Kinder getarnt als kleine Erwachsene...

Vor ein paar Wochen eröffnete ein Laden einer nobleren Kinderbekleidungskette eine Filiale in der Nähe des Bozner Platzes und ich bin enttäuscht und verärgert: In der Auslage befindet sich ein großes Foto eines etwa achtjährigen Mädchens in einem buntes Kleidchen. Dieses Kind ist gestylt und geschminkt wie eine erwachsene Frau und mir graut es vor dieser Respektlosigkeit gegenüber Mädchen und generell gegenüber Kindern. Sie sind keine kleinen Erwachsenen und diese Darstellung eines Mädchens, das wie eine kleine Frau abgelichtet wurde, ist mehr als Fehl am Platz und versetzt mir einen Stich in der Magengegend. Anstatt ein Foto eines spielenden Kindes für die Auslage zu wählen, sehe ich diese fotografierte Anziehpuppe. Wie wäre es stattdessen mit einem Foto eines Mädchens und eines Jungen, die gemeinsam am Spielplatz spielen und Freude dabei haben, sich zu bewegen und gemeinsam ein neues Spiel zu erfinden? Oder werden künftig die Spielplätze leer sein, weil sie durch einen ausgedehnten Aufenthalt vor dem Schminktisch ersetzt werden und sich das geschminkte Kindchen in dem sauberen modischen Kleidchen nicht schmutzig machen darf? Szenarien von kreischenden Eltern, die rufen: „Mädchen hör auf zu spielen, damit du dir die Frisur und die Schminke nicht ruinierst!“, schweben mir vor und das daraufhin heulende Kind. Dazu sage ich von ganzem Herzen: Nein danke und hoffe, dass dieses geschmacklose Foto schnellstmöglich ausgetauscht und durch eines ersetzt wird, das sich auf die Lebenswelt von Kindern bezieht. Unsere Innsbrucker Innenstadt entwickelt sich zu meinem Bedauern auffällig zu einer Kleidungskommerzmeile begleitet vom Verschwinden von Ästhetik, Kreativität und Nischen....

Innsbruck liest @ Bäckerei...

Am 22. April um 19:00 Uhr findet in der Bäckerei (Kulturbackstube, Dreiheiligenstraße 21a) eine Podiumsdiskussion zum Thema Ethik und Globalisierung unter dem Titel »Der Sand und sein Wert« statt. Die in »Frühling der Barbaren« problematisierten Auswirkungen der neoliberalen Marktwirtschaft auf Individuen und ganze Gesellschaften stehen dabei im Zentrum, Als Einstimmung auf die Debatte wird der Schauspieler Christoph Hackenberg ausgewählte Stellen aus »Frühling der Barbaren« lesen. An der Podiumsdiskussion beteiligen sich neben dem Innsbruck-liest-Autor Jonas Lüscher der Wirtschaftswissenschaftler und Ex-Banker Almir Zundja sowie der Theologe Wilhelm Guggenberger. Der Abend klingt bei einem Buffet und Musik der Band Yefira Project aus. Die Durchführung der Veranstaltung erfolgt durch Studierende des Masterstudiums Vergleichende Literaturwissenschaft und Deutsch LehramtsstudentInnen an der Universität Innsbruck. Sie haben das Konzept im Rahmen einer Lehrveranstaltung, unter der Leitung von Martin Sexl, erarbeitet.     Moderatorin der Podiumsdiskussion: Andrea...

Jenseits von Franchise 2: Nimm’s sportlich!...

Von Pokalen, Medaillen und anderem phallischen Klunker Gut, 1964 war wahrscheinlich wirklich das schlechteste Schneejahr seit Menschengedenken, geschneit hat es jedenfalls erst nach den Winterspielen, aber was macht das schon – Hauptsache, man hat größere und bessere Spiele ausrichten können als die Italiener acht Jahre davor. Und wozu leistet man sich eigentlich ein Bundesheer, so als neutraler Staat? Schickt man die Burschen halt schnell rauf auf’n Gletscher welchen holen. Jetzt, ein Jahr später, kann man sagen: Es hat sich gelohnt. Der Schah von Persien war da, die Königin von den Niederlanden auch, und seine imamische Hoheit Aga Khan IV. hat es immerhin in zwei Disziplinen über die Ziellinie geschafft. Zwar ist alles teurer geworden seither, aber zumindest hat Innsbruck seinen Auftritt gehabt, einen Auftritt, fast schon mondän! – Und jetzt, da sich der wärmende Blick der Weltöffentlichkeit wieder anderen Dingen zuwendet, ist es Zeit für eine Bilanz: Eine Milliarde Schilling hat man in die Hand genommen, das ist keine Kleinigkeit, natürlich, aber vorher war da ja eigentlich gar nichts, im Grunde keine Infrastruktur, kein Eisstadion, kein Flugverkehr, der den Namen verdient, und langfristig rechnet sich das; eingenommen hat man plus-minus eine Million, immerhin, aus Eintrittskarten und Lizenzgebühren von den Fernseh- und Rundfunkstationen. Sonst hätte man jetzt auch kein bezugsfertiges olympisches Dorf mit acht zehnstöckigen Wohnblöcken und auch keine richtige Landepiste aus Beton, die man, ohne sich schämen zu müssen, als Flugkreuz West bezeichnen kann. Dass daraus dann doch nichts geworden ist, weil zwei Wochen später – endlich Schnee! – ein Flieger gegen den Glungezer krachen muss, das hat ja auch schwer vorher wissen können. Auf jeden Fall: Innsbruck hat jetzt Ringe im Logo. Ein bisschen Sportstadt, ein bisschen Weltstadt. 15 Tage Berühmtheit. Endlich wieder ein bisschen stolz sein dürfen....

TTIP stoppen! Transatlantischer Aktionstag am 18. April 2015...

Nächste Woche beginnt die nächste Verhandlungsrunde über den Freihandelspakt TTIP zwischen der EU und den USA. Bei diesem Pakt geht es nicht „nur“ um das mittlerweile sprichwörtliche US-amerikanische Chlorhuhn, das auf den europäischen Markt drängt. Und nicht „nur“ darum, dass Geheimverhandlungen geführt werden, deren Geheimhaltung von Verhandlungstexten bisweilen an einen Agententhriller erinnert. ATTAC schreibt: „Mit den Deregulierungsabkommen TTIP, CETA und TiSA würde sich ein lang gehegter Traum großer Konzerne auf beiden Seiten des Atlantiks erfüllen: Sozial- und Umweltpolitik, ArbeiterInnenrechte und Demokratie würden massiv eingeschränkt und Konzernen noch mehr Einfluss auf politische und wirtschaftliche Prozesse gegeben.“ Sprich: mit den neuen Verträgen würde die neoliberale, sprich: neofeudale, Ordnung in den EU-Staaten noch weiter verfestigt und härter durchgesetzt. Und auch vor Bildung und kleinen Landwirtschaftsbetrieben würde der „freie Wettbewerb“ zugunsten der Großkonzerne und Finanzheuschrecken nicht halt machen. Mittlerweile hat TTIP einigen Gegenwind erfahren. Zuletzt hat sich der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments gegen einen Kernpunkt des Abkommens, die Einführung internationaler Schiedsgerichte zum „Investorenschutz“, ausgesprochen. Umsomehr Ansporn für eine ganze Reihe von Organisationen, in einem globalen, transatlantischen Aktionstag über die Gefahren des Vertragswerks aufzuklären und den Propagandisten von TTIP und Co. die rote Karte zu zeigen. In Innsbruck laden Aktive u.a. von ATTAC und den Südwind-AktivistInnen für morgen, Samstag, 18. April, 10-12 Uhr zu einer Straßenaktion im Rahmen des Aktionstags vor die Annasäule ein. Hier werden u.a. die „TTIP-Busters“ für die notwendigen Hintergründe über die Pakte sorgen. Mehr Infos zu dem, worum es geht, und warum es richtig und notwendig ist, gegen die geplanten Verträge zu sein sind auf der Website von ATTAC zu finden. Matthias...

Boombox April15

Kendrick Lamar: “To Pimp A Butterfly“ West Coast USA. Mit seinem 2012er Debütalbum “good kid mAAd city“ krönte sich Kendrick Lamar, groß geworden im Comptoner Ghetto, zum König des Westküsten-HipHop. Sein Debüt überzeugte durch erfischende Authentizität. Erzählte Lamar doch die Story eines jungen Dudes im Klinsch mit sich und seiner Hood. Auf dem Nachfolgerwerk “To Pimp A Butterfly“ thematisiert Lamar die immer noch viel zu ungerechte Welt, in der AfroamerikanerInnen leben müssen. Diese toughe Realität zieht sich durch das gesamte Album, wie etwa auf dem Opener-Track “Wesley’s Theory“, wo das 27jährige Ausnahmetalent die durch die Musikindustrie verzerrte Darstellung des Ghettolebens kritisiert, oder wo Lamar auf “The Blacker The Berry“ voller Zorn auf das durch Rassismus bedingte Nichtgehörtwerden aufmerksam macht: It’s evident that I’m irrelevant to society. Die Platte strotzt vor verschiedensten Musikeinflüssen, dem derzeitigen Zeitgeist des Genremixens wird Leben eingehaucht. Jazz trifft auf gesprochene Wortlyrik, G-Funk auf klassische Klaviertöne. Lasst Euch diesen realen Soundmix nicht entgehen, ballt beim Anhören die Fäuste und bewegt eure Hintern, sexy Rebellion braucht die Welt, wieder mehr als je zuvor!   Marina and the Diamonds: “Froot“ Das dritte Album der walisisch-griechischen Sängerin präsentiert wieder einmal in den hier fruchtigen Popmantel gehüllte Wahrheiten. Marina Diamandis eröffnet das Album mit “Happy“, ein Track, der anfangs Depression thematisiert, dann aber durch emanzipatorische Selbstbestimmung in ein Glücksgefühl umschlägt. Der Kaugummi-Elektropop, dem man Oberflächlichkeit vorwerfen könnte, vermischt sich stimmig mit R’n’B-Ästhetik und einem atmosphärischem Echosound, wodurch die Songs zum Tiefgang ansetzen. Und bei mir kommen sie auch unten an, durchströmen Körper und Geist. Vor allem die Amygdala wird durch folgende selbstbestimmte Aussagen in den Gefühlen ‚positive Wut‘ und ‚erfrischendes Kampfglück‘ angekurbelt: In “Blue“ beklagt Marina sich zuerst über eine Trennung, will sie doch noch mal eine Nacht mit ihm, aber im Grunde will sie...

KleiderTauschBörse: Tausch dich glücklich!...

Kleiderberge türmen sich und in den vielen Schränken stapeln sich Kleiderstücke, die schon lange nicht mehr getragen wurden. Wenn sich auch bei Dir schöne, originelle und praktische Teile stapeln, die Du selbst nicht mehr trägst – komm vorbei und sorg für Abwechslung in Deiner Gaderobe! am Freitag, den 17. April 2015, von 17 bis 20 Uhr im Nähcafe Nadelöhr (Defreggerstraße 18, 6020 Innsbruck) Du kannst Deine Kleiderstücke – bitte sauber und nicht kaputt – gegen andere Teile tauschen. Statt durch Wegwerfwäsche die Umwelt zu belasten, tauschen wir lieber und lernen neue nette Leute kennen: Kaffee und Kuchen stehen für die Tauschwilligen bereit und das Nadelöhr ist jedenfalls einen Besuch...

Schluss mit X für U!

Endlich wahren Bedarf an Kinderbetreuung in Tirol erheben! Jeder, der Kinder hat, kennt das: einen Platz in einer Kinderkrippe zu finden, solange die Kleinen jünger als 3 Jahre alt sind, ist schwierig. Wenn sie dann mal im Kindergarten sind, kämpft man mit berufsfeindlichen Öffnungszeiten und mangelnden Ganztagesbetreuungsplätzen. In der Schule wird’s auch nicht besser – vielfach gibt es kein Angebot an Nachmittagsbetreuung und wenn, ist es unflexibel und mit dem Bedarf der Eltern nicht kompatibel. Und die Probleme mit Ferien, schulautonomen Tagen etc. ziehen sich sowieso wie ein roter Faden durch. Am 1. September 2010 trat das Tiroler Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsgesetz TKKG in Kraft, das in §9 eine regelmäßig durchzuführende Bedarfserhebung vorsieht, deren Ergebnisse binnen eines Jahres in Entwicklungskonzepte der betroffenen Gemeinden einfließen und in den jeweiligen Gemeinderäten beschlossen werden müssen. Diese Bedarfserhebung ist bis heute nicht gemacht worden. Wer allerdings mehr Nachmittagsbetreuungsplätze, längere Öffnungszeiten oder verstärkte Ferienbetreuung einfordert, wird mit dem monotonen Hinweis, dass es keinen Bedarf dafür gäbe, abgefertigt. An alle, denen Kinderbetreuung in Tirol ein Anliegen ist, und die genug haben von den Ausreden der Politik, es gäbe keinen Bedarf: Wir lassen uns nicht länger ein X für ein U vormachen und treffen uns am Mittwoch, den 6. Mai 2015 um 10:00 Uhr vor dem Haupteingang zum alten Landhaus (Eduard-Wallnöfer-Platz 3, 6020) Wir gehen gemeinsam in den Rokokosaal, wo der Tiroler Landtag tagt und über die Dringlichkeit eines Antrags zur Abhaltung der Bedarfserhebung, wie im Tiroler Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsgesetz vorgeschrieben, abstimmt. Wir wollen das Anliegen mit unserer Anwesenheit unterstützen! Hilf mit, dass die Politik endlich den wahren Bedarf an Kinderbetreuung in Tirol erhebt und sieht, wie sehr Angebot und Bedarf in der Praxis auseinanderklaffen. Dauer unserer Anwesenheit: voraussichtlich max. bis 11 Uhr Was könnt Ihr tun?...

Nicht’bruck: 14

Was Nicht’bruck ist, steht in Nicht’bruck: 1. Ort 14 Seit fast zehn Jahren schon will ich an diesen Ort. Immer war ich in der Nähe, doch nie ergab sich die Gelegenheit. Jetzt aber sind wir da. Wie in einem Timelapse-Film ziehen Wolkenfetzen knapp über unsere Köpfe hinweg. Die Lichtverhältnisse wechseln alle paar Minuten. Wir sind nur gut tausend Meter über der glühenden Hitze der Insel, doch es weht ein eisig kalter Wind. Schnell taucht die Sonne in Richtung Meer, durch den Dunst glitzert es weit unten in ihrem sterbenden Licht. Innerhalb weniger Minuten wird fahles Gelb zu blutigem Rot. Ich mache das Foto. 36°12’36.2″N...

Tage der Liebe auf YogaMeHome...

YogaMeHome kennt die Innsbrucker Yoga-Gemeinde bereits; ab heute öffnet das Online Yoga Portal seine Pforten für all jene, die den meditativen Zufluchtsort im Big Data für zehn Tage besuchen und ausgiebig testen wollen – all das im Zeichen der Liebe! Neben der Möglichkeit reinzuschauen, auszuprobieren und kennenzulernen bieten die Tage der Liebe zudem die Auseinandersetzung mit der Frage: „Was ist Liebe überhaupt?“ Wer sich kreativ betätigen und an den Tagen der Liebe aktiv einbringen möchte, der wird dazu eingeladen dem Team seinen persönlichen Beitrag zum Thema zuzusenden: Fotos, Gedichte, Geschichten … der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.  ...

C. küsst den Mann im Mond...

C. küsst den Mann im Mond, im Mond küsst sie ihn, den Mann ihrer Träume im Mond; und sein Gesicht ist weiß wie ein Abenteuer. Warte nur, warte nur, sagt der Mann im Mond zu ihr, warte nur ein Weilchen, dann springst auch Du zur Seite vor denen im Schaufenster, im...