut an ihn flankierten an diesem besonderen Freitag zahlreiche Bergfeuer an steilen Berghängen und auf schmalen Gipfelgraten die Täler. Auf dem Flaurlinger Joch genau gegenüber vom Interalpen Hotel, dem Hotel in dem das Bilderbergertreffen gastierte, wurde auch so ein Bergfeuer entfacht. Ein Herz Jesu. Ich glaube es gab dieser Tage kaum einen besseren Aufschrei gegen die wirtschaftliche Verfahrenheit, gegen die militärische Verstricktheit und gegen die menschliche Kälte, die so manchen Teilnehmern dieses Treffens vorgeworfen wird, als jenes schlichte nächtliche Feuer in Form eines Herzens. In seiner Form ein Symbol der Liebe, des „Menschseins“, der Verbundenheit. In seinem Material, dem glimmenden Feuer, ein Symbol welches das Dunkelder Nacht durchdringt, leidenschaftlich, auflodernd und ungezügelt. Danke für dieses schöne Statement! Wolfgang...

Abzocke bei den Ärmsten...

Musik belebt die Sinne, somit das Ambiente und macht aus einer recht schmucklosen, lauten Stadt eine Blumenwiese, auf der sich Vielfalt trifft und kommuniziert. Musikanten, die aus sehr, sehr armen Ländern kommen (Bulgarien, Slowakei, Rumänien), also wirklich nichts haben, auch noch 30€ täglich abzuverlangen, tut weh, sehr weh und ist nicht zu dulden. Dann auch noch eine Strafe von 250€ bei Nichtbeachtung zu verlangen, wie traurig ist so ein unmoralisches, unmenschliches Handeln. Es gibt auch bei uns arme Menschen. Doch diesen Menschen steht noch eine soziale Abfederung zu. Menschen aus Osteuropa wird so eine Hilfe leider nicht zugestanden. Wo die EU doch ein zentrales Europa schaffen will (bin dagegen), aber eben nur im wirtschaftlichen Bereich. Im sozialen Teil nimmt der Rückgang im sozialen Bereich immer mehr ab. Wenn ich mich recht erinnere, sind doch derzeit „Die Grünen“ auch am Regieren. Wie mir weiter noch in Gedanken ist, setzen sie sich auch für alle sozial Schwachen ein. Da liegt doch eine Abschaffung dieser Gebühren in ihrem Interesse. Ich hoffe, dass sich diese Ungerechtigkeit ändert. Eine Stadt ohne Musikanten ist wie eine Welt ohne Vögel. Musik schafft Frieden und bringt Kulturen zusammen. Elisabeth...

Kritik: „Aschenputtel“ und „Aschengrau“...

Das Tiroler Konservatorium präsentiert die Märchenoper Aschenputtel von Andreas Trenkwalder und das Operical Aschengrauenvon Andrea Oberparleiter – die Anfänge sind vielversprechend. Freies Theater Innsbruck – die Bühne teilt eine transparente Leinwand, dahinter das Orchester mit Dirigent Dorian Keilhack. Davor eine minimalistisch ausgestattete Bühne: ein Tisch, zwei Stühle, eine angedeutete Küche. Aschenputtel Die Geschichte wohlbekannt: Aschenputtel betrauert den Tod ihrer Mutter und wird als Haushälterin von der bösen Stiefmutter und den zwei Stiefschwester tyrannisiert. So klassisch wie die Geschichte beginnt auch die Märchenoper. Aschenputtel in grau gekleideten Lumpen schrubbt die Küche und beklagt den Tod ihrer Mutter. Dann erscheinen die Stiefschwestern, zwei neongekleidete Hipster-Supergören mobben Aschenputtel, welche die Erniedrigungen leidend über sich ergehen lässt, während die Schwestern obendrein noch alles mit dem Smartphone dokumentieren. Der Anfang wirkt erfrischend aktuell jedoch als die Stiefmutter, in billig schwarzes Lackleder und schwarzblaue Faschingsperücke gekleidet, erscheint, kippt die Inszenierung ungewollt ins Lächerliche. Am Maskenball treffen schließlich alle Welten aufeinander: Die Stiefschwestern noch schriller gekleidet, jetzt ebenfalls mit fragwürdigen pinkfarbenen Perücken, der Prinz und sein Vater klassisch adelig elegant mit Glockenärmelbluse, die Stiefmutter als billige Domina und das Volk dargestellt durch Maturaballgäste. An dieser Stelle ist eindeutig ersichtlich, weder Kostüm noch Regie harmonisieren mit dem Rest. Gerettet wird das nur mit der wundervollen Umsetzung von Komposition, Gesang und Orchester. Aschengrauen In Teil zwei des Opernabends befinden wir uns 20 Jahre nach dem Ball und der Fortsetzung des Stoffes von Aschenputtel. Aschenputtel ist inzwischen ergraut, mit ihrem Leben in einer Sackgasse angekommen, ersäuft sie verirrt im Wald ihr Leid mit einer Flasche Old Label Whiskey. Tochter Isabel will die Regierungsgeschäfte ihres Vaters, dem verzweifelten König übernehmen. Dieser gedanklich bei „der grauen Frau“ vernachlässigt er seine Arbeit. Ein Highlight und besonders schön inszeniert ist der Aufstand des...

IVB und die liebe Trans*phobie...

Liebes IVB-Team, Ich schreibe euch, aufgrund eines mir am heutigen Tage passierten Vorfalls mit einem ihrer Busfahrer. Ich stand heute , am 06.06.15, an der BushalteStelle Mühlauer Brücke, wartete auf die Linie A in Richtung Sadrach. Diese erschien gegen 14:20, ich signalisierte dem Busfahrer klar einsteigen zu wollen und lief ganz nach hinten, um einzusteigen. Daraufhin musste ich feststellen, dass ebendiese hintere Türe verschlossen blieb, während die beiden vorderen allerdings noch offen standen. Ich steige ganz hinten in den Bus ein, da ich mich dort, aus später genannten Gründen, am wohlsten fühle. Nachdem ich also die Türe nicht öffnen konnte, ging ich zur Mittleren, welche sich „zufälligerweise“ just in dem Moment schloss, als ich einsteigen wollte. Dann fuhr der Bus los, im Rückspiegel sah ich einen mich anblickenden, grinsenden Busfahrer. Ich lebe als Trans*Frau. Ich habe (noch) klar erkennbare, von der Gesellschaft als männlich gelesene, Geschlechtsmerkmale. Da ich mich jedoch so wohl fühlen möchte wie ich bin, trage ich (vor allem an warmen Tagen wie diesen) mit vollster Überzeugung sogenannte „FrauenKleidung“. Explizit war ich unterwegs in kurzem Rock und zurechtgeschnittenem Top. Jeden Tag bin ich trans*phober Diskriminierung ausgesetzt. Nach diesem Vorfall fing ich an mitzuzählen: Ich war heute etwa eine Stunde eigenständig in der Innenstadt unterwegs und zählte in dieser Zeit 6 diskriminierende Übergriffe, also im Schnitt einen alle 10 Minuten. An „guten Tagen“ toppe ich diese Anzahl auch. Anstarren und Tuscheln nicht mitgezählt. Ich werde, unter anderem, lachend fotografiert, verfolgt, und zwar so, dass ich den Atem in meinem Nacken spüren darf, ich werde als „Schwuchtel“ beschimpft und mir wurden mehrmals Beine gestellt. Mit all diesen diskriminierenden Übergriffen war ich immer recht froh, Bus fahren zu können, in Bussen sind die Menschen mit sich selbst beschäftigt, ich genieße...

Auflesung einer Institution… zum vorläufigen Abschied von Text ohne Reiter...

Nun denn, die Ritter des Wortes haben gestern vorläufig zum letzten Mal ihre literarischen Speerspitzen über den Gefilden der Sprachgewalt aufleuchten lassen. Während Robert Prosser nebst alkoholischen Genüssen Eindrücke aus der Hip Hop Szenerie aus Bosnien importierte um anschließend im Queen Anne in romantischer Stimmung in enger Nachbarschaft zum Pissoir „Betrunkene“ aus dem Auto fallen zu lassen, gemahnte Stefan Abermann an die Endlichkeit des Seins, in welchem er endlich Stille genoss aber von seinen Kameraden selbst im Tod noch verfolgt wurde und diese unter Zugrundelegung all ihrer im Lauf der Jahre erworbenen und nie abgelegten Spleens (ich sage nur Eichhörnchen) auf seine Kosten hochbetagt ihr Comeback planten. Martin Fritz erinnerte im Schutzmantel der allgegenwärtigen Präsenz eines Sicherheitsvollbades an die Anfangszeiten der Lesebühne und seine Rolle als scheinbar einzig Vernünftiger der Truppe und Markus Koschuh erweckte nochmals die „liebevollen“ Grußworte und Aufträge des Martin Fritz anlässlich einer längeren Absenz zum Leben und ließ das Publikum nach Betrachtungen zu einem durchschnittlichen Lesebühnenabend ohne Pointe zurück… Meine Lieben, ich muss sagen, der Chor zum Backstreet Boys Hit „Quit playing games with my heart“ war so grauenhaft, dass es schon wieder ein Genuss war. Fast wehmütig wurde schlussendlich von den Anwesenden das Einfahren der Leinwand beobachtet und gerüchteweise auch mit salbungsvollen Worten kommentiert. Es darf aber auf eine Auferstehung der Lesebühne im Herbst in etwas veränderter Form gehofft werden. Stay tuned: Text ohne Reiter im Netz und auf Fetzbuch Euer Plaudertäschchen Ein frühes...

The Clash of the Egos / Pt.1 „Shabby’n’Chic“...

Parka oder Minikleid? Zerfetzte Jeans oder Herzerloptik? Schmutzige Boots oder glitzernde Heels? Bäh, mir egal, ich ziehe alles gleichzeitig...

Südwind-Filmpreis 2015 geht an „Des Étoiles – Unterm Sternenhimmel”...

Anlässlich des 24. Internationalen Filmfestivals Innsbruck vergaben die Jugendlichen der SchülerInnen-Jury Freitagabend den mit 1000 Euro dotierten Südwind-Filmpreis an den Streifen „Des Étoiles – Unterm Sternenhimmel“ und seine Regisseurin Dyana Gaye. Bei der offiziellen Preisverleihung am Samstag vormittag im Leokino nahm der senegalesische Konsul Helmut Paul Lerch den Preis stellvertretend für die Regisseurin entgegen. Die Entscheidung war eindeutig: Mit 41 Punkten gewann der französich-senegalesische Film „Des Étoiles“ (2013) den diesjährigen Südwind-Filmpreis. Alle vier Filme, die im Bewerb liefen, wurden von der SchülerInnen-Jury gut angenommen. Doch der Gewinnerfilm, der eine facettenreiche Migrations- und Dreiecksgeschichte mit unerwarteten und hoffnungsvollen Begegnungen erzählt, setzte sich klar durch. Auf dem zweiten Platz landete „Muallim – The teacher“ (Tadschikistan) von Nosir Saidov, auf  Platz drei und vier schafften es der venezolanische Spielfilm „Pelo malo“ und „Shana – The wolf’s music“ (Schweiz/Kanada). Die SchülerInnen der Jury begründeten ihre Wahl folgendermaßen: „Die SchülerInnen-Jury vergibt den diesjährigen Südwind-Preis an einen Film, in dessen Mittelpunkt junge Menschen im Spannungsfeld von Familie und Aufbruch stehen. Der Versuch, einen Platz in einer Gesellschaft in Bewegung zu finden wird nachvollziehbar dargestellt. Außerdem überzeugt der Film durch das gekonnte Spiel mit Handlungssträngen, Orte werden gewechselt und stimmig miteinander verknüpft. Sprachen und Kulturräume sind vielfältig, die Figuren sind mehrdimensional gezeichnet, der Blick auf sie suggeriert Hoffnung. Ob für alle, bleibt offen. Der diesjährige Südwind-Preis, verliehen von der SchülerInnen-Jury, geht daher an den Film der Regisseurin Dyane Gaye.“ Die SchülerInnenjury, die seit 2001 im Rahmen des Internationalen Filmfestivals Innsbruck einen Preis vergibt, bestand heuer aus zwölf SchülerInnen aus verschiedenen Tiroler AHS und BHS. Diese hatten Gelegenheit, das nötige Know-how zu erwerben, um sich kritisch mit dem Medium Film auseinandersetzen zu können. Zum siebten Mal stiftet die entwicklungspolitische Organisation Südwind Tirol nun den mit 1000 Euro...

WEGSCHAUEN STADT HELFEN – Kundgebung gegen das Bettelverbot...

Innsbruck sei Weltstadt, heißt es. Gerne betont Bürger-Meisterin Christine Oppitz-Plörer, dass die Alpenmetropole eine weltoffene Stadt sei. Stadtmarketing, Tourismusverband und Wirtschaftskammer profitieren von diesem Image und machen Werbung damit. Doch wie weltoffen ist die Stadt, wenn es um die Not der Menschen geht? Wie offen geht sie mit denen um, die täglich auf der Straße sitzen und für ihren Lebensunterhalt betteln müssen? Das bereits beschlossene Bettelverbot an den Weihnachts- und Ostermärkten macht deutlich, dass die Weltoffenheit in erster Linie dann vorhanden ist, wenn es darum geht, selbst die Hand aufzuhalten und die Hand bei kaufkräftigen Kund_innen aufzuheben. Jetzt soll das Bettelverbot auch noch räumlich und zeitlich beträchtlich ausgeweitet werden, sodass Betteln in Innsbruck für einen Großteil des Jahres unmöglich wird. Eine weltoffene Stadt ist eine Stadt ohne Bettelverbot! Wer aber arm ist, hat in Innsbruck offenbar nichts verloren. Während die Innenstadtkaufleute auch bei öffentlichen Förderungen gern die Hand aufhalten, werden Menschen, die am Boden kauernd um ein paar Cent Unterstützung bitten, kriminalisiert und vertrieben. Wir haben eine andere Vorstellung von einer weltoffenen Stadt. Wir wollen in einer Stadt leben , in der Armut bekämpft wird – und nicht die Menschen, die arm sind. Am Dienstag, den 16. Juni, wird ab 17 Uhr vor der Annasäule eine Kundgebung gegen das Bettelverbot in Innsbruck...

Bilderberg kommt nach Tirol – die Proteste sind schon da...

25 Flugzeuge und Hubschrauber zum Schutz der Bilderberg-Konferenz in Tirol. Auf Kosten der Allgemeinheit. Dazu 2100 Polizisten. Auch auf Kosten der Allgemeinheit. Ein weiträumig abgesperrter Tagungsort. Abermillionen öffentlicher Gelder für ein eigentlich privates Treffen. Grenzkontrollen inklusive Menschenjagd auf Flüchtlinge. So sieht es aus, wenn sich neofeudale Eliten mit ihren Polit- und Medienfreunden ein geheimniskrämerisches Stelldichein geben. Grund um Grund genug, dem entgegenzutreten. Seit den 50er Jahren treffen sich auf den Bilderberg-Konferenzen hinter verschlossenen Türen Vertreter von Hochadel, Konzernführungen und Finanzoligarchie mit Politikern und Meinungsbildnern. Alle aus Europa und den USA. Und fast alle Männer. Ihre Agenda ist geheim, aber sehr durchschaubar: sich politischen Themen zu bemächtigen und in dem Sinne voranzubringen, wie es ihrer Macht dient. Bilderberg, das heißt: Lobbyismus auf höchstem Niveau, enthemmter Neoliberalismus, westlerische Kolonialphantasien. Neben den Spitzen von Google, Facebook, hohen Militärs und dergleichen sitzen im Zentrum der Konferenz so illustre Herren wie David Rockefeller (hinter der progressiven Fassade ein Hauptförderer einer rassistischen Weltbevölkerungspolitik) und Henry Kissinger (notorisch Verantwortlicher u.a. für den Pinochet-Putsch in Chile 1973). Und auch österreichische Vertreter sonnen sich im Glanz der hohen Herren: der ehemalige Minister und jetzige Kontrollbank-Chef Rudolf Scholten, Ex-Bundeskanzler Gusenbauer, der Raiffeisen-Chef und dieses Jahr auch wieder Bundespräsident Fischer. Dieses Jahr eben im noblen Interalpen-Hotel Tyrol in Telfs-Buchen vom 10. bis zum 14. Juni. Allen übertriebenen (und gerne zur Diffamierung von Kritik an Bilderberg hergenommenen) Verschwörungstheorien zum Trotz, die in den Bilderbergern eine selbständige „geheime Weltregierung“ sehen: mit Demokratie und Transparenz haben diese Treffen nichts zu tun. Letztes Jahr etwa bekümmerte man sich um den Aufstieg Chinas und ging die Machtstrategien in der Ukraine durch. Dieses Jahr soll, laut durchgesickerten Informationen eines niederländischen sozialistischen Parlamentariers, das sog. Freihandelsabkommen TTIP auf der Tagesordnung stehen. Da würde es doch die Öffentlichkeit...

Der Tag des Herrn hat viele Gesichter...

Der Tag des Herrn hat viele Gesichter. Sagte der Herr und malte sich einen schönen Tag.  Oder ließ es den Knecht für ihn tun. Und sorgte  der Knecht noch für den Herrn? Was ist die Liebe an einem so sonnigen Tag, dass ich in sie hineinflüchten mag? In den duftenden Leib einer spärlich bekleideten Schönheit? Das Mahl des Herrn wieder abgeräumt. Blütenblätter zieren noch das Straßenpflaster. Aber darunter liegt der Strand. . Fronleichnam, kein Leichnam der hier betrauert wird, viel eher ein Leib, Leib des Herrn oder eben auch Knechtes. Tag des Brotes vielleicht auch. Oder Tag der Materialisation des Geistes in Form einer weißen Scheibe ungesäuerten Brotes. Kein Fleisch an diesem Tag! Kein Kannibalismus. Vielleicht schon eher eine Liebesmahlzeit, mit Oliven, Brot und Wein und Käse. Und drum herum die Bilder des Hungers. „Wir blenden auf, wir blenden aus. So hieß mal eine Sendung im Radio, in den sechziger Jahren, tief in meiner Kindheit. Das ging so schnell und tat nicht weh. Aber da hat auch das Wünschen noch...